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Die Alben

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Metal - Erschienen am 27. Oktober 2017 | Sanctuary Records

Hi-Res Auszeichnungen 4F de Télérama
Mittlerweile gehört es ja fast zum guten Ton, den eigenen Back-Katalog möglichst gewinnbringend erneut zu veröffentlichen. Die Flut an (Vinyl-)Boxen nimmt kein Ende. Das Geld, das man für diese Kaventsmänner auf den Tisch legen muss, übersteigt oft das Budget, oder man räumt mal eben das Festgeldkonto leer. Auch "The Ten Year War" gehört mit über 200 Euro in diese Kategorie. Alle acht Alben aus der Ozzy-Phase von Black Sabbath tummeln sich in diesem fetten Karton. Außerdem bekommt der geneigte Fan das komplette Oeuvre zudem auf einem USB-Stick in Kruzifix-Form spendiert. Daneben finden sich in den Tiefen der Box noch zwei Singles ("Evil Woman" und "Paranoid/The Wizard"), die, wie auch die Alben, im Original-Outfit daher kommen. Für Vinyl-Fetischisten auch sehr erfreulich: Alle Scheiben stecken in Splatter-Optik und in individueller Farbgebung in den Hüllen. Platzmangel herrscht keiner. Also noch geschwind das Heftchen "The Ten Year War" (von dem auch der Name der Box stammt) dazugepackt, nebst einem Hardcover-Buch, das tolle Bilder und noch nettere Zitate von Musikerkollegen und anderen Berühmtheiten beinhaltet. Last but not least: ein Reprint des Tourprogramms zum zehnten Band-Jubiläum von 1978. An Outfit und Inhalt des Trumms haben die Verantwortlichen insgesamt zwei Jahre gefeilt. Diese Akribie hat sich gelohnt. Schon alleine der Sound der remasterten Alben klingt vollkommen rund. Andy Pearce, einmal mehr mit der Überarbeitung betraut, kennt sich mit dem Katalog der Metal-Pioniere bestens aus. So hat er schon "Heaven And Hell" sowie Dios "Sacred Heart" vom Staub befreit. Über den Stellenwert der einzelnen Alben darf man gar trefflich streiten. Allerdings steht fest: Hier wurde Musikgeschichte liebevoll aufbereitet. Auch wenn "Never Say Die!" und "Technical Ecstasy" bei weitem nicht an die früheren Werke anknüpfen, bieten sie doch stellenweise erkleckliches Material, das man immer gerne auflegt. Zum Teil wundert man sich auch, wie die Herrschaften das in ihrem Drogenrausch am Ende der Ozzy-Ära überhaupt noch auf Band gebracht haben. Die Autobiografie des Herrn Iommi schildert die Zustände damals recht lebhaft. "The Ten Year War" dürfte sicher keine Anschaffung für Sabbath-Gelegenheitshörer sein, aber an die richtet sich diese Veröffentlichung auch nicht. Als Geldanlage könnte sich das Monstrum aber ganz gut eignen. Oder auch als Waffe im Selbtverteidigungsfall, sollte man einem Einbrecher gegenüberstehen. Dem kann man diesen Moby Dick im Box-Format an die Rübe werfen. © Laut
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Metal - Erschienen am 11. Juni 2013 | EMI

