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Die Alben

HI-RES21,49 €
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Pop - Erschienen am 26. Juni 2020 | Virgin EMI

Hi-Res Auszeichnungen Pitchfork: Best New Music
Jessie Ware assoziierte man bisher gemeinhin mit Musik fürs Schlafzimmer. Intim und softsoulig gab sie sich auf "Tough Love" und "Devotion". Jetzt legt sie ihre kantigste Scheibe vor, reif und retro. Für "What's Your Pleasure" badete die Sängerin anscheinend in alten Vinyl-Sammlungen. Der dezent-unschuldige Charme von Minnie Riperton lebt auf, man gönne sich dazu als erstes den Schlusssong - unbedingter Anspieltipp! Die sonnige Euphorie von Roy Ayers'-Wohlklangwogen findet sich in den erstklassigen Arrangements. Der Arp 2600-Kult-Synthesizer pflockt die Bassline-Grundsteine ein. Für die Oberstimmen sorgt der polyphone Deckard's Dream, Nachbau eines legendären Yamaha-Synthie und Fans früher 80er-Filme dank Hans Zimmer und Vangelis vertraut im Sound. Prince'sche Funk-Crazyness aus jener Ära hat Ware ebenso absorbiert. Energische Tanzbarkeit übernimmt sie aus dem verträumt-hypnotischen Disco-Funk der Marke Patrice Rushen. Fette Kick-Drums machen eine klare Ansage, bereiten mit erdigem Groove den Weg durch die meist schnellen Tracks und werden stets von den warmen Sphärenklängen des Oberheim Matrix 1000 umschlungen. Der Synthesizer verwandelt Klavier- und Bläsertöne in verfremdenden, gestreckten Raumklang und dient hier als angenehme Vorführung von Offbeat-Musik ohne Trap-imitierendes Gedöns. Obendrauf öffnen die Vocals das Tor zur menschlichen Seele. Und auch als Instrumentals wären einige der Songs wertvoll. Jessie Ware haucht Sehnsüchte, die selten besonders geschlechtsspezifisch wirken. "Read My Lips" deutet etwas das Prinzip 'Prinzessin' an, und ansonsten beherbergt die Platte genau jenes urbane Lebensgefühl der sexuellen Befreiung in den 70ern, das unisex und unabhängig der Orientierung vorherrschte: sich fallen lassen und hingeben. Die frisch im TV wiederholten Bond-Filme mit Roger Moore parodieren damals schon dieses vorschnelle Sich-Anvertrauen mit Charme, Jessie Ware wäre Kandidatin für einen heutigen 007-Filmsong. Den Gestus der Unschuldigen legt sie in "Spotlight" mit ihrer Darstellung von "moonlight and satin" dar: sinnlich, fühlbar, bereit für ein romantisches Abenteuer sofort im ersten Track, ohne Anwärmphase. Jessie vertont in "The Kill" auch die Gefahren, wenn es "complicated" wird und Liebe ins Verletzende kippt. Die Musik erinnert an Zeiten, in denen richtig Geld in organischen Sound gepumpt wurde, auch textlich handelt der eindrucksvolle Schlusstrack vom Zurückdenken, "Remember Where You Are". Ware saugt ihren Sound aus dem New Yorker Underground von Pionier Walter Gibbons und Early Adopter Frankie Knuckles und den Stimmungen, die Giorgio Moroder mit Donna Summer inszenierte. Die Synth-Percussions entwickeln auf "What's Your Pleasure" ein Eigenleben, ziehen den Hörer wie an einer Leine auf sicherem Pfad in den Disco-Jungle. Einzig anzumerken wäre, dass auf diesem stimmungsvollen und ziemlich genialen Album wie schon bei Wares Vorgänger-CDs der 'Hit' fehlt. Eine Smash-Nummer, die bei uns den Weg in die Crossover-Pop-Charts bahnen könnte, wäre allenfalls "Soul Control", allerdings auch der einzige vorhersehbare Track. Gut, die cinematoskopischen Pizzicato-Synthie-Geigen in "Step Into My Life" wirken extrem eingängig, genauso wie die Harmony Line im sommerlich-luftigen "Read My Lips" und das kindlich gesungene, Blondie-art-poppige "Ooh La La", das mit Jojo-Beats und leichtem Post-Punk-Twang brilliert. Doch meist überwiegt die filigrane Gestaltung. Mehrmals, z.B. im Intro zu "Mirage (Don't Stop)", führt die Melodie auf eine falsche Fährte. Songs starten spannend, bauen immer mehr Spannung auf statt ab und verschließen sich so dem Nebenbei-Konsum ("The Kill", "In Your Eyes"). "What's Your Pleasure" spult gegenüber Dua Lipas "Future Nostalgia" noch ein halbes bis ganzes weiteres Jahrzehnt zurück und landet somit auch in jener Zeit, als dubbiger Disco-House und Hip Hop à la Kool Herc und Afrika Bambaataa sich parallel und wechselseitig entwickelten, was besonders in den Effekten von "Ooh La La" anklingt. Dieser Rücksprung macht die Scheibe zum Ereignis. Das fantasielose Cover-Artwork beiseite genommen, ist das Album hochwertig produziert und lohnt sich als schwarze Schallplatte, der man bei einem Gläschen Lieblingsgetränk beim Drehen zusieht. © Laut
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Pop - Erschienen am 20. Oktober 2017 | Universal-Island Records Ltd.

