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Die Alben

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Country - Erschienen am 1. Mai 1968 | Columbia - Legacy

Hi-Res Auszeichnungen Qobuz' Schallplattensammlung - Hi-Res Audio
Gefängnisse werden in der Kunst gerne romantisiert. Recht und Unrecht kommen hier auf engstem Raum zusammen. Die verwegenen Helden des Innenhofes, die Ausbrecher aus unrechtmäßiger Verurteilung, die Gegenentwürfe zur sozialen Gesellschaft. Sie üben auch in der Musikgeschichte eine ständige Faszination und Anziehungskraft auf Musikschaffende aus, die eigentlich ihre Kunst dazu verwenden, dem zu entfliehen, was wir Alltag nennen. Und niemand verstand es besser, diese Welten zu vereinen als Johnny Cash. Im Grunde genommen baut Cashs gesamte Karriere auf dem Image des Bad Boys auf, des wilden Hundes, der aus eigener Erfahrung sprach, wenn er seine Countrysongs vortrug. Dass nicht jedes Wort ein wahres war und dabei auch manchmal viel Showbusiness steckte, entdeckt man erst viel später. Traut man seinen Ohren bei "At Folsom Prison", Cashs Auftritt vor 2.000 Häftlingen im Gefängnis in Folsom, California, so steht hier ein Typ auf der Bühne, der nicht lügt, wenn er singt "I shot a man in Reno / just to watch him die". Wir schreiben den 13. Januar 1968, 9:40 Uhr. Im Speisesaal Nr. 2 im Folsom-Gefängnis versammeln sich die von einigen Wachen in Schach gehaltenen Insassen. Die Statler Brothers und Carl Perkins spielen gerade ihre Mini-Sets als Aufwärmprogramm, bevor Johnny Cash mitsamt seiner Backingband The Tennessee Three die Bühne betritt. Es folgt der legendäre Satz "Hello, I'm Johny Cash", und das Gefängnis explodiert mit Jubelschreien. Selbst Lemmy braucht mehr Wörter. Von Sekunde eins dieses Konzertes ist klar, wer hier der Chef ist. Es war ein frisch von seiner Drogensucht befreiter Cash, der seit der Veröffentlichung seines "Folsom Prison Blues" 1955 zahlreiche Anfragen und Briefe von Häftlingen bekam, die nur einen Wunsch beinhalteten: ein Auftritt in ihrem Gefängnis. Tatsächlich spielte er schon in mehreren Besserungsanstalten und spürte dort auch schon die besondere Atmosphäre und die Reaktion des exklusiven Publikums, das sich wirklich von regulären Konzerten unterschied. Als Cash dann mit Bob Johnston einen neuen Ansprechpartner bei Columbia Records vorfand, hatte er seinen idealen Partner für dieses Projekt gefunden - das Live-Album im Folsom Prison konnte beginnen. Das Ergebnis ist ein wahrlich grandioses Zeitdokument eines der atmosphärischsten Konzerte aller Zeiten. Johnny Cash schneiderte die Setlist messerscharf auf die Gelegenheit zu, spielte Songs über Häftlinge, Hinrichtungen, Abschiede, Todesfälle, Aussichtslosigkeit und natürlich Liebe. Bei aller Gitterstäbe-Romantik stammten von den 19 gespielten Songs schließlich nur sechs aus seiner eigenen Feder, was der Stimmung allerdings überhaupt keinen Abbruch tat. Cash wusste, für wen er spielte. Seine größte Gabe war es, sich in das Leben der Häftlinge hineinzufühlen. Sei es bei der Songauswahl oder den meist mit kernigem Humor verbundenen Ansagen zwischen den Stücken. Das Publikum akzeptierte ihn als einen Gleichgesinnten, obwohl Cashs Bekanntschaften mit dem Gesetz kaum für längere Zellenaufenthalte ausreichten. Aber das ist egal, er schnitzt durch Songs wie "Cocaine Blues", "Busted" oder "I Got Stripes" an einer überlebensgroßen Bühnenpersona, mit der sich die Häftlinge hörbar identifizieren konnten (siehe den Szenenapplaus bei besonders ruchlosen Textpassagen). Cash inspirierte diese Reaktion zu einem fanatischen und fantastischen Auftritt eines perfekten Showmans, der Emotionen sehr befreit in seine Stimmbänder fließen ließ. Bei ruhigen Stücken vibriert sein sonores Organ sanft, im "Cocaine Blues" überschlägt