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Die Alben

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Alternativ und Indie - Erschienen am 6. September 2019 | Tapete Records

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Deutsche Songs exportfähig zu machen, gelang wenigen. Dass es dabei auf innovative oder einmalige Sounds ankommt, legt Kraftwerks "Autobahn" nahe. Rocko Schamoni gestaltet nun aber eine Platte, die für den internationalen Markt tauglich wäre und sich musikalisch an Menschen wendet, denen die Golden Sixties bis heute nahe stehen. Das Jahrzehnt des Beat und der Beatles, das mit Burt Bacharach und dem ersten 007-Film beginnt und mit Woodstock und den Temptations endet, spiegelt sich auf dieser elften (oder je nach Zählung achten) Solo-Platte von Rocko in den schillerndsten Farben wider. Neuartig wirkt diese Musik also durchweg nicht. Schamoni hat das Genre verblüffend gut restauriert und mit deutschen Texten zusammen gebracht. Für ausländische Ohren mag das so exotisch klingen, wie für unsere Ohren Garage-Punk aus Kambodscha. Deutschen Hörern fällt eventuell zunächst auf, dass eines von Schamonis Lieblingsthemen, nämlich Ausscheidungen und "Scheiße", auf dem Album völlig fehlen. Demgegenüber ruft die Lyrik auf faszinierend-elegante und lebendige Weise Bilder vor Augen. Der Hamburger Songschreiber und Romanautor kombiniert seine Worte mit so vielen vortrefflich ausgearbeiteten Harmonien, dass sich ein starkes Gesamtbild ergibt. Das sieht so aus: In den Sechzigern, als die Plattenindustrie richtig dick Geld in HiFi-Produktionen steckte, werkelte sich die Wirtschaftswunderwelt blauäugig in die Ressourcenverschwendung hinein. Unglücklicherweise ging mit dem steigenden Bewusstsein für die Zerstörung unserer Lebensgrundlagen ein sinkendes Budget in der Musikproduktion einher. Wer komplexe Botschaften ansprechend verpacken will, läuft gegen verschlossene Türen, oder wie Lloyd Cole kürzlich bekundete: Musik mit Message ist ein Armutsrisiko. "Als Hätte Es Uns Nie Gegeben" eröffnet den Reigen der "Fridays for future"-tauglichen Lieder dieses Albums. Um die Menschheit, so Schamoni, wäre das Aussterben nicht schade, denn ein Gewinn seien wir für den Planeten nicht gewesen. Autsch! Diesem Tenor bleibt er treu, verzichtet aber trotz dieser Tristesse auf kühl-reduzierten Spar-Trap oder Jammer-Indie in Form eines deutschen James Blake. Stattdessen fährt Rocko ein ganzes Orchester auf. Seinen pessimistischen Schlussfolgerungen gönnt er intensive Emotionen, Abwechslung, einen roten Faden und eine nuancenreiche Gesangsstimme. Wer sich der Soundtracks von 60er-Jahre-Filmen besinnt, entdeckt die Parallelen. "Dein Gesicht" bezieht seinen Pomp aus den Strickmustern des Autorenduos Burt Bacharach/Hal David, aus John Barry-Filmmusik und womöglich auch aus Wohlfühl-Zuckerpop-Soul im Stile von Gary Puckett & The Union Gap. "Glaub mir, ich seh überall nur dein Gesicht. Ob das Liebe oder Wahnsinn ist, ich weiß es nicht." Im Gestrüpp von Streichern, Klavier und Saxophon fällt kaum auf, dass die Message hier lange nicht so politisch ist wie im vorherigen Song - und doch wirkt das schlichte Liebeslied wie ein Appell. Zum Beispiel, um Romantik mehr Zeit einzuräumen. The Beatles hallen im Intro zu "Mark Hollis" ebenso wider wie etwas Jazz. Dabei geht es zwar um den verstorbenen Talk Talk-Sänger Mark Hollis. Im Song lebt er aber weiter, denn "ich weiß, dass er lebt (...) / ich weiß, dass Mark Hollis lebt." Das Ende der Welt rückt in den Songs "Der