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Alternativ und Indie - Erschienen am 21. September 1993 | Geffen

Hi-Res Auszeichnungen Qobuz' Schallplattensammlung - Hi-Res Audio - Pitchfork: Best New Reissue
Zu Ratts "Round And Round" flirtet der gestrauchelte Randy 'The Ram' Robinson im Film "The Wrestler" die Stripperin Cassdy an. Zeitgleich rechnet er mit einem ganzen Jahrzehnt, den 1990ern, ab. Crue, Def Lep und Guns N' Roses regierten seine Welt. Bis diese Cobain-Schwuchtel kam und alles kaputt gemacht hat. Als wäre etwas falsch daran, eine gute Zeit zu haben. "Fuckin' 90's sucked." Ja, Grunge und Nirvana lutschten die dick aufgetragene 80er-Schminke von den schockierten und kreidebleichen Gesichtern der Hairspray-Rocker. Eben noch machten sich Poison mit ihrem "Unskinny Bop" zum Affen, im nächsten Moment verpasste ihnen "Nevermind" und der Seattle-Hype einen gehörigen Tritt in den gezuckerten Popo. Nach einem durchgestylten Jahrzehnt der guten Laune war nichts dringlicher als dieser Plage aus Posern und Yuppietum ein unangenehmes Ende zu bereiten. Wir hatten einfach genug von eurer Oberflächlichkeit. Mit dem wütenden und abgeschminkten Cobain hatte die Teenage Angst endlich wieder ein Sprachrohr gefunden. Nur kurze Zeit später, im September 1993, war der Spuk um das Kunstprodukt Grunge im Grunde schon abgefrühstückt. Bis zum finalen Browning Auto-5-Vorhang sollten nur noch sieben Monate ins Land gehen. Nirvana mögen den Startschuss zu dem Hype gegeben haben. Musikalisch hinterließen sie damals nur wenig Spuren bei ihren Mitstreitern. Trittbrettfahrer wie Bush und die Stone Temple Pilots hatten sich längst darauf geeinigt, den Sound von Pearl Jam und Vedders charakteristischen Knödelgesang als Standard zu übernehmen und zu imitieren. Creed sollten ihm später mit ihren christlich-fundamentalen Elementen und Weltschmerz die Pulsadern aufbeißen und ein weiteres ausgelutschtes Produkt zu Grabe tragen. In dieser Umgebung veröffentlichten Nirvana ihr letztes Studio-Album "In Utero", das der Erwartung nach einem zweiten "Nevermind" den abgefuckten Mittelfinger zeigte. Nirvana waren gegen die Superstars angetreten, nur um selber zu solchen zu mutieren. Mit der sicheren Gewissheit, nie an den Erfolg des Vorgängers anschließen zu können, begaben sich Cobain, Grohl und Novoselic in Abwehrhaltung. Auf ihrem direktesten und besten Album streift die Band den von Butch Vig maßgeschneiderten Pop-Anzug ab und ersetzt ihn durch rauen, tiefeinschneidendem Lärm. Noch heute schmerzt jedes Wort, hämmert sich jeder kratzbürstige Snareschlag ins Gehirn. "Teenage angst has paid off well / Now I'm bored and old." Die erste diskordante Explosion von "Serve The Servents" wischt all die Trittbrettfahrer, die nur auf den pfeilschnellen MTV-Zug aufgesprungen waren, hinweg. Wir waren wieder unter uns und konnten hier tun und lassen, was immer wir wollten. In diesem autobiographischen Track wechseln sich finstere Verse, um die Jähzorn und Melancholie geifern, mit einem beschwörenden Refrain ab. Gelangweilt vom Rock'n'Roll-Business definierten sich Nirvana von der ersten Note auf "In Utero" selbst. Im von Patrick Süskinds "Das Parfüm" inspierten "Scentless Apprentice" pushen Nirvana ihre Pixies-Formel zu neuen Extremen. Hysterisch schreit Cobain in sein Mikro, bis Produzent Steve Albini am Mischpult das Trommelfell platzt. "You can't fire me because I quit." Derweil planiert die Dampfwalze Grohl/Novoselic jegliche Anmut und Herrlichkeit platt. "I'm too busy acting like I'm not naive / I've seen it all, I was here first." Zorn und Verdruss durchziehen sowohl "Tourette's", als auch das mit "Smells Like Teen Spirit" spielende "Rape Me" und "Very Ape", dessen Intro kein Jahr später in The Prodigys "Voodoo People" seine Auferstehung erfuhr. Das aus allen Wunden blutende "Heart-Shaped Box" baut unerbittlich eine eisige Spannung zwischen dem auf "In Utero" vorherrschenden Noise-Rock und seiner melodischen, aber niemals anbiedernden Seite auf. "Throw down your umbilical noose so I can climb right back." Zurück in den Schutz der Gebärmutter. Noch einmal neu starten. "What else should I write?" In Interviews kurz vor seinem Tod bekräftigte Cobain, dass mit dem dritten Nirvana-Longplayer im Bereich Grunge und Noise-Rock alles gesagt sei. Er zeigte sich begeistert von R.E.M.s "Automatic For The People" und sah die Zukunft zusammen mit Neu-Gitarrist Pat Smear in eine ähnliche Richtung gehen. Das mit Celli unterlegte "Dumb", der liederliche große Bruder von Oasis' "Wonderwall" zeigt gemeinsam mit "Pennyroyal Tea" und "All Apologies" inmitten des "In Utero"-Hurrikans einen ersten zaghaften Schritt in diese Richtung. Im in sich gekehrten "All Apologies" tragen Cello und Gitarre einen gepeinigten Paartanz mit zur grinsenden Fratze verzerrtem Gesicht vor. Eine von den Replacements inspirierte Lagerfeuer-Nummer mit bösem Zwischenspiel, die im Umfeld der "MTV-Unplugged In New York"-Aufnahmen zu einem posthumen Triumph heranwuchs. Das herbe "Pennyroyal Tea" versteckt seine dunkle Thematik in einem fast schon unschuldigen und eingängigen Gewand. "Give me a Leonard Cohen afterworld / So I can sigh eternally." Neben den bekannten B-Seiten (Dave Grohls erster Gehversuch "Marigold"), einem bisher zu Recht unveröffentlichten Demo ("Forgotten Tune") und dem Original Steve Albini-Mix von "Heart-Shaped Box" und "All Apologies" beinhaltet die 20th Anniversary Edition je nach Ausgabe noch einen komplett neuen Mix des Albums, sowie den Live & Loud-Set als CD und DVD. Gerade der 2013 Mix hinterlässt deutliche Spuren. "Dumb" raubt er größtenteils die Celli und versteckt diese unter dem "Serve The Servants"-Refrain. Das seltsam blecherner "Scentless Apprentice" hinterlässt ein noch mulmigeres Gefühl als der Original-Mix. Die Suche nach den kleinen Unterschieden gestaltet sich aber durchaus spannend. Ob man das alles wirklich braucht, steht auf einem anderen Blatt. Zwanzig Jahre später tanzt die Musikwelt wieder Ringelreihen zur Musik der 1980er - ein Comeback, das bereits länger andauert als das eigentliche Jahrzehnt. Der Indie-Pop feiert glattgebügelte Musik, für die wir früher vom Schulhof geprügelt wurden. Bands, deren Auftreten an die Stimmung und Rebellion einer Tampon-Werbung erinnert. Unbeschwerte Tage, sauber und diskret. Als wäre etwas falsch daran, eine schwermütige Zeit zu haben. Mit "In Utero - 20th Anniversary Edition" überkommt mich, "now I'm bored and old", noch einmal die Wut der vergangenen Jugend. Auch auf die Gefahr hin, nun selbst wie ein Relikt und Randy 'The Ram' Robinson zu klingen: "I miss the comfort in being sad." © Laut
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Alternativ und Indie - Erschienen am 24. September 1991 | Geffen