Auszeichnungen 5 étoiles Rock and Folk
Langsam, bleischwer und unerbittlich misanthropisch fräst sich die monumentale Gitarre Tony Iommis in die Ohrmuschel. Keine Laubsäge, sondern Hirnsäge! "Ist dies das Ende des Anfangs oder der Anfang vom Ende?" fragt Ozzy an der Eingangstür zum Tower of Doom. Jeder Besucher, der diese Höllenpforte namens "13" durchschreitet, ist augenblicklich dem Fluch dieses schwefligen Zeitlupenmetals verfallen. Kreuzigung? Nein, Sabbath, schwarzer Sabbath! Jeder bitte nur ein umgedrehtes Kreuz! Ozzys Frage darf gern offen bleiben. Einerseits ist dieses erste gemeinsame Studioalbum seit 35 Jahren ein echter stählerner Neuanfang. Die Gottväter des Heavy Metal schmieden ihr archaisches Eisen in den Zeiten von iPhone, Facebook und Twitter. Andererseits hatte der krebskranke "einflussreichste Gitarrist aller Zeiten" beim Komponieren stets den Sensenmann in Form eines malignen Lymphoms vor Augen. Wie lang es zwischen den nicht immer harmonierenden "best mates" Iommi und Osbourne ohne Zank gut geht, weiß man ohnehin nie. Sollten diese Klänge also tatsächlich die letzten Töne von Black Sabbath Mark I sein, wäre es ein großartiger Abschied in künstlerischer Würde. Wenn dieser Doom - immerhin ihr gemeinsames Kind - tatsächlich die Verdammnis bedeutet, dann bin ich gern verdammt in alle Ewigkeit. Der Sauertopf am Sechssaiter macht keinerlei Gefangenen, sondern haargenau dort weiter, wo er mit dem viel zu früh gegangenen Dio anno 2009 mit "The Devil You Know" aufhörte. Die schroffen Riffattacken klingen nicht einen Deut freundlicher als Iommis typisch zerklüfteter Gesichtsausdruck. Auch John Michael Osbourne ist zum ersten Mal seit Jahrzehnten endlich wieder in der bestechenden Form seines ewigen Solo-Zeniths "No More Tears". Mit dem unnachahmlichen Quietschgesang zwischen Dämon, Psychopath und Hundespielzeug brennt der "motherfucking Prince of Darkness" jedem einzelnen Lied sein Zeichen ein. Geezer Butler gibt - getreu dem eigenen Namen - songdienlich und uneitel den selbigen. Da Drummer Bill Ward es vorzog, den Spielverderber zu geben, angelten die Briten sich kurzerhand Brad Wilk, der sonst bei Rage Against The Machine die Felle gerbt. Und er ist viel mehr als ein Ersatz. Ohne die schleppenden Tracks zu verraten, impft er ihnen eine Prise der aggressiven Dynamik des RATM-Spirits ein. Auch die Freunde des BS Mark II Drummers Vinnie Appice werden den Stil sicherlich mögen. Sehr gelungene Vorstellung mit seiner Mischung aus Frischzellenkur und Tradition. Auch die Produktion rangiert auf hohem Niveau. Rick Rubin reißt sich zum Glück immer dann zusammen, wenn es wirklich darauf ankommt. Der Guru, der sich zuletzt oft mit bedenklich limitiertem Luschenkram wie Kid Rock oder Linkin Park verschwendete, zeigte bereits mit Beyond Magnetic eine deutlich ansteigende Formkurve. Als Produzent ist der Amerikaner immer dann am besten, wenn er sich darauf beschränkt, vorhandene Stärken und Eigenarten der Musiker zu unterstreichen. Das klappt hier endlich mal wieder wunderbar, weil die Engländer davon auch genug mitbringen. Doch vor allem die stets zum Sprung bereite, leicht aggressive Energie zwischen den beiden ehemaligen Streithähnen Tony und Ozzy erzeugt einmal mehr elektrisierende Momente. In "Damaged Soul" rühren sie ihrem schwerblütig mäandernden Lava-Metal eine gehörige Portion Blues ein, die - samt Mundharmonika - keine Sekunde lang rockistisch wirkt. Die großartige Ballade "Zeitgeist" eliminiert alles, was der eine oder andere bei "Changes" ("Black Sabbath Vol. 4", 1972) als kitschig empfinden mag. Ein wunderschön perkussives Arrangement mit filigraner Gitarre und Edelbass. Darüber singt Ozzy eine Melodie so betörend, dass man es getrost als "Solitude" Part II bezeichnen darf. Textlich betrachtet ist sicherlich "God Is Dead?" eines der außergewöhnlichsten BS-Stücke überhaupt. Das Anprangern kirchlicher Korruption, Herrschsucht und Hang zum Missbrauch als philosophische Frage, eingebettet in eine sinistre Gruselstory, deren Ende der bluttriefende Priester nicht überleben wird. Zum Ausklang des letzten Liedes "Dear Father" schließen sie elegant den eigenen Teufelskreis. Mit Regenguss, Donner und unheimlicher Kapellenglocke klingt das Album dort aus, wo einst die Reise mit ihrem Übersong "Black Sabbath" ("Black Sabbath, 1970) begann. Es scheint, als gäbe es bei dieser Band weder Anfang noch Ende. Alles bleibt immer Gegenwart. © Laut
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13

Metal - Erschienen am 11. Juni 2013 | EMI