Regen", "Der Weg Hinab" und "Loch In Der Welt" heran. "Was von euch bleibt / ist nur ein Loch in der Welt / durch das der Wind weht /durch das der Schnee fällt" klingt zwar trist. Schamoni gestaltet dagegen die Musik in den wärmsten Tönen und macht mit verträumten Klängen aus Hörnern und Keyboards das "Loch In Der Welt" zu einem interessanten, magischen Ort. Der Dream Pop-Song könnte von The Moody Blues stammen, wenn man den Bezug zu den Sechzigern nachverfolgt. Für den Titel "Der Weg Hinab" wären die Statler Brothers mit ihrem Country-Rock "Flowers On The Wall" eine Referenz. Hier ist der Text recht neutral gehhalten: "Kurz vor dem Tal triffst du alle noch einmal", heißt es und klingt beruhigend: "Alte Freunde grüßen dich / Heute zum letzten Mal sieht man sich / Auch deine Feinde strömen herbei / Der Kampf war nicht umsonst / Nun sind sie frei." Das wirkt positiv, obwohl die Bilder Apokalypse und Tod heraufbeschwören. Bedrohlicher und kälter wird es dann noch: "Ein leerer Himmel über dir, unbesternt / Bilder fallen in den Schnee / Fremde Boote auf dem See (…) Schatten springen in das Licht" Visuelle Reize, Temperaturempfinden, räumliche Vorstellung – Rocko löst im Gehirn einiges beim Zuhören aus. "Der Regen fällt und fällt und fällt / und ich trinke auf das Ende dieser Welt", greift "Der Regen" mit lautmalerischer Darstellung der Regentropfen auf. Süß, wie Schamonis Band das Glockenspiel hier einbaut. Solche Momente mit großer Liebe zum Detail sind es, die diese Platte altern lassen und in zwanzig Jahren noch hörenswert machen. 35 Jahre auf der Bühne feiert Rocko Schamoni mit "Musik Für Jugendliche". Ab und an finden sich kindliche Vorstellungen, etwa über die naive Idee vom "Loch In Der Welt" oder die Erzählperspektive "als ich ein kleiner Junge war" in "Der Regen". Explizit kindlich klingt der Grammatik nach "Ich Und Mein Pudel" – Erwachsene würden da eingreifen und meckern: "Es heißt mein Pudel und ich". Allerdings ist der Pudel eher selten ein Haustier, das unter Kindern oder gar Jugendlichen besonders 'hip' ist. Pudel reimt sich hier auf Rudel, doch das Texträtsel löst sich nicht auf, besonders beim Gedankensprung zur Zeile "und ich weiß, es gibt 'nen Lebenssinn.". Von Posaunentönen umsäumt, kommt einem auch dieser Song wie ein Zitat aus den Sechzigern oder frühen Siebzigern vor. Klar verorten lässt sich dieses nicht. Im Musikgedächtnis flackern gleichwohl Los Bravos ("Black Is Black"), Chicago Transit Authority ("Does Anybody Really Know What Time It Is?") und die Doobie Brothers ("Black Water") auf. Dass ein Song so viel hervorruft, spricht durchaus für ihn. Eigentlich geht es beim Pudel um den 1988 mit Schorsch Kamerun gegründeten Hamburger Pudel Club, der Rocko Schamoni sicher einigen Lebenssinn gab. In der Nacht auf den Valentinstag 2016 brannte die Location in Altona großteils nieder. Bis August 2017 setzte man die Überreste so weit instand, dass der Club, inzwischen 'Golden Pudel Club', wieder öffnen konnte. "Musik Für Jugendliche" behauptet sich als Beweis dafür, dass sehr weit entwickelte Rock- und Popmusik aus Deutschland und mit deutschen Texten möglich ist, ohne dass wir uns im Ausland fremdschämen müssten. Der Überraschungseffekt des Vorgängers "Die Vergessenen" stumpft so schnell nicht ab: Auch jetzt wirkt die kreative Qualität überwältigend, und man hätte nicht mit einer weiteren derart hervorragenden Platte gerechnet. © Laut
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Pop - Erschienen am 27. Januar 2017 | Staatsakt Rec. GmbH