Hi-Res Auszeichnungen Qobuz' Schallplattensammlung - Hi-Res Audio
Nevermind war nie dazu bestimmt, die Welt zu verändern, aber man kann niemals vorhersagen, wohin der Zeitgeist führt. Nirvanas zweites Album entpuppte sich als der Ort, an dem Alternative Rock und der Mainstream zustammenstießen. Das geschah nicht ganz zufällig, weil Nirvana ja ein Album mit einer wunderbaren Hülle veröffentlicht hatte, egal wie gigantisch die Gitarren klangen. Nevermind ist trotz aller Qual anregend, weil Kurt Cobain seine Dämonen mit bescbwörendem Wortspiel und verstümmelten Schreien austreibt und die Band eine ungeheure, ungezügelte Energie besitzt, die Schmerz in pure Katharsis verwandelt. Im Rückblick mag Nevermind angesichts seines geradezu mythischen Status anspruchslos erscheinen, weil es schlicht und einfach ein großartiges, modernes Punk-Album ist. Aber auch wenn es das Leben nicht mehr verändern kann, ist es doch sicher lebensbejahend, was vielleicht sogar besser ist. © Stephen Thomas Erlewine /TiVo
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Rock - Erschienen am 1. Januar 1994 | DGC

Auszeichnungen Außergewöhnliche Schallplattensammlung von Qobuz
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Rock - Erschienen am 1. Januar 2009 | Geffen

Auszeichnungen 3F de Télérama
Die Vorzeichen hätten nicht schlechter sein können: Am 4. August 1992 liefert sich Kurt Cobain aufgrund seiner völlig aus den Fugen geratenen Heroinabhängigkeit selbst zur Entgiftung in die Cedars-Sinai-Klinik in Los Angeles ein. Kurz bevor seine Frau Courtney Love dort am 18. August Tochter Frances Bean zur Welt bringt, klappt der geschwächte Sänger ohnmächtig zusammen – zwölf Tage vor dem Reading-Festival, bei dem Nirvana als Headliner vor 60.000 schlammdurchtränkten Fans ihr größtes Konzert in England geben sollten. Angestachelt vom Dauerfeuer der Boulevardpresse, die das Junkie-Pärchen und insbesondere Love ob ihres mutmaßlichen Drogenkonsums während der Schwangerschaft in der Luft zerriss, sowie den am Festivalsonntag kursierenden Gerüchten, Nirvana werden nicht auftreten und er selbst habe eine Überdosis erwischt, eröffnet Cobain das Konzert mit einer satirischen Slapstick-Einlage. In Krankenhausleibchen und blondes Kunsthaar gewandet, lässt er sich vom hoffnungslos besoffenen Melody Maker-Journalist Everett True im Rollstuhl auf die Bühne karren, zieht sich mit allerletzter Kraft am Mikroständer hoch und bricht nach einer hingejaulten Songzeile theatralisch zusammen. Die Zuschauer kapieren den Gag – klatschen, grölen und bekommen in den folgenden 90 Minuten einen Einlauf verpasst, von dem sie wohl bis zum Sankt Nimmerleinstag zehren werden. Denn aller widrigen Umstände und persönlichen Scharmützel zum Trotz liefern Nirvana an diesem Abend den vielleicht besten Gig ihrer viel zu kurzen Karriere ab. Kaum auszumalen, dass sie als Trio jemals kraftvoller, leidenschaftlicher und tighter zusammen spielten. Die 'Band der Stunde' spielt (bis auf "Something In The Way") nicht nur die komplette "Nevermind" - auch "Bleach"-, und "Incesticide"-Fans haben dank "Negative Creep", "Aneurism" oder "Been A Son" nix zu meckern. Cobain, Grohl & Novoselic (der die Menge in den Stimmpausen mit Witzen bei der Stange hält) sind offensichtlich nicht nur in Spiel- sondern auch in Spendierlaune und tischen ganze sechs rare bzw. brandneue Songs auf: Neben "Spank Thru", "The Money Will Roll Right In" und dem Wipers-Cover "D-7" gibt es mit "All Apologies", "Dumb" und "Tourette's" drei frühe Vorboten zu "In Utero". Letzteres wird nebst Wink an alle anwesenden Bootlegger unter dem grenzdebielen Titel "The Eagle Has Landed" angekündigt. Here we are know, entertain us – das Motto des Abends gilt auch für den Überhit "Smells Like Teen Spirit", dessen Intro Nirvana absichtlich verpfuschen, um dann galant in "More Than A Feeling" von Boston (!) überzugehen. Kann man bei so (hüstel) ähnlichen Riffs ja mal machen. Während sich die Headliner auf Festivals zuletzt zu einem exzessiven Schwanzvergleich der dicksten Lightshows und teuersten LED-Screens hinreißen lassen, transportiert diese popanzfreie Performance aus dem Sommer 1992 eine geradezu anachronistische Attitüde: Leckt-uns-doch-alle-am-Arsch-wir-gehen-einfach-auf-die-Bühne-und-blasen-euch-das Hirn-weg. "Sonic Exzess In Its Purest Form" – um es durch die Crowbar-Blume zu sagen. Wenn ihr also einem Ahnungslosen erklären wollt, was es mit dem Phänomen Nirvana auf sich hat(te), drückt ihm einfach diese DVD in die Hand. Deren Veröffentlichung war im Gegensatz zu manch überflüssigen Nirvana-Devotionalien längst überfällig. © Laut
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Rock - Erschienen am 24. September 1991 | Geffen

