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Die Alben

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Metal - Erschienen am 1. Januar 1987 | Island Records (The Island Def Jam Music Group / Universal Music)

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Als ich im August 1988 meine erste längere Konzertreise antrat, konnte ich bereits drei Tage vor der Abreise nicht mehr richtig schlafen. Ich war aufgeregt und voller Vorfreude. Es ging von Berlin nach Schweinfurt, auf die ehrwürdige Mainwiesen, dort, wo sich auf dem Monsters Of Rock Festival die Superstars der Metal- und Hardrock-Szene die Klinke in die Hand geben sollten. Als es dann am Abfahrtstag darum ging, eine musikalische Reisebegleitung zusammenzustellen, musste ich nicht lange suchen. Ganze drei Kassetten wanderten neben meinem Walkman und einem guten Dutzend Batterien in meinen Rucksack. Zum einen entschied ich mich für das einzige Original-Tape, das ich zu dieser Zeit mein eigen nannte, nämlich "Animalize" von Kiss - die anderen beiden Kassetten hatte ich selbst aufgenommen. Sie waren gesplittet. Während die B-Seiten jeweils mit einem Mix aus Metal- und Hardrock-Songs vollgestopft waren, präsentierten sich auf den A-Seiten zwei komplette Alben: "The New Order" von Testament und "Among The Living" von Anthrax. Vor allem Letzteres erwies sich in den kommenden zwei Tagen als die perfekte Wahl, um zwischen Muffensausen-Gefühlen und Vorfreude-Schwitzattacken für einen halbwegs ruhigen Puls zu sorgen. Anthrax hatten mich schon zwei Jahre zuvor mit ihrem Album "Spreading The Disease" begeistert und sich praktisch über Nacht eine ansehnliche Poster-Ecke bei mir daheim erkämpft. Ein Jahr später musste sogar mein Gene-Simmons-Starschnitt dran glauben. Statt dem blutbesudelten Zungenakrobaten prangte nun ein übergroßes Abbild des "Among The Living"-Covers an meiner Wand. Auch heute noch zählt die insgesamt fünf Songs umfassende A-Seite dieses Albums für mich zu den besten Halbzeiten, die eine Thrash-Combo je abgeliefert hat. Nie wieder schafften es die Herren Belladonna, Ian, Spitz, Bello und Benante, eine derart markante, energiegeladene und zielgerichtete Thrash-Punktlandung hinzulegen wie mit diesem Album. Nicht umsonst stehen Songs wie der genreumfassende Titeltrack, die Judge-Dredd-Hymne "I Am The Law", oder die musikgewordene Speerspitze für Extrem-Nackensportler namens "Caught In A Mosh" auch fast dreißig Jahre später noch auf der Playliste eines jeden halbwegs kompetenten Hartholz-DJs auf dieser Welt. Dazu noch Thrash-Metal in Reinkultur ("Efilnikufesin (N.F.L.)", "A Skeleton In The Closet"): Metal-Herz, was willst du mehr? Doch nicht nur die ersten knapp dreißig "Among The Living"- Minuten verdienen sich mit einer brettharten Melange aus Speed-, Thrash- und Heavy Metal einen dicken Eintrag in die Musik-Geschichtsbücher; auch die zweite Hälfte hat mit dynamischen All-In-One-Gassenhauern wie dem Pfeil-und-Bogen-Bulldozer "Indians", dem Harmonie-Eckpfeiler "One World" sowie der kompositorischen Sternstunde "A.D.I./Horror Of It All" in punkto Energie und Dynamik weitaus mehr zu bieten als die meisten Trittbrettfahrer-Veröffentlichungen der damaligen Konkurrenz zusammen. Alleine schon die makellosen Riff-Strukturen, die während der ersten drei "A.D.I./Horror Of It All"-Minuten dafür Sorge tragen, dass einem das Fehlen eines Joey Belladonna in Hochform erst nach dem dritten Durchlauf auffällt, lassen mich auch heute noch zielgerichtet ins CD-Regal greifen, wenn mich mal wieder der Thrash-Heißhunger packt. Mit ihrem dritten Studioalbum schufen sich Anthrax im Jahr 1987 die perfekte Sound-Nische zwischen ausgeklügeltem Bombast à la "Master Of Puppets" und muskulösem Stiernackentreiben im Stile von Testaments "The Legacy". Auch wenn meine Lifetime-Helden Kiss und die Mannen um Chuck Billy in Schweinfurt alles gaben und nicht nur einen schmalbrüstigen Langhaar-Teenie aus Berlin aus den Socken pusteten, so lief auf der Rückfahrt in die Hauptstadt nur noch eine Kassette auf Rotation, nämlich "Among The Living" – und das, obwohl Scott Ian und Co in Schweinfurt mit "Efilnikufesin (N.F.L.)" gerade mal einen einzigen Song von eben jenem Album vom Stapel ließen. Diese fünf Minuten reichten aber aus, um mich für eine nicht enden wollende Rückfahrt zwischen imaginären Gesetzeshütern und Fäuste ballenden Indianern zu entscheiden. Eigentlich hasse ich lange Autofahrten. Diese Tour hingegen werde ich auf ewig in wohliger Erinnerung behalten. © Laut
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Metal - Erschienen am 20. November 2015 | Universal Music Group International