er sich mit vollem Karacho. Da die Instrumentierung größtenteils sparsam und repetitiv sein musste, transportiert die Stimme hier ungemein viel an Bedeutung und Stimmung in den Songs. Als Trademark zieht sich eine ehrliche Traurigkeit durch seine Stimme, die Songs wie "Green, Green Gras Of Home" in Mark und Bein fahren lassen. Aber er wäre nicht Johnny Cash, wenn er nicht sprichwörtlichen Galgenhumor erwirken würde. Bei "Dark As A Dungeon" bringt ihn etwas zum Lachen, ausgerechnet bei einem der bittersten Songs des Sets. Mit einem Schmunzeln mahnt er "No laughing in this song please, it's been recorded", kann aber selbst die Stimme nicht mehr wirklich gerade halten. Solch kleine Patzer, sein Mut zu Fehlern, sorgen für Lebendigkeit. Etwas, dass heutige Releases schmerzlich vermissen lassen. Ohne es wirklich nötig zu haben, sammelt er noch mehr Sympathiepunkte. "This show is been recorded for an album release, so you can't say hell or shit or anything like that, haha", lässt er sein Gefängnis-Publikum wissen. Später verlangt er nach einem Glass Wasser und beschwert sich, zur großen Freude der Insassen, über die Wasserqualität. Cashs Dialog mit den Häftlingen ist eine Begegnung auf Augenhöhe, das allein zollt schon von dem gewaltigen gegenseitigen Respekt, den beide Seiten einander zugestehen. Natürlich geht es auch etwas heiterer. "Dirty Old Egg-Sucking Dog" und "Flushed From The Bathroom Of Your Heart" reihen die Pointen fast wie Comedysongs aneinander, die Stimmung kippt von glücklich-andächtig hin zu mitreißend-losgelöst. Dafür sorgt auch zum Teil der Auftritt von June Carter, die mit ihrem breiten Südstaaten-Akzent die Herzen der Horde verurteilter Gesetzesbrecher zum Schmelzen brachte und in einer rasanten Version von "Jackson" wunderbar mit Cash harmonierte. Nach den vielen Auf und Abs erklärt Johnny zum Schluss auch noch, dass der Verfasser des nächsten Songs aus dem Gefängnis stamme. Glen Sherley, verurteilt wegen bewaffneten Raubüberfalls, schrieb den Song "Greystone Chapel". Eine Aufnahme davon gelangte über den Gefängnispastor in die Hände von Cash, der den Song prompt am Vorabend mit der Band einprobte. "I hope we do your song justice" sprach er in Shirleys Richtung, der sein Glück kaum fassen konnte. Die Zukunft sollte zeigen, dass Cash sich für Shirley verbürgte, ihn mit auf Tour nahm und schließlich auch sein Begräbnis bezahlte. Das klingt alles viel zu sehr nach Hollywood, sagt ihr? Kein Wunder, dass sich das Johnny Cash-Biopic "Walk The Line" rund um dieses epische Konzerterlebnis in Folsom drehte. Als ob das Ganze nicht mehr zu toppen wäre, beraumte man zur Absicherung für 12:40 Uhr noch ein zweites Set an, das Cash mit ähnlichem Grandeur bewältigte. Bis heute sahen viele verschiedene Versionen des Albums das Tageslicht, manche nur mit dem ersten Konzert, manche mit einer Mischung aus beiden, sogar eine mit beiden ungeschnittenen Sets inklusive den Vorgruppen. Die gängige 19-Track-Version speist sich aus dem ersten, besonders angetriebenen Auftritt. Das Live-Album stellt eines von vielen Comebacks in der langen und volatilen Karriere des Johnny Cash dar. Sein Ruf als mitreißender Performer war durch "At Folsom Prison" allerdings gefestigt, sein Bad Boy-Image durch die noch folgenden Gefängnisauftritte (u.a. "San Quentin") stets aufrecht. Die beeindruckende Verbindung zum Publikum machen diesen außergewöhnlichen und atmosphärischen Moment, den "At Folsom Prison" festhält, zu einem definierenden Werk für Johnny Cash, was dieser sicher selbst wusste. Oder wie er nach einem bewusst ausgestoßenen Fluch auf der Platte verschmitzt fragt: "How does that grab you, Bob?" © Laut
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Country - Erschienen am 1. Januar 1994 | American Recordings