Auszeichnungen Qobuz' Schallplattensammlung
Nevermind war nie dazu bestimmt, die Welt zu verändern, aber man kann niemals vorhersagen, wohin der Zeitgeist führt. Nirvanas zweites Album entpuppte sich als der Ort, an dem Alternative Rock und der Mainstream zustammenstießen. Das geschah nicht ganz zufällig, weil Nirvana ja ein Album mit einer wunderbaren Hülle veröffentlicht hatte, egal wie gigantisch die Gitarren klangen. Nevermind ist trotz aller Qual anregend, weil Kurt Cobain seine Dämonen mit bescbwörendem Wortspiel und verstümmelten Schreien austreibt und die Band eine ungeheure, ungezügelte Energie besitzt, die Schmerz in pure Katharsis verwandelt. Im Rückblick mag Nevermind angesichts seines geradezu mythischen Status anspruchslos erscheinen, weil es schlicht und einfach ein großartiges, modernes Punk-Album ist. Aber auch wenn es das Leben nicht mehr verändern kann, ist es doch sicher lebensbejahend, was vielleicht sogar besser ist. © Stephen Thomas Erlewine /TiVo
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Rock - Erschienen am 24. September 1991 | Geffen

Auszeichnungen Qobuz' Schallplattensammlung
Nevermind war nie dazu bestimmt, die Welt zu verändern, aber man kann niemals vorhersagen, wohin der Zeitgeist führt. Nirvanas zweites Album entpuppte sich als der Ort, an dem Alternative Rock und der Mainstream zustammenstießen. Das geschah nicht ganz zufällig, weil Nirvana ja ein Album mit einer wunderbaren Hülle veröffentlicht hatte, egal wie gigantisch die Gitarren klangen. Nevermind ist trotz aller Qual anregend, weil Kurt Cobain seine Dämonen mit bescbwörendem Wortspiel und verstümmelten Schreien austreibt und die Band eine ungeheure, ungezügelte Energie besitzt, die Schmerz in pure Katharsis verwandelt. Im Rückblick mag Nevermind angesichts seines geradezu mythischen Status anspruchslos erscheinen, weil es schlicht und einfach ein großartiges, modernes Punk-Album ist. Aber auch wenn es das Leben nicht mehr verändern kann, ist es doch sicher lebensbejahend, was vielleicht sogar besser ist. © Stephen Thomas Erlewine /TiVo
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Rock - Erschienen am 24. September 1991 | Geffen

Auszeichnungen Qobuz' Schallplattensammlung
Nevermind war nie dazu bestimmt, die Welt zu verändern, aber man kann niemals vorhersagen, wohin der Zeitgeist führt. Nirvanas zweites Album entpuppte sich als der Ort, an dem Alternative Rock und der Mainstream zustammenstießen. Das geschah nicht ganz zufällig, weil Nirvana ja ein Album mit einer wunderbaren Hülle veröffentlicht hatte, egal wie gigantisch die Gitarren klangen. Nevermind ist trotz aller Qual anregend, weil Kurt Cobain seine Dämonen mit bescbwörendem Wortspiel und verstümmelten Schreien austreibt und die Band eine ungeheure, ungezügelte Energie besitzt, die Schmerz in pure Katharsis verwandelt. Im Rückblick mag Nevermind angesichts seines geradezu mythischen Status anspruchslos erscheinen, weil es schlicht und einfach ein großartiges, modernes Punk-Album ist. Aber auch wenn es das Leben nicht mehr verändern kann, ist es doch sicher lebensbejahend, was vielleicht sogar besser ist. © Stephen Thomas Erlewine /TiVo
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Rock - Erschienen am 29. Oktober 2002 | Geffen

Seattle. Sub Pop. Frühe 90er. Grunge. Smells Like Teen Spirit. Hype. Mainstream. Ende. Viel übrig ist nicht mehr vom einstmals zum Retter der Rockmusik hochstilisierten Grunge-Rock. Soundgarden? Aufgelöst. Pearl Jam? Ein Schatten ihrer selbst. Alice In Chains? Drogentod. Mudhoney? Haben den Durchbruch nie wirklich geschafft. Bands wie Puddle Of Mudd und 3 Doors Down wirken zwar gefällig, aber immer auch ein wenig unecht. Zur falschen Zeit am richtigen Ort ... Und heute, gute 10 Jahre, nachdem Nevermind den Alternative-Rock in den Mainstream katapultierte? Wo ist er, der wild rockende Nachwuchs? Die Vines? Hör dir "Pennyroyal Tea" an und du weißt, dass die Australier niemals einen Song dieser Größe schreiben werden! Die Strokes? Wirken gegen Nirvana wie bei H & M am Reißbrett entworfen! Die Libertines? Handzahme Bübchen aus einem Hochglanzprospekt mit Imageberatern und Bausparvertrag! Nirvana haben - und das wird beim Hören der Best Of wieder deutlich - eine Lücke hinterlassen, die bislang niemand wirklich zu füllen vermochte. Und jetzt also ein Album mit den größten Hits. Was so ziemlich das letzte gewesen wäre, was Kurt Cobain gewollt hätte. Der vollkommene Ausverkauf. '15 Classic Songs - Newly Mastered Featuring The Previously Unreleased "You Know You're Right"'. Die Aufschrift klingt eher nach Bon Jovi oder Aerosmith als nach Nirvana. Dieser einzige neue Song geht in Ordnung und entpuppt sich nach mehrmaligem Hören durchaus als kleiner Hit. Seine größte Stärke ist vielleicht, dass man sich im Gegensatz zu den anderen Stücken noch nicht daran überhört hat. Und er macht Appetit auf mehr. Aber keine Sorge, in absehbarer Zeit kommt sicherlich noch eine Box mit plötzlich aufgetauchtem "Unreleased Material" auf den Markt und Love, Grohl, Novoselic und das Plattenlabel schlachten den Mythos Nirvana noch etwas mehr aus. © Laut
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Rock - Erschienen am 1. Januar 1992 | Geffen

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Rock - Erschienen am 12. April 2019 | Geffen

