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Pop - Erschienen am 15. Oktober 1984 | London Music Stream

Ein markerschütternder Schrei, in dem alles steckt. Frust, Enttäuschung, Verzweiflung und vor allem Wut: "Tell me why". Man versteht es nicht, wenn man den Satz hier so liest, man muss ihn hören und man muss ihn aus dem Mund von Jimmy Somerville hören, der ihn im Jahr 1984 im Alter von 23 Jahren in einer Tonhöhe vorträgt, die Gläser auf Wandregalen klirren lässt. "Tell me whyyy-ihh-ayyyyyyyyyy". Es ist vielsagend, dass allein seiner Stimme der Auftakt des ersten Bronski Beat-Albums gebührt. Zwei Mal kreischt er dem Hörer die Frage entgegen, bevor ihm seine Kollegen Larry Steinbachek und Steve Bronski mit dem seinerzeit sündteuren Synclavier-Hard Disk-Sequencer den tanzbaren Synthie-Pop-Klangteppich von "Why?" unterjubeln. Die Arbeitsteilung der Gruppe ist schnell erklärt: Die Songs stammen von von Steinbachek und Bronski, die Texte und Gesangsmelodien von Somerville. Doch der aufrührerische Impetus seiner Zeilen in Verbindung mit dieser unvergleichlich hohen Stimme führen schnell dazu, dass Bronski Beat weniger als Gruppe denn als Soloprojekt dieses auffälligen Sängers angesehen wird. Der schließlich im Gegensatz zu den doppeldeutigen Anspielungen und der Respektlosigkeit von Frankie Goes To Hollywood das Thema Homosexualität und die damit verbundenen gesellschaftlichen Kämpfe, insbesondere aus der Sicht der Arbeiterklasse, knallhart zu Papier bringt. Synthie-Pop als linkspolitische Kampfansage, das gab es in dieser Form bis dato nicht. Der Frust, die Enttäuschung und die Wut, es hatte sich alles lange angestaut in dem sehr kleinen, sehr charismatischen Schotten, der als Teenager für ein Mädchen gehalten wurde und seine Heimat, das Glasgow der bierseligen Pub-Ressentiments, daher früh in Richtung London verlässt. Auf der Suche nach Akzeptanz unter Gleichgesinnten. Er findet sie bald in einer alternativen Szene, die sich zur Aktivisten-Community mausert, da sich die ausgegrenzte Jugend von der ersten britischen Schwulen-Emanzipationsbewegung der 70er Jahre kulturell und optisch abheben will. Lederkäppis oder Schnurrbärte sind verpönt, der neue Dresscode verlangt nach einem Bürstenhaarschnitt mit abrasierten Seiten, Levi's 501, Karohemd, Bomberjacke und Dr. Martens-Stiefel. Man tanzt zur elektronischen Musik von Kraftwerk, Soft Cell und Visage, zur Musik von geschminkten Männern. Somervilles Gesangstalent ist lange kein Thema, es geht ihm um das Aufbrechen vermeintlich in Stein gemeißelter sozialer Normen, um Haltung und Gerechtigkeit. Seine Clique hängt im schwulen Buchladen Gay's The Word ab, dem Hauptquartier, wo über kommunistische Theorien, Theaterstücke, Underground-Filme oder die neue Medienform Video diskutiert wird. Für den Kurzfilm eines Freundes lässt Jimmy dann auch erstmals seine Stimme erklingen, für alle Anwesenden offenbar eine Art Erleuchtung. Niemand habe sich im Entferntesten vorstellen können, dass "aus diesem schottischen Arbeiterjungen mit der tiefen, knurrenden Stimme plötzlich diese Stimme eines Engels" kommen würde, wie sich sein späterer The Communards-Kollege Richard Coles in der Biografie "Fathomless Riches" erinnert. Auch die beiden Keyboarder Bronski und Steinbachek hören von diesem Ereignis und konfrontieren Somerville mit ihren Demos. Von diesem Zusammentreffen bis zur Veröffentlichung von "The Age Of Consent" und Auftritten bei "Top Of The Pops" vergehen weniger als zwölf Monate, ein Karriereschub im Zeitraffer, was sich zunächst als Segen, später dann als Fluch erweisen sollte. Nach nur einer Handvoll Auftritten auf Underground-Kunstfestivals stehen bereits Label-Scouts im Publikum, wo sie mit Pop-Preziosen wie "Why?" und "Smalltown Boy" konfrontiert werden, heute zwei der bekanntesten Songs der 1980er Jahre. "Smalltown Boy", die Bronski Beat-Debütsingle, obschon von einigen Radiostationen als "fag music" verunglimpft, schlägt 1984 in zahlreichen europäischen Ländern sowie in den USA ein. Nur den Muttersprachlern ist jedoch die ganze Magie der Komposition vorbehalten. Die meisten Käufer verkennen die Intention