Auszeichnungen 5 étoiles Rock and Folk
Langsam, bleischwer und unerbittlich misanthropisch fräst sich die monumentale Gitarre Tony Iommis in die Ohrmuschel. Keine Laubsäge, sondern Hirnsäge! "Ist dies das Ende des Anfangs oder der Anfang vom Ende?" fragt Ozzy an der Eingangstür zum Tower of Doom. Jeder Besucher, der diese Höllenpforte namens "13" durchschreitet, ist augenblicklich dem Fluch dieses schwefligen Zeitlupenmetals verfallen. Kreuzigung? Nein, Sabbath, schwarzer Sabbath! Jeder bitte nur ein umgedrehtes Kreuz! Ozzys Frage darf gern offen bleiben. Einerseits ist dieses erste gemeinsame Studioalbum seit 35 Jahren ein echter stählerner Neuanfang. Die Gottväter des Heavy Metal schmieden ihr archaisches Eisen in den Zeiten von iPhone, Facebook und Twitter. Andererseits hatte der krebskranke "einflussreichste Gitarrist aller Zeiten" beim Komponieren stets den Sensenmann in Form eines malignen Lymphoms vor Augen. Wie lang es zwischen den nicht immer harmonierenden "best mates" Iommi und Osbourne ohne Zank gut geht, weiß man ohnehin nie. Sollten diese Klänge also tatsächlich die letzten Töne von Black Sabbath Mark I sein, wäre es ein großartiger Abschied in künstlerischer Würde. Wenn dieser Doom - immerhin ihr gemeinsames Kind - tatsächlich die Verdammnis bedeutet, dann bin ich gern verdammt in alle Ewigkeit. Der Sauertopf am Sechssaiter macht keinerlei Gefangenen, sondern haargenau dort weiter, wo er mit dem viel zu früh gegangenen Dio anno 2009 mit "The Devil You Know" aufhörte. Die schroffen Riffattacken klingen nicht einen Deut freundlicher als Iommis typisch zerklüfteter Gesichtsausdruck. Auch John Michael Osbourne ist zum ersten Mal seit Jahrzehnten endlich wieder in der bestechenden Form seines ewigen Solo-Zeniths "No More Tears". Mit dem unnachahmlichen Quietschgesang zwischen Dämon, Psychopath und Hundespielzeug brennt der "motherfucking Prince of Darkness" jedem einzelnen Lied sein Zeichen ein. Geezer Butler gibt - getreu dem eigenen Namen - songdienlich und uneitel den selbigen. Da Drummer Bill Ward es vorzog, den Spielverderber zu geben, angelten die Briten sich kurzerhand Brad Wilk, der sonst bei Rage Against The Machine die Felle gerbt. Und er ist viel mehr als ein Ersatz. Ohne die schleppenden Tracks zu verraten, impft er ihnen eine Prise der aggressiven Dynamik des RATM-Spirits ein. Auch die Freunde des BS Mark II Drummers Vinnie Appice werden den Stil sicherlich mögen. Sehr gelungene Vorstellung mit seiner Mischung aus Frischzellenkur und Tradition. Auch die Produktion rangiert auf hohem Niveau. Rick Rubin reißt sich zum Glück immer dann zusammen, wenn es wirklich darauf ankommt. Der Guru, der sich zuletzt oft mit bedenklich limitiertem Luschenkram wie Kid Rock oder Linkin Park verschwendete, zeigte bereits mit Beyond Magnetic eine deutlich ansteigende Formkurve. Als Produzent ist der Amerikaner immer dann am besten, wenn er sich darauf beschränkt, vorhandene Stärken und Eigenarten der Musiker zu unterstreichen. Das klappt hier endlich mal wieder wunderbar, weil die Engländer davon auch genug mitbringen. Doch vor allem die stets zum Sprung bereite, leicht aggressive Energie zwischen den beiden ehemaligen Streithähnen Tony und Ozzy erzeugt einmal mehr elektrisierende Momente. In "Damaged Soul" rühren sie ihrem schwerblütig mäandernden Lava-Metal eine gehörige Portion Blues ein, die - samt Mundharmonika - keine Sekunde lang rockistisch wirkt. Die großartige Ballade "Zeitgeist" eliminiert alles, was der eine oder andere bei "Changes" ("Black Sabbath Vol. 4", 1972) als kitschig empfinden mag. Ein wunderschön perkussives Arrangement mit filigraner Gitarre und Edelbass. Darüber singt Ozzy eine Melodie so betörend, dass man es getrost als "Solitude" Part II bezeichnen darf. Textlich betrachtet ist sicherlich "God Is Dead?" eines der außergewöhnlichsten BS-Stücke überhaupt. Das Anprangern kirchlicher Korruption, Herrschsucht und Hang zum Missbrauch als philosophische Frage, eingebettet in eine sinistre Gruselstory, deren Ende der bluttriefende Priester nicht überleben wird. Zum Ausklang des letzten Liedes "Dear Father" schließen sie elegant den eigenen Teufelskreis. Mit Regenguss, Donner und unheimlicher Kapellenglocke klingt das Album dort aus, wo einst die Reise mit ihrem Übersong "Black Sabbath" ("Black Sabbath, 1970) begann. Es scheint, als gäbe es bei dieser Band weder Anfang noch Ende. Alles bleibt immer Gegenwart. © Laut
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Metal - Erschienen am 18. September 1980 | Sanctuary Records