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It's said that the pre-Nevermind Kurt Cobain liked to tell people he intended to be a rock star, but a look at what happened later suggests either stardom was a great deal different than he expected, or that he really didn't imagine he was ever going to become multi-platinum-level rich and famous. If Nevermind wasn't exactly the sound of a happy man, it also had a vitality and brio that were replaced by a haunted, spectral undertow on In Utero and MTV Unplugged in New York. Given how people love to make a great deal of Cobain's fondness for the Beatles, Nirvana's Live at the Paramount could be said to be his corollary to John Lennon's performance in the movie A Hard Day's Night, both of which captured the artists at a moment where success was a pleasure, just before it became a burden. Live at the Paramount was recorded at a hometown show in Seattle on Halloween 1991, about five weeks after Nevermind had been released and just a few days before the album unexpectedly crashed into the Top 40 of the album charts. Playing a packed house as they suddenly went from grunge underdogs to the kings of the hill, Nirvana sound tight, confident, and powerful in these recordings, tearing through the bulk of both Nevermind and Bleach with the agility of a sprinter hitting their stride. Cobain's vocals and guitar work are on point, spontaneous, and in the moment but landing their marks with vigor, while Krist Novoselic and Dave Grohl nail the rhythms with a gleeful lack of mercy. While the set gets off to a subdued start with a cover of the Vaselines' "Jesus Doesn't Want Me for a Sunbeam," the second tune, "Aneurysm," finds the band shifting into fourth gear, and while the pace ebbs and flows, they maintain a tight focus throughout and play the sort of show that earned them their reputation as they toured behind the comparatively muddy and scattershot Bleach. Live at the Paramount may not feature the best recorded Nirvana gig -- Live at Reading has the edge -- but there is a fire and a noisy joy in this set that they would very rarely achieve again. This captures Nirvana as a kick-ass rock band on a great night, not as the unexpected Voices of a Troubled Generation that they were forced to become. And that makes a very, very big difference. © Mark Deming /TiVo
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Rock - Erschienen am 1. Oktober 1996 | DGC

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Alternativ und Indie - Erschienen am 1. November 2019 | Geffen

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Alternativ und Indie - Erschienen am 21. September 1993 | Geffen

Zu Ratts "Round And Round" flirtet der gestrauchelte Randy 'The Ram' Robinson im Film "The Wrestler" die Stripperin Cassdy an. Zeitgleich rechnet er mit einem ganzen Jahrzehnt, den 1990ern, ab. Crue, Def Lep und Guns N' Roses regierten seine Welt. Bis diese Cobain-Schwuchtel kam und alles kaputt gemacht hat. Als wäre etwas falsch daran, eine gute Zeit zu haben. "Fuckin' 90's sucked." Ja, Grunge und Nirvana lutschten die dick aufgetragene 80er-Schminke von den schockierten und kreidebleichen Gesichtern der Hairspray-Rocker. Eben noch machten sich Poison mit ihrem "Unskinny Bop" zum Affen, im nächsten Moment verpasste ihnen "Nevermind" und der Seattle-Hype einen gehörigen Tritt in den gezuckerten Popo. Nach einem durchgestylten Jahrzehnt der guten Laune war nichts dringlicher als dieser Plage aus Posern und Yuppietum ein unangenehmes Ende zu bereiten. Wir hatten einfach genug von eurer Oberflächlichkeit. Mit dem wütenden und abgeschminkten Cobain hatte die Teenage Angst endlich wieder ein Sprachrohr gefunden. Nur kurze Zeit später, im September 1993, war der Spuk um das Kunstprodukt Grunge im Grunde schon abgefrühstückt. Bis zum finalen Browning Auto-5-Vorhang sollten nur noch sieben Monate ins Land gehen. Nirvana mögen den Startschuss zu dem Hype gegeben haben. Musikalisch hinterließen sie damals nur wenig Spuren bei ihren Mitstreitern. Trittbrettfahrer wie Bush und die Stone Temple Pilots hatten sich längst darauf geeinigt, den Sound von Pearl Jam und Vedders charakteristischen Knödelgesang als Standard zu übernehmen und zu imitieren. Creed sollten ihm später mit ihren christlich-fundamentalen Elementen und Weltschmerz die Pulsadern aufbeißen und ein weiteres ausgelutschtes Produkt zu Grabe tragen. In dieser Umgebung veröffentlichten Nirvana ihr letztes Studio-Album "In Utero", das der Erwartung nach einem zweiten "Nevermind" den abgefuckten Mittelfinger zeigte. Nirvana