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HI-RES19,49 €
CD16,99 €

Hip-Hop/Rap - Erschienen am 6. März 2020 | Generation Now - Atlantic

Hi-Res Auszeichnungen Pitchfork: Best New Music
Mit Abwesenheiten verhält es sich im Trap ein bisschen wie mit Menschen- und Hundejahren. Drei Jahre lang kein Album zu veröffentlichen klänge für einen anderen Musiker wie ein ausgiebiger, aber nicht ungewöhnlicher Urlaub. Im modernen Hip Hop sind dagegen zwischen "Luv Is Rage 2" und "Eternal Atake" zwei Generationen Rapper gekommen und gegangen. Dennoch debütierte das neue Lil Uzi Vert-Projekt nun nach all der Zeit mit Pauken und Trompeten. Er inszeniert sich erst als Sekten-Führer und lässt sich auf der Platte dann von Aliens entführen. Ein Konzept, das inhaltlich überhaupt nicht aufgegriffen wird, aber doch den ästhetischen Rahmen für dieses Album legt. "Eternal Atake" ist eine exzessive, endlos markante und tanzbare Trap-Stampede von einem der außerirdischsten Rapper der neuen Generation. Es war offensichtlich, dass die Platte polarisieren würde. Es gibt wenig Musikrichtungen, die so archaisch auf persönliche Empfindungen ankommen wie Trap-Rap. Wie viele andere Tapes des Genres steht und fällt "Eternal Atake" mit der grundlegenden Frage, ob dieser Typus marodierender 808-Beat dem Hörer die Füße wippen lässt. Denn es setzt alles oder nichts auf die Tragfähigkeit von Bass-Gebolze und Rap-Eifer. Spezifischer stellt die Produktion sich gegen die aktuellen, etwas leichtfüßigen Trap-Beats und spannt in bester 2016-Manier den Druck auf den Bass aufs Äußerste. Die Produktion der Platte regelt größtenteils Working On Dying, ein paar Nummern kommen von Supah Mario und einzelnen Gästen. Das Resultat ist ein Schlag Songs, der zum Tanzen gemacht ist. Das erste halbe Dutzend Songs klingt spezifisch darauf ausgelegt, live einen Moshpit zu starten. Sei es der direkt funkende Einstieg auf "Lo Mein" oder der bebende Knock auf "Pop", das Album startet mit zwanzig Minuten Anarchie-Musik. Wer hier nicht intuitiv mitnickt, wird schnell auf Ermüdungserscheinungen stoßen. Sollte man sich aber in die Stimmung einfühlen können, bietet der Auftakt einen Headbanger nach dem anderen. Besonders hart: Der Opener "Baby Pluto", auf dem bizarre, desorientierende Science-Ficiton-Synthesizer die klangliche Farbpalette vorankündigen. Weltraum-Arpeggios und gewarpte, elektronische Samples tragen weite Teile von "Eternal Atake", "You Better Move" integriert - kein Witz - Sounds aus dem Windows Games-Klassiker 3D Pinball. "Silly Watch" dreht sich um einen nicht untraditionellen Piano-Loop, wie auch ein NLE Choppa oder ein Polo G ihn aufgreifen würden, aber unter den unermüdlichen Flows von Lil Uzi und einer penetranten Übersteuerung aller vorhandenen Sounds klingt die Nummer destruktiv, überlebensgroß. Ein Rager an der der Grenze zum Vandalismus. "I'm Sorry" markiert einen kleinen Wandel, Lil Uzi Vert schaltet hier von pausenlosem Frontalangriff und linearen Rapflows in einen melodischeren Ton. Die Hooks sind eingängier, etwas trauriger und auf Songs wie "Bigger Than Life", "Prices" und "Venetia" schalten sich ein paar der spannendsten Sounds der Platte ein. Spätsommer-Trap, ein bisschen psychedelisch, ein bisschen verwaschen und doch mit unwiderstehlichem Pop-Appeal. Hier finden sich auch die wenigen, subtilen Kollaborationen der Platte: Syd von The Internet gibt den charakterstarken Gegenpol auf dem Heartbreak-Crooner "Urgencies", gemeinsam entfalten sie die Synergie von liebevoll gezeichneten