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AM

Alternativ und Indie - Erschienen am 9. September 2013 | Domino Recording Co

Hi-Res Auszeichnungen 4F de Télérama - Hi-Res Audio - Mercury Prize Selection
Das Internet vergisst nie. Unbarmherzig konfrontiert dieses Medium Politiker mit gefälschten Dissertationen oder betrunkene Musiker mit Clips, wie sie nachts aus dem Club fallen. Tolle Sache. Leider speichert es auch jede dahin geplapperte Äußerung sorgsam ab, zum Beispiel meine zur 2008er "Late Night Tales"-Compilation von Matt Helders: "Arctic Monkeys-Milchgesicht macht auf Rap-Checker", giggelte ich damals vom hohen Thron der Besserwisserei herab. Zu deutlich sah es damals danach aus, als wolle der Arctics-Drummer, dessen Band auf ihrem zweiten Album gerade vor allem den Glanz des Erfolgsdebüts konservierte, hier ein bisschen großspurig Open-Mindedness und Checkertum raushängen lassen. 2013 möchte ich hiermit reuevoll festhalten: Matt Helders ist ein Checker. Wahrscheinlich war er es schon damals, als er MF Doom und die Stooges kreuzte, Roots Manuva mit The Coral. Hintereinander gehört klang das etwas ungelenk. Dafür veröffentlichen die Arctic Monkeys nun "AM": Ein Album, auf dem alle Einflüsse zusammengemixt sind, geölt, gewachst und auf Hochglanz poliert. Style-Clashing im 3.30-Minutenformat. I bet that sounds great on the dancefloor. Weiß Gott, wie die Jungs drauf kamen, sich ausgerechnet an Rap-Beats zu orientieren, ja, diese fast schon exakt nachzuspielen. Das dunkle "One For The Road" klingt beispielsweise zu Beginn fast schon wie "Gz And Hustlaz" von Snoop Dogg: Knochentrockene Snare, geschlossene Hi-Hats, ein Monster-Bass und später noch eine fein ziselierte Gitarrenline - fertig ist ein minimalistischer Zauber-Groove, den man im Soundbild von "AM" noch öfter antrifft. Freilich, erhebt Alex Turner erst sein mittlerweile beachtlich volles Organ, klebt der Monkeys-Sticker auf jedem Takt. Helders und Basser O'Malley sind dennoch die heimlichen Stars der Platte. Der Beginn von "Arabella" gerät dermaßen funky, dass man eher damit rechnet, dass ein Rapper oder gleich George Clinton übernimmt. Turner sah das wohl ähnlich und ließ sich vom Beatgerüst in eine Art Sprechgesang hinein geleiten. Doch keine Angst, liebe Arctic-Fans, die Gruppe hat keine kompositorische oder soundtechnische Kehrtwende hingelegt. Es mag höchstens verwundern, dass dieses Album nicht schon nach "Humbug" erschienen ist, dem ebenfalls recht schnörkellosen Rock-Album. Von der weitgehend fröhlichen 60s-Pastiche-Vorstellung auf "Suck It And See" ist kaum mehr etwas übrig. "AM" klingt hochgradig modern, frisch und leistet sich endlich keine Durchhänger mehr. Ferner spielt die Gruppe mit dem Hörer Katz und Maus, dreht Songs immer wieder in eine ungeahnte Richtung: In "R U Mine" singt Turner sekundenlang die Bridge acapella, bevor die Band gemeinsam zügellos ins Finale stürmt - sicher einer ihrer größten Rock'n'Roll-Momente. Dann integrieren sie lupenreine, wie für Prince geschriebene R'n'B-Backgroundchöre ("One For The Road"), smarte "Uhh-la-la-la"-Chöre im Stile alter Soul-Songs ("Mad Sounds") oder sie huldigen gleich augenzwinkernd Black Sabbath mit einem kleinen "War Pigs"-Riff ("Arabella"), bevor Jamie Cook seiner Vorliebe für Josh Hommes Gitarrenspiel freien Lauf lässt. Apropos: Natürlich ist auch Alex Turners Biker-Kumpel wieder dabei: In "One For The Road" übernimmt der QOTSA-Sänger mit Helders noch harmlose Falsetto-Späßchen, bevor er in "Knee Socks" für einen der wahnwitzigsten Breaks seit langem sorgt, der dem Song eine völlig neue Richtung verleiht, bevor die Band dennoch die Akkorde des ursprünglichen Themas dort irgendwie wieder hineingepfriemelt bekommt. Auch die Balladen gelingen der Band geradezu traumwandlerisch. "No. 1 Party Anthem" könnte auch ein Morrissey-Klassiker sein, zugeschnitten auf einen Ausnahmesänger, so betörend setzt sich Turner zu dem schmachtenden Stück in Szene. Ein bisschen erinnert Turner hier sogar an Lennon. So oder so ein echter Höhepunkt. Genau wie "Why'd You Only Call Me When You're High?", das eine längst fällige Anschlussfrage an den älteren Pet Shop Boys-Klassiker "You Only Tell Me You Love Me When You're Drunk" darstellt. Ob der rollende Groove von "Fireside" aufs Konto des Gastgitarristen Bill Ryder-Jones geht, ist mir leider nicht bekannt. Dagegen fällt das Glamrock-infizierte "I Want It All" etwas ab, vielleicht der einzige gute Track unter lauter herausragenden. Lässig und abgeklärt beendet das seduktive "I Wanna Be Yours" ein großes Album, auf das nicht mal der in seiner Langsamkeit alles zermahlende Vorabtrack "Do I Wanna Know" hoffen ließ. Come on, come on, come oh-oh-on: Die Arctic Monkeys geben sich mit einmal erreichten Großtaten scheinbar nicht zufrieden. Mittlerweile in ihrem achten Profijahr klingen sie spannender denn je. Ihr Debütalbum scheint meilenweit entfernt. © Laut
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Alternativ und Indie - Erschienen am 23. Januar 2006 | Domino Recording Co