Auch als Prince Of Darkness hat man es nicht immer leicht. So erinnerte sich Ozzy Osbourne in seiner amüsanten Autobiografie an den Moment, als er seinem Vater voller Stolz das erste Album seiner Karriere präsentierte: "Ich sehe ihn noch vor mir, wie er mit seiner Lesebrille rumfummelte und sich das Cover vor die Nase hielt. Dann schlug er das Album auf und sagte: 'Hmm, bist du sicher, dass sie keine Fehler gemacht haben?' - 'Was meinst du damit?' - 'Dieses Kreuz steht auf dem Kopf'!" Ozzys Vater hatte nicht mal so unrecht, denn Bandname, Satansanspielungen und all das schwarze Brimborium waren in erster Linie das Herausstellungsmerkmal einer jungen, unbekannten Band, um aus der Masse herauszustechen. Die Engländer nahmen nichts ernst, waren damit aber durchaus erfolgreich: Ihr Debüt "Black Sabbath", Ende 1969 in gerade mal zwei Tagen aufgenommen, erreichte in der Heimat und den USA die oberen Etagen der Charts und verkaufte sich mehr als eine Million Mal. Der nur ein halbes Jahr später entstandene Nachfolger "Paranoid" war zwar eine ähnlich informelle Angelegenheit, dennoch von ganz anderem Kaliber. Besaß das Debüt noch deutliche Blues-Wurzeln, ist der Sound hier wesentlich düsterer und härter. Steppenwolf hatten zwei Jahre zuvor in ihrem bekanntesten Stück "Born To Be Wild" einen Begriff verwendet, der hier perfekt passt: Heavy Metal thunder, oder abgekürzt Heavy Metal. Wer mit Metallica und Slayer aufgewachsen ist, stellt sich das Genre wesentlich lauter und effektlastiger vor, doch die Grundelemente sind auf diesem Album alle vorhanden: Harte Riffs, deprimierte Lyrics, Soli, alle Regler auf Maximum, Weltuntergangsstimmung. Hinzu kommt, dass Gitarrist Tony Iommi bei einem Unfall zwei Fingerkuppen verloren hatte und sich mit Plastikprothesen behelfen musste. Um die Spannung der Saiten so gering wie möglich zu halten, spielte die Band drei Halbtöne tiefer als es in der Regel der Fall ist, was den Sound nur noch düsterer macht. Der Opener "War Pigs" fällt mit knapp acht Minuten ungewöhnlich lang aus. Ein lamentierendes Riff, Bombensirenen, ein wirbelndes Schlagzeug, dann plötzlich eine Tempoverschärfung und Osbourne, der mit einer Stimme aus dem Jenseits über Generäle, schwarze Messen und Soldaten ("War Pigs") sinniert, die auf dem Schlachtfeld krepieren: "In the fields the bodies burning / As the war machine keeps turning / Death and hatred to mankind / Poisoning their brainwashed minds." Dabei handelt es sich um zwei Stücke in einem, denn der textlose Abschluss fällt wesentlich melodischer aus und erhielt mit "Luke's Wall" einen eigenen Namen, eine Hommage an die beiden, damals einzigen Roadies der Band. Wie das Cover verrät, sollte das Album nach dem Opener benannt werden, doch die Plattenfirma entschied anders, da sie die Politik raushalten wollte, schließlich waren dies die Zeiten des Vietnam-Krieges. Also musste ein Stück herhalten, das in aller Schnelle als Lückenfüller entstanden war. Iommi steuerte ein Riff bei, Bassist und Haupttexter Geezer Butler kramte ein voll gekritzeltes Blatt heraus, Osbourne las es ab und erfand dazu eine Melodie, während das Band lief. 20 bis 25 Minuten habe es gedauert, um das Stück zu schreiben und aufzunehmen, schätzt Schlagzeuger Bill Ward. 20 bis 25 Minuten, von denen die Mitglieder heute noch leben, denn der Song heißt "Paranoid" und gehört zu den bekanntesten Metal-Stücken überhaupt. So bekannt, dass es Osbourne und Iommi mit Phil Collins am Schlagzeug 2002 bei einem Jubiläums-Konzert für die Queen spielten. "Ich glaube, weder Ozzy noch ich wussten überhaupt, was der Begriff 'paranoid' bedeutet", erinnerte sich der Gitarrist. Butler sei der Schlaue in der Band gewesen, deshalb habe er die Lyrics geschrieben, ganz einfach. Er bedeutete den endgültigen Durchbruch für Black Sabbath, in Deutschland stand "Paranoid" 1970 an der Spitze der Charts. Doch war nicht nur Glück in Spiel. Dass die Band es tatsächlich drauf hatte, zeigt das beste Stück des Albums, "Iron Man": Osbourne verkündet mit verzerrter Stimme, ein Mensch aus Stahl zu sein, dann folgen Schlagzeug und eines jener bleischweren Riffs, wie sie nur Iommi hinkriegt. Zwei Soli, die zwar nicht mit den ewigen Rivalen Jimmy Page und Ritchie Blackmore mithalten können, aber trotzdem sitzen. Lyrics über eine metallene Kreatur, die sich gegen ihre Erbauer, die Menschen, richtet. Frankenstein revisited. Ein Song für die Ewigkeit. Kaum zu glauben, dass die erwähnten drei Stücke alle auf der A-Seite untergebracht waren. Ergänzt durch "Planet Caravan", das mit Bongos und einer eher jazzigen Stimmung aus dem Rahmen fällt. Dass die B-Seite das Niveau nicht halten kann, ist kein Makel. "Hand Of Doom", mit sieben Minuten wieder ein längeres Stück, haut noch mal voll in die Kerbe. Der Text handelt von Veteranen, die sich mit Drogen vollpumpen, um die Schrecken des Krieges zu betäuben. Die Musik fand Steve Harris offenbar inspirierend, denn Bass und Aufbau erinnern stark an das, was er einige Jahre später in der Gründungszeit von Iron Maiden schreiben sollte. Über die Entstehung des kuriosen Titels des letzten Stücks, "Fairies Wear Boots", wörtlich "Feen tragen Stiefel", kursieren verschiedene Versionen. Laut Iommi hätten Butler und Osbourne in einer Pause einen Joint geraucht und im hinter dem Studio gelegenen Park Schwule ("Fairies") beobachtet. Butler hingegen erinnert sich, dass die Band auf eine Gruppe Skinheads gestoßen sei. Offenbar kein schönes Ereignis, denn anschließend hätten sie die Glatzköpfe als "Fairies" bezeichnet. Fest steht, dass das Stück im weiteren Verlauf der Bandgeschichte keine große Rolle mehr spielte. Wohl aber die folgenden Alben, die unter zunehmendem Drogen- und Alkoholeinfluss entstanden. Es lässt sich vorzüglich darüber streiten, ob nicht "Master Of Reality" (1971) oder "Sabbath Bloody Sabbath" (1973) noch geeigneter für die "Meilenstein"-Rubrik wären. Oder gar "Heaven And Hell" (1979) oder "Mob Rules" (1981) mit Ronnie James Dio, der hinsichtlich Stimme und Bühnenshow viel besser zu Iommi passte als Osbourne. Doch war es "Paranoid", das aus einer von unzähligen südenglischen Combos eine Band mit Weltformat, gar eine Legende machte. Das hätten sich weder Ozzy noch sein Vater träumen lassen, als sie gemeinsam dem ersten Song auf dem ersten Album lauschten (die beide auf den Titel "Black Sabbath" hörten). Papa Osbourne war alles andere als begeistert, doch kannte er seinen Sohn schon damals sehr gut, wie sein vernichtender Kommentar beweist: "John, bist du sicher, dass du nur hin und wieder ein Bier trinkst?" © Laut
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Metal - Erschienen am 21. Juli 1971 | Sanctuary Records

