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Die Alben

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Rock - Erschienen am 19. Juni 2020 | Columbia

Hi-Res Auszeichnungen 4F de Télérama - Pitchfork: Best New Music
Mit seinen nun bald 80 Lenzen lässt Bob Dylan wieder von sich hören. Und diesmal meint er es ernst. Rough and Rowdy Ways ist seit Tempest im Jahr 2012 das erste Album mit selbstkomponierten Songs, und erscheint zu einer Zeit, in der die Welt in jeder Hinsicht auf dem Kopf steht. Der Zim hatte dieses Aushängeschild als „Wortführer einer Generation“ natürlich nie leiden können, das ihm bestimmte Leute in den Sechzigern und Siebzigern angehängt hatten, als es um die Welt auch nicht viel besser bestellt war. Aber allein diese Stimme zu hören, egal, ob ihr nun poetische oder politische, esoterische oder historische Inspirationen zugrunde lagen, wirkte immer wie ein hoch erfreulicher, lebensrettender Abstecher. Diese 2020er Ausgabe ist in gleichem Maße faszinierend und angesichts seines hohen Alters werden wohl Stimmen laut werden, die sie als Konvolut eines ausklingenden Lebens, wenn nicht sogar als Testament deuten werden…Die Geschichte dieses Albums beginnt am 27. März 2020, als Dylan ganz unerwartet Murder Most Fool veröffentlicht, einen 17-minütigen Song über den Mord an John F. Kennedy, mit dem er dieses Album Rough and Rowdy Ways ausklingen lässt. Dieser musikalisch gedämpfte Schock ist eher Sprechgesang als Gesang, etwas zwischen politischer Schimpftirade und Pop(ulärer)kultur, wobei er mit einem ganzen Regiment an Referenzen aufwartet, etwa den Beatles, Joni Mitchell, Wanda Jackson, Robert Johnson, Grateful Dead, The Who, Elvis Presley, Joan Baez, Little Richard, Billie Holiday, Patsy Cline, Etta James, John Lee Hooker, Nina Simone, les Eagles, Stan Getz, Thelonious Monk, Charlie Parker, Woody Guthrie, Ella Fitzgerald, Nancy Sinatra, Stevie Nicks, Miles Davis, Chet Baker, Randy Newman und sogar Ludwig van Beethoven! Wie immer in seinem Fall gehen Verständliches und weniger Verständliches Hand in Hand und die Experten und Fachgelehrten des Dylanismus werden jetzt Monate damit verbringen, jedes Wort und jede Silbe ihres Idols zu entschlüsseln. Wie er in einem Interview mit der New York Times erklärte, ist es „unwichtig, ins Detail zu gehen. Dieser Song ist wie ein Gemälde. Man kann nicht gleich alles sehen, wenn man zu nahe steht. Alle einzelnen Teile sind nur Teil eines Ganzen“.Auch Rough and Rowdy Ways ist etwas einheitlich Ganzes, bei dem Dylan zwischen altem, ausgeleiertem, schnörkellosem Blues (Crossing the Rubicon, False Prophet) und dezenten, sepiagetönten Walzern hin und her wechselt. In diesem Sturzbach mit vielen Worten und weitaus weniger Noten bringt er Bürgerrechte, Krieg, Religion, Tod und auch sich selbst zur Sprache (I ain’t no false prophet / I just know what I know / I go where only the lonely can go - Ich bin kein falscher Prophet / Ich weiß nicht mehr als das, was ich weiß / Ich mache, was nur Einzelgänger machen) und unzählige andere Themen. Das, was er präsentiert, ähnelt vielmehr von Poesie durchtränkten Monologen als seinen klassisch strukturierten Songs im vorigen Jahrhundert wie Blowin' in the Wind, Mr. Tambourine Man, Lay Lady Lay, Hurricane und auch Like a Rolling Stone. So gesehen ist es nicht wirklich leicht, sich diesem Gemurmel hinzugeben, wenn Dylan mit der charismatischen Aura eines Weissagers seine Geschichten herunterleiert. Schließlich ist Rough and Rowdy Ways ein Beweis dafür – auch wenn Bob Dylan ein unabänderlicher Meister des Blues, des Folk, des Jazz und des Country ist – dass er nach wie vor ein ganz eigenes musikalisches Genre verkörpert. © Marc Zisman/Qobuz
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Folk - Erschienen am 24. Mai 1963 | Columbia

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Rock - Erschienen am 19. März 1965 | Columbia