Auszeichnungen Qobuz' Schallplattensammlung - Stereophile: Record To Die For
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Country - Erschienen am 3. November 1958 | Columbia Nashville Legacy

Hi-Res Auszeichnungen Qobuz' Schallplattensammlung - Hi-Res Audio
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Country - Erschienen am 1. Oktober 1964 | Columbia Nashville Legacy

Hi-Res Auszeichnungen Qobuz' Schallplattensammlung - Hi-Res Audio
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Country - Erschienen am 1. Januar 2002 | American Recordings

Auszeichnungen Qobuz' Schallplattensammlung
Die legendären, unter Rick Rubins Regie entstandenen American Recordings von Johnny Cash waren nicht nur sein himmlisches Testament, sondern gehörten gleichzeitig zu seinen besten Platten. Diese vierte Ausgabe, die im November 2002 in den Plattenläden erschien, war die letzte zu Lebenszeiten des Man in Black, der zehn Monate später aus dem Leben schied… Das Rezept ist zwar immer dasselbe, wenn er sich die Kompositionen anderer aneignet, und trotzdem kann man nicht oft genug Cash hören, wenn er so richtig zugreift und daraus sein ganz eigenes Werk macht. Und wenn es von Nine Inch Nails, Depeche Mode oder Sting stammt, dann vergisst man leicht, wem das Original eigentlich zu verdanken ist… Wie gewohnt bemüht sich Rubin an den Reglern, vor allem den Bariton des Sängers in den Mittelpunkt zu stellen. Diese Stimme kann noch so sehr um das Thema Tod kreisen, sentimental wird sie nie. Ganz im Gegenteil. Das ist sogar das A und O des American IV! Hurt lernt einem das Schaudern (der Clip rührt uns jedes Mal von Neuem und als Trent Reznor diese Version gehört hatte, sollte er gesagt haben: „Es hört sich an, als hätte ich meine Freundin verloren, als gehörte dieser Song jetzt jemand anderem…“), das schmachtende Give My Love To Rose trifft mitten ins Herz und das treuherzige I Hung My Head wirft einen um. Selbst wenn er das Erbe der Countrymusic bearbeitet, manchmal sogar eigens eingespielte Kompositionen (Sam Hall, Give My Love To Rose, I'm So Lonesome I Could Cry, Streets of Laredo, Danny Boy), dann erweist sich der Mann in Schwarz als ein feinfühliger Mensch, der weiß, dass ihm nicht mehr viel Zeit bleibt und trotzdem nichts von seiner Würde und seinem Stolz einbüßt. Rick Rubin wollte so etwas wie eine feierliche Grablegung veranstalten und versammelte daher allerlei verschiedene Musiker, um diesen Vorfahren entsprechend zu würdigen. Fiona Apple und Nick Cave lassen ihre Stimmen erklingen, John Frusciante von den Red Hot Chili Peppers und Marty Stuart schlagen ein paar Akkorde an, der alte Cowboy und Weggefährte Jack Clement packt seine Dobro aus, Joey Waronker hat Beck and Air hinter sich gelassen, um auf seinen eigenen Drums zu trommeln, und Benmont Tench hat seine ganze Rüstung hervorgekramt, nämlich Orgel, Harmonium, Mellotron, Vibrafon und Wurlitzer. Das Publikum wird mit dieser vierten Ausgabe der Goldenen Schallplatte von Johnny Cash, der ersten seit 30 Jahren, mehr als begeistert sein! © Marc Zisman/Qobuz
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Country - Erschienen am 4. Juni 1969 | Columbia Nashville Legacy