Cartoon-Romanzen. Cashmere Cat liefert ein paar der opulentesten Samples auf "Prices", Chief Keef einen dekadenten Drill-Beat für "Chrome Heart Tags". Auch wenn das Album kaum vom Gas geht, zeigen sich Risse in Uzis Dandy-Selbstdarstellung, er rappt neben Einkaufs-Serie und exotischen Autos in einem Atemzug über gebrochene Herzen und Burnout. Effektiv kulminiert das in "P2", einer Fortsetzung seines Megahits "XO Tour Llif3", die zwar im Konzept einigermaßen faul ist, aber musikalisch den Flow der legendären Hook spannend neu aufkocht und einen emotionalen, zufriedenstellenden Klimax des Tapes darstellt (bevor die einzigen integrierten Singles "Futsal Shuffle 2020" und "That Way" als Bonustracks nochmal auf den Dancefloor zwingen). Ein wichtiges Glied der Kette bleibt Lil Uzi Vert selbst. Die Aussage, diese Platte sei zum Tanzen gedacht, wird von niemandem besser getragen als von ihrem Protagonisten. Der flowt so atemlos, so überdreht, das er durchgehend in hyperaktiver Bewegung scheint. Er rappt so animiert, so lebhaft, so energetisch, die Kaskaden seiner ausufernden Flows klingen ekstatisch und exzessiv. Dabei inszeniert er seine einzigartige Persona, seine Albernheit und seine so untypische Coolness mühelos wie eh und je. "She looks good but wears Fashionova" ist eine brillant lapidar ausgeführte Punchline, man könnte meinen, er säße nächstes Jahr neben RuPaul in der Drag Race-Jury. Manchmal brennen alle Sicherungen auf einmal durch. Dann rappt er auf "Pop" vier Zeilen nur "Balenci, Banelci, Balenci, Balenci, Balenci, Balenci/ Balenci, Banelci, Balenci, Balenci, Balenci, Balenci/ Balenci, Banelci, Balenci, Balenci, Balenci, Balenci/ Balenci, Banelci, Balenci, Balenci, Balenci, Balenci/" und kommuniziert damit mehr Emotionen als macher Rapper im Umfang eines Proust-Romans kommunizieren könnte. Garniert wird die Summe mit Unmengen an endlos farbenfroher Fashionista-Raps, die von einem wirklichen Kenner und Enthusiasten für Mode stammen müssen und ein paar der besten Popkultur-Verweisen im Game. "Yu-Gi-Oh, Yu-Gi-Oh, you wanna duel?/ Blue-Eyes White Dragon, I can not loose" rappt er da auf dem selben Song, auf dem er sich einen Part vorher noch als "Mother Goose" der Szene bezeichnet hat. Bezaubernd. Lil Uzi tanzt auf seinen Songs. Er ist der atemloseste, überdrehteste Raver, der in seinem eigenen Mahlstrom aus Chaos, futuristischen Synthesizern und bizarrer Nostalgie den Verstand verliert. "Eternal Atake" ist eine ästhetische Singularität des Genres und doch quintessentieller Trap. Er fühlt sich an wie das wahre Kind der Mitte, denn gleichzeitig rappt er wie Chief Keef und singt wie Young Thug, verwandelt es aber in Flows und Strukturen, die ein NBA Youngboy, ein NLE Choppa oder ein A Boogie Wit Da Hoodie 2020 noch frisch wie Tauwetter fänden. Das alles macht er auf einer Platte, die konzeptuell von einer Science-Fiction-Klangkulisse getragen und mit dem Eifer eines Sektierers gerappt wird. "Eternal Atake" ist ein auf Anhieb ikonisches und destruktiv energetisches Trap-Projekt, das sich mühelos in die Reihen von Playboi Cartis "Die Lit" oder Gunnas "Drip Or Drown 2" einreiht. Gegen den Minimalismus von Carti und die Xanax-Meditation von Gunna hält Lil Uzi Vert eine kompromisslose Lawine. Auf die muss man erst einmal klarkommen, das ist wahr - und über eine Stunde entstehen durchaus Längen. Aber es hat einen Grund, dass Lil Uzi Vert nach drei Jahren ohne Projekt immer noch in der Szene ganz vorne stattfindet. © Laut
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CD17,49 €