Der King macht Swing! Auch wenn Rocko Schamoni seinen hochwohlgeborenen Namenszusatz mittlerweile weglässt. "Die Vergessenen" bietet wahrlich königliche Unterhaltung, meilenweit entfernt von kernlosem Landjunker-Swing der Marken Cicero, Gwildis oder Barbara Schöneberger. Mit toller Band und extrem originellen Songs gelingt ihm die mit Abstand interessanteste deutsche Genreplatte seit dem grandiosen Erstling des Tim Isfort Orchesters (1997). Der Ex-Dorfpunk beherrscht eine Tugend, die einheimische Kollegen der Mainstreamszene selten vorweisen können. Großes Entertainment für Bauch und Kopf. Die Lyrics erstarren nämlich nicht in vorhersehbarer Langeweile. Hervorragende Texte ergänzen die gebotenen Klänge dermaßen charmant und originell - man möchte Schamoni dafür einfach umarmen. Seine Mannschaft ist erlesen: Bandleader Sebastian Hoffmann und das extra für dieses Projekt gegründete Orchester Mirage agieren so harmonisch miteinander, als spiele man bereits seit Duke Ellington und den Tagen der Prohibition zusammen. Gemeinsam erschaffen sie ein hochgradig sinnliches Klangerlebnis jenseits öden Haustechniker-Swings. Jeder Song quillt förmlich über vor Seele und Gefühl - von ausgelassen bis melancholisch. Gern hätte man Rebekka Bakkens Betulichkeitsorchester ("Little Drop Of Poison") diese Platte als Nachhilfeunterricht geschickt, bevor sie Tom Waits tötete. Rocko und Co. machen das Gegenteil. Sie schnappen sich einen Haufen vergessener Perlen von stilistisch höchst unterschiedlichen Künstlern und erwecken die Songs zu neuem Leben: Von Morricone bis Manfred Krug, von Ton Steine Scherben bis Postpunk à la FSK. Doch die bloße Umdeutung bereits existenter Lieder reicht dem Nordlicht aus Lütjenburg nicht. Schon früher bewies er mit Songs wie "Nackt In Las Vegas" im kleineren Rahmen das Händchen für die ganz große Geste. So schmuggelt er kurzerhand zwei Eigenkompositionen auf die Scheibe. Sein "Angela" ist sogar innerhalb dieser Hochkaliber ein echter Hinhörer. Unfassbar gut, wie Schamoni hier die deutsche Kanzlerin unbarmherzig in mitleiderregendes Licht rückt. Ein Licht, in dessen näherer Betrachtung nur noch Blutleere, Zombietum und die greifbare Tragik entschwundener Weiblichkeit ein Gegengewicht zum Darth Vader'schen Pesthauch der Macht bilden: "Dein Körper ist zu Marmor geworden / Dein Busen ist ein Friedhof für Orden / Angela, was hat die Macht aus dir gemacht?" Alles mit Wah-Wah und Groove serviert. Dieses eine Lied ist in seiner resignativen Zärtlichkeit um Welten brutaler und demaskierender als die ganzen bemüht daherschwitzenden Polit-Kamellen wie etwa jene des Schinkengottes of Liedermaching, Konstantin Wecker. Die ohnehin schon große Nummer "Michelangelo Antonioni" von Caetano Veloso bekommt einen mondlichternen Mantel, der zu gleichen Teilen aus Chanson und Ambient besteht. Da würden auch die Kollegen von Bohren & Der Club Of Gore anerkennend mit dem Kopf nicken. Morricones "La Moglie Piu Bella" funktioniert als Intro ebenso perfekt. Das herrlich größenwahnsinnige "Die Geheime Weltregierung" (GUZ) kommt als spaßig ironisierter Comicstrip-Swing aus den Boxen. "Die Welt aus den Klauen des Bösen zu befreien, ist ganz klar ein Fall für Leute wie uns / Wenn wir tot sind, werden unsere Pyramiden nebeneinander stehen." Bei "Das Zelt" (Jeans Team) hingegen gibt es Glockenspiel, Streicher und tolle Bläser zur zackigen Aussteigermelodie. Alles dramaturgisch extrem ausgefeilt und mit tollem Spannungsbogen garniert. Sogar Rio Reisers Ton Steine Scherben-Track "Morgenlicht" erobern Schamoni und Mirage ganz für sich. Links gibt es die Mariachi-Trompete, während von rechts die schroffe Gitarre zum Duell erscheint. Im Verlauf des Stücks mischt sich alles ebenbürtig ineinander. Besser kann man den Song kaum interpretieren. Rocko Schamoni bietet mit "Die Vergessenen" großartige deutschsprachige Texte auf musikalisch originellem, internationalem Niveau. Die Platte ist ein heißer Kandidat für die beste einheimische Produktion des Jahres. Unglaublich, wie geil deutsche Musik sein kann, wenn mal die richtigen Leute mit richtigen Ideen dran sitzen. © Laut
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Pop - Erschienen am 29. April 2002 | Virgin Records Germany