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Rock - Erschienen am 18. Dezember 2007 | Megaforce

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Metal - Erschienen am 1. Januar 1988 | Island Records (The Island Def Jam Music Group / Universal Music)

Hi-Res
The proper follow-up to Among the Living was somewhat disappointing in its inconsistency. While there are some good moments -- "Be All, End All" is one of the band's most melodic moments, and several other tracks catch fire -- the best thing here is a cover of Trust's "Antisocial," and it doesn't bode well when covers outshine original material. The lyrics continue the self-consciously intellectual, PC approach begun on Among the Living, but about half of the album is surprisingly dull. © Steve Huey /TiVo
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Rock - Erschienen am 1. Januar 1991 | Island Records (The Island Def Jam Music Group / Universal Music)

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Rock - Erschienen am 26. Februar 2016 | Nuclear Blast

Booklet
Anthrax müssen finanziell ganz gut im Geschäft sein. Anders lassen sich die großen Abstände zwischen den Veröffentlichungen nicht erklären. Drei Alben in dreizehn Jahren, das ist wahrlich nicht viel. Seit der letzten Platte "Worship Music" sind auch schon wieder viereinhalb Lenze ins Land gezogen. In der Vergangenheit hätten die Thrasher aus New York in dieser Zeit drei neue Sänger ausprobiert und fünf öffentliche Streitigkeiten darüber ausgetragen. Aber nein, Goldkehlchen Joey Belladonna steht weiterhin am Mikrofon und sorgt offenbar für eine neu gefundene kreative Konstanz. War "Worship Music" schon ein gutes Album, legen die Ostküstler mit "For All Kings" ein echtes Brett vor. Japp, das Ding überzeugt noch mehr als sein Vorgänger. So klingt es, wenn eine Band ihre Inspiration wiederfindet. Nicht, dass Anthrax massenweise Gurken-Alben in ihrer Diskografie hätten, aber die Qualität war nicht immer gleichbleibend hoch. Anders hier: Alle Songs strotzen vor Spielfreude und schaffen den Spagat zwischen den melodischeren Kompositionen der John-Bush-Phase und den flinken Thrash-Hackteilchen aus den 80ern. Euer bescheidener Schreibdiener kann sich nicht erinnern, wann er ein Album zuletzt so auf Dauerrotation hatte. Vielleicht liegt es an der Klammer: "You Gotta Believe" könnte nicht besser in die Platte hineinführen, "Zero Tolerance" nicht perfekter wieder heraus. Überhaupt gehört letztgenannter Song zu den besten Aufnahmen, die die Ostküstler jemals aus dem Ärmel geschüttelt haben. Umpta-Umpta-Gekloppe, und ab dafür! Textlich noch nie um Kommentare zu sozialen Themen verlegen, beziehen Anthrax eindeutig Stellung: "Zero tolerance for extremism / In the name of religion / zero tolerance for racial hate / the police state." Einzelne Nummern herauszugreifen, fällt fast schwer. Unter dringendem Highlight-Verdacht steht "Breathing Lightning" mit einem Refrain, der sich hartnäckig im Kopf festsetzt. Anthrax wissen, wie man einen Song mit unterschiedlichen Teilen spannend gestaltet. "You always have the chance to do the right thing / Until the right thing comes undone / With a thunderclap I'm breathin lightning", trällert Belladonna in hörbar herausstechender Verfassung, bevor am Ende gar lieblich tönende Schalmeien einsetzen, und das Stück in himmlische Sphären davon driftet. In eine ähnliche Kerbe schlägt "Blood Eagle Wings": mehrere Parts, unterschiedliche Geschwindigkeiten, starker Chorus. In "Defend Avenge" schmeißt Scott Ian eins seiner urtypischen "Ich komm ordentlich auf dem Griffbrett rum"-Riffs in die Manege. Bassist Frank Bello bekommt etwas Raum und zeigt mit herrlich drahtseiligem Sound, wie ein Metal-Bass zu klingen hat. Solches hatten Anthrax lange nicht mehr im Angebot, Daumen hoch. "All Of Them Thieves" im direkten Anschluss ist auch sehr lecker, aber das ganze Album fließt eh nahtlos durch. Ganz großes Tennis, was diese Band im 35. Jahr ihres Bestehens da aus dem Hut zaubert. Ein ganz besonders großes Lob gilt der Produktion von Jay Ruston. Na bitte, es geht doch: professionell und knackig, dabei trotzdem nicht so glattpoliert und totkomprimiert wie viele Metalplatten der letzten zehn Jahre. (Andy Sneap, Sie werden dringend gebeten, das Gelände zu verlassen.) Vor allem Schlagzeugsound beherrscht Herr Ruston. Die Snare besitzt ordentlich Punch, klingt aber weiterhin wie eine Snare, die Bass Drum ebenfalls. Dass die Saiteninstrumente gut und hervorragend unterscheidbar tönen, setzt dem Ganzen ein Sahnehäubchen auf. Fein, fein. Und demnächst erscheint die neue Metal Church, die in die gleiche Kerbe schlägt. Nicht von Ruston produziert zwar, aber: Sollte da endlich der Umdenkprozess einsetzen, den die Metalszene so dringend benötigt? Stay tuned. © Laut
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Metal - Erschienen am 1. Januar 1985 | Island Records (The Island Def Jam Music Group / Universal Music)