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Rock - Erschienen am 31. Oktober 2014 | Columbia - Legacy

Hi-Res Auszeichnungen 4F de Télérama - Grammy Awards
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Rock - Erschienen am 2. November 2018 | Columbia - Legacy

Hi-Res Auszeichnungen 4F de Télérama - Best New Reissue
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Rock - Erschienen am 17. Januar 1975 | Columbia

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Pop/Rock - Erschienen am 30. September 1997 | Columbia

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Pop/Rock - Erschienen am 10. Januar 1964 | Columbia

Auszeichnungen Qobuz' perfekte Schallplattensammlung
Ein 22-Jähriger steht mit seiner Gitarre auf der Bühne, umgeben von über 100.000 Menschen, die am 28. August 1963 in Washington gleiche Rechte für Weiße und Schwarze einfordern. Die Menge ist begeistert von seinen Songs, die er alleine und mit Folk-Superstar Joan Baez vorträgt. Peter, Paul And Mary singen sein "Blowin' In The Wind". Martin Luther King wird später eine Rede halten, die in die Geschichte eingeht und dem Prediger den Friedensnobelpreis einbringt ("I Have A Dream"). Im Laufe der nächsten Monate wird aus einem so gut wie unbekannten jungen Barden die Stimme einer Generation. Jeder würde solch einen Moment als einen der Highlights seines Lebens ansehen. Fast jeder. Nicht jeder. Zumindest nicht derjenige, um den es hier geht. In seinen "Chronicles, Vol. I" (2004) verliert Bob Dylan über den epochalen Friedensmarsch in Washington kein einziges Wort. Dafür beklagt er sich seitenweise bitter darüber, was ihm die Leute alles angedichtet hätten. Er sei der neue Messias, der Retter der Welt, ein Buddha in westlichen Klamotten. Dabei sei er doch nur ein Mensch, der gerne Musik gemacht habe, schreibt er. Bis man anfing, ihn überall hin zu verfolgen, anzuhimmeln und nicht mehr in Ruhe zu lassen. Wie es soweit kommen konnte? Die Antwort, mein Freund, liegt in der vorliegende Platte aus dem Jahr 1964. Und in dem ein Jahr zuvor veröffentlichten Werk "The Freewheelin' Bob Dylan". Wobei man sie fast als Einheit sehen kann, denn die meisten Stücke hat Dylan 1962 und 1963 in einem beispiellosen kreativen Schub geschrieben. Für "Blowin' In The Wind" soll er gerade mal 30 Minuten gebraucht haben. Die Melodie holte er sich aus dem Traditional "No More Auction Block", den Text dazu tippte er auf seiner Schreibmaschine ein. Zu diesem Zeitpunkt sieht sich Dylan in der Tradition seines großen Vorbilds Woody Guthrie und unzähliger Musiker, die im Laufe den vorangegangenen 100 Jahren Lieder über die Härte des Lebens, die Schmerzen der Liebe und die Unausweichlichkeit des Todes geschrieben haben. Seine nasale, vibrierende, nicht schöne, aber einprägsame Stimme begleitet er mit Akustikgitarre und Mundharmonika. Hatte Dylan auf seinem gleichnamigen Debüt 1962 noch auf viele Traditionals zurückgegriffen, beginnt er anschließend, eigene Texte zu schreiben. In New York lernt er nicht nur seine engagierte Freundin Suze Rotolo kennen (mit der er auf dem Cover von "Freewhelin'" in einer dünnen Militärjacke durch den Schnee stapft), sondern auch eine politisch liberal gesinnte Welt. Wie Guthrie sucht Dylan nach Inspiration in den Tageszeitungen. Die großen Themen 1962 sind die Rassenunruhen im Süden und die Kuba-Krise, bei der die USA und die UdSSR kurz vor dem Atomkrieg stehen. Topical Writing sei die einfachste Möglichkeit gewesen, Songs zu schreiben, so Dylan später, denn das Thema sei ja schon vorgegeben. Er habe es sich einfach durch den Kopf gehen lassen müssen und niederschreiben, was ihm dazu einfiel. "Der Erste heute wird morgen der letzte sein, denn die Zeiten ändern sich" kündigt er auf "The Times They Are A-Changin'" im gleichnamigen Opener an. Gleich danach erzählt er die desolate Geschichte eines verhungernden Farmers, der in "Ballad Of Hollis Brown" mit seinem letzten Geld sieben Patronen kauft