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Die Andere Seite

Den Namen Tom Schilling kennt man eigentlich in erster Linie aus dem Filmgeschäft. Seit Anfang des 21. Jahrhunderts zählt der 1982 geborene Ost-Berliner zu den wichtigsten Schauspielern Deutschlands, dessen sorgsame Rollenwahl gleich mehrere moderne Klassiker hervorbrachte (u.a. "Crazy", "Oh Boy", "Werk Ohne Autor" und "Fabian oder Der Gang vor die Hunde"). Daneben betreibt Schilling jedoch eine nicht minder interessante, wenn auch in den Anfangsjahren öffentlich eher wenig beachtete Musikkarriere. Dieser anderen Seite seines künstlerischen Schaffens widmet er seit sich 2017 auch in Form einer Band. Über Jahre hinweg frönt Schilling seiner Leidenschaft für Musik nur im stillen Kämmerlein, schreibt Songs für sich selbst, meist auf der Gitarre. Regisseur und Freund Jan Ole-Gerster hatte ihm kurz nach der Jahrtausendwende eine geschenkt, woraufhin Schilling begonnen hatte, sich dieses Instrument sowie Klavier selbst beizubringen. Bald ebnete Gerster erneut den Weg. Bei den Dreharbeiten zu dessen Spielfilmdebüt zu "Oh Boy" lernt Schilling 2012 den Drummer Philipp Schaeper sowie Pianist Christopher Colaco kennen, die mit ihrer damaligen Band The Major Minors den Soundtrack zum Film schrieben. Dank ihrer Fähigkeiten heimsen sie den Spitznamen "The Jazz Kids" ein – und übernehmen diesen später ganz einfach, als sie gemeinsam mit dem Hauptdarsteller eine Band gründen. Tom Schilling & The Jazz Kids sind geboren. Auch wenn sie gar keinen Jazz mehr spielen. 2017 fährt das Kollektiv auf seine erste Tour, im selben Jahr erscheint auch das Debütalbum "Vilnius". Zwischen Alternative, Singer-Songwriter, Chanson, Pop und Blues kreiert die inzwischen um Lenny Svilar (Gitarre) und Leo Eisenach (Bass) angewachsene Gruppe ein abwechslungsreiches Werk, für das sogar einer der gefragtesten Maler der Welt – Gerhard Richter – eins seiner Bilder als Artwork freigab. "Die zehn Stücke, die es auf die Platte geschafft haben, sind über einen Zeitraum von elf Jahren entstanden", erzählt Schilling. "Es hat bei mir länger gedauert als bei anderen, aber ich musste ja nicht nur die Instrumente erst erlernen, sondern zudem auch meine Rolle und vor allem meine Stimme erst finden." Moses Schneider (Beatsteaks, Tocotronic, Olli Schulz, AnnenMayKantereit, Kreator) produziert das Album. Schneider bleibt die Band auch vier Jahre später treu, als es daran geht den Nachfolger aufzunehmen, mit dem einige Änderungen einhergehen. Einerseits, um sich selbst etwas aus dem Vordergrund zu nehmen und die Bandwahrnehmung zu stärken, andererseits um stilistische Verunsicherung ob des ursprünglichen Namens zu vermeiden, beschließt Schilling, fortan als Die Andere Seite aufzutreten. Der Zeitpunkt ist günstig, denn durch den Labelwechsel von Embassy Of Music zu Virgin Music stellen sich die Musiker ohnehin neu auf, mit Charis Karantzas übernimmt ein Neuzugang die Gitarre und wird auf Anhieb zu Schillings Hauptkollaborateur im Songwriting. Zudem passt der neue Titel hervorragend zur düstereren, klarer definierten Ausrichtung des neuen Materials. Der Sound rückt in stärker in Richtung Nick Cave, Chelsea Wolfe und Madrugada, elektronische Elemente und Post-Rock-Atmosphäre erweitern das Spektrum, wobei das Storytelling und damit ein gewisser Singer-Songwriter-Ansatz immer die Basis bilden. Schilling nennt Franz Schubert und dessen Textvertonungen als großen Einfluss. "Epithymia" erscheint Ende April 2022. Im Gegensatz zum Debüt entstanden die Songs dafür nicht über einen mehrjährigen Zeitraum, sondern in recht kurzer Zeit, ein Großteil binnen drei Monaten. Anders als zuvor schreibt Schilling nun hauptsächlich auf dem Klavier – wohl auch beeinflusst von kurz zuvor stattfindenden Dreharbeiten zum Film "Lara", wo er – übrigens erneut unter der Regie Jan-Ole Gersters – einen Pianisten verkörpert. "Das erste Album habe ich auf der Gitarre geschrieben. Da bin ich sehr limitiert", so Schilling im laut.de-Interview. "Auf dem Klavier bin ich auch nicht besonders gut, trotzdem aber viel freier. Beides habe ich autodidaktisch gelernt. Ich mache alles über Ausprobieren. Wenn ich eine diffuse Idee von einem Akkord, zu dem ich möchte, habe, aber nicht gleich hinfinde, kann ich mit meinen Fähigkeiten auf dem Klavier viel mehr rumprobieren." Den Klavieraspekt von "Epithymia" baut Schilling schließlich sogar noch weiter aus. Zum Album veröffentlicht er ein Notenbuch, für das er und Christopher Colaco alternative Versionen der fertigen Bandstücke für Soloklavier erarbeitet haben. "Für mich ist das Ergebnis teilweise viel zu kompliziert zum Spielen", lacht er. Den Ansatz, auf dem Klavier zu komponieren, möchte er aber auch in Zukunft weiter verfolgen. Zunächst geht es für Die Andere Seite aber auf die erste Tour unter neuem Namen. Im Mai 2022 reisen sie für neun Headline-Gigs durch die Bundesrepublik.
© Laut
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