Hi-Res Auszeichnungen Qobuz' Schallplattensammlung
Im Jahre 1969 betrat Neil Armstrong als Erster den Mond und Johnny Cash machte seinen ersten Auftritt in der Strafvollzugsanstalt San Quentin. The Man in Black, der Mann, der für die Gefangenen, die Armen und Hungrigen, die Alten und Kranken nur schwarz trägt. Dieser Mann ist als Rebell aus Nashville und Pionier der Outlaws bekannt. Er stand immer schon diesen mit der Misere allzu vertrauten Wesen nahe und spricht ein jedes Mal sehr disparates Publikum an. 1968 heiratet diese Kultfigur eine andere legendäre Persönlichkeit: June Carter von der berühmten Carter Family. Das ist wahre Liebe und sie verbringt dann die Flitterwochen mit einem von Mammuttourneen und Konzertreihen in den Gefängnissen erschöpften Ehemann. Diese Idee stammte von Cash und er verwirklicht sie in Kalifornien mit At Folsom Prison, und dann ein Jahr später mit der legendären Show in San Quentin. Er ist erst 37 Jahre alt, aber auf diesem 31. Album ist schon ein stark mitgenommenes Gesicht zu sehen, von der Abhängigkeit und anderen Ausschweifungen gar nicht zu reden. Trotzdem leistet er einen überaus bedeutenden Beitrag zur Country Music und in den Archiven gibt es einzigartige Bilder dieses Konzertes, das damals vom britischen Sender Granada TV gefilmt worden war. Im Irrenhaus ist Cash König. Alle hören ihm zu, respektieren ihn und so entsteht eine natürliche Komplizenschaft. Der Man in Black ist in seinem Element. Carl Perkins begleitet ihn auf der Gitarre und sogar June schließt sich ihm in Darlin’ Companion an, obwohl sie von der Umgebung eigentlich etwas eingeschüchtert ist. Es beginnt mit dem emblematischen Wanted Man und die Häftlinge fühlen sich von der Zusammenstellung der Songs angesprochen. Stürmischer Applaus, Freudenschreie einerseits, tiefstes Schweigen andererseits zeigen, wie gut Johnny Cash mit seinem undurchschaubaren Charme ankommt. Er provoziert immer mit einer gewissen Portion Humor. Manchmal wird er zensiert und er nimmt das Risiko auf sich, zweimal hintereinander einen zu diesem Anlass neuen Song vorzutragen: San Quentin. „San Quentin, du warst die Hölle auf Erden für mich, … San Quentin, ich hasse jeden Zentimeter von dir.“ Daraufhin folgt Shel Silversteins eiskalte Komposition mit dem Titel A Boy Named Sue. Cash singt es zum ersten Mal und das Publikum ist vom Text begeistert. Eigentlich hört es sich an, als würden Gewalt, Vergeltungsakte und die mit lauter Sünden tätowierten Männer verherrlicht… das ist aber nicht weiter schlimm. Eine blutrünstige und düstere Country Music, die an Eddie Noacks Psycho oder Knoxville Girl, die Ballade der Louvin Brothers erinnert. Bei diesem Konzert redet Cash fast genauso viel wie er singt, er würdigt die Häftlinge und mit dem wild bebenden Folsom Prison Blues bereitet er dann diesem zauberhaften Moment ein Ende. © Clara Bismuth/Qobuz