waren gegen die Superstars angetreten, nur um selber zu solchen zu mutieren. Mit der sicheren Gewissheit, nie an den Erfolg des Vorgängers anschließen zu können, begaben sich Cobain, Grohl und Novoselic in Abwehrhaltung. Auf ihrem direktesten und besten Album streift die Band den von Butch Vig maßgeschneiderten Pop-Anzug ab und ersetzt ihn durch rauen, tiefeinschneidendem Lärm. Noch heute schmerzt jedes Wort, hämmert sich jeder kratzbürstige Snareschlag ins Gehirn. "Teenage angst has paid off well / Now I'm bored and old." Die erste diskordante Explosion von "Serve The Servents" wischt all die Trittbrettfahrer, die nur auf den pfeilschnellen MTV-Zug aufgesprungen waren, hinweg. Wir waren wieder unter uns und konnten hier tun und lassen, was immer wir wollten. In diesem autobiographischen Track wechseln sich finstere Verse, um die Jähzorn und Melancholie geifern, mit einem beschwörenden Refrain ab. Gelangweilt vom Rock'n'Roll-Business definierten sich Nirvana von der ersten Note auf "In Utero" selbst. Im von Patrick Süskinds "Das Parfüm" inspierten "Scentless Apprentice" pushen Nirvana ihre Pixies-Formel zu neuen Extremen. Hysterisch schreit Cobain in sein Mikro, bis Produzent Steve Albini am Mischpult das Trommelfell platzt. "You can't fire me because I quit." Derweil planiert die Dampfwalze Grohl/Novoselic jegliche Anmut und Herrlichkeit platt. "I'm too busy acting like I'm not naive / I've seen it all, I was here first." Zorn und Verdruss durchziehen sowohl "Tourette's", als auch das mit "Smells Like Teen Spirit" spielende "Rape Me" und "Very Ape", dessen Intro kein Jahr später in The Prodigys "Voodoo People" seine Auferstehung erfuhr. Das aus allen Wunden blutende "Heart-Shaped Box" baut unerbittlich eine eisige Spannung zwischen dem auf "In Utero" vorherrschenden Noise-Rock und seiner melodischen, aber niemals anbiedernden Seite auf. "Throw down your umbilical noose so I can climb right back." Zurück in den Schutz der Gebärmutter. Noch einmal neu starten. "What else should I write?" In Interviews kurz vor seinem Tod bekräftigte Cobain, dass mit dem dritten Nirvana-Longplayer im Bereich Grunge und Noise-Rock alles gesagt sei. Er zeigte sich begeistert von R.E.M.s "Automatic For The People" und sah die Zukunft zusammen mit Neu-Gitarrist Pat Smear in eine ähnliche Richtung gehen. Das mit Celli unterlegte "Dumb", der liederliche große Bruder von Oasis' "Wonderwall" zeigt gemeinsam mit "Pennyroyal Tea" und "All Apologies" inmitten des "In Utero"-Hurrikans einen ersten zaghaften Schritt in diese Richtung. Im in sich gekehrten "All Apologies" tragen Cello und Gitarre einen gepeinigten Paartanz mit zur grinsenden Fratze verzerrtem Gesicht vor. Eine von den Replacements inspirierte Lagerfeuer-Nummer mit bösem Zwischenspiel, die im Umfeld der "MTV-Unplugged In New York"-Aufnahmen zu einem posthumen Triumph heranwuchs. Das herbe "Pennyroyal Tea" versteckt seine dunkle Thematik in einem fast schon unschuldigen und eingängigen Gewand. "Give me a Leonard Cohen afterworld / So I can sigh eternally." Neben den bekannten B-Seiten (Dave Grohls erster Gehversuch "Marigold"), einem bisher zu Recht unveröffentlichten Demo ("Forgotten Tune") und dem Original Steve Albini-Mix von "Heart-Shaped Box" und "All Apologies" beinhaltet die 20th Anniversary Edition je nach Ausgabe noch einen komplett neuen Mix des Albums, sowie den Live & Loud-Set als CD und DVD. Gerade der 2013 Mix hinterlässt deutliche Spuren. "Dumb" raubt er größtenteils die Celli und versteckt diese unter dem "Serve The Servants"-Refrain. Das seltsam blecherner "Scentless Apprentice" hinterlässt ein noch mulmigeres Gefühl als der Original-Mix. Die Suche nach den kleinen Unterschieden gestaltet sich aber durchaus spannend. Ob man das alles wirklich braucht, steht auf einem anderen Blatt. Zwanzig Jahre später tanzt die Musikwelt wieder Ringelreihen zur Musik der 1980er - ein Comeback, das bereits länger andauert als das eigentliche Jahrzehnt. Der Indie-Pop feiert glattgebügelte Musik, für die wir früher vom Schulhof geprügelt wurden. Bands, deren Auftreten an die Stimmung und Rebellion einer Tampon-Werbung erinnert. Unbeschwerte Tage, sauber und diskret. Als wäre etwas falsch daran, eine schwermütige Zeit zu haben. Mit "In Utero - 20th Anniversary Edition" überkommt mich, "now I'm bored and old", noch einmal die Wut der vergangenen Jugend. Auch auf die Gefahr hin, nun selbst wie ein Relikt und Randy 'The Ram' Robinson zu klingen: "I miss the comfort in being sad." © Laut
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CD24,99 €