und damit sich und seine Familie auslöscht. "Wir haben den Deutschen vergeben und wurden Freunde. Zwar haben sie sechs Millionen ermordet, in Öfen mussten sie braten, nun haben aber auch die Deutschen Gott auf ihrer Seite", prangert er in "With God On Our Side" die Heuchelei der Mächtigen an, die sich für ihre kriegerischen Missetaten Hilfe von oben herbeireden. Noch nicht genug: "Only A Pawn In Their Game" handelt vom Aktivisten Medgar Evers, der sich für die Rechte der Schwarzen an der Universität von Mississippi eingesetzt hatte und 1963 von einem Mitglied einer rassistischen weißen Gruppierung erschossen wurde. Er sei aber nur der Handlanger der weißen Elite gewesen, die den Rassenhass schüre, um die Kontrolle zu behalten, so Dylan. In "The Lonesome Death Of Hattie Carroll" erinnert er an eine schwarze Barfrau, die 1963 in Baltimore von einem betrunkenen, wohlhabenden weißen Plantagenbesitzer beleidigt und mit einem Stock geschlagen wird. Sie starb wenig später an einer Hirnblutung, doch ein Gericht verurteilte den Mann zu lediglich sechs Monaten Haft. Bleibt noch genügend Platz für zwei von Dylans schönsten Liebesliedern, "One Too Many Mornings" (das er 1969 im Duett mit Johnny Cash noch einmal aufnimmt) und "Boots Of Spanish Leather", in denen er die zunehmend schwierige Beziehung zu Suze Rotolo verarbeitet. Außerdem das epische "When The Ship Comes In", inspiriert von Brecht/Weills "Seeräuberjenny" aus ihrer "Dreigroschenoper", niedergeschrieben in einem Hotel, das ihm zunächst kein Zutritt gewahren wollte, weil er zu ungepflegt aussah. Doch das Lied, mit dem alles anfing, hatte er schon auf "Freewhelin'" veröffentlicht. "How many roads must a man walk down, before you can call him a man? The answer, my friend, is blowing in the wind", so die ersten Zeilen eines Openers, der mit simplen Bildern, simplen Fragen und simplen Antworten auskommt. "Es gibt nicht viel zu diesem Song zu sagen, außer, dass die Antwort im Winde weht" hatte Dylan schon 1962 klargestellt, als er den Song noch vor der Veröffentlichung des Albums für eine Compilation freigegeben hatte. Es ist das größte Missverständnis der populären Musik, denn noch 50 Jahre später ist es eine Hymne, die auf jeder Demo seinen Platz findet – und zu jeder Demo passt. Wie atemberaubend die Entwicklung und Vielseitigkeit Dylans bleibt, zeigt sich daran, dass auch fast alle folgenden Platten in den 60er Jahren Meilenstein-Status besitzen. Um die Messias-Rufe abzuschütteln, macht er auf "Another Side Of Bob Dylan" (1964) Schluss mit den Topical Songs. Auf "Bringing It Back Home" (1965) greift er bei mehreren Stücken zu E-Gitarre und Schlagzeug. Beim Newport Folk Festival und seiner anschließenden Welt-Tour erntet er mit diesem "Verrat" (der berühmte "Judas"-Ruf erfolgt bei einem Auftritt in England 1966) von Teilen seiner Zuhörerschaft Wut, gar Hass. Ist das der Weg, seine alten, nervigen Fans endgültig loszuwerden? Mit "Highway 61 Revisited" (1966) und "Blonde On Blonde" (1967) erschafft Dylan jedenfalls zwei epochale Platten, die man wahrscheinlich als seine besten bezeichnen kann. Danach nutzt er einen Motorradunfall, um sich vor der Öffentlichkeit zurück zu ziehen und weiter Verunsicherung um seine Person zu stiften. Als er mit "John Wesley Harding" (1968) wieder ein Lebenszeichen von sich gibt, hört er sich schon wieder ganz anders an. Noch viele Jahre wird er sich bemühen, Fans vor den Kopf zu stoßen, was ihm aber nur bedingt gelingt. Als Musiker und Texter ist er einfach zu gut. Ein langer, spannender Werdegang, bei dem noch Dutzende Platten entstehen, manche mittelmäßig, viele brillant. Fest steht: 50 Jahre nach ihrer Veröffentlichung haben seine Alben zwei und drei nichts von ihrem Reiz verloren. The Times They Are A-Changin', nach wie vor. Und Dylan ist immer noch da, um uns davon zu erzählen. © Laut
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Pop/Rock - Erschienen am 1. November 1983 | Columbia