Country - Erschienen am 1. Januar 2003 | American Recordings

Auszeichnungen Qobuz' Schallplattensammlung
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Es sollte eine Jubiläumsbox werden: Zehn Jahre Johnny Cash und Rick Rubin. Ausatmen, zurückblicken und im Falle Rubins: Mischpult mal Mischpult sein lassen. Beflissen wühlte sich der Produzenten-Rasputin deshalb durch sein pralles Archiv voller Cash-Aufnahmen, schickte seine Vorauswahl immer brav nach Nashville/Tennessee und wartete auf die grollende Antwort des Meisters. Der war kurz davor, ihm seinen Segen zur finalen Tracklist auszusprechen, als er am 12. September 2003 verstarb. Nun ist die 5-CD-Box "Unearthed" Johnny Cashs Vermächtnis. Und was für eins! Schon die luxuriöse Verpackung ist für die Ewigkeit gefertigt: ein gebundenes, hundertseitiges Textbuch rekapituliert Cashs märchenhaften Höhenflug im Seniorenalter, liefert haufenweise Fotos und lässt zahlreiche Studio-Protagonisten zu den insgesamt 79 Songs zu Wort kommen. Kartonierte CD-Einfassungen in einem zweiten Buchformat komplettieren das edle Set. Auf den ersten Blick ist die ganze Geschichte vor allem Audio-Futter für die Hardcore-Fanfraktion, schließlich reden wir von satten 70 Euro Anschaffungskosten. "Unearthed" ist dennoch als eigenständige Veröffentlichung zu verstehen, trotz der beiliegenden, obligatorischen "Best Of American"-Scheibe, falls jemand noch nicht alle vier Grammy-veredelte Cash/Rubin-Produktionen sein Eigen nennt. "My Mother's Hymn Book", Titel der vierten CD, beinhaltet ein unveröffentlichtes Gospel-Album, Cashs Lebenstraum, seit er 1955 bei Sam Philipps als Gospelsänger vorstellig wurde und eine Abfuhr kassierte. Hier deutet sich vielleicht an, wie das geplante, zukünftige Cash/Rubin-Werk geklungen hätte, zumindest hatten der Mann in Schwarz und der Mann ohne Schuhe dem "Man Comes Around"-Nachfolger bereits den Arbeitstitel "The Black Gospel Album" verpasst. "My Mother's Hymn Book" sang Cash jedoch bereits 1996 während der Arbeiten an "Unchained" ein, als Hommage an seine Mutter, die ihm die meisten der Gospelhymnen bereits im Kindesalter vorgetragen hatte. Manche eignete sich der notorische Radiohörer Cash auch selbst an, als Teenager auf den "cotton fields". Heraus kommen melancholisch-ruhige Songs rund um die unumstürzlichen Themen Jesus, Lord, Jordan und Heaven, von Cashs noch fester Stimme ausdrucksstark vorgetragen. Die übrigen drei Scheiben geben dagegen Einblick, was sich in Rick Rubins Wohnzimmer in den 90er Jahren so abgespielt hat. Hier schaute der 60-jährige Sänger 1992 erstmals vorbei, nachdem ihn der Produzent kurz zuvor backstage nach einer Show überredete, mit ihm ein Album für "American Recordings" aufzunehmen. Eine der unzähligen Booklet-Anekdoten weiß, wie Rubin während der "Wildflowers"-Aufnahmen Rat bei Tom Petty suchte: "Johnny Cash unterschreibt vielleicht bei mir. Was hältst du davon?" Worauf Petty nur stammelte: "Mein Gott, nimm ihn unter Vertrag, noch heute. Los, mach schon!" Aus jenem magischen Wohnzimmer bekommen wir nun größtenteils knapp 50 Songs vorgelegt, die zur Hälfte meist unbekannte Cash-Nummern aus alten Zeiten und neue Song-Vorschläge Rubins beinhalten, die es nicht auf ein Studioalbum geschafft haben. Kolossal überstrahlt die "Heart Of Gold"-Coverversion Neil Youngs die gesamte Cash-Box, obendrein eine einzigartige Koproduktion mit den Chili Peppers: eingespielt bereits 1993 mit Flea und Chad Smith lagerte das Juwel jahrelang in Rubins Archiven, bis letztes Jahr zufällig John Frusciante vorbei schaute und gleich zwei seiner göttlichen Minimal-Soli aufs Band spulte. Nicht minder herausragend ist Youngs mit Streichern versehenes "Pocahontas" oder die beiden mit Rock'n'Roll-Legende Carl Perkins eingespielten (!) Songs "Everybody's Trying To Be My Baby" und "Brown-Eyed Handsome Man". Groovender Geschichtsunterricht zweier Memphis-Boys. So ähnlich fühlten wohl auch die Mitmusiker von Tom Pettys Heartbreakern, die sich laut Rubin beinahe in die Hosen machten, als Perkins den Raum betrat. Auch Clash-Legende Joe Strummer holte sich Rubins Anwesenheitserlaubnis ein, allerdings ursprünglich nur, um hinter der Studioglaswand kauernd seinem Idol beim Performen zuzuschauen. Bis Cash ihn zu einem Duett aufforderte. "Redemption Song" kann das hohe Cover-Level allerdings nicht ganz halten. Dafür sprechen der knarzige Blues von "'T' For Texas" (Jimmy Rodgers), der erfrischende Rockabilly des Roy Orbison-Covers "Down The Line" oder das mit Nick Cave eingespielte "Cindy" eine eigene Sprache. Johnny Cash, a singer of songs. Und irgendwie kriegt man einfach nicht genug davon. Was bleibt abschließend zu sagen? Vielleicht, dass sich jegliche Debatten über den Kaufpreis dieses Mammut-Werks schlichtweg verbieten. Der Mann aus Tennessee hatte selbst in schwächeren Momenten noch so viel Seele zu geben, dass ein Euro pro Song einem absoluten Dumping-Preis gleich kommt. Und dann noch die Aufmachung ... ach: Bow down and worship! In Ewigkeit. Amen. © Laut
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Country - Erschienen am 25. März 2014 | Columbia Nashville Legacy