Alternativ und Indie - Erschienen am 21. September 1993 | Geffen

Zu Ratts "Round And Round" flirtet der gestrauchelte Randy 'The Ram' Robinson im Film "The Wrestler" die Stripperin Cassdy an. Zeitgleich rechnet er mit einem ganzen Jahrzehnt, den 1990ern, ab. Crue, Def Lep und Guns N' Roses regierten seine Welt. Bis diese Cobain-Schwuchtel kam und alles kaputt gemacht hat. Als wäre etwas falsch daran, eine gute Zeit zu haben. "Fuckin' 90's sucked." Ja, Grunge und Nirvana lutschten die dick aufgetragene 80er-Schminke von den schockierten und kreidebleichen Gesichtern der Hairspray-Rocker. Eben noch machten sich Poison mit ihrem "Unskinny Bop" zum Affen, im nächsten Moment verpasste ihnen "Nevermind" und der Seattle-Hype einen gehörigen Tritt in den gezuckerten Popo. Nach einem durchgestylten Jahrzehnt der guten Laune war nichts dringlicher als dieser Plage aus Posern und Yuppietum ein unangenehmes Ende zu bereiten. Wir hatten einfach genug von eurer Oberflächlichkeit. Mit dem wütenden und abgeschminkten Cobain hatte die Teenage Angst endlich wieder ein Sprachrohr gefunden. Nur kurze Zeit später, im September 1993, war der Spuk um das Kunstprodukt Grunge im Grunde schon abgefrühstückt. Bis zum finalen Browning Auto-5-Vorhang sollten nur noch sieben Monate ins Land gehen. Nirvana mögen den Startschuss zu dem Hype gegeben haben. Musikalisch hinterließen sie damals nur wenig Spuren bei ihren Mitstreitern. Trittbrettfahrer wie Bush und die Stone Temple Pilots hatten sich längst darauf geeinigt, den Sound von Pearl Jam und Vedders charakteristischen Knödelgesang als Standard zu übernehmen und zu imitieren. Creed sollten ihm später mit ihren christlich-fundamentalen Elementen und Weltschmerz die Pulsadern aufbeißen und ein weiteres ausgelutschtes Produkt zu Grabe tragen. In dieser Umgebung veröffentlichten Nirvana ihr letztes Studio-Album "In Utero", das der Erwartung nach einem zweiten "Nevermind" den abgefuckten Mittelfinger zeigte. Nirvana waren gegen die Superstars angetreten, nur um selber zu solchen zu mutieren. Mit der sicheren Gewissheit, nie an den Erfolg des Vorgängers anschließen zu können, begaben sich Cobain, Grohl und Novoselic in Abwehrhaltung. Auf ihrem direktesten und besten Album streift die Band den von Butch Vig maßgeschneiderten Pop-Anzug ab und ersetzt ihn durch rauen, tiefeinschneidendem Lärm. Noch heute schmerzt jedes Wort, hämmert sich jeder kratzbürstige Snareschlag ins Gehirn. "Teenage angst has paid off well / Now I'm bored and old." Die erste diskordante Explosion von "Serve The Servents" wischt all die Trittbrettfahrer, die nur auf den pfeilschnellen MTV-Zug aufgesprungen waren, hinweg. Wir waren wieder unter uns und konnten hier tun und lassen, was immer wir wollten. In diesem autobiographischen Track wechseln sich finstere Verse, um die Jähzorn und Melancholie geifern, mit einem beschwörenden Refrain ab. Gelangweilt vom Rock'n'Roll-Business definierten sich Nirvana von der ersten Note auf "In Utero" selbst. Im von Patrick Süskinds "Das Parfüm" inspierten "Scentless Apprentice" pushen Nirvana ihre Pixies-Formel zu neuen Extremen. Hysterisch schreit Cobain in sein Mikro, bis Produzent Steve Albini am Mischpult das Trommelfell platzt. "You can't fire me because I quit." Derweil planiert die Dampfwalze Grohl/Novoselic jegliche Anmut und Herrlichkeit platt. "I'm too busy acting like I'm not naive / I've seen it all, I was here first." Zorn und Verdruss durchziehen sowohl "Tourette's", als auch das mit "Smells Like Teen Spirit" spielende "Rape Me" und "Very Ape", dessen Intro kein Jahr später in The Prodigys "Voodoo People" seine Auferstehung erfuhr. Das aus allen Wunden blutende "Heart-Shaped Box" baut unerbittlich eine eisige Spannung zwischen dem auf "In Utero" vorherrschenden Noise-Rock und seiner melodischen, aber niemals anbiedernden Seite auf. "Throw down your umbilical noose so I can climb right back." Zurück in den Schutz der Gebärmutter. Noch einmal neu starten. "What else should I write?" In Interviews kurz vor seinem Tod bekräftigte Cobain, dass mit dem dritten Nirvana-Longplayer im Bereich Grunge und Noise-Rock alles gesagt sei. Er zeigte sich begeistert von R.E.M.s "Automatic For The People" und sah die Zukunft zusammen mit Neu-Gitarrist Pat Smear in eine ähnliche Richtung gehen. Das mit Celli unterlegte "Dumb", der liederliche große Bruder von Oasis' "Wonderwall" zeigt gemeinsam mit "Pennyroyal Tea" und "All Apologies" inmitten des "In Utero"-Hurrikans einen ersten zaghaften Schritt in diese Richtung. Im in sich gekehrten "All Apologies" tragen Cello und Gitarre einen gepeinigten Paartanz mit zur grinsenden Fratze verzerrtem Gesicht vor. Eine von den Replacements inspirierte Lagerfeuer-Nummer mit bösem Zwischenspiel, die im Umfeld der "MTV-Unplugged In New York"-Aufnahmen zu einem posthumen Triumph heranwuchs. Das herbe "Pennyroyal Tea" versteckt seine dunkle Thematik in einem fast schon unschuldigen und eingängigen Gewand. "Give me a Leonard Cohen afterworld / So I can sigh eternally." Neben den bekannten B-Seiten (Dave Grohls erster Gehversuch "Marigold"), einem bisher zu Recht unveröffentlichten Demo ("Forgotten Tune") und dem Original Steve Albini-Mix von "Heart-Shaped Box" und "All Apologies" beinhaltet die 20th Anniversary Edition je nach Ausgabe noch einen komplett neuen Mix des Albums, sowie den Live & Loud-Set als CD und DVD. Gerade der 2013 Mix hinterlässt deutliche Spuren. "Dumb" raubt er größtenteils die Celli und versteckt diese unter dem "Serve The Servants"-Refrain. Das seltsam blecherner "Scentless Apprentice" hinterlässt ein noch mulmigeres Gefühl als der Original-Mix. Die Suche nach den kleinen Unterschieden gestaltet sich aber durchaus spannend. Ob man das alles wirklich braucht, steht auf einem anderen Blatt. Zwanzig Jahre später tanzt die Musikwelt wieder Ringelreihen zur Musik der 1980er - ein Comeback, das bereits länger andauert als das eigentliche Jahrzehnt. Der Indie-Pop feiert glattgebügelte Musik, für die wir früher vom Schulhof geprügelt wurden. Bands, deren Auftreten an die Stimmung und Rebellion einer Tampon-Werbung erinnert. Unbeschwerte Tage, sauber und diskret. Als wäre etwas falsch daran, eine schwermütige Zeit zu haben. Mit "In Utero - 20th Anniversary Edition" überkommt mich, "now I'm bored and old", noch einmal die Wut der vergangenen Jugend. Auch auf die Gefahr hin, nun selbst wie ein Relikt und Randy 'The Ram' Robinson zu klingen: "I miss the comfort in being sad." © Laut
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Alternativ und Indie - Erschienen am 1. Juni 1989 | SUB POP