Hip-Hop/Rap - Erschienen am 17. November 2017 | Generation Now - Atlantic

Wenn es einen Rapper gibt, der alle Feindbilder und Ängste der älteren Generation von Hip Hop-Hörern in sich vereint, dann dürfte das wohl Lil Uzi Vert sein. Geboren in Philadelphia machte er sich in den vergangenen Jahren einen Namen unter den Musikern, die exzentrischen Gesang mit intensivem Autotune-Einsatz auf eigenwillige Trap-Instrumentals zimmern. Eine visuelle Ästhetik zwischen femininem Auftreten, bunten Dreadlocks und einer ignoranten Rockstar-Attitüde sorgen dabei zusätzlich dafür, dass allein Erscheinungsbild und seine Singles ein klares Bekenntnis zur Soundcloud-Ära der Rapgeschichte darstellen. Doch auch wenn all das recht typisch für die Sparte klingen mag, sollte man sich durchaus bewusst machen, dass er seit seinem Durchbruch an der Relevanz-Speerspitze im Trap-Kosmos steht, gewissermaßen die Vorherrschaft der Einflüsse mit wenigen anderen MCs wie Young Thug, Future oder den Migos teilt. Uzi ist es dabei auch, der den Begriff des Rockstars zurück ins kulturelle Bewusstsein gebracht hat, nicht indem er allerdings auch nur ansatzweise Einflüsse aus der Rockmusik aufblitzen lässt, sondern einfach nur, indem er den Begriff für sich angeeignet hat. Ein Motiv, das auch sein neues, lang erwartetes Album "Luv Is Rage 2" immer wieder etabliert. Über 16 Titel zeigt sich Lil Uzi Vert als komplexer Charakter zwischen hedonistischer, jugendlicher Ignoranz ("Early 20 Rager", "444+222") und selbstzerstörerischen, depressiven Liebesallüren ("The Way Life Goes", "XO Tour Llif3"), die ein Bild des Rappers so exzessiv zeichnen, dass die scheinbare Intensität seines Lebens auch in den Songs präsent und erlebbar wird. Dies spiegelt sich nicht nur im ausufernden Gesang, der trotz Autotune auf Anschlag eine beeindruckende emotionale Tiefe mitbringt, sondern auch im generellen Vibe des Projektes wider. Uzi beansprucht an keiner Stelle, irgendein Verständnis über die Welt zu haben. Vielmehr lässt er sich frei und aufgewühlt im Wechselbad seiner Emotionen treiben (diese pendeln zwischen beschriebenem jugendlichen Übermut, der sich in überschwänglichem Narzissmus und adressatenlosen Punchlines ausdrücken und schwermütiger, zerbrechlicher Melancholie bis zur Verzweiflung ein). Diese Emotionen bleiben ohne Filter, ohne Kohärenz, ohne Kontext, man könnte fast den Eindruck gewinnen, man erlebe einen Stream-of-Consciousness-Roman, wobei der Protagonist nur die Stimmungsfarben und den Puls liefert, während die Geschichten selbst viel mehr in den Instrumentals stattfinden. Diese funktionieren über die gesamte Laufzeit übrigens fantastisch, setzen natürlich durchgehend auf nicht untypischen Trapsound als Fundament, ergänzen ihn aber mit so futuristischen und wertig klingenden Synthesizern und unorthodoxen Melodieläufen, dass sich tatsächlich das Gefühl einstellt, man würde Musik aus der Zukunft hören. Grell bunt schimmernd, Musik die klingt, wie der Regenbogen-Boulevard in "Mario Kart" aussieht. Auch das Mixing ist sehr potent, jede 808-Bassline drückt quer durch die Magengegend, während das Flimmern von hypnotischen Klängen mit perfekt kontrollierten Ambient-Effekten eine Stimmung der Verlorenheit entstehen lässt, die einwandfrei zu Uzis Persönlichkeit passt. Besondere Highlights sind die eigenwilligen Stakkato-Produktionen auf dem Pharrell-Feature "Neon Guts", die melodischen Samples auf "Sauce It Up" und der komplett hypnotische 8Bit-Melodielauf auf "The Way Life Goes". "Luv Is Rage 2" ist Musik, die klingt, als wäre sie um 5 Uhr morgens auf dem Dach eines gigantischen Clubs nach einer Trennung via Textnachricht entstanden. Ein Wechselbad der Gefühle, ein Testament an die ausufernde Orientierungslosigkeit und Verständnislosigkeit für die erschlagende Komplexität der Welt und der Liebe, das die Phänomene nicht detailliert oder tiefgreifend einfangen oder gar erklären will, sondern einfach nur vor ihrer schieren Größenordnung kollabiert. In diesem Kontext macht es auch wenig Sinn, Lil Uzi Vert an gängigen Kritikpunkten zu Lyrics oder Songwriting zu messen. Ihm fehlende Kohärenz, Substanz oder zu wenig Tiefgang vorzuwerfen wäre, als würde man einem Dokumentarfilm eine langweilige Handlung unterstellen. Natürlich funktioniert das Tape insgesamt dennoch als Nachfolger für "Luv Is Rage" und "Luv Is Rage 1.5" und ist somit vielmehr als Mixtape zu verstehen. Das führt dazu, dass die Erarbeitung der Titel vielmehr darauf orientiert ist, so viele potente Singles wie möglich entstehen zu lassen statt ein dramaturgisch sinnvolles oder ausgeklügeltes Gesamtwerk zu schaffen. Was schade ist, denn dadurch entstehen gerade auf der zweiten Hälfte immer wieder gewisse Längen. "Luv Is Rage 2" liefert Hits am Fließband, die die Persona des Protagonisten kompromisslos scheinen lassen. "Sauce It Up", "The Way Life Goes", "Neon Guts", "UnFazed" mit The Weeknd und allen voran die schon im Vorfeld explodierte Single "XO Tour Llif3" werden in viele Playlists wandern und Uzis Status als Exzellenzfigur des modernen Hip Hops weiter zementieren. Und wenn er weiter Projekte wie dieses abliefert, kann man das auch nur befürworten: "Luv Is Rage 2" könnte ein Blueprint für alle Rockstar-Alben der Zukunft sein. © Laut
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HI-RES25,99 €
CD22,49 €