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Sucht man nach pointierten Lebensweisheiten über Respekt, Moral und Integrität aus der Sicht eines Rock'n'Rollers, wird man in aller Regel bei Motörhead-Sänger Lemmy fündig. Doch auch Punkrock-Instanz und Hardcore-Dichter Henry Rollins wartet dank langjähriger Spoken Word-, Kolumnen- und Podcast-Erfahrung mit einem ansehnlichen Zitateschatz auf. Über die Lebensleistung der Band um Ozzy Osbourne existiert sein treffendes Bonmot: "Vertraue nur dir selbst und den ersten sechs Black Sabbath-Alben." Der Mann spricht aus Erfahrung: Egal, welchen YouTube-Ausschnitt man sich von Rollins-Auftritten anschaut, es findet sich darin immer eine Black Sabbath-Eloge, von der Fanboy-Geschichte seines Trips mit Ozzy in dessen Privatjet bis zum lebensverändernden Moment seiner Teenagerzeit dank des Stücks "Iron Man". Das sechste Album "Sabotage" fiel qualitativ zwar schon leicht ab, vermutlich beeinträchtigt von Label-Querelen und Gerichtsterminen mit alten Managern. Das ändert aber nichts am Ewigkeitsanspruch des Rollins-Zitats: Der Album-Run von "Black Sabbath" bis "Sabbath Bloody Sabbath" in unfassbaren vier Jahren bleibt beispiellos und legendär. 50 Jahre später ist der Einfluss dieser fünf Alben allgegenwärtig und die Sehnsucht jüngerer Generationen nach Mythen und Bonustracks größer denn je. Beides bedient die vorliegende Super Deluxe Edition auf vier CDs beziehungsweise fünf LPs in großzügigem Ausmaß, der auch den hohen Preis absolut rechtfertigt. Die Wahl fiel auf das Album "Vol. 4", das 1972 nach drei brettharten Scheiben, die die Welt des Heavy Metals aus den Angeln hoben, eine neue Vielfalt in den Sabbath-Sound einführt. Das neue, wenig spektakuläre Album-Remaster ergänzen 17 bisher unveröffentlichte Studio-Outtakes, abgemischt von Sound-Nerd Steven Wilson, sowie - endlich - ein komplettes und ebenfalls neu gemischtes Konzert der '73er Tour, aufgenommen in verschiedenen Städten in Großbritannien. Dass vier Rock-Wüstlinge und verkappte Teufelsanbeter plötzlich eine Klavierballade ("Changes") veröffentlichen, erregte seinerzeit Unmut im Fanlager, so dass die Band sich in Interviews zu Rechtfertigungen genötigt sah: "Wir sind nicht softer geworden, wir sind immer noch heavy, sehr heavy, nur die Richtung hat sich geändert. Alles ist ... ausgearbeiteter", erklärt Ozzy 1972 etwas unbeholfen dem Magazin Circus, wie man im 40-seitigen Booklet nachlesen kann. Das Hardcover-Buch im LP-Format ist ein einziges Schmuckstück: randvoll mit Anekdoten und großartigen Hasselblad-Bandshots sowie monochromen Coveralternativen und Konzertposterabbildungen. Warum dann als Poster-Beilage ausgerechnet ein langweiliges Negativfoto jener Zeit ausgewählt wurde, bleibt schleierhaft. Witzig ist allein der Werbeslogan: "Ice-hot till hell freezes over on Warners." Unzufrieden mit der hastigen Produktion des Vorgängers "Master Of Reality", gleichzeitig stolz auf dessen weltweiten Erfolg, beschließen Black Sabbath, sich weniger vorschreiben zu lassen. Warum nicht statt schon wieder nur zwei Wochen einfach sechs oder gleich acht Wochen Studiozeit buchen, den bisherigen Produzenten rauswerfen und stattdessen unter der Sonne Kaliforniens mit Blick auf die Hills aufnehmen? Das Setting der Aufnahmen zu "Vol. 4" verbildlicht den neuen Superstar-Status. Nur ein Detail fehlt noch. Was genau mit jungen Musikern aus eher ärmlichen Verhältnissen passiert, die, plötzlich finanziell üppig ausgestattet, im Los Angeles der 70er Jahre ausgesetzt werden, all das kennt man heute aus unerschöpflichen Rock-Mythen - maßgeblich mitgeschrieben von dieser Band bei den Aufnahmen zu diesem Album. Gitarrist Tony Iommi formulierte es später so: "In L.A. ging es um Drogen, Drogen, Drogen und Musik. Es war eine tolle Zeit." Drummer Bill Ward erinnert sich womöglich an mehr: "Ich kann nicht über alle Dinge reden, die wir damals gemacht haben, ich habe Enkelkinder." Bassist Geezer Butler hat damit weniger Probleme: "Die Aufnahmekosten beliefen sich auf insgesamt 60.000 Dollar, die Rechnungen für das Kokain auf 75.000." Die Band schlägt der Plattenfirma sogar den Albumtitel "Snowblind" vor, was sofort abgelehnt wird. So bleibt der gleichnamige Song mit dem unerbittlichen Ward-Groove die Hommage an eine achtwöchige Absturz-Safari, "Scarface" mit Musik. Somit zählt "Vol. 4" neben "Be Here Now" (Oasis) und Bowies "Station To Station" zu den bekanntesten Koks-Alben der Rockgeschichte, allerdings auch zu den besten. Das vierte Album birgt eine bislang nicht gekannte Dynamik. Hinter all der Brutalität kommen tatsächlich Emotionen und Poesie zum Vorschein. Eine Killersingle fehlt zwar, dafür gibt es Songs über wahre Liebe (zu Drogen) und erloschene Liebe (nicht zu Drogen). Der bluesige Einstieg mit "Wheels Of Confusion" leitet über in einen bekannten Ein-Akkord-Groove, bei dem Ozzy gleich mit einer ungewohnt ausgeschmückten Gesangsmelodie beeindruckt. Auf früheren Platten begnügte er sich ja meist damit, das Leadriff mitzusingen. Das vertraute "Tomorrow's Dream" kommt einer herkömmlichen Single noch am nächsten, "Supernaut" zeigt einen übersprudelnden Iommi, seine präzise knallenden Riffs auch hier wieder durchdacht genug, um nicht in Hardrock-Plattitüden abzudriften, oder - eine nicht minder zu unterschätzende Hürde - sich selbst zu kopieren. Bill Ward glänzt obendrein mit einem Topsolo. Der Lohn: Es war John Bonhams Lieblingssong. Die Überraschungen der Platte sind das erwähnte "Changes", ein Spontaneinfall Iommis, nachdem er in einem Studiosaal ein Klavier entdeckt, sowie das kontemplative Akustikgitarren-Instrumental "Laguna Sunrise", benannt nach den Eindrücken am nahegelegenen Strand. Demgegenüber steht am Ende der nach alter Manier grollende Killerriff-Bumerang "Under The Sun", der mit sattem Main-Riff, Druckwellen und Tempowechsel die verspieltere Variante der späteren Stoner-Rock-Bewegung vorwegnimmt. Ein astreiner Klassiker also, dem hier die verdiente Anerkennung im 5-LP-Format zuteil wird. Steven Wilson dürfte Tränen verdrückt haben, dass er nach den Prog-Heroen King Crimson nun auch für einen Sabbath-Klassiker ans Pult gerufen wurde, wenn auch 'nur' für die Soundauffrischung wiedergefundener Studio-Outtakes. Wie viele Songschnipsel er zur Auswahl hatte, ist nicht bekannt, aber seine sechs neuen Studiomixes bieten einige neue Facetten: Das Mellotron in "Changes" sticht noch deutlicher hervor, in "Wheels Of Confusion / The Straightener" weicht Ozzys Gesang merklich vom Original ab, und "Supernaut" klingt wie eine räudige Liveversion ohne Publikum. "Laguna Sunrise" macht dann erstmals Studiogespräche öffentlich: Iommi witzelt mit dem Toningenieur, nachdem er den Take abbricht und einen neuen beginnt. Danach legt Wilson mit dem instrumentalen "Under The Sun" das Augenmerk auf das Rock-Rückgrat von Sabbath: Butler, Iommi und Ward doomen sich um den Verstand. Gut, die vier Alternative Takes von "Wheels Of Confusion" legt man vermutlich genau einmal auf. Bemerkenswert bleibt dennoch Ozzys damals auch in höheren Lagen noch sattelfestes Organ. Verständlich, dass der vor Selbstvertrauen strotzende Sänger hier vor fast jedem Song hysterisch "Bollocks" ins Mikro kreischt. Wilson bringt das verschollene Material durchaus zum Glänzen, gerade die sechs Studio-Mixes kann man sich gerne auch mal anstelle des Originalalbums reinziehen. Überfällig auch eine setlistgetreue Live-Scheibe aus jener wichtigen Phase ihrer Karriere. Das schon zum damaligen Zeitpunkt geplante Livealbum verschwand aus nicht mehr ganz klaren Gründen wieder in der Schublade. Trotz Deep Purples "Made In Japan" wurden Livealben in der ersten Hälfte der 70er Jahre eher als Stiefkinder von Studioalben angesehen. Und trotz gewachsener Entscheidungshoheit nickten Sabbath damals immer noch brav Covervorschläge ab, etwa das heute ikonische Cover, das seltsamerweise nur Ozzy und dann auch noch mit Peace-Zeichengeste zeigt. Wie man nun hört, liefert die Band 1972 in London und Manchester mit zwölf Klassikern ihrer vier Studioalben ordentlich ab. Einige Songs tauchten bereits 1980 auf dem von Ex-Manager Patrick Meehan ohne Einwilligung der Band veröffentlichten "Live At Last"-Album auf, allerdings in schlechterer Qualität und falscher Songreihenfolge. Der Neuauflage mangelt es natürlich am modernen Klangvolumen der Abschiedsvorstellung "The End (Live In Birmingham)" von 2017, ist als Zeitzeugnis aber unverzichtbar. Die Band spielte damals noch in bestuhlten Theatersälen, weshalb Ozzy die Zuschauer an einer Stelle auch bittet aufzustehen, und zwar ausgerechnet vor "War Pigs". Obwohl die komplette Tournee ausverkauft war, wollten sich manche Besucher ihr Konzerterlebnis nicht von schmerzenden Füßen beeinträchtigen lassen. Ozzy ist dennoch selig: "We love you", krächzt er unentwegt. Eine Liebe, die zahllose Fans angesichts dieser Fanboy-Veröffentlichung erwidern werden. © Laut
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Metal - Erschienen am 28. Oktober 2016 | Sanctuary Records