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This is one case where the legend really precedes the record itself. Cut for about 600 dollars in Jack Endino's studio over just a matter of days, this captures Nirvana at a formative stage, still indebted to the murk that became known as grunge, yet not quite finding their voice as songwriters. Which isn't to say that they were devoid of original material, since even at this stage Kurt Cobain illustrated signs of his considerable songcraft, particularly on the minor-key ballad "About a Girl" and the dense churn of "Blew." A few songs come close to that level, but that's more a triumph of sound than structure, as "Negative Creep" and "School" get by on attitude and turmoil, while the cover of "Love Buzz" winds up being one of the highlights because this gives a true menace to their sound, thanks to its menacing melody. The rest of it sinks into the sludge, as the group itself winds up succumbing to grinding sub-metallic riffing that has little power, due to lack of riffs and lack of a good drummer. Bleach is more than a historical curiosity since it does have its share of great songs, but it isn't a lost classic -- it's a debut from a band that shows potential but haven't yet achieved it. © Stephen Thomas Erlewine /TiVo
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Rock - Erschienen am 1. Januar 2011 | Geffen

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Alternativ und Indie - Erschienen am 21. September 1993 | Geffen

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Zu Ratts "Round And Round" flirtet der gestrauchelte Randy 'The Ram' Robinson im Film "The Wrestler" die Stripperin Cassdy an. Zeitgleich rechnet er mit einem ganzen Jahrzehnt, den 1990ern, ab. Crue, Def Lep und Guns N' Roses regierten seine Welt. Bis diese Cobain-Schwuchtel kam und alles kaputt gemacht hat. Als wäre etwas falsch daran, eine gute Zeit zu haben. "Fuckin' 90's sucked." Ja, Grunge und Nirvana lutschten die dick aufgetragene 80er-Schminke von den schockierten und kreidebleichen Gesichtern der Hairspray-Rocker. Eben noch machten sich Poison mit ihrem "Unskinny Bop" zum Affen, im nächsten Moment verpasste ihnen "Nevermind" und der Seattle-Hype einen gehörigen Tritt in den gezuckerten Popo. Nach einem durchgestylten Jahrzehnt der guten Laune war nichts dringlicher als dieser Plage aus Posern und Yuppietum ein unangenehmes Ende zu bereiten. Wir hatten einfach genug von eurer Oberflächlichkeit. Mit dem wütenden und abgeschminkten Cobain hatte die Teenage Angst endlich wieder ein Sprachrohr gefunden. Nur kurze Zeit später, im September 1993, war der Spuk um das Kunstprodukt Grunge im Grunde schon abgefrühstückt. Bis zum finalen Browning Auto-5-Vorhang sollten nur noch sieben Monate ins Land gehen. Nirvana mögen den Startschuss zu dem Hype gegeben haben. Musikalisch hinterließen sie damals nur wenig Spuren bei ihren Mitstreitern. Trittbrettfahrer wie Bush und die Stone Temple Pilots hatten sich längst darauf geeinigt, den Sound von Pearl Jam und Vedders charakteristischen Knödelgesang als Standard zu übernehmen und zu imitieren. Creed sollten ihm später mit ihren christlich-fundamentalen Elementen und Weltschmerz die Pulsadern aufbeißen und ein weiteres ausgelutschtes Produkt zu Grabe tragen. In dieser Umgebung veröffentlichten Nirvana ihr letztes Studio-Album "In Utero", das der Erwartung nach einem zweiten "Nevermind" den abgefuckten Mittelfinger zeigte. Nirvana waren gegen die Superstars angetreten, nur um selber zu solchen zu mutieren. Mit der sicheren Gewissheit, nie an den Erfolg des Vorgängers anschließen zu können, begaben sich Cobain, Grohl und Novoselic in Abwehrhaltung. Auf ihrem direktesten und besten Album streift die Band den von Butch Vig maßgeschneiderten Pop-Anzug ab und ersetzt ihn durch rauen, tiefeinschneidendem Lärm. Noch heute schmerzt jedes Wort, hämmert sich jeder kratzbürstige Snareschlag ins Gehirn. "Teenage angst has paid off well / Now I'm bored and old." Die erste diskordante Explosion von "Serve The Servents" wischt all die Trittbrettfahrer, die nur auf den pfeilschnellen MTV-Zug aufgesprungen waren, hinweg. Wir waren wieder unter uns und konnten hier tun und lassen, was immer wir wollten. In diesem autobiographischen Track wechseln sich finstere Verse, um die Jähzorn und Melancholie geifern, mit einem beschwörenden Refrain ab. Gelangweilt vom Rock'n'Roll-Business definierten sich Nirvana von der ersten Note auf "In Utero" selbst. Im von Patrick Süskinds "Das Parfüm" inspierten "Scentless Apprentice" pushen Nirvana ihre Pixies-Formel zu neuen Extremen. Hysterisch schreit Cobain in sein Mikro, bis Produzent Steve Albini am Mischpult das Trommelfell platzt. "You can't fire me because I quit." Derweil planiert die Dampfwalze Grohl/Novoselic jegliche Anmut und Herrlichkeit platt. "I'm too busy acting like I'm not naive / I've seen it all, I was here first." Zorn und Verdruss durchziehen sowohl "Tourette's", als auch das mit "Smells Like Teen Spirit" spielende "Rape Me" und "Very Ape", dessen Intro kein Jahr später in The Prodigys "Voodoo People" seine Auferstehung erfuhr. Das aus allen Wunden blutende "Heart-Shaped Box" baut unerbittlich eine eisige Spannung zwischen dem auf "In Utero" vorherrschenden Noise-Rock und seiner melodischen, aber niemals anbiedernden Seite auf. "Throw down your umbilical noose so I can climb right back." Zurück in den Schutz der Gebärmutter. Noch einmal neu starten. "What else should I write?" In Interviews kurz vor seinem Tod bekräftigte Cobain, dass mit dem dritten Nirvana-Longplayer im Bereich Grunge und Noise-Rock alles gesagt sei. Er zeigte sich begeistert von R.E.M.s "Automatic For The People" und sah die Zukunft zusammen mit Neu-Gitarrist Pat Smear in eine ähnliche Richtung gehen. Das mit Celli unterlegte "Dumb", der liederliche große Bruder von Oasis' "Wonderwall" zeigt gemeinsam mit "Pennyroyal Tea" und "All Apologies" inmitten des "In Utero"-Hurrikans einen ersten zaghaften Schritt in diese Richtung. Im in sich gekehrten "All Apologies" tragen Cello und Gitarre einen gepeinigten Paartanz mit zur grinsenden Fratze verzerrtem Gesicht vor. Eine von den Replacements inspirierte Lagerfeuer-Nummer mit bösem Zwischenspiel, die im Umfeld der "MTV-Unplugged In New York"-Aufnahmen zu einem posthumen Triumph heranwuchs. Das herbe "Pennyroyal Tea" versteckt seine dunkle Thematik in einem fast schon unschuldigen und eingängigen Gewand. "Give me a Leonard Cohen afterworld / So I can sigh eternally." Neben den bekannten B-Seiten (Dave Grohls erster Gehversuch "Marigold"), einem bisher zu Recht unveröffentlichten Demo ("Forgotten Tune") und dem Original Steve Albini-Mix von "Heart-Shaped Box" und "All Apologies" beinhaltet die 20th Anniversary Edition je nach Ausgabe noch einen komplett neuen Mix des Albums, sowie den Live & Loud-Set als CD und DVD. Gerade der 2013 Mix hinterlässt deutliche Spuren. "Dumb" raubt er größtenteils die Celli und versteckt diese unter dem "Serve The Servants"-Refrain. Das seltsam blecherner "Scentless Apprentice" hinterlässt ein noch mulmigeres Gefühl als der Original-Mix. Die Suche nach den kleinen Unterschieden gestaltet sich aber durchaus spannend. Ob man das alles wirklich braucht, steht auf einem anderen Blatt. Zwanzig Jahre später tanzt die Musikwelt wieder Ringelreihen zur Musik der 1980er - ein Comeback, das bereits länger andauert als das eigentliche Jahrzehnt. Der Indie-Pop feiert glattgebügelte Musik, für die wir früher vom Schulhof geprügelt wurden. Bands, deren Auftreten an die Stimmung und Rebellion einer Tampon-Werbung erinnert. Unbeschwerte Tage, sauber und diskret. Als wäre etwas falsch daran, eine schwermütige Zeit zu haben. Mit "In Utero - 20th Anniversary Edition" überkommt mich, "now I'm bored and old", noch einmal die Wut der vergangenen Jugend. Auch auf die Gefahr hin, nun selbst wie ein Relikt und Randy 'The Ram' Robinson zu klingen: "I miss the comfort in being sad." © Laut
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Alternativ und Indie - Erschienen am 26. Juli 2019 | Geffen

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Alternativ und Indie - Erschienen am 21. September 1993 | Geffen