Auszeichnungen Qobuz' Schallplattensammlung - Mercury Prize Selection
Auf die unendlich vielen Fragen, die man sich über die Arctic Monkeys stellt, antworten diese mit Whatever People Say I Am, I Am Not. Ihre in den Bars und dann im Internet entstandene Erfolgsstory ist genauso unglaublich wie durchschlagend. In England ergattern sie Verkaufsrekorde – mehr als 360.000 Alben innerhalb einer Woche – und in der Times diese denkwürdige Überschrift: Bigger than the Beatles!. Seit dem Dahinscheiden der Libertines war der britische Himmel grau geworden. Bis dieses fluoreszierende Quartett mit den Jungs aus Sheffield kommt. Zusammen mit dem schüchternen Frontmann Alex Turner hecken die Monkeys dieses perfekte Debütalbum mit 13 rasenden, genialen Tracks aus, das die Musikzeitung NME auf den 19. Platz der Top 500 der besten Alben platziert. Alles, was im Land des Rock fehlte, war hier plötzlich vorhanden. Die einschneidenden Riffs bei Turners schrankenlosen Kompositionen (The View From The Afternoon, I Bet You Look Better On The Dancefloor, Dancing Shoes) und Matt Helders unverschämtem Schlagzeug sind eine Wonne. Andy Nicholson steht zum ersten Mal am Bass. Da wird gespielt, und wie! Laut und schnell. Da gibt es Sprüche ohne Ende über den Alltag der englischen working class. Das ist höflich, aber nicht zivilisiert - jugendlich, aber schon recht geschult. Das in der Provinz in den Chapel Studios in Lincolnshire eingespielte Opus inspiriert sich an den nachlässigen Strokes (Riot Van), an der tänzerischen Energie eines Franz Ferdinand (Red Lights Indicates Door Are Secured) und am Phlegma der Libertines (Mardy Bum), ohne dabei die eigenen Vorbilder zu vergessen (The Jam, The Smiths oder Oasis) und damit für die kommenden Jahre auch gleich ihr eigenes Markenzeichen zu prägen. © Charlotte Saintoin/Qobuz
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Alternativ und Indie - Erschienen am 11. Mai 2018 | Domino Recording Co