Hi-Res
Birmingham; 16. Oktober 1969: Die bleierne Glocke verheißt Unheil und Verdammnis. Tonnenschwere Riffs bahnen sich in Zeitlupe den Weg ins Hirn williger Hörer. "What is this that stands before me?" Eine schwarze Messe und zugleich die Geburtsstunde des Heavy Metal! Es wäre schon unfassbar, hätten Iommi und Co den ewigen Burner "Black Sabbath" an nur einem Tag eingespielt. Doch es kommt weit magischer: Sie nehmen tatsächlich das gesamte gleichnamige Debütalbum in knappen zwölf Stunden auf. Selbstredend veröffentlichen sie das gute Stück später an einem Freitag den 13. Sabbath, blut'ger Sabbath! "The Ultimate Collection" steht mithin ganz im Zeichen ihrer musikhistorischen Bedeutung. Die gelungene Werkschau konzentriert sich voll und ganz auf die Pionieralben mit Ozzy Osbourne am Mikro. Ihr wegweisendes Erstlingswerk etwa ist nahezu komplett vertreten. Auswahl wie Reihenfolge sind kein Zufall. Die Compilation orientiert sich bewusst an der Setlist ihrer bis 2017 laufenden Abschiedstour. Schöner Gag und gut getimter Service für Fans wie Neulinge. Als Formate gibt es CD, MP3-Pakete und das liebevoll gemachte Vinyl-Boxset auf vier LPs. Die ansprechende Tonqualität greift auf die 2009 angefertigten Remaster-Tapes zurück. So weit, so gut. Doch richtig spannend wird es erst, wenn man diese 31 Songs zumindest mit einem Ohr aus der Zeit heraus belauscht. So gut wie jeder Song hat Musikgeschichte auf dem Kerbholz. Teils als Anekdote, teils als essentieller Einfluss, ohne den Weiterentwicklung durch Nachfolger wie Iron Maiden, Metallica oder Subgenres der Marke Doom oder Thrash nicht einmal entfernt denkbar wären. So macht es großen Spaß, sich hiermit auf Spurensuche zu begeben. Den berühmten SlowMo-Kloppern steht beispielsweise das – für die damalige Zeit ultraschnelle - "Symptom Of The Universe" ("Sabotage" 1975) gegenüber. Zu Recht gilt es als prähistorischer Prototyp, aus dem sich einige Jahre später die Speed- und Thrash-Generation schälte. Alles sehr oldschool, ohne auch nur eine Sekunde lang altbacken zu wirken. Textlich sind Black Sabbath – auch dank Geezer Butler – nie auch nur in der Nähe dumpfer Stereotypen. "N.I.B." ist so ein Augenblick, in dem Black Sabbath mit typisch britischem Augenzwinkern sogar dem Leibhaftigen eine lange Nase zeigen. Statt luciferischer Verneinung mutiert der Teufel zum verliebten Narren und zu einer liebenswert gutherzigen Person. "Some people say my love cannot be true..." Als Kirsche auf der Satanstorte kredenzt Butler zu Beginn ein Bass-Solo. Auch dies ist ein besonderer Moment. War es vor 1970 doch mehr als unüblich, ein Rockstück auf solche Art zu eröffnen. "Sweet Leaf" ("Masters Of Realitiy", 1971) geht ebenso als echter Meilenstein des Rock durch. Ohnehin ist es schon eine gute Pointe, Iommis Husten – bewirkt durch einen von Ozzy gereichten Joint – als Effekt zu loopen. Inhaltlich hat das schöne Lied gleichwohl deutlich mehr auf der Metal-Pfanne. Es fungiert als frühe Initialzündung späteren Stoner- und Alternative Rocks. Die Butthole Surfers etwa basteln daraus ihren Referenzsong "Sweet Loaf". Und die Red Hot Chili Peppers bauen das Kernriff in ihren Kulttrack "Give It Away". Für die Freunde gehobener Balladenkunst hält die Compilation "Changes" ("Vol. 4" 1972) bereit. Fernab jeglichen Kitsches verarbeitet das Lied die schmerzlichen Erfahrungen Bill Wards, dessen erste Ehe in dieser Phase zerbrach. Neben Iommis prägnantem Piano beeindruckt hier vor allem Ozzy mit inbrünstig gesungener Emotion. Wer nach all diesen bärenstarken Stücken so richtig angefixt ist, dem empfehle ich ein Weiterhören mit ihrem zweiten Alben "Paranoid" sowie dem tollen Spätwerk "13". © Laut
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Metal - Erschienen am 13. Februar 1980 | Sanctuary Records