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Pop/Rock - Erschienen am 9. Juni 1970 | Columbia

Auszeichnungen Pitchfork: Best New Reissue
Den Frust der Bob Dylan-Jünger fasste der prominente Musikkritiker und Aficionado Greil Marcus bei seiner Besprechung von "Self Portrait" prägend zusammen: "What is this shit? schrieb er im Juni 1970 im Rolling Stone. Falls der Betroffene die Zeilen damals gelesen haben sollte, dürfte er sich gefreut haben, denn genau das war seine Absicht gewesen: Musikalische Rauchbomben zu werfen, um so endlich Ruhe vor all denjenigen zu haben, die ihn als Messias, Retter der Welt, Stimme einer Generation und dergleichen anhimmelten. Nachdem er einen Motorradunfall genutzt hatte, um 1966 eine Zeitlang von der Bildfläche zu verschwinden, veröffentlichte Dylan eine Reihe von Alben, die betont anspruchslos wirken sollten: 1968 "John Wesley Harding" (immerhin mit dem grandiosen "All Along The Watchtower"), 1969 das countryeske "Nashville Skyline" (in Zusammenarbeit mit Johnny Cash, der für seine Liner Notes einen Grammy erhielt), 1970 in Abstand von nur vier Monaten erst eine Doppel-LP mit dem ironischen Titel "Self Portrait" und dann "New Morning". Eine ganze Menge, eigentlich, doch recht wenig im Vergleich zu dem, was Dylan zwischen 1962 und 1966 aufgenommen hatte. "Ich machte ein Doppelalbum, bei dem ich einfach alles, was mir einfiel, gegen die Wand warf. Was kleben blieb, veröffentlichte ich. Später sammelte ich das auf, was heruntergefallen war, und veröffentlichte es auch", schrieb Dylan zum Output von 1970 in seinen "Chronicles, Volume 1". Das vorliegende Werk versammelt, wie schon die "Bootleg"-Ausgaben zuvor, alternative Aufnahmen und Stücke, die es letztendlich nicht in die Endauswahl schafften, hauptsächlich von diesen zwei Werken. Da Dylan nicht besonders inspiriert war, fällt auch diese Sammlung weniger spektakulär aus als andere aus der Serie. Was aber nicht bedeutet, dass es sich nicht lohnen würde, reinzuhören. "Went To See The Gypsy", ein Auszug aus "New Morning", kommt mit zwei Gitarren und einem stimmlich angeschlagenen Dylan noch etwas ungehobelt daher, doch auf der Murder Ballad "Little Sadie" klingt er gleich viel besser. Wie allgemein bei den Traditionals, an denen es hier nicht mangelt, so das zarte und bisher unveröffentlichte "Little Saro", ein englisches Stück aus dem 18. Jahrhundert. "Alberta #3" swingt gemütlich vor sich hin und erinnert an Neil Young, die Klavierballade "Spanish Is The Loving Tongue" dagegen an Randy Newman. "Only A Hobo" ist in einer anderen Version bereits auf "The Bootleg Series Vol. 1-3" erschienen, wie auch "House Carpenter". "Minstrel Boy" liefert ein Zeugnis der legendären "Basement Tapes" ab, die dem Klang nach gelegentlich feucht-fröhlich abgelaufen sein müssen. "Railroad Bill" hätte mit Ziehharmonika, zwei Akustikgitarren und einem Klavier auch vier oder fünf Jahre früher entstanden sein können, "All The Tired Horses" kommt mit dem weiblichen Hintergrundgesang und wenigen Noten auf der Gitarre aus. Die Arrangements auf der zweiten CD sind ausgearbeiteter, die Stücke insgesamt weniger einprägsam, aber auch hier fehlen nicht ein paar Überraschungen. So "Working On A Guru" und "Time Passes Slowly", die Dylan mit George Harrison aufnahm. Das erste Stück soll sich Dylan während der Session aus dem Arm geschüttelt haben, das zweite erinnert zu stark an "A Little Help From My Friends" in der Version Joe Cockers. "If Not For You" bleibt auch in dieser Demo-Version eines von Dylans besseren Liedern, wie auch "Wallflowers", das ebenfalls schon auf "The Bootleg Series Vol. 1-3" zu hören war. Auf "Wigwam" oder die penetranten "Days Of '49" und "Bring Me A Little Water Now" hätte man auch verzichten können. "I'll Be Your Baby Tonight" und "Highway 61 Revisited" zeigen, dass Dylan mit der Band auf der Isle of Wight 1969 seinen Spaß hatte. "Sign On The Windows" experimentiert wenig erfolgreich mit orchestralen Klängen, wie "Belle Isle" beweist, das auf "Self Portrait" viel zu überladen wirkte und hier ohne Streicherbegleitung wesentlich besser klingt. Wie immer ist die Verpackung ein wesentlicher Bestandteil des "Bootleg"-Produkts. Neben den Sammlerausgaben aus vier CDs oder auf Vinyl überzeugt auch die Arme-Leute-Version dank zweier liebevoll gestalteter Silberlinge und einem dicken Booklet. Den wichtigsten Aufsatz durfte ausgerechnet Greil Marcus schreiben, der zwar seinen berühmten Spruch zitiert, sich 43 Jahre später aber versöhnlich zeigt. Zumal Dylans Plan letztendlich doch nicht aufging. "Self Portrait" und "New Morning" erreichten in den USA die Top Ten der Charts, in Großbritannien gelangten beide gar an die Spitze. In den folgenden Jahren tauchte Dylan also wieder unter, versuchte sich als Schauspieler und Soundtrack-Komponist. Wieder verfehlte er das Ziel. Dass eine solch simple und schale Nummer wie "Knockin' On Heaven's Door" 1973 zu einer seiner berühmtesten und erfolgreichsten wurde, dürfte aus seiner Sicht wieder die Ironie jenes Schicksals sein, mit dem er lange gehadert hat. © Laut
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Pop/Rock - Erschienen am 11. September 2001 | Columbia