Hi-Res Auszeichnungen 4F de Télérama
Es ist schlicht und einfach unmöglich, Alex Turner vorzuwerfen, dass er sich auf seinen Lorbeeren ausruht: Mit diesem sechsten Album machen die Arctic Monkeys nämlich genau das Gegenteil! Der Uppercut AM aus dem Jahr 2013 scheint wirklich Lichtjahre von dem herrlichen, gefühlsbetonten, melodiösen Soul Tranquility Base Hotel + Casino entfernt zu sein. Und schon nach den ersten Takten dieser Platte, die an die schwungvollen späten Sixties erinnert, versteht man, warum sich der Leader des Quartetts aus Sheffield bei Serge Gainsbourgs unumgänglichen Titel Melody Nelson inspiriert hat; ebenso bei dem wahnsinnigen und allzu unterschätzten Born To Be With You von Dion, den Phil Spector produziert hatte, aber auch beim Soundtrack, den François de Roubaix für Jean-Pierre Melvilles Der eiskalte Engel geschrieben hatte. In diesem Sinne übernimmt natürlich das Keyboard die Kontrolle und schickt die aggressiven Gitarren auf die Ersatzbank. Die Monkeys bleiben aber eine Gruppe mit einer Rockseele und manipulieren diese Einflüsse auf dieselbe Art wie ein paar ihrer älteren, berühmten Vorgänger, etwa David Bowie (an den man oft denken muss) oder Pulp. Tranquility Base Hotel + Casino sollte man lieber anhören, wenn man es sich in einer Ledercouch bequem gemacht hat als in einem Konzertsaal ohne Klimaanlage, schon mal deswegen, weil dadurch Inhalt und Niveau der Songs des Komponisten besser wahrgenommen werden können. Es sind Kompositionen, die alles andere als Eintagsfliegen sind und damit bestätigen, dass die Arctic Monkeys nicht nur eine von vielen englischen Rockgruppen sind… © Marc Zisman/Qobuz
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Alternativ und Indie - Erschienen am 24. April 2007 | Domino Recording Co

Auszeichnungen Mercury Prize Selection
In einem ersten Absatz über das zweite Arctic Monkeys Album sollte etwas über Erwartungshaltung und Erfolgsdruck stehen. Darüber, dass das Debüt "Whatever People Say I Am, That's What I'm Not" schließlich das Album des Jahres 2006 in hiesiger Redaktion war und es unmöglich sein dürfte, eine solche Bombe zu toppen. Aber lassen wir statt solchen voraussehbaren Überlegungen die Musik sprechen. Der Opener prescht unruhig hervor, der Monkeys-typische Groove deutet sich hier schon an. Auch der Gesang ist unverkennbar Alex Turner, und als der kleine Wirbelsturm vorbei ist und die eingängige Akkordfolge von "Teddy Picker" beginnt, fühlt man sich bereits zuhause. Turner verknotet sich mit seinen mitunter mit Lichtgeschwindigkeit vorgetragenen Lyrics die Zunge, während die Band für ein solides Fundament baut. So tappt der Fuß bald den Rhythmus, der Körper genießt den Moment. Doch nach dem ersten Hördurchgang bleibt nicht viel hängen. Okay, noch eine Runde. Die Affen geben Gas, das ist nicht von der Hand zu weisen. Die Tempi variieren, aber erst mit "Fluorescent Adolescent" findet sich eine Midtempo-Nummer. Hier stellt sich auch so etwas wie Eingängigkeit ein. Und dann das balladeske "Only Ones Who Know"; ist das im Hintergrund etwa eine Slide-Gitarre? So ruhig hat man die Arctic Monkeys auf ihrem Debüt noch nicht erlebt. Erfreulich dezent ziehen die Jungs aus Sheffield mit "Do Me A Favour" wieder an, das sich lange zurückhält, um dann gegen Ende doch noch zu explodieren. Das klingt sehr untypisch, aber ist vielleicht gerade deshalb so eindrucksvoll. Mit "This House Is A Circus" ist dann wieder alles beim Alten: hektisches Drumming reibt sich lasziv an einer groovy Basslinie, darüber wird eine Schicht schwerer Gitarrenakkorde gelegt. Gegen Ende des Songs, der nahtlos in "If You Were There, Beware" übergeht, klingt das Quartett unglaublich heavy, weiter geht es mit weit aufgerissenen Gitarren, die nur zwischenzeitlich dem Sänger etwas Raum zur Stimmentfaltung geben. Mit "The Bad Thing" hält wieder Beschwingtheit Einzug, der Stampfer "Old Yellow Brick", der sich sicher großartig in einem Elektromix machen würde, läutet nach etwas über einer halben Stunde schon wieder das Ende ein. Dieses bildet "505", ein ähnlich zurückgenommenes Stück wie "Only Ones Who Know". Anlässlich des Prelistenings vor ein paar Wochen in Berlin schrieb Kollege Philipp Schiedel: "Das stellt nicht wirklich das dar, was man als erstes Lebenszeichen nach dem großen Abräumer von 2006 erwartet hätte." D'accord! Die Arctic Monkeys hätten es sich einfach machen können und einen lauwarmen Ausguss der Essenz aus "I Bet You Look Good On The Dancefloor", "Dancing Shoes" und "When The Sun Goes Down" zum Zweitwerk erklären können. Doch sie verschließen sich Erwartungshaltungen und haben ein Album eingespielt, dass trotz aller vertrauter Elemente sicher einige Durchläufe braucht, bis es sich in den Gehörgängen festgesetzt hat. Das ist aller Ehren wert. © Laut
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Alternativ und Indie - Erschienen am 4. Dezember 2020 | Domino Recording Co