Hip-Hop/Rap - Erschienen am 13. März 2020 | Generation Now - Atlantic

Hi-Res
Mit Abwesenheiten verhält es sich im Trap ein bisschen wie mit Menschen- und Hundejahren. Drei Jahre lang kein Album zu veröffentlichen klänge für einen anderen Musiker wie ein ausgiebiger, aber nicht ungewöhnlicher Urlaub. Im modernen Hip Hop sind dagegen zwischen "Luv Is Rage 2" und "Eternal Atake" zwei Generationen Rapper gekommen und gegangen. Dennoch debütierte das neue Lil Uzi Vert-Projekt nun nach all der Zeit mit Pauken und Trompeten. Er inszeniert sich erst als Sekten-Führer und lässt sich auf der Platte dann von Aliens entführen. Ein Konzept, das inhaltlich überhaupt nicht aufgegriffen wird, aber doch den ästhetischen Rahmen für dieses Album legt. "Eternal Atake" ist eine exzessive, endlos markante und tanzbare Trap-Stampede von einem der außerirdischsten Rapper der neuen Generation. Es war offensichtlich, dass die Platte polarisieren würde. Es gibt wenig Musikrichtungen, die so archaisch auf persönliche Empfindungen ankommen wie Trap-Rap. Wie viele andere Tapes des Genres steht und fällt "Eternal Atake" mit der grundlegenden Frage, ob dieser Typus marodierender 808-Beat dem Hörer die Füße wippen lässt. Denn es setzt alles oder nichts auf die Tragfähigkeit von Bass-Gebolze und Rap-Eifer. Spezifischer stellt die Produktion sich gegen die aktuellen, etwas leichtfüßigen Trap-Beats und spannt in bester 2016-Manier den Druck auf den Bass aufs Äußerste. Die Produktion der Platte regelt größtenteils Working On Dying, ein paar Nummern kommen von Supah Mario und einzelnen Gästen. Das Resultat ist ein Schlag Songs, der zum Tanzen gemacht ist. Das erste halbe Dutzend Songs klingt spezifisch darauf ausgelegt, live einen Moshpit zu starten. Sei es der direkt funkende Einstieg auf "Lo Mein" oder der bebende Knock auf "Pop", das Album startet mit zwanzig Minuten Anarchie-Musik. Wer hier nicht intuitiv mitnickt, wird schnell auf Ermüdungserscheinungen stoßen. Sollte man sich aber in die Stimmung einfühlen können, bietet der Auftakt einen Headbanger nach dem anderen. Besonders hart: Der Opener "Baby Pluto", auf dem bizarre, desorientierende Science-Ficiton-Synthesizer die klangliche Farbpalette vorankündigen. Weltraum-Arpeggios und gewarpte, elektronische Samples tragen weite Teile von "Eternal Atake", "You Better Move" integriert - kein Witz - Sounds aus dem Windows Games-Klassiker 3D Pinball. "Silly Watch" dreht sich um einen nicht untraditionellen Piano-Loop, wie auch ein NLE Choppa oder ein Polo G ihn aufgreifen würden, aber unter den unermüdlichen Flows von Lil Uzi und einer penetranten Übersteuerung aller vorhandenen Sounds klingt die Nummer destruktiv, überlebensgroß. Ein Rager an der der Grenze zum Vandalismus. "I'm Sorry" markiert einen kleinen Wandel, Lil Uzi Vert schaltet hier von pausenlosem Frontalangriff und linearen Rapflows in einen melodischeren Ton. Die Hooks sind eingängier, etwas trauriger und auf Songs wie "Bigger Than Life", "Prices" und "Venetia" schalten sich ein paar der spannendsten Sounds der Platte ein. Spätsommer-Trap, ein bisschen psychedelisch, ein bisschen verwaschen und doch mit unwiderstehlichem Pop-Appeal. Hier finden sich auch die wenigen, subtilen Kollaborationen der Platte: Syd von The Internet gibt den charakterstarken Gegenpol auf dem Heartbreak-Crooner "Urgencies", gemeinsam entfalten sie die Synergie von liebevoll gezeichneten Cartoon-Romanzen. Cashmere Cat liefert ein paar der opulentesten Samples auf "Prices", Chief Keef