Hi-Res Auszeichnungen Hi-Res Audio
Irgendwann ist immer das erste Mal. Mittlerweile 60-jährig schafft Bob Dylan, was ihm bislang verwehrt blieb: Sein Album Nummer 43 (!) erobert Platz eins der deutschen WOM-Charts. Der Mann, der Jahrzehnte lang als Aufrührer und Revolutionär galt, als Anwalt der Schwachen und Unterdrückten, steht nun an der Spitze des Establishments. Das ist doch was. Allerdings hat "Love And Theft" mit dem wütend aufbegehrenden Blues-Rock früherer Tage auch nicht mehr viel gemein, nicht nur weil die Mundharmonika ganz fehlt. Abgesehen von einigen traurigen Country-Blues Balladen, die so oder so ähnlich auch schon auf dem Vorgänger "Time Out Of Mind" zu hören waren, sind eigentlich kaum Ähnlichkeiten zu früheren Veröffentlichungen des Altmeisters auszumachen. Vielmehr handelt es sich bei der Scheibe, die Dylan mit seiner aktuellen Tourband eingespielt hat, um eine Hommage an die Countrymusik des guten alten Amerika und ihre vielfältigen Ausprägungen. Das geht los mit "Tweedle Dee And Tweedle Dum" im Rockabilly-Stil mit einem rollenden Rhythmus, der unweigerlich die Vorstellung einer Zugfahrt durch die Weiten des Landes hervor ruft. Nicht nur der Sound klingt nach Memphis, auch der Titel: Elvis Presley hatte ganz am Anfang seiner Karriere einen gleichnamigen Song im Programm. Dass Dylan, der ja nach einer schweren Erkrankung im Jahr '97 erklärt hatte, er sei "unterwegs gewesen, Elvis zu treffen", keine verlorene Idylle wieder beleben möchte, zeigt allein der Text des Songs: Dum und Dee sind nämlich zwei hoffnungslose, in Drogenhändel verstrickte Loser, die sich schließlich gegenseitig ans Leder gehen. "Mississippi" klingt, als sei Dylan wie Randy Newman in New Orleans aufgewachsen, "Summer Days" ist wieder Rockabilly mit einem Schuss Western Swing. "Bye And Bye", ein Lobgesang auf die Liebe, verpackt die Melodie von "Blue Moon Revisited" in reinsten 60er-Jahre Swing, und mit "Floater" sind wir endgültig beim Shuffle-Country in Nashville angelangt. In der Folge finden sich Bluegrass-, Cajun-, Western-Bar-Themen und Balladen wie "Moonlight" oder "Po' Boy", in denen sich Dylan als großer Songwriter und auch als stilsicherer Sänger (!) präsentiert. Wie überhaupt die ganze Platte von großer Liebe zur Musik und ihren Traditionen belebt ist. Und wenn dieses Zeitdokument auch womöglich bald in meinem Plattenschrank verstaubt, so bereitet es mir doch diebische Freude, einer Platte, die die Charts anführt, fünf Punkte zu geben (wahrscheinlich ein einmaliges Erlebnis). © Laut
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Rock - Erschienen am 7. Juni 2019 | Columbia - Legacy