Hi-Res
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Alternativ und Indie - Erschienen am 24. August 2009 | Domino Recording Co

Vor diesem Album bekannte sich Produzent und Queens Of The Stone Age-Frontmann Josh Homme als Fan der Band und lud sie ins Studio ein. Die Reise ging vom englischen Sheffield nach Joshua Tree, Kalifornien. Mitten in die Wüste. Kaum passender könnte man die Entwicklung vom Debüt bis hin zur aktuellen Platte "Humbug" beschreiben. "Du kannst nicht in der Wüste aufnehmen, ohne von ihr beeinflusst zu werden", bringt es Gitarrist Jamie Cook im Rolling Stone auf den Punkt. Die Kollaboration ist – zumindest bei den von Homme produzierten Songs - deutlich hörbar. Das Debüt der Engländer klang, im Gegensatz zu Humbug, genau so wie es hieß: "Whatever People Say I Am, That's What I'm Not" war laut, rebellisch und ungebändigt. Auf "Humbug" klingt kein Song hingerotzt, nichts mehr spontan. Alles ist von vorne bis hinten durchdacht, geradezu ausgeklügelt – und klingt trotzdem zu keinem Zeitpunkt verkopft oder gestelzt. Für drei Songs, darunter "My Propeller", ließ sich die Band noch einmal von Simian Mobile Disco-Mitglied James Ford produzieren. Eine Weiterentwicklung ist trotzdem erkennbar. Die Single "Crying Lightning" verdeutlicht den Einfluss Hommes: da dominieren schwere Gitarren-Riffs, Poser-Solos, ein dynamisches Schlagzeug, Tom Morello-Tremolo-Licks und tiefe Bassläufe das musikalische Klangbild. Dass der Sound trotzdem nie nach astreinem Stoner-Rock klingt, ist wohl vor allem Alex Turners unverkennbarer, charakteristischer Stimme zu verdanken. Über "Potion Approaching" freut sich wohl jeder, der gern gesehen hätte, wenn die Band einfach noch mal ihr Debüt aufgenommen hätte. Auch "Pretty Visitors" rumpelt nach ungewohnt epischem Orgel-Intro gewohnt stolpernd los. Ein simpler Schlagzeug-Takt, ein einfachgehaltenes Gitarrenriff und ein treibender Bass bilden ein Fundament, auf das Turner seinen abgehakt hektischen Sprechgesang legt. Neu ist der mehrstimmige, fast schon hymnische Gesang im Refrain. Völlig unerwartet wirft sich dann "Cornerstone" in Schale, holt zur großen, einladenden Geste aus und schlendert elegant die Showtreppe hinab. Darf aber ruhig ein bisschen dick auftragen, ist schließlich das Album-Highlight. Dass Turners Neben-Projekt Last Shadow Puppets (mit The Rascals-Sänger Miles Kane) auch sein Songwriting für die Haupt-Band nicht unbeeinflusst lassen wird, war zu erwarten gewesen. "She was close, close enough to be your ghost/ But my chances turned to toast when I asked her if I could call her your name": Auch Turners Lyrik ist nicht mehr drastisch schildernd, reißt nur an, lässt Freiraum für Interpretation. Unvorstellbar noch zu Zeiten des Debüts, dass ein Lied am Ende einfach outgefaded wird. Und wer hätte gedacht, dass die Arctic Monkeys einmal Songs schreiben, die mehrere Durchläufe brauchen, bis sie sich irgendwo festsetzen? Ein "Grower", um mal das Standard-Vokabular aus dem Rezensions-Baukasten zu bedienen. Nicht mehr der Song an sich, die Umsetzung steht im Vordergrund. Und man stellt nicht ohne Erstaunen fest, dass die Musiker, die auf den großen Bühnen dieser Welt immer etwas verloren und hilflos wirkten, keinerlei Probleme haben, "breitbeinigen" Rock zu spielen. Bislang dachte man, dass der Band alles fehlen würde, nähme man ihr Tempo, Druck und Dynamik. Doch die Ruhe und Lässigkeit steht den Jungs ausgezeichnet. Ähnlich wie damals die Strokes, hat sich die Band entschieden, mit dem dritten Album einen völlig neuen Weg einzuschlagen. Und genauso wie den Strokes kann man ihren Nachkommen vorwerfen, diesen Schritt nicht ganz konsequent zu Ende gegangen zu sein: für drei Stücke hat die Band wieder den Ex-Produzenten ins Boot geholt. Tut dem Gesamteindruck aber keinen Abbruch. © Laut
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Alternativ und Indie - Erschienen am 6. Juni 2011 | Domino Recording Co