einen dekadenten Drill-Beat für "Chrome Heart Tags". Auch wenn das Album kaum vom Gas geht, zeigen sich Risse in Uzis Dandy-Selbstdarstellung, er rappt neben Einkaufs-Serie und exotischen Autos in einem Atemzug über gebrochene Herzen und Burnout. Effektiv kulminiert das in "P2", einer Fortsetzung seines Megahits "XO Tour Llif3", die zwar im Konzept einigermaßen faul ist, aber musikalisch den Flow der legendären Hook spannend neu aufkocht und einen emotionalen, zufriedenstellenden Klimax des Tapes darstellt (bevor die einzigen integrierten Singles "Futsal Shuffle 2020" und "That Way" als Bonustracks nochmal auf den Dancefloor zwingen). Ein wichtiges Glied der Kette bleibt Lil Uzi Vert selbst. Die Aussage, diese Platte sei zum Tanzen gedacht, wird von niemandem besser getragen als von ihrem Protagonisten. Der flowt so atemlos, so überdreht, das er durchgehend in hyperaktiver Bewegung scheint. Er rappt so animiert, so lebhaft, so energetisch, die Kaskaden seiner ausufernden Flows klingen ekstatisch und exzessiv. Dabei inszeniert er seine einzigartige Persona, seine Albernheit und seine so untypische Coolness mühelos wie eh und je. "She looks good but wears Fashionova" ist eine brillant lapidar ausgeführte Punchline, man könnte meinen, er säße nächstes Jahr neben RuPaul in der Drag Race-Jury. Manchmal brennen alle Sicherungen auf einmal durch. Dann rappt er auf "Pop" vier Zeilen nur "Balenci, Banelci, Balenci, Balenci, Balenci, Balenci/ Balenci, Banelci, Balenci, Balenci, Balenci, Balenci/ Balenci, Banelci, Balenci, Balenci, Balenci, Balenci/ Balenci, Banelci, Balenci, Balenci, Balenci, Balenci/" und kommuniziert damit mehr Emotionen als macher Rapper im Umfang eines Proust-Romans kommunizieren könnte. Garniert wird die Summe mit Unmengen an endlos farbenfroher Fashionista-Raps, die von einem wirklichen Kenner und Enthusiasten für Mode stammen müssen und ein paar der besten Popkultur-Verweisen im Game. "Yu-Gi-Oh, Yu-Gi-Oh, you wanna duel?/ Blue-Eyes White Dragon, I can not loose" rappt er da auf dem selben Song, auf dem er sich einen Part vorher noch als "Mother Goose" der Szene bezeichnet hat. Bezaubernd. Lil Uzi tanzt auf seinen Songs. Er ist der atemloseste, überdrehteste Raver, der in seinem eigenen Mahlstrom aus Chaos, futuristischen Synthesizern und bizarrer Nostalgie den Verstand verliert. "Eternal Atake" ist eine ästhetische Singularität des Genres und doch quintessentieller Trap. Er fühlt sich an wie das wahre Kind der Mitte, denn gleichzeitig rappt er wie Chief Keef und singt wie Young Thug, verwandelt es aber in Flows und Strukturen, die ein NBA Youngboy, ein NLE Choppa oder ein A Boogie Wit Da Hoodie 2020 noch frisch wie Tauwetter fänden. Das alles macht er auf einer Platte, die konzeptuell von einer Science-Fiction-Klangkulisse getragen und mit dem Eifer eines Sektierers gerappt wird. "Eternal Atake" ist ein auf Anhieb ikonisches und destruktiv energetisches Trap-Projekt, das sich mühelos in die Reihen von Playboi Cartis "Die Lit" oder Gunnas "Drip Or Drown 2" einreiht. Gegen den Minimalismus von Carti und die Xanax-Meditation von Gunna hält Lil Uzi Vert eine kompromisslose Lawine. Auf die muss man erst einmal klarkommen, das ist wahr - und über eine Stunde entstehen durchaus Längen. Aber es hat einen Grund, dass Lil Uzi Vert nach drei Jahren ohne Projekt immer noch in der Szene ganz vorne stattfindet. © Laut
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Hip-Hop/Rap - Erschienen am 24. März 2017 | Generation Now - Atlantic