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Metal - Erschienen am 21. Juli 1971 | Sanctuary Records

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Metal - Erschienen am 11. Juni 2021 | Sanctuary Records

Hi-Res
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Metal - Erschienen am 28. März 2014 | Sanctuary Records

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Metal - Erschienen am 17. November 2017 | Mercury Studios

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Da Abenteuer geht zu Ende. In Birmingham, dort, wo es alles anfing, schreibt Black Sabbath das letzte Kapitel seiner Geschichte, die im Jahre 1970 anfing. Dieses Livealbum ist eine Aufnahme des Konzertes vom 04. Februar 2017, welches nicht wenige der Fans der ersten Stunde zum Heulen brachte. Hier werden  die Riffs aus Black Sabbath, Behind The Wall Of Sleep, N.I.B. oder auch aus Iron Man, die die Band eigentlich nicht mehr spielen wollte, wieder neu zum Leben erweckt. Die vier Apostel können ihre Soutane ablegen und in die Rentner-Pantoffeln hineinschlüpfen. Die letzten Sakramente wurden aufgesagt. Der Sarg kann unter die Erde geglitten werden und der Grabstein, der die Weisheiten des Heavy Metals für alle ehemaligen und zukünftigen Fans bereithält, beschriftet werden. © CS/Qobuz
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Metal - Erschienen am 1. Dezember 1973 | Sanctuary Records

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Metal - Erschienen am 25. September 1972 | Sanctuary Records

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Metal - Erschienen am 28. Juli 1975 | Sanctuary Records

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Metal - Erschienen am 18. September 1970 | Sanctuary Records