In der schmalen Brust der Arctic Monkeys scheinen zwei Herzen zu schlagen: zum einen dieses unbändige, hüpfige, rebellische; zum anderen das bleierne, schwere, Sinn suchende. Während in der Vergangenheit entweder das eine ("What Ever People Say I am, That's What I am Not", "Favourite Worst Nightmare") oder das andere ("Humbug") schlagen durfte, kommt es auf der aktuellen Platte "Suck It And See" zur Symbiose. Doch bis hierhin war es ein weiter Weg. Dass sich die Affen in den letzten sechs Jahren dermaßen weiterentwickelt und gefestigt haben, erstaunt. Es wäre zu einfach gewesen, an den Erfolg ihres Erst- und Zweitlings anzuknüpfen. Bestimmt wäre ein drittes oder gar viertes Album im Stile von "What Ever People Say I Am, That's What I am Not" zumindest bei den Fans gut angekommen. Möglichweise hätte Kritiker ihnen vorgeworfen, sich nicht fortbewegt zu haben, um im gleichen Atemzug darauf hinzuweisen, "dass die Band noch sehr jung ist und noch viel Zeit hat". Schlussendlich ist gegen diesen Indie-Rock mit unfassbar viel Drive auch überhaupt nichts einzuwenden. Der fegte wie ein Wirbelsturm durchs Hirn und mischte mal ganz locker die ganze Indie-Szene auf. Dass die Monkeys mit diesem Stil auf "Humbug" gebrochen und geradezu eine musikalische Askese in der Wüste gesucht haben, tat ihnen gut. Mehr noch: Die Wüste hat die Affen gefestigt. Sie hat sie zur Ruhe gebracht, sie hat den Drive, ihre Energie in Bahnen geleitet, die der Band Tiefgang verleihen. Mag sein, dass manche "Suck It And See" langweilig finden werden. Denn es ist deutlich zugänglicher als "Humbug", aber auch wesentlich wüstenrockiger als ihr Erstling. Auch diesmal zog es die vier Affen in die USA, nach Los Angeles. Auch dieses Mal ließ sich Turner von Rock-Größen inspirieren. Er habe viel Nick Cave, John Cale, Lou Reed, David Bowie und Leonard Cohen gehört, lässt er verbreiten. Tatsächlich schwingt eine gewisse Reed-Lässigkeit in den Stücken mit. Allen voran bei "She's Thunderstorms". Der Bass hüpft, die Gitarren quengeln sich wild durchs Stück, Turner singt mehr gelangweilt als lässig die Strophen herunter. Auch "Black Treacle" fährt im gleichen Tempo fort. Backvocals unterstützen Turner – eine nette Ballade. Erst bei "Don't Sit Down 'Cause I've Moved Your Chair" packen die Monkeys die schweren Gitarren aus. Die Riffs dampfen bedrohlich durchs Stück. Josh Homme hätte seine Freude daran. Natürlich dürfen dabei die lasziv gesungenen Back-Vocals nicht fehlen. Düster kommt auch "Library Pictures" daher, dessen Anfang tatsächlich direkt aus einem The Horrors-Album stammen könnte: wirr, verzerrt, dreckig. Nur wenige Stücke später meldet sich Papa Josh mit seiner unverwechselbaren Stimme bei "All My Own Stunts" zu Wort. Im Duett schmachten die beiden Cowboy-Filme an, bevor das Stück ganz in Queens Of The Stone Age-Manier endet, mit quietschender Gitarre. Gänzlich schunklig entlassen uns die Affen gegen Ende der Platte mit "Suck It And See" und "That's Where You're Wrong". Die Sonne Kaliforniens strahlt durch diese beiden Stücke. Man kann sich gut vorstellen, wie Turner lässig mit Sonnenbrille auf dem Kopf irgendwo an einem Boulevard sitzt und den Mädchen nachschaut. "Suck It And See" ist das poppigere "Humbug"-Album mit einer gehörigen Portion kalifornischer Feel-Good-Stimmung. Ein driviges oder gar tanzbares Stück sucht man hier vergebens. Schlimm ist das nicht. Wenn man dem Album genügend Zeit gibt, zu wachsen. © Laut
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Alternativ und Indie - Erschienen am 16. Oktober 2005 | Domino Recording Co