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Wer "Out Among The Stars" genießen will, muss ein zweites Mal Abschied nehmen von Johnny Cash. Abschied von der ebenso simplen wie faszinierenden Sogkraft seiner Fünfzigerjahre-Hits wie "Cry, Cry, Cry" oder "I Walk The Line". Abschied von der tonnenschweren, fast epischen Melancholie der "American Recordings"-Reihe, in der der Man In Black mit brüchiger Stimme Traditionals neu interpretierte, moderne Pop-Songs coverte und schlicht für Gänsehaut sorgte. Denn "Out Among The Stars" erreicht das Niveau Cashs denkwürdigster Werke nur selten. Geschrieben Anfang der Achtziger, stammt das posthum veröffentlichte Album aus einer Zwischenwelt im riesigen Cash-Universum: Die Zeit, in der er in schwarzer Kluft in Gefängnissen auftrat, für die Armen und Unterdrückten sang und eine ganze Nation ihn als Held feierte: längst vergangen. Seine Wiederauferstehung als Popstar, der auf dem Glastonbury 1994 ungläubig in die Augen Tausender begeisterter Zuhörer blickte, noch in weiter Ferne. In dieser Zwischenwelt galten Johnny Cash und seine Musik als veraltet. Die Mainstream-Country-Szene interessierte sich nicht mehr für ihn, seine Scheiben verkauften sich schleppend. Die Konsequenz: Cashs damaliges Label Columbia verlängerte den auslaufenden Vertrag nicht, ließ den Mann, der zwei Jahrzehnte lang Millionen eingebracht hatte, fallen. So kommt es, dass "Out Among The Stars" erst jetzt erscheint, rund 30 Jahre, nachdem Cash die Songs zu Papier brachte. Doch denen ist anzuhören, dass der Man In Black nicht einfach hinnehmen wollte, ausrangiert zu werden wie ein alter Zug, der nur noch für historische Reisen durch die Vergangenheit dient. Deshalb versuchte er, seine Songs an die moderneren Bedürfnisse der Country-Szene anzupassen, was der titelgebende, für seine Verhältnisse fast schon poppige Outlaw-Opener andeutet. Das grandiose Duett "Baby Ride Easy" mit June Carter Cash erinnert unweigerlich an die gemeinsame Version von "If I Were A Carpenter": "If I ran the Country / I'd be your Lady / And fix up the White House / While You Were Away." Mit Mandoline, mehreren Gitarren und der dezenten Unterstützung im Refrain von Junes Tochter Carlene kommt das Stück jedoch bedeutend schmissiger daher. Fast das Gegenstück bildet "Don't You Think It's Come Our Time". Wesentlich langsamer und verziert mit sanften Banjo-Klängen, macht das zweite Duett der beiden eine ebenso gute Figur, transportiert es doch eine Botschaft, die treffender kaum sein könnte:"Don't you think it's come our time to be together / let's gather up our scattered words of love and make them right." Zeilen, die widerspiegeln, wie die großartige musikalische Zusammenarbeit nach einer Ewigkeit endlich zu gegenseitiger Liebe reifte. Doch nicht nur mit seiner Frau arbeitete John Ray Cash während der verloren geglaubten Sessions in den Columbia Studios in Nashville zusammen. Sein alter Freund und "Outlaw" Waylon Jennings wirkte an der flotten Neuauflage von "I'm Movin' On" mit. Und wenn zwei der größten Country-Sänger aller Zeiten einen Klassiker der amerikanischen Musikgeschichte vertonen, gehört der Song erwartungsgemäß zu den Highlights der Platte. Frohgemut geht es auch in "If I Told You Who It Was" zu, die nette Geschichte von der Begegnung mit einer geheimnisvollen, berühmten Sängerin: "If I told you who it was / You'd say I was making it up." Mit viel schwarzem Humor symbolisiert JR später den endgültigen Abschluss mit der Verflossenen. Im Cadillac stürzt er sich mit ihr die Klippen hinunter in den Tod, um zufrieden und dreckig lachend festzustellen: "I Drove Her Out Of My Mind". Songs, die den Witz seiner humoristischen Aushängeschilder "A Boy Named Sue" und "One Piece At A Time" zwar nie erreichen, aber in ihrer sympathischen Erzählweise immer wieder zum Schmunzeln anregen. Dass "Out Among The Stars" natürlich auch melancholische Töne anschlagen kann, stellt nicht nur "She Used To Love Me A Lot" unter Beweis, eins der besten Stücke der Platte. Unter anderem begleitet von einer sanft gezupften Mandoline erzählt Cashs Bass-Bariton glaubhaft von Sehnsucht, Reue und verpassten Chancen: "It would only take a minute to turn back the clock / She used to love me a lot." Eine Magie, die die von Elvis Costello produzierte Bonus-Version leider nicht erreichen kann. Das gilt gleichermaßen für Cashs Interpretation von "After All". Mit ihren Piano-Klängen und dem arg runtergedrosselten Tempo bringt die Ballade den Funken nicht zum Überspringen. Die wenigen Schwachpunkte täuschen aber nicht darüber hinweg, dass Johnnys Sohn John Carter Cash den Fans mehr als zehn Jahre nach dem Tod der Legende eine rundum schöne Platte präsentiert. Ob Columbia Records in den Achtzigern damit der nächste Millionen-Erfolg durch die Lappen ging, ist aber zumindest fraglich. Zwangsläufig hat sich Cashs Sound seit seinen frühen Sun-Aufnahmen verändert. Und mit einem weniger reduzierten Gesamtbild und ungewohnt üppiger Instrumentierung versuchte er, am Puls der Zeit zu bleiben. Dennoch war es wohl nicht der Sound von "Out Among The Stars", nach dem sich das charts-orientierte Country-Publikum damals sehnte. Umso besser wirkt die Platte nach all den Jahren, mit ihrem charmantem Storytelling, der einzigartigen Stimme und gelungenen Duetten. Verabschieden muss man sich in der Tat ein wenig - von den Klängen, die Johnny Cash in den Fünfzigern zum Superstar machten, und von jenen, die ihm in den Neunzigern eine zweite Blütezeit bescherten. Denn "Out Among The Stars" ist sicher kein Meilenstein à la "Songs That Made Him Famous" oder "The Man Comes Around", sondern einfach ein sehr gutes Country-Album. Und wer es als solches wahrnimmt, dem fällt der Abschied nicht allzu schwer. © Laut
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Country - Erschienen am 15. Februar 1965 | Columbia Nashville Legacy

