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Die Alben

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Klassik - Erschienen am 6. November 2020 | Naxos

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Klassik - Erschienen am 1. November 2019 | CPO

Hi-Res Booklet
Aus zwei Gründen hat Händels Passionsoratorium „Der für die Sünden der Welt gemarterte und sterbende Jesus“ (gemeinhin „Brockes-Passion“ genannt) im heutigen Konzertbetrieb einen schweren Stand: Zum einen wirkt die Dichtung des Hamburger Ratsherrn Barthold Heinrich Brockes, die den Christenmenschen mit drastischen Bildern rühren will, etwas befremdlich, sofern man sich nicht wirklich auf sie einlässt, zum anderen sind die Arien und Chöre im Vergleich zu Bachs oratorischen Passionen recht kurz. Aber genau hier liegt der Schlüssel zum Verständnis dieses Werks: Händel schrieb es in London als Auftragskomposition, und es ist faszinierend, wie gut er rund zehn Jahre nach seinem Weggang aus Hamburg die dortigen Gepflogenheiten noch kannte und bediente. Ihm ging es weniger um eine subtile Ausdeutung des ohnehin schon klaren Textes als vielmehr um die klangliche Umsetzung des Grundaffekts, und das ist ihm hervorragend gelungen. Nach August Wenzingers Pioniertat (1967) haben Nicholas McGegan (1985), Peter Neumann (2009) und Laurence Cummings (2017) mit jeweils recht guten Aufnahmen zusätzliche Beweise dafür erbracht, dass Händels einziges deutschsprachiges Sakralwerk größeren Formats wirklich gut „funktioniert“. 2019, dreihundert Jahre nach der Erstaufführung, sind gleich vier weitere Studioproduktionen entstanden, von denen zwei nunmehr vorliegen (die Aufnahmen von Stefan Schultz und Jonathan Cohen sollen 2020 erscheinen). Dabei hat die Academy of Ancient Music mit einer Neuedition, die nicht nur alle Varianten, sondern auch die von Charles Jennens ins Englische übersetzten Teile berücksichtigt, einen enormen Aufwand betrieben. Ein 220 Seiten starkes Beiheft informiert ausführlich über philologische und aufführungspraktische Detailfragen sowie über den musikalischen, historischen und kulinarischen (sic!) Kontext, und mit einer Diskografie, die auch Einspielungen anderer Vertonungen von Brockes’ Libretto berücksichtigt, sowie zahlreichen Faksimiles genügt diese eindrucksvolle Publikation auf jeden Fall schon wissenschaftlichen Ansprüchen. Interpretatorisch bleibt Richard Egarr aber ungeachtet des exzellenten Spiels der AAM einiges schuldig: Mit wenig überzeugenden Argumenten versuchen er und sein Team alles, was man über die Hamburger Aufführungspraxis weiß, wegzudiskutieren, um einen großen Chor (je fünf Sänger pro Stimme) und Solisten mit wuchtigen Opernstimmen zu rechtfertigen. Lars Ulrik Mortensen beschränkt sich in der Vergleichseinspielung auf neun Solisten, die zusammen den Chor bilden, und kommt damit zu einem nicht nur transparenteren, sondern auch dramatischeren Ergebnis. Während Egarr auch auf unbetonten Silben bzw. Zählzeiten einen sostenuten Klang produzieren lässt, hält Mortensen seine Sänger und Spieler zu einer rhetorischen Deklamation an, was den Predigtcharakter der Brockes-Passion unterstreicht. Egarr neigt zu gehetzten Tempi (völlig verfehlt: „Dem Himmel gleicht sein bunt gestriemter Rücken“) und nimmt beispielsweise den Choral „Ach, wie hungert mein Gemüte“ fast doppelt so schnell wie Mortensen, der sich durchweg am Tempo ordinario orientiert. Auch die Aussprache des Deutschen ist in Mortensens Solistenriege deutlich besser als in Egarrs, in der oftmals ein starker englischer Akzent stört. Immerhin bietet die britische Produktion das edlere instrumentale und aufnahmetechnische Klangbild. Philologisch geht der Punkt also an Egarr, interpretatorisch klar an Mortensen. © Hengelbrock, Matthias / www.fonoforum.de
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Ouvertüren - Erschienen am 1. Februar 1994 | Chandos

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Klassik - Erschienen am 2. November 2018 | CPO

Booklet
Noch eine Aufnahme der „Brandenburgischen Konzerte“? Die Skepsis weicht schon nach den ersten Tönen, denn es wird sofort klar, dass Lars Ulrik Mortensen und das Concerto Copenhagen diese populären Stücke nicht gegen den Strich bürsten oder absurde Tempi anschlagen, um auf Teufel komm raus anders zu sein als die anderen, sondern auf einem sehr hohen technischen Niveau einfach gut Musik machen. Artikulation, Phrasierung und Dynamik sind klug, aber nicht aufdringlich gestaltet, alle Tempi sind mit Augenmaß gewählt, ohne dass an den entscheidenden Stellen der nötige Schwung ausbliebe, die Balance der einzelnen Stimmen ist – nicht zuletzt dank der hervorragenden Aufnahmetechnik – immer perfekt. Experten werden zudem begrüßen, dass in den Konzerten Nr. 2 und 6 kein Kontrabass, sondern ein 8-Fuß-Violone zum Einsatz kommt. Alles prima. Was also fehlt für fünf ganze Sterne? Die konsequente Berücksichtigung des aktuellen Forschungsstands. Wenigstens in den Konzerten Nr. 3 und 6 hätten keine „normalen“ Celli, sondern Violen da spalla gewählt werden müssen, der Stimmton liegt hier einen Halbton über dem, wofür Bach in Köthen schrieb, im Konzert Nr. 1 werden bei der Wiederkehr des Menuetts die Wiederholungen gestrichen, und im Konzert Nr. 3 konterkariert ein langes Cembalosolo die Metamorphosenfunktion der phrygischen Kadenz zwischen den beiden Sätzen. Schließlich entdeckt man doch noch einen albernen Gag, nämlich ein Bass-Pizzikato im zweiten Satz des Konzerts Nr. 2, für das es in der Partitur keinen Anhaltspunkt gibt. Das alles sind freilich Detailprobleme, für die sich vor allem Experten interessieren. Das breite Publikum wird an dieser insgesamt ausgewogenen und geschmackvollen Interpretation zu Recht großen Gefallen finden. Besonders hingewiesen sei auf die Mittelsätze der Konzerte Nr. 5 und 6, in denen das Concerto Copenhagen eine berührend innige Atmosphäre aufkommen lässt. © Hengelbrock, Matthias / www.fonoforum.de
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Symphonieorchester - Erschienen am 1. Januar 2003 | CPO