Hailing from Sheffield, England, the Arctic Monkeys are a bona fide phenomenon, having gained a devoted live following well before any major record labels had a clue about their existence. Their debut EP, featuring their U.K. hit single "I Bet You Look Good on the Dance Floor," is raw guitar pop, which, combined with their improbable youth, conjures memories of '70s teen punk prodigies the Undertones, if the Undertones had been into U.K. and U.S. hip-hop, Oasis, System of a Down, and Queens of the Stone Age. © TiVo
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Alternativ und Indie - Erschienen am 25. April 2006 | Domino Recording Co

The Arctic Monkeys' second EP is anchored by "The View from the Afternoon," the only song here to show up on their 2006 debut Whatever People Say I Am, That's What I'm Not, but the remaining four songs are strong, barbed, guitar rock that would've felt at home on the finished album. First up is the gnarled, nasty "Cigarette Smoker Fiona," which gives way to an effective showcase of Alex Turner's lyrical side on "Despair in the Departure Lounge," whose sparseness and distortion suggests a demo. "No Buses" trumps "Despair" due to its litheness -- this is the band at their swinging '60s best, only all the allusions are casual -- while the five-minute workout of the title shows the group's facility with syncopated rhythms and multi-tiered structures. It's not as heavy as the Humbug that would come later, but it points in that general direction. © Stephen Thomas Erlewine /TiVo
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505

Alternativ und Indie - Erschienen am 19. November 2020 | Domino Recording Co

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Alternativ und Indie - Erschienen am 14. August 2006 | Domino Recording Co

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Alternativ und Indie - Erschienen am 29. Juli 2013 | Domino Recording Co

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Alternativ und Indie - Erschienen am 2. Dezember 2020 | Domino Recording Co

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Alternativ und Indie - Erschienen am 14. August 2009 | Domino Recording Co

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Alternativ und Indie - Erschienen am 2. Mai 2018 | Domino Recording Co