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Country - Erschienen am 14. November 1963 | Columbia Nashville Legacy

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Country - Erschienen am 26. Mai 1971 | Legacy Recordings

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Country - Erschienen am 1. September 1983 | Columbia Nashville

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Country - Erschienen am 1. Januar 1960 | Columbia Nashville Legacy

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Country - Erschienen am 1. September 1959 | Columbia Nashville Legacy

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Country - Erschienen am 1. September 1965 | Columbia Nashville Legacy

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Country - Erschienen am 1. September 1960 | Columbia Nashville Legacy

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Country - Erschienen am 13. November 2020 | Legacy Recordings

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Country - Erschienen am 17. Oktober 2000 | American Recordings

Ist es möglich, dass man nach 44 Jahren Karriere, über 1500 aufgenommenen Liedern und 500 veröffentlichten Platten allein in Europa und den USA noch etwas Interessantes mitzuteilen hat? Eine Frage, die sich bei einigen Oldtimern der Musikszene aufdrängt. Nicht bei Johnny Cash: Mit seinem neuesten Werk, "American III: Solitary Man" legt er ein Meisterstück vor, das gleichzeitig der Abschluss eines Zyklus und die Summe einer Karriere ist. Denn die Aufnahme ist der dritte Teil einer Trilogie, die 1994 mit "American Recordings" begann. Damals griff Produzent Rick Rubin (Red Hot Chili Peppers, Tom Pettys Wildflowers) Cash unter die Arme und zog ihn aus dem Rex-Gildo-Schlager-Getingel heraus, mit dem er sich seit Ende der 70er Jahre hatte abfinden müssen. Das damals veröffentlichte Album knüpfte künstlerisch und erfolgsmäßig an die legendären "Live in Folsom Prison" und "Live in Saint Quentin" an und gab Cash seine musikalische Identität zurück, die zwischen Country, Rock'n'Roll und Folk angesiedelt ist. Plötzlich saß er nicht mehr zwischen den Stühlen, sondern es kam zu jener Synthese, auf die man schon lange nicht mehr gehofft hatte. Wie "Unchained" im Jahre 1997 hat "American III: Solitary Man" (2000) die gleiche Struktur des Vorgängers: vordergründig die Baritonstimme und die Geschichten Cashs, getragen von wirkungsvoll einfachen Akustikgitarren und leisen, betonenden Arrangements. Die Stückliste setzt sich zusammen aus Eigenkompositionen, Traditionals und fremdem Material in neuem Gewand. "Solitary Man" nimmt jedoch eine besondere Stellung ein, weil sie wohl Cashs letzte Veröffentlichung sein wird. 1997 erkrankte er an Parkinson, und trotz des zuversichtlichen Tons seines Kommentars im Booklet zeugt die Fragilität der einst mächtigen Stimme von einem immer stärkeren Kräfteschwund. Ist das erste Lied, eine trotzige Version von "I Won’t Back Down" von und mit Tom Petty, wohl eine Kampfansage an die Krankheit, gewinnt das Thema des Abschieds im Verlauf der Platte zunehmend an Bedeutung. Neil Diamonds "Solitary Man" bestätigt sein Image als 'Man in Black', Nick Caves "The Mercy Seat" ist eine letzte Hommage an die Glücklosen und Kriminellen, denen er viele seiner Lieder gewidmet hat, "Country Trash" eine lustige Abrechnung mit denjenigen, die ihn als ignoranten Südstaatler abgestempelt haben. Die Höhepunkte bilden jedoch die Lieder, die direkt mit dem Gedanken an das Ende zusammen hängen. So "I See A Darkness" mit Will Oldham und "I’m Leaving Now" im Duett mit Merle Haggard, das trotz des schmissigen Tons eine untergründige Melancholie hat, die mit "Wayfaring Stranger" den Abschluss der Platte einleitet: I'm just a poor wayfaring stranger Travelling through this world below There is no sickness, no toil, no danger In that bright land To which I go I'm going there to see my father And all my beloved ones who've gone on I'm just going over Jordan I'm just going over home. Gute Reise, Johnny. Lebe wohl. © Laut
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Country - Erschienen am 1. März 2010 | American Recordings