Hi-Res
Zu Ratts "Round And Round" flirtet der gestrauchelte Randy 'The Ram' Robinson im Film "The Wrestler" die Stripperin Cassdy an. Zeitgleich rechnet er mit einem ganzen Jahrzehnt, den 1990ern, ab. Crue, Def Lep und Guns N' Roses regierten seine Welt. Bis diese Cobain-Schwuchtel kam und alles kaputt gemacht hat. Als wäre etwas falsch daran, eine gute Zeit zu haben. "Fuckin' 90's sucked." Ja, Grunge und Nirvana lutschten die dick aufgetragene 80er-Schminke von den schockierten und kreidebleichen Gesichtern der Hairspray-Rocker. Eben noch machten sich Poison mit ihrem "Unskinny Bop" zum Affen, im nächsten Moment verpasste ihnen "Nevermind" und der Seattle-Hype einen gehörigen Tritt in den gezuckerten Popo. Nach einem durchgestylten Jahrzehnt der guten Laune war nichts dringlicher als dieser Plage aus Posern und Yuppietum ein unangenehmes Ende zu bereiten. Wir hatten einfach genug von eurer Oberflächlichkeit. Mit dem wütenden und abgeschminkten Cobain hatte die Teenage Angst endlich wieder ein Sprachrohr gefunden. Nur kurze Zeit später, im September 1993, war der Spuk um das Kunstprodukt Grunge im Grunde schon abgefrühstückt. Bis zum finalen Browning Auto-5-Vorhang sollten nur noch sieben Monate ins Land gehen. Nirvana mögen den Startschuss zu dem Hype gegeben haben. Musikalisch hinterließen sie damals nur wenig Spuren bei ihren Mitstreitern. Trittbrettfahrer wie Bush und die Stone Temple Pilots hatten sich längst darauf geeinigt, den Sound von Pearl Jam und Vedders charakteristischen Knödelgesang als Standard zu übernehmen und zu imitieren. Creed sollten ihm später mit ihren christlich-fundamentalen Elementen und Weltschmerz die Pulsadern aufbeißen und ein weiteres ausgelutschtes Produkt zu Grabe tragen. In dieser Umgebung veröffentlichten Nirvana ihr letztes Studio-Album "In Utero", das der Erwartung nach einem zweiten "Nevermind" den abgefuckten Mittelfinger zeigte. Nirvana waren gegen die Superstars angetreten, nur um selber zu solchen zu mutieren. Mit der sicheren Gewissheit, nie an den Erfolg des Vorgängers anschließen zu können, begaben sich Cobain, Grohl und Novoselic in Abwehrhaltung. Auf ihrem direktesten und besten Album streift die Band den von Butch Vig maßgeschneiderten Pop-Anzug ab und ersetzt ihn durch rauen, tiefeinschneidendem Lärm. Noch heute schmerzt jedes Wort, hämmert sich jeder kratzbürstige Snareschlag ins Gehirn. "Teenage angst has paid off well / Now I'm bored and old." Die erste diskordante Explosion von "Serve The Servents" wischt all die Trittbrettfahrer, die nur auf den pfeilschnellen MTV-Zug aufgesprungen waren, hinweg. Wir waren wieder unter uns und konnten hier tun und lassen, was immer wir wollten. In diesem autobiographischen Track wechseln sich finstere Verse, um die Jähzorn und Melancholie geifern, mit einem beschwörenden Refrain ab. Gelangweilt vom Rock'n'Roll-Business definierten sich Nirvana von der ersten Note auf "In Utero" selbst. Im von Patrick Süskinds "Das Parfüm" inspierten "Scentless Apprentice" pushen Nirvana ihre Pixies-Formel zu neuen Extremen. Hysterisch schreit Cobain in sein Mikro, bis Produzent Steve Albini am Mischpult das Trommelfell platzt. "You can't fire me because I quit." Derweil planiert die Dampfwalze Grohl/Novoselic jegliche Anmut und Herrlichkeit platt. "I'm too busy acting like I'm not naive / I've seen it all, I was here first." Zorn und Verdruss durchziehen sowohl "Tourette's", als auch das mit "Smells Like Teen Spirit" spielende "Rape Me" und "Very Ape", dessen Intro kein Jahr später in The Prodigys "Voodoo People" seine Auferstehung erfuhr. Das aus allen Wunden blutende "Heart-Shaped Box" baut unerbittlich eine eisige Spannung zwischen dem auf "In Utero" vorherrschenden Noise-Rock und seiner melodischen, aber niemals anbiedernden Seite auf. "Throw down your umbilical noose so I can climb right back." Zurück in den Schutz der Gebärmutter. Noch einmal neu starten. "What else should I write?" In Interviews kurz vor seinem Tod bekräftigte Cobain, dass mit dem dritten Nirvana-Longplayer im Bereich Grunge und Noise-Rock alles gesagt sei. Er zeigte sich begeistert von R.E.M.s "Automatic For The People" und sah die Zukunft zusammen mit Neu-Gitarrist Pat Smear in eine ähnliche Richtung gehen. Das mit Celli unterlegte "Dumb", der liederliche große Bruder von Oasis' "Wonderwall" zeigt gemeinsam mit "Pennyroyal Tea" und "All Apologies" inmitten des "In Utero"-Hurrikans einen ersten zaghaften Schritt in diese Richtung. Im in sich gekehrten "All Apologies" tragen Cello und Gitarre einen gepeinigten Paartanz mit zur grinsenden Fratze verzerrtem Gesicht vor. Eine von den Replacements inspirierte Lagerfeuer-Nummer mit bösem Zwischenspiel, die im Umfeld der "MTV-Unplugged In New York"-Aufnahmen zu einem posthumen Triumph heranwuchs. Das herbe "Pennyroyal Tea" versteckt seine dunkle Thematik in einem fast schon unschuldigen und eingängigen Gewand. "Give me a Leonard Cohen afterworld / So I can sigh eternally." Neben den bekannten B-Seiten (Dave Grohls erster Gehversuch "Marigold"), einem bisher zu Recht unveröffentlichten Demo ("Forgotten Tune") und dem Original Steve Albini-Mix von "Heart-Shaped Box" und "All Apologies" beinhaltet die 20th Anniversary Edition je nach Ausgabe noch einen komplett neuen Mix des Albums, sowie den Live & Loud-Set als CD und DVD. Gerade der 2013 Mix hinterlässt deutliche Spuren. "Dumb" raubt er größtenteils die Celli und versteckt diese unter dem "Serve The Servants"-Refrain. Das seltsam blecherner "Scentless Apprentice" hinterlässt ein noch mulmigeres Gefühl als der Original-Mix. Die Suche nach den kleinen Unterschieden gestaltet sich aber durchaus spannend. Ob man das alles wirklich braucht, steht auf einem anderen Blatt. Zwanzig Jahre später tanzt die Musikwelt wieder Ringelreihen zur Musik der 1980er - ein Comeback, das bereits länger andauert als das eigentliche Jahrzehnt. Der Indie-Pop feiert glattgebügelte Musik, für die wir früher vom Schulhof geprügelt wurden. Bands, deren Auftreten an die Stimmung und Rebellion einer Tampon-Werbung erinnert. Unbeschwerte Tage, sauber und diskret. Als wäre etwas falsch daran, eine schwermütige Zeit zu haben. Mit "In Utero - 20th Anniversary Edition" überkommt mich, "now I'm bored and old", noch einmal die Wut der vergangenen Jugend. Auch auf die Gefahr hin, nun selbst wie ein Relikt und Randy 'The Ram' Robinson zu klingen: "I miss the comfort in being sad." © Laut
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