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Fünf Jahre Zeit zwischen zwei Studioalben: Allein der Veröffentlichungszyklus verrät den erreichten Superstar-Status der Arctic Monkeys. Höchste Zeit zum Einchecken ins "Tranquility Base Hotel & Casino". Die vier Typen sehen irgendwie anders aus auf den neuen Promofotos, ok, werden die also auch älter, beruhigend. Alex Turner trägt Bart. Eine erste Warnung. Denn wie wir seit Neil Tennant wissen, weisen Bärte in der Rockmusik stets auf ein ernstes, künstlerisches Statement hin ("Den Beatles wuchsen sie und kurz darauf war Feierabend"). So schlimm dürfte es um die Britrock-Champs zwar nicht stehen, aber ja, es ist kompliziert. Beginnen wir zum besseren Verständnis mit einem Zitat: "Dem Rock'n'Roll werden nach wie vor beinahe schamanische Wahrheiten zugesprochen: Dass man Drogen konsumieren muss, um kreativ zu werden. Dass man sein Leben ausschließlich der Musik widmet. Wenn Menschen das unter Rock verstehen, in Ordnung. Nur finde ich, dass der Terminus Rockmusik nicht mehr zu dem Weg passt, den wir eingeschlagen haben. Diese Platte ist, als würden wir mit einem gewaltigen Schwamm alles löschen und von vorne anfangen." Der Sänger sollte recht behalten. Nach dieser Platte ist nichts mehr wie vorher. Das Zitat stammt allerdings nicht von Arctic Monkeys-Sänger Turner, sondern von Thom Yorke aus dem Jahr 2000. "Tranquility Base Hotel & Casino" transformiert alle, die damals zu jung oder noch nicht geboren waren, in den Körper eines Radiohead-Fans, der in freudiger Erwartung einer "Ok Computer"-Fortsetzung "Kid A" vorgesetzt bekommt. Rund fünf Millionen "AM"-Albumkäufer, die heute auf "Do I Wanna Know?"-Riffwalzen warten, bekommen stattdessen opulenten Lounge-Pop mit großer Udo-Jürgens-Geste. Wie konnte das nur passieren? Oder neudeutsch, WTF??? Die Ähnlichkeiten zur alten Radiohead-Causa sind geradezu frappierend: Wie Yorke vor "Kid A" ist Turner nun 32 Jahre alt, wie Yorke litt er an einer Schreibblockade, nur dass sich Yorke zur Überwindung derselben ein Klavier kaufte - Turner dagegen ein historisches Steinway-Modell von seinem Manager zum Geburtstag geschenkt bekam. Obendrein jenes, auf dem McCartney 1968 schon "Lady Madonna" einhämmerte. Womit wir auch bei den Helden und in der Zeit angekommen wären, wo sich "Tranquility Base Hotel & Casino" musikalisch verortet. Die Album-Eröffnung von "Star Treatment" spricht Bände. Matt Helders ist zu hören, so steht es zumindest im Booklet, also derselbe Mann, der vor zwei Jahren auf Iggy Pops "Post Pop Depression" die Rock'n'Roll Highschool mit dem Checker-Orden am Bande verließ. Nun konzentriert sich Helders auf seine Toms und liebkost die Becken, Bassist Nick O'Malley zieht mit prägnantem Spiel alle Aufmerksamkeit auf sich, Gitarrist Jamie Cook ist erst gar nicht zu hören, im Hintergrund erklimmt Tame Impalas Cam Avery höchste Tonhöhen. Dann Turner: "I just wanted to be one of The Strokes / Now look at the mess you made me make." Ein Auftakt mit Ansage. Tatsächlich haben Turners alte Vorbilder solch ein Sound-Update nie hinbekommen, dafür musste Sänger Julian Casablancas schon solo loslegen. Der erste Song "Star Treatment" zieht sich hin, fühlt sich an wie ein Endlosloop, man fragt sich: wann kommt denn endlich der Refrain, aber es kommt keiner. Damit ist "Tranquility Base Hotel & Casino" relativ gut umschrieben. Nachvollziehbar auch, dass die Arctic Monkeys auf Single-Veröffentlichungen wie einst Radiohead verzichteten, um einen letzten "Kid A"-Vergleich zu bemühen. "Maybe I was a little too wild in the 70s / back down to earth with a lounge singer shimmer (...) two shows a day, four nights a week", imaginiert sich Turner in