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Pop - Erschienen am 28. Februar 2020 | Virgin EMI

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Pop - Erschienen am 20. Oktober 2017 | Universal-Island Records Ltd.

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Pop - Erschienen am 1. Januar 2013 | Universal-Island Records Ltd.

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Pop - Erschienen am 4. August 2014 | Universal-Island Records Ltd.

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Pop - Erschienen am 6. November 2019 | Virgin EMI

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Pop - Erschienen am 24. April 2020 | Virgin EMI

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Pop - Erschienen am 1. Januar 2012 | Universal-Island Records Ltd.

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Pop - Erschienen am 7. Mai 2020 | Virgin EMI

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Pop - Erschienen am 4. August 2014 | Universal-Island Records Ltd.

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Pop - Erschienen am 13. Februar 2019 | Virgin EMI

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Pop - Erschienen am 8. September 2017 | Universal-Island Records Ltd.

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Pop - Erschienen am 3. Oktober 2018 | Virgin EMI

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Pop - Erschienen am 4. August 2014 | Universal-Island Records Ltd.

Nach ihrem Karrierebeginn als Sängerin für SBTRKT, Disclosure oder Jack Peñate gelang es Jessie Ware sich 2012 mit ihrem Debüt als Solokünstlerin zu etablieren. "Devotion" wurde in ihrer Heimat mit einer Nominierung für den Mercury Prize geadelt. Ihre zweite Platte "Tough Love" soll nun an den Erfolg anknüpfen und schielt gleichzeitig in Richtung eines größeren Publikums abseits der (Süd-)Londoner Elektro-Szene. Der sinnliche Zweitling liebäugelt noch offener mit Pop-Elementen als der Vorgänger, mal in Form eines eingängigen Mitsingrefrains ("You & I (Forever)") oder einer chartgerechten Ballade mit Chorfinale, für die sie sich als Co-Writer den Briten Ed Sheeran an Bord holte ("Say You Love Me"). Der Ansatz ist vielleicht ein bisschen abgedroschen, funktionieren tut er im rückwärtsgewandten R'n'B/Soul-Kontext von Wares Schaffen trotzdem. Ein vielseitiges und meist glückliches Händchen beweist die Dame aus London bei der Wahl ihrer Co-Songwriter und Produzenten. BenZel, bekannt als "Japanese teenage duo", sorgen bei knapp der Hälfte der Songs für die Hipness hinter den Reglern. Auch Grammy-Gewinner Emile Haynie ist beim düsteren, Streicher-versetzten "Pieces" am Werk. Zuletzt hatte der Produzent seine Finger bei FKA Twigs "LP1" im Spiel, mit der Jessie Ware nicht nur stilistische und stimmliche Ähnlichkeiten aufweist, sondern einen weiteren Co-Writer. Alleskönner Dev Hynes, auch bekannt als Blood Orange, sorgt mit "Want Your Feeling" für ein spritziges Keyboard-Gitarren-Highlight, dessen Synthies an 80er Dancefloor-Hits erinnern. Eine willkommene Abwechslung auf einem in seiner Grundstimmung recht getragenen Album. Gastschreiber Miguel gelingt es nur, einen seiner beiden Beiträge auf die Britin zuzuschneiden. "You & I (Forever)" reicht nicht über die Durschnittsmischung aus R'n'B und Pop hinaus. In "Kind Of...Sometimes...Maybe" hingegen verführt Jessie Ware ihre Hörer mit samtig langgezogenen Noten, die von plätschernden Synthies und leisem Flüstern begleitet werden. Wie nahe sie trotz der stärkeren Pop-Einflüsse dem elektronischen Sound rund um SBTRKT und Konsorten steht, scheint auf Tracks wie "Cruel" nach wie vor durch. Unterstützt unter anderem von Simian-Mitglied und Klaxons-Produzent James Ford sowie Producer Dave Okumu (Amy Winehouse, St. Vincent) pochen kühle Beats und Synthies unter den souligen Gesangsmelodien. Der von Kid Harpoon mitgeschriebene Closer "Desire" verzichtet auf überflüssige Spielereien und lebt vom Kontrast zwischen harten, monotonen Beats und Wares vor Emotionen vibrierender Stimme. Im Titeltrack "Tough Love" haucht sie sich begleitet von fragilen Beats die Seele aus dem Leib, erreicht dabei eine ähnliche Gänsehautatmosphäre wie erwähnte FKA Twigs. Leider gelingt es Jessie Ware nicht immer, ihre Stimme richtig einzusetzen, sondern lässt sie von all den Halleffekten und Beats gerne vernebeln ("Keep On Lying"). Trotzdem festigt "Tough Love"definitiv Jessie Wares Stellung als herausragende Sängerin, die ein ebenso beeindruckendes Gespür für die richtigen Kollabopartner wie einen stimmigen Mix aus Retro und Moderne hat. © Laut
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Pop - Erschienen am 31. August 2017 | Universal-Island Records Ltd.

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Pop - Erschienen am 20. Oktober 2017 | Universal-Island Records Ltd.