des Textes, die von Somervilles Flucht aus Glasgow handelt, der Flucht vor den schlimmen Teenagerjahren, vor der Armut und den Schamgefühlen. Zum hämmernden Hi-NRG-Beat der Zeit kreieren Steinbachek und Bronski eine zeitlose, fragile Melodie voll Sehnsucht und Verlangen, ein Anti-Macho-Manifest in Moll. Somervilles Text berührt die Ängste und Bedürfnisse sämtlicher gesellschaftlicher Außenseiter: "You leave in the morning with everything you own in a little black case / alone on a platform the wind and the rain on a sad and lonely face (...) pushed around and kicked around always a lonely boy", eine Situation, die nur eine Lösungsoption bietet: "Run away, turn away, run away, turn away, run away." Doch vor allem ist "The Age Of Consent" ein mutiges Falsetto-Manifest für gleichgeschlechtliche Liebe und deren Akzeptanz. In einer Zeit, in der Homosexuellen in etwa das gesellschaftliche Standing von Pädophilen vorbehalten war, wo offenkundig homosexuelle Künstler wie Erasure, Pet Shop Boys oder Boy George schweigen, legt Somerville alle Karten auf den Tisch: "Contempt in your eyes as I turn to kiss his lips". Von niemandem wird sich dieser drahtige Mann zukünftig mehr kleinmachen lassen, so die Botschaft, er und sein Partner, er und seine LBQT-Community, wie man heute sagen würde, für sie gilt ab sofort: "You and me together / fighting for our love." Passend dazu druckt die Band das Mindestalter für gesetzlich erlaubte Homosexualität in allen europäischen Ländern neben die Songtexte der Platte. Während man in Deutschland und der DDR erst 18 Jahre alt werden musste, durfte man ausgerechnet in Polen schon mit 15 und in Ungarn mit 10 (!) rechtmäßig homosexuelle Bindungen eingehen. Natürlich überstrahlen die Chart-Hits "Why?" und "Smalltown Boy" die übrigen acht Songs. Dennoch gelingen Bronski Beat mit dem kontemplativ-jazzigen "Screaming", der Tonleiterakrobatik von "Heatwave", der Yuppie-Kritik "Love And Money" ("Money is the root of all evil / Hey - Yah - Hey") und vor allem dem pointiert betitelten "Need A Man Blues" noch echte Glanzmomente. Nicht zu vergessen die beiden Covers: "It Ain't Necessarily So" aus Gershwins "Porgy And Bess" und "I Feel Love", der Giorgio-Moroder-70s-Disco-Dampfhammer von Donna Summer, der 1982 in der Patrick-Cowley-Version endgültig zu einem Klassiker in Gay-Zirkeln avanciert. "No More War" dagegen ist ein relativ simpel formulierter Antikriegssong ("No more sending young men to fight / as they die for false glory and false pride") und "Junk" eine vernachlässigbare Bestandsaufnahme von Londons Drogenszene. Hier hat man plötzlich den Eindruck, dass es dem Label Ende 1984 nicht schnell genug gehen konnte, endlich das Debütalbum des jungen Trios unter die Leute zu werfen. Zu schnell für Somerville. Vom Riesenkommerz des Popgeschäfts abgeturnt, stellt der Sänger bald fest, dass er für den hektischen Popstar-Lifestyle nicht geschaffen ist. Selbst die regelmäßigen Champagner-Partys der Branche, auf die etwa auch sein Freund und "I Feel Love"-Gesangspartner Marc Almond steht, verlieren schnell ihren Reiz. Als der Sänger dann nicht nur den feuchten Popstar-Traum der 80er schlechthin, eine Japan-Tournee, ausschlägt, sondern auch noch ein Support-Angebot für die "Like A Virgin"-US-Tournee von Madonna, kommt es zum offenen Konflikt mit Steinbachek und Bronski. Somerville verlässt die Band im Mai 1985 und gründet mit dem engen Freund Coles The Communards. Seine Ex-Kollegen veröffentlichen mit neuem Sänger das überflüssige "Truthdare Doubledare" und verschwinden danach von der Bildfläche. Nach zwei Alben mit Cole beginnt Somerville eine Solokarriere. Die Message von "The Age Of Consent" bleibt leider aktueller denn je, denn auch wenn die Hemmschwelle zum Outing für heutige Stars niedriger liegt als 1984, bedauert Somerville, dass offen homosexuelle Sänger wie Sam Smith nicht die entsprechenden Personalpronomen verwenden: "Jeder soll singen und schreiben dürfen, was er möchte, aber ich glaube nicht eine Sekunde, dass keiner dieser Künstler das Verlangen hat, von 'ihm' zu singen." © Laut
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