die Ära der großen amerikanischen Entertainer mit Whiskeygläsern, Lackschuhen und ölhaltigem Haarwasser zurück. Und der Smoking sitzt perfekt: Turner füllt die großen Fußstapfen mit virtuosem Stimmvolumen voll aus. Selbst wenn man manchen Melödiebögen erst nach längerer Einarbeitungszeit folgen kann. Einen Hit, und damit die Währung, mit der es diese vier Typen aus Sheffield überhaupt bis in den New Yorker Madison Square Garden geschafft haben, findet man maximal an einer Stelle: Präzise wie so viele anbetungswürdige Helders-/O'Malley-Rhymthmusstrukturen auf "AM" stolziert "Four Out Of Five" auf flirrendem Synthie-Teppich voran, lässt im Refrain leuchtende Beatles-Harmonien ("Abbey Road") aufblitzen und erinnert auch sonst an viele tolle Last Shadow Puppets-Momente. Weder wundert es hier, dass Turner im Angesicht seiner Piano-Demos zunächst an eine Soloplatte dachte, noch die ehrliche Einschätzung von Cook im Mojo-Interview, er habe sich nach dem ersten Hören der Turner-Songs darunter kein Arctic Monkeys-Album vorstellen können. Auch Helders spricht von einem Lernprozess, der in seinem Fall beinhaltete, die Faszination für das Erkunden nie dagewesener Drummingmuster ad acta zu legen: "Ich habe irgendwann gemerkt, dass es nicht um mich geht, sondern darum, diese Songs zu spielen." Mit Hilfe einiger Freunde, darunter Tour-Keyboarder Tom Rowley, TLSP-Tour-Drummer Loren Humphries, James Righton (Klaxons) sowie Zach Dawes und Tyler Parkford von den Mini Mansions an Gerätschaften wie Farfisa-Orgel, Pauken, Glockenspiel und Vibraphon entstand ein Album voll monotoner Grooves, ähnlich dem von Turner geliebten Serge Gainsbourg-Album "Histoire de Melody Nelson". Der Sänger selbst kommt mittlerweile rüber wie der Charles Aznavour seiner Generation: Turners Deluxe-Crooning (sofern er nicht einfach nur spricht) weist im neuen Pop-Umfeld eine stimmliche Tiefe auf, wie sie der 50-jährige französische Chanson-Star in den 70er Jahren erreichte. Das somnambule "American Sports" zeigt eine in völlige Schwerelosigkeit abhebende Band-Einheit, die Turners Sprechgesangsmantren geradezu manisch perfekt bekleidet. Ground Control to Major Turner. Im enigmatischen Titeltrack lässt O'Malley eine große Basslinie vom Stapel, auch Cooks Gitarrentupfer, die zunächst so fremd wirken, fügen sich bald ein. "The World's First Ever Monster Truck Front Flip" liefert einen astreinen Last Shadow Puppets-Refrain, Beach-Boys-Chöre inbegriffen. Für "She Looks Like Fun" jubelte Helders seinem Kollegen wohl etwas Iggy-Pop-Vibes unter, zusammen mit dem ziellos schunkelnden "Batphone" einer der weniger charismatischen Tracks. Mit "The Ultracheese" verabschiedet sich Turner dann stilecht im Bademantel am Piano. Textlich wagt er sich nun sogar verklausuliert an große Politik: "The leader of the free world reminds you of a wrestler wearing tight golden trunks" lautet eine Zeile. Auch Technologie und ihr Einfluss auf unseren Alltag ist Thema ("The World's First Ever Monster Truck Front Flip"), wenn er nicht gerade Musikjournalisten anbettelt, das neue Album mit "four out of five" zu bewerten. Wenn Kunst irritieren muss, haben die Arctic Monkeys mit dieser Platte geliefert. Auch Jack White dürfte das freuen. Jüngst erzählte er der Zeit: "Wie oft habe ich mir Bowies Low-Album angehört, bis ich es verstanden habe. Heute hören Teenager einen Song halb fertig und schon wird getwittert 'Ich hasse diesen Dreck'". Suck it and see. © Laut
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Pop/Rock - Erschienen am 12. April 2011 | Domino Recording Co

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Alternativ und Indie - Erschienen am 29. Juli 2013 | Domino Recording Co