CD14,99 €

Pop - Erschienen am 26. Juni 2020 | Virgin EMI

Jessie Ware assoziierte man bisher gemeinhin mit Musik fürs Schlafzimmer. Intim und softsoulig gab sie sich auf "Tough Love" und "Devotion". Jetzt legt sie ihre kantigste Scheibe vor, reif und retro. Für "What's Your Pleasure" badete die Sängerin anscheinend in alten Vinyl-Sammlungen. Der dezent-unschuldige Charme von Minnie Riperton lebt auf, man gönne sich dazu als erstes den Schlusssong - unbedingter Anspieltipp! Die sonnige Euphorie von Roy Ayers'-Wohlklangwogen findet sich in den erstklassigen Arrangements. Der Arp 2600-Kult-Synthesizer pflockt die Bassline-Grundsteine ein. Für die Oberstimmen sorgt der polyphone Deckard's Dream, Nachbau eines legendären Yamaha-Synthie und Fans früher 80er-Filme dank Hans Zimmer und Vangelis vertraut im Sound. Prince'sche Funk-Crazyness aus jener Ära hat Ware ebenso absorbiert. Energische Tanzbarkeit übernimmt sie aus dem verträumt-hypnotischen Disco-Funk der Marke Patrice Rushen. Fette Kick-Drums machen eine klare Ansage, bereiten mit erdigem Groove den Weg durch die meist schnellen Tracks und werden stets von den warmen Sphärenklängen des Oberheim Matrix 1000 umschlungen. Der Synthesizer verwandelt Klavier- und Bläsertöne in verfremdenden, gestreckten Raumklang und dient hier als angenehme Vorführung von Offbeat-Musik ohne Trap-imitierendes Gedöns. Obendrauf öffnen die Vocals das Tor zur menschlichen Seele. Und auch als Instrumentals wären einige der Songs wertvoll. Jessie Ware haucht Sehnsüchte, die selten besonders geschlechtsspezifisch wirken. "Read My Lips" deutet etwas das Prinzip 'Prinzessin' an, und ansonsten beherbergt die Platte genau jenes urbane Lebensgefühl der sexuellen Befreiung in den 70ern, das unisex und unabhängig der Orientierung vorherrschte: sich fallen lassen und hingeben. Die frisch im TV wiederholten Bond-Filme mit Roger Moore parodieren damals schon dieses vorschnelle Sich-Anvertrauen mit Charme, Jessie Ware wäre Kandidatin für einen heutigen 007-Filmsong. Den Gestus der Unschuldigen legt sie in "Spotlight" mit ihrer Darstellung von "moonlight and satin" dar: sinnlich, fühlbar, bereit für ein romantisches Abenteuer sofort im ersten Track, ohne Anwärmphase. Jessie vertont in "The Kill" auch die Gefahren, wenn es "complicated" wird und Liebe ins Verletzende kippt. Die Musik erinnert an Zeiten, in denen richtig Geld in organischen Sound gepumpt wurde, auch textlich handelt der eindrucksvolle Schlusstrack vom Zurückdenken, "Remember Where You Are". Ware saugt ihren Sound aus dem New Yorker Underground von Pionier Walter Gibbons und Early Adopter Frankie Knuckles und den Stimmungen, die Giorgio Moroder mit Donna Summer inszenierte. Die Synth-Percussions entwickeln auf "What's Your Pleasure" ein Eigenleben, ziehen den Hörer wie an einer Leine auf sicherem Pfad in den Disco-Jungle. Einzig anzumerken wäre, dass auf diesem stimmungsvollen und ziemlich genialen Album wie schon bei Wares Vorgänger-CDs der 'Hit' fehlt. Eine Smash-Nummer, die bei uns den Weg in die Crossover-Pop-Charts bahnen könnte, wäre allenfalls "Soul Control", allerdings auch der einzige vorhersehbare Track. Gut, die cinematoskopischen Pizzicato-Synthie-Geigen in "Step Into My Life" wirken extrem eingängig, genauso wie die Harmony Line im sommerlich-luftigen "Read My Lips" und das kindlich gesungene, Blondie-art-poppige "Ooh La La", das mit Jojo-Beats und leichtem Post-Punk-Twang brilliert. Doch meist überwiegt die filigrane Gestaltung. Mehrmals, z.B. im Intro zu "Mirage (Don't Stop)", führt die Melodie auf eine falsche Fährte. Songs starten spannend, bauen immer mehr Spannung auf statt ab und verschließen sich so dem Nebenbei-Konsum ("The Kill", "In Your Eyes"). "What's Your Pleasure" spult gegenüber Dua Lipas "Future Nostalgia" noch ein halbes bis ganzes weiteres Jahrzehnt zurück und landet somit auch in jener Zeit, als dubbiger Disco-House und Hip Hop à la Kool Herc und Afrika Bambaataa sich parallel und wechselseitig entwickelten, was besonders in den Effekten von "Ooh La La" anklingt. Dieser Rücksprung macht die Scheibe zum Ereignis. Das fantasielose Cover-Artwork beiseite genommen, ist das Album hochwertig produziert und lohnt sich als schwarze Schallplatte, der man bei einem Gläschen Lieblingsgetränk beim Drehen zusieht. © Laut
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Pop - Erschienen am 15. Dezember 2017 | Universal-Island Records Ltd.

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