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Pop - Erschienen am 30. April 2021 | Warner Records

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Hip-Hop/Rap - Erschienen am 10. August 2016 | Generation Now - Atlantic

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Hip-Hop/Rap - Erschienen am 27. Mai 2016 | Generation Now - Atlantic

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Hip-Hop/Rap - Erschienen am 9. April 2019 | Generation Now - Atlantic

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Hip-Hop/Rap - Erschienen am 12. Dezember 2019 | Generation Now - Atlantic

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Hip-Hop/Rap - Erschienen am 18. Dezember 2015 | Generation Now - Atlantic

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Hip-Hop/Rap - Erschienen am 25. August 2017 | Generation Now - Atlantic

Wenn es einen Rapper gibt, der alle Feindbilder und Ängste der älteren Generation von Hip Hop-Hörern in sich vereint, dann dürfte das wohl Lil Uzi Vert sein. Geboren in Philadelphia machte er sich in den vergangenen Jahren einen Namen unter den Musikern, die exzentrischen Gesang mit intensivem Autotune-Einsatz auf eigenwillige Trap-Instrumentals zimmern. Eine visuelle Ästhetik zwischen femininem Auftreten, bunten Dreadlocks und einer ignoranten Rockstar-Attitüde sorgen dabei zusätzlich dafür, dass allein Erscheinungsbild und seine Singles ein klares Bekenntnis zur Soundcloud-Ära der Rapgeschichte darstellen. Doch auch wenn all das recht typisch für die Sparte klingen mag, sollte man sich durchaus bewusst machen, dass er seit seinem Durchbruch an der Relevanz-Speerspitze im Trap-Kosmos steht, gewissermaßen die Vorherrschaft der Einflüsse mit wenigen anderen MCs wie Young Thug, Future oder den Migos teilt. Uzi ist es dabei auch, der den Begriff des Rockstars zurück ins kulturelle Bewusstsein gebracht hat, nicht indem er allerdings auch nur ansatzweise Einflüsse aus der Rockmusik aufblitzen lässt, sondern einfach nur, indem er den Begriff für sich angeeignet hat. Ein Motiv, das auch sein neues, lang erwartetes Album "Luv Is Rage 2" immer wieder etabliert. Über 16 Titel zeigt sich Lil Uzi Vert als komplexer Charakter zwischen hedonistischer, jugendlicher Ignoranz ("Early 20 Rager", "444+222") und selbstzerstörerischen, depressiven Liebesallüren ("The Way Life Goes", "XO Tour Llif3"), die ein Bild des Rappers so exzessiv zeichnen, dass die scheinbare Intensität seines Lebens auch in den Songs präsent und erlebbar wird. Dies spiegelt sich nicht nur im ausufernden Gesang, der trotz Autotune auf Anschlag eine beeindruckende emotionale Tiefe mitbringt, sondern auch im generellen Vibe des Projektes wider. Uzi beansprucht an keiner Stelle, irgendein Verständnis über die Welt zu haben. Vielmehr lässt er sich frei und aufgewühlt im Wechselbad seiner Emotionen treiben (diese pendeln zwischen beschriebenem jugendlichen Übermut, der sich in überschwänglichem Narzissmus und adressatenlosen Punchlines ausdrücken und schwermütiger, zerbrechlicher Melancholie bis zur Verzweiflung ein). Diese Emotionen bleiben ohne Filter, ohne Kohärenz, ohne Kontext, man könnte fast den Eindruck gewinnen, man erlebe einen Stream-of-Consciousness-Roman, wobei der Protagonist nur die Stimmungsfarben und den Puls liefert, während die Geschichten selbst viel mehr in den Instrumentals stattfinden. Diese funktionieren über die gesamte Laufzeit übrigens fantastisch, setzen