Auch als Prince Of Darkness hat man es nicht immer leicht. So erinnerte sich Ozzy Osbourne in seiner amüsanten Autobiografie an den Moment, als er seinem Vater voller Stolz das erste Album seiner Karriere präsentierte: "Ich sehe ihn noch vor mir, wie er mit seiner Lesebrille rumfummelte und sich das Cover vor die Nase hielt. Dann schlug er das Album auf und sagte: 'Hmm, bist du sicher, dass sie keine Fehler gemacht haben?' - 'Was meinst du damit?' - 'Dieses Kreuz steht auf dem Kopf'!" Ozzys Vater hatte nicht mal so unrecht, denn Bandname, Satansanspielungen und all das schwarze Brimborium waren in erster Linie das Herausstellungsmerkmal einer jungen, unbekannten Band, um aus der Masse herauszustechen. Die Engländer nahmen nichts ernst, waren damit aber durchaus erfolgreich: Ihr Debüt "Black Sabbath", Ende 1969 in gerade mal zwei Tagen aufgenommen, erreichte in der Heimat und den USA die oberen Etagen der Charts und verkaufte sich mehr als eine Million Mal. Der nur ein halbes Jahr später entstandene Nachfolger "Paranoid" war zwar eine ähnlich informelle Angelegenheit, dennoch von ganz anderem Kaliber. Besaß das Debüt noch deutliche Blues-Wurzeln, ist der Sound hier wesentlich düsterer und härter. Steppenwolf hatten zwei Jahre zuvor in ihrem bekanntesten Stück "Born To Be Wild" einen Begriff verwendet, der hier perfekt passt: Heavy Metal thunder, oder abgekürzt Heavy Metal. Wer mit Metallica und Slayer aufgewachsen ist, stellt sich das Genre wesentlich lauter und effektlastiger vor, doch die Grundelemente sind auf diesem Album alle vorhanden: Harte Riffs, deprimierte Lyrics, Soli, alle Regler auf Maximum, Weltuntergangsstimmung. Hinzu kommt, dass Gitarrist Tony Iommi bei einem Unfall zwei Fingerkuppen verloren hatte und sich mit Plastikprothesen behelfen musste. Um die Spannung der Saiten so gering wie möglich zu halten, spielte die Band drei Halbtöne tiefer als es in der Regel der Fall ist, was den Sound nur noch düsterer macht. Der Opener "War Pigs" fällt mit knapp acht Minuten ungewöhnlich lang aus. Ein lamentierendes Riff, Bombensirenen, ein wirbelndes Schlagzeug, dann plötzlich eine Tempoverschärfung und Osbourne, der mit einer Stimme aus dem Jenseits über Generäle, schwarze Messen und Soldaten ("War Pigs") sinniert, die auf dem Schlachtfeld krepieren: "In the fields the bodies burning / As the war machine keeps turning / Death and hatred to mankind / Poisoning their brainwashed minds." Dabei handelt es sich um zwei Stücke in einem, denn der textlose Abschluss fällt wesentlich melodischer aus und erhielt mit "Luke's Wall" einen eigenen Namen, eine Hommage an die beiden, damals einzigen Roadies der Band. Wie das Cover verrät, sollte das Album nach dem Opener benannt werden, doch die Plattenfirma entschied anders, da sie die Politik raushalten wollte, schließlich waren dies die Zeiten des Vietnam-Krieges. Also musste ein Stück herhalten, das in aller Schnelle als Lückenfüller entstanden war. Iommi steuerte ein Riff bei, Bassist und Haupttexter Geezer Butler kramte ein voll gekritzeltes Blatt heraus, Osbourne las es ab und erfand dazu eine Melodie, während das Band lief. 20 bis 25 Minuten habe es gedauert, um das Stück zu schreiben und aufzunehmen, schätzt Schlagzeuger Bill Ward. 20 bis 25 Minuten, von denen die Mitglieder heute noch leben, denn der Song heißt "Paranoid" und gehört zu den bekanntesten Metal-Stücken überhaupt. So bekannt, dass es Osbourne und Iommi mit Phil Collins am Schlagzeug 2002 bei einem Jubiläums-Konzert für die Queen spielten. "Ich glaube, weder Ozzy noch ich wussten überhaupt, was der Begriff 'paranoid' bedeutet", erinnerte sich der Gitarrist. Butler sei der Schlaue in der Band gewesen, deshalb habe er die Lyrics geschrieben, ganz einfach. Er bedeutete den endgültigen Durchbruch für Black Sabbath, in Deutschland stand "Paranoid" 1970 an der Spitze der Charts. Doch war nicht nur Glück in Spiel. Dass die Band es tatsächlich drauf hatte, zeigt das beste Stück des Albums, "Iron Man": Osbourne verkündet mit verzerrter Stimme, ein Mensch aus Stahl zu sein, dann folgen Schlagzeug und eines jener bleischweren Riffs, wie sie nur Iommi hinkriegt. Zwei Soli, die zwar nicht mit den ewigen Rivalen Jimmy Page und Ritchie Blackmore mithalten können, aber trotzdem sitzen. Lyrics über eine metallene Kreatur, die sich gegen ihre Erbauer, die Menschen, richtet. Frankenstein revisited. Ein Song für die Ewigkeit. Kaum zu glauben, dass die erwähnten drei Stücke alle auf der A-Seite untergebracht waren. Ergänzt durch "Planet Caravan", das mit Bongos und einer eher jazzigen Stimmung aus dem Rahmen fällt. Dass die B-Seite das Niveau nicht halten kann, ist kein Makel. "Hand Of Doom", mit sieben Minuten wieder ein längeres Stück, haut noch mal voll in die Kerbe. Der Text handelt von Veteranen, die sich mit Drogen vollpumpen, um die Schrecken des Krieges zu betäuben. Die Musik fand Steve Harris offenbar inspirierend, denn Bass und Aufbau erinnern stark an das, was er einige Jahre später in der Gründungszeit von Iron Maiden schreiben sollte. Über die Entstehung des kuriosen Titels des letzten Stücks, "Fairies Wear Boots", wörtlich "Feen tragen Stiefel", kursieren verschiedene Versionen. Laut Iommi hätten Butler und Osbourne in einer Pause einen Joint geraucht und im hinter dem Studio gelegenen Park Schwule ("Fairies") beobachtet. Butler hingegen erinnert sich, dass die Band auf eine Gruppe Skinheads gestoßen sei. Offenbar kein schönes Ereignis, denn anschließend hätten sie die Glatzköpfe als "Fairies" bezeichnet. Fest steht, dass das Stück im weiteren Verlauf der Bandgeschichte keine große Rolle mehr spielte. Wohl aber die folgenden Alben, die unter zunehmendem Drogen- und Alkoholeinfluss entstanden. Es lässt sich vorzüglich darüber streiten, ob nicht "Master Of Reality" (1971) oder "Sabbath Bloody Sabbath" (1973) noch geeigneter für die "Meilenstein"-Rubrik wären. Oder gar "Heaven And Hell" (1979) oder "Mob Rules" (1981) mit Ronnie James Dio, der hinsichtlich Stimme und Bühnenshow viel besser zu Iommi passte als Osbourne. Doch war es "Paranoid", das aus einer von unzähligen südenglischen Combos eine Band mit Weltformat, gar eine Legende machte. Das hätten sich weder Ozzy noch sein Vater träumen lassen, als sie gemeinsam dem ersten Song auf dem ersten Album lauschten (die beide auf den Titel "Black Sabbath" hörten). Papa Osbourne war alles andere als begeistert, doch kannte er seinen Sohn schon damals sehr gut, wie sein vernichtender Kommentar beweist: "John, bist du sicher, dass du nur hin und wieder ein Bier trinkst?" © Laut
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