Hi-Res Auszeichnungen Best New Reissue
Dylan widmet den Vol. 5 seiner Bootleg Series im Jahre 2002 der legendären Rolling Thunder Revue, seiner zum Kult gewordenen Tournee im Herbst 1975/Frühjahr 1976, die das Album Hard Rain schon in Marmor gemeißelt hatte. Ein Kunstgriff mit 57 Konzerten im Anschluss an die Veröffentlichung eines seiner besten Alben, Blood On the Tracks, wofür er seine Ex, Joan Baez, Roger McGuinn von The Band, Joni Mitchell, aber auch Ramblin' Jack Elliott, Kinky Friedman, Bob Neuwirth, T-Bone Burnett, David Bowies Gitarristen Mick Ronson und die Violinistin Scarlet Rivera ins Boot geholt hat. Diese Tournee war einzigartig, denn sie war etwas Ausgefallenes im Werdegang ihres Urhebers. Die Songs des damals 34-jährigen (und gefühlsmäßig total aufgebrachten) Dylan fanden einen originellen Rahmen mit traditionellem Folk (Woody Guthrie lässt immer wieder mal grüßen), unbefangener Geisteshaltung „unter Kumpels“ und Modernität, die Ronsons Glam-Gitarre zuzuschreiben ist. Vor allem hat der Zimmermann seine mehrmonatige Tour in einen Rock-Veranstaltungszirkus verwandelt, bei dem das künstlerisch verschleierte Chaos in den Adelsstand höchster Kunst erhoben wird. Die Dylan-Fans werden bei The Rolling Thunder Revue: The 1975 Live Recordings in Ohnmacht fallen: 148 Titel (davon mehr als 100 unveröffentlichte!) auf 14 CDs mit mehr als zehneinhalb Stunden Musik! Diese, seinen eingefleischten Anhängern vorbehaltene Ali Baba-Schatzkammer, enthält die fünf kompletten, bei der Tournee aufgenommenen Konzerte, sowie die Proben in den New Yorker S.I.R Studios und im Seacrest Motel in Falmouth. Auch ein Bonuszusatz mit weiteren, seltenen Auftritten bei dieser Rolling Thunder Revue gehört dazu. Man muss sich eben ein bisschen Zeit nehmen, um sich in dieses lange, aber fesselnde historische Dokument zu vertiefen. Eine Lebens- und Schaffensperiode, die den Fall Dylan ungeschminkt und in seiner ganzen Komplexität offenlegt. Seinen Bezug zur Tradition. Seine Art des Daseins in seiner Zeit. Seinen Bezug zum Schreiben, aber auch zu denen, die ihm nahe stehen. Ein wahrer Schatz, der zur gleichen Zeit wie Rolling Thunder Revue: A Bob Dylan Story by Martin Scorsese erscheint – der von Netflix produzierte Dokumentarfilm über diese in der Geschichte der Rockmusik einzigartige Tournee von Martin Scorsese. © Marc Zisman/Qobuz
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Pop/Rock - Erschienen am 6. November 2015 | Columbia - Legacy

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Rock - Erschienen am 15. Oktober 2010 | Columbia - Legacy

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Pop/Rock - Erschienen am 23. August 2013 | Columbia

Auszeichnungen Pitchfork: Best New Reissue
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Rock - Erschienen am 15. Oktober 2010 | Columbia - Legacy

Auszeichnungen Qobuz' perfekte Schallplattensammlung
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Rock - Erschienen am 15. Oktober 2010 | Columbia - Legacy

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Pop/Rock - Erschienen am 15. Oktober 2010 | Columbia - Legacy

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Folk - Erschienen am 18. Oktober 2010 | Columbia - Legacy

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Rock - Erschienen am 25. März 2014 | Columbia

Der Interpret

Bob Dylan im Magazin
  • Der große Zirkus Dylan
    Der große Zirkus Dylan Ein Dokumentarfilm von Martin Scorsese und ein Box-Set mit über 10,5 Std. Musik, lassen die mythische Rolling Thunder Revue Tournee des großartigen amerikanischen Songwriters wiederaufleben