natürlich durchgehend auf nicht untypischen Trapsound als Fundament, ergänzen ihn aber mit so futuristischen und wertig klingenden Synthesizern und unorthodoxen Melodieläufen, dass sich tatsächlich das Gefühl einstellt, man würde Musik aus der Zukunft hören. Grell bunt schimmernd, Musik die klingt, wie der Regenbogen-Boulevard in "Mario Kart" aussieht. Auch das Mixing ist sehr potent, jede 808-Bassline drückt quer durch die Magengegend, während das Flimmern von hypnotischen Klängen mit perfekt kontrollierten Ambient-Effekten eine Stimmung der Verlorenheit entstehen lässt, die einwandfrei zu Uzis Persönlichkeit passt. Besondere Highlights sind die eigenwilligen Stakkato-Produktionen auf dem Pharrell-Feature "Neon Guts", die melodischen Samples auf "Sauce It Up" und der komplett hypnotische 8Bit-Melodielauf auf "The Way Life Goes". "Luv Is Rage 2" ist Musik, die klingt, als wäre sie um 5 Uhr morgens auf dem Dach eines gigantischen Clubs nach einer Trennung via Textnachricht entstanden. Ein Wechselbad der Gefühle, ein Testament an die ausufernde Orientierungslosigkeit und Verständnislosigkeit für die erschlagende Komplexität der Welt und der Liebe, das die Phänomene nicht detailliert oder tiefgreifend einfangen oder gar erklären will, sondern einfach nur vor ihrer schieren Größenordnung kollabiert. In diesem Kontext macht es auch wenig Sinn, Lil Uzi Vert an gängigen Kritikpunkten zu Lyrics oder Songwriting zu messen. Ihm fehlende Kohärenz, Substanz oder zu wenig Tiefgang vorzuwerfen wäre, als würde man einem Dokumentarfilm eine langweilige Handlung unterstellen. Natürlich funktioniert das Tape insgesamt dennoch als Nachfolger für "Luv Is Rage" und "Luv Is Rage 1.5" und ist somit vielmehr als Mixtape zu verstehen. Das führt dazu, dass die Erarbeitung der Titel vielmehr darauf orientiert ist, so viele potente Singles wie möglich entstehen zu lassen statt ein dramaturgisch sinnvolles oder ausgeklügeltes Gesamtwerk zu schaffen. Was schade ist, denn dadurch entstehen gerade auf der zweiten Hälfte immer wieder gewisse Längen. "Luv Is Rage 2" liefert Hits am Fließband, die die Persona des Protagonisten kompromisslos scheinen lassen. "Sauce It Up", "The Way Life Goes", "Neon Guts", "UnFazed" mit The Weeknd und allen voran die schon im Vorfeld explodierte Single "XO Tour Llif3" werden in viele Playlists wandern und Uzis Status als Exzellenzfigur des modernen Hip Hops weiter zementieren. Und wenn er weiter Projekte wie dieses abliefert, kann man das auch nur befürworten: "Luv Is Rage 2" könnte ein Blueprint für alle Rockstar-Alben der Zukunft sein. © Laut
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Hip-Hop/Rap - Erschienen am 1. März 2020 | Generation Now - Atlantic

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Hip-Hop/Rap - Erschienen am 18. September 2018 | Generation Now - Atlantic

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Hip-Hop/Rap - Erschienen am 29. Mai 2019 | Gal Media

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Hip-Hop/Rap - Erschienen am 9. April 2019 | Generation Now - Atlantic

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Pop - Erschienen am 30. April 2021 | Warner Records

Hi-Res
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HI-RES2,99 €
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Hip-Hop/Rap - Erschienen am 24. April 2020 | Generation Now - Atlantic

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