Vom Spaß-Punk der Achtziger zum großspurigen Entertainer im neuen Jahrtausend. "Der Schwere Duft Von Anarchie" verweist nur noch im Titel auf vergangene Tage: der Punk ist gegangen, der Spaß ist geblieben. Punk-Rock im Gehrock/am Gehstock sozusagen. Glamourös gibt sich der 38-Jährige auf seinem neuesten Streich. Ganz bieder instrumentalisiert er seine Songs mit Bass, Schlagzeug, Orgel, Bläsern und Streichern und stattet das Ganze nicht zu knapp mit Background-Gesang von Bernadette Hengst aus. Theoretisch würden manche Sch(a)monzetten ("Hier kommt die Nacht") bestens für einen Traumschiff-Soundtrack herhalten: Rocko im Smoking am weißen Flügel, während die Kellner die Torte mit Wunderkerzen reintragen. Aber nun weiß man ja von wem das kommt, und wie ernst es zu nehmen ist. Ungewöhnlich soulig und zahm ist das vierte Soloalbum musikalisch geworden. Der Humor ist grandios wie eh und je. Die Heiterkeit, mit der Rocko seine teils bissigen Kommentare düdelt, ist an sich schon ein Fest. "Geld ist eine Droge, und ihr seid alle drauf" ist eine solche Botschaft in Fahrstuhlmusik gehüllt. Neben Gesellschaftskritik hält der Hamburger auch einfach inhaltsleere Blödeleien parat: "Berlin Woman, deine Haare sind wie Mauern, schneid sie ab und du bist frei... die U-Bahn ist ein Schminktisch, los, steig ein und du bist dabei". "Der Schwere Duft Von Anarchie" hält reichlich witzige Skits bereit, einen ziemlich mutigen Disco-Track ("Diskoteer II - Die Demaskierung"), sowie ein recht gelungenes Falco-Cover mit "Junge Römer". "Heart Of Plastic" erweckt die Vocoder Stimme des Computers zum Leben, der seiner angebeten Besitzerin seine Liebe gesteht. Die Kombination aus perfekt inszenierten, ernstzunehmenden Kompositionen und manchmal grenzdebilen Texten und Inhalten amüsiert auf erstklassige Weise. © Laut
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Deutsche Musik - Erschienen am 1. Oktober 1996 | Freibank Recordings

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Electronic - Erschienen am 27. März 2020 | Pudel Produkte

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Pop - Erschienen am 28. Februar 2019 | Tapete Records

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Pop - Erschienen am 31. Juli 2019 | Tapete Records

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Pop - Erschienen am 26. Juni 2019 | Tapete Records

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