Man muss sich das Archiv des amerikanischen Produzenten Rick Rubin wohl am besten als eine Art Paradies für Musikliebhaber vorstellen. Gut abgeschirmt vor allzu neugierigen Ohren, lagern hier allerlei begehrte Tondokumente. Darunter befinden sich auch Aufnahmen, die Country-Star Johnny Cash in den letzten Jahren vor seinem Tod im September 2003 eingesungen hat. Einige dieser Songs haben Rubin und Cashs Sohn John für "American VI: Ain't No Grave" ausgewählt. So heißt es also: Cash, die sechste. Das Album soll der letzte Teil der 1994 begonnenen American Recordings-Reihe sein. Aber so genau weiß das niemand, ausgenommen Rubin selbst. Und der hat sich in geschäftlichen Dingen bislang nicht gerade den Ruf einer Plaudertasche erarbeitet. Die meisten Songs auf "Ain't No Grave" sind zusammen mit jenen vom letzten Album "A Hundred Highways" in Cashs letzten zwei Lebensjahren entstanden. An den fünften Teil der "American Recordings"-Serie knüpft die Platte thematisch nahtlos an. Schmerz, Vergänglichkeit und Erlösung bilden die zentralen Themen der zehn Songs. Auch das Konzept der Vorgänger-Alben erfährt hier seine Fortsetzung. Cash spielt fast ausschließlich Coverversionen, die dieses Mal unter anderem von seinen beiden Freunden Sheryl Crow und Kris Kristofferson stammen. Den nachhaltigsten Eindruck hinterlassen aber zwei andere Songs: "Cool Water" vom kanadischen Country-Sänger Bob Nolan sowie "Satisfied Mind" von J.H. Hayes und Jack Rhodes. Letztgenannter war auch schon auf dem Soundtrack zum zweiten Teil von Quentin Tarantinos "Kill Bill" zu hören. Der Titelsong "Ain't No Grave", ein Traditional und die bislang unveröffentlichte Eigenkomposition "I Corinthians 15:55" komplettieren die Album-Compilation. Fans freuen sich sicherlich darüber, einen der letzten Songs hören zu dürfen, die Cash geschrieben hat. Nüchtern betrachtet gehört "I Corinthians 15:55" aber zu den schwächsten des Albums. Dafür entschädigen die übrigen Songs von "Ain't No Grave", bei denen Cashs einzigartiges Charisma ein ums andere Mal durchscheint. Die Eindringlichkeit und Authentizität, die er mit seiner Stimme in die Songs legt, bleiben einzigartig und zeigen einmal mehr, warum der Mann zurecht als einer der größten Sänger in der Geschichte des Pop Würdigung erfährt. Mit "Ain't No Grave" findet zwar die "American Recordings"-Reihe ihren Abschluss. Weitere Songs von Cash könnten aber durchaus noch ihren Weg an die Öffentlichkeit finden. "Es gibt noch eine Menge Musik, die man veröffentlichen könnte, schätzungsweise rund 40 Lieder. Es könnte also durchaus einen zweiten Teil der 'Unearthed'-Box geben", verriet John Carter Cash im laut.de-Interview. Vorausgesetzt natürlich, dass Archivar und Produzent Rick Rubin sein Okay gibt. Ein mögliches Veröffentlichugsdatum jedenfalls springt sofort ins Auge: Am 26. Februar 2012 würde Johnny Cash seinen 80. Geburtstag feiern. © Laut
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Country - Erschienen am 12. Februar 2002 | Columbia - Legacy

Der Interpret

Johnny Cash im Magazin