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Metal - Erschienen am 21. August 1990 | Island Records (The Island Def Jam Music Group / Universal Music)

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Metal - Erschienen am 12. Mai 2009 | Megaforce

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Metal - Erschienen am 21. Juli 1998 | Megaforce +

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Rock - Erschienen am 3. März 2003 | Nuclear Blast

Es geht wieder los Mädels. New York schlägt zurück, und zwar nicht mit irgendwelchen Terroranschlägen, sondern mit gezielten Thrash-Attacken. Anthrax legen vor, und in ein paar Wochen ziehen Overkill nach. Dass der Big Apple unter Strom steht, weiß jedes Kind, dass Strom so geil in aggressive Musik kanalisiert werden kann, wie auf "We've Come For You All", sollte man lernen. Anthrax grooven nach wie vor mit massiv fetten Riffs durch die Gegend und haben mit John Bush einen Sänger in ihren Reihen, der gleichzeitig aggressiv und melodisch singen kann, wie es nur wenige andere schaffen. Dass die Jungs was können, hat sogar Fußpilzveteran Mengele bei der gemeinsamen Tour mit Motörhead schon erkannt. Ich muss gestehen, dass ich dem etwas dumpfen Gitarrensound anfangs nicht so viel abgewinnen konnte, doch das ist Gewöhnungssache. In punkto Geschwindigkeit reizen die New Yorker ja schon lange nichts mehr aus, auch "WCFYA" groovt hauptsächlich im Midtempo durch die Speaker. Ausnahmen sind der krachende Opener "What Doesn't Die" und das seltsame Black Metal-Riff in "Black Dahlia". "Refuse To Be Denied" ist zwar nicht schnell, aber ungemein kraftvoll und bringt die wütenden Lyrics perfekt auf den Punkt; daran schließt sich "Anyplace But Here" nahtlos an. Mit "Safe Home" und "Caddilac Rock Box" sind zwei astreine Single-Hits auf dem Album, die trotz aller Eingängigkeit die notwendige Metalkante nie vermissen lassen, was nicht zuletzt an eingangs erwähntem Mr. Bush liegt, der im Gegensatz zu seinem Namenskollegen tatsächlich was Sinnvolles zu sagen hat und dem ich zumindest auch gerne zuhöre. "Caddilac Rock Box" wurde übrigens mit einem Solo von Panteras Dimebag Darrel veredelt, auch Darrels Nachricht auf Charlie Benantes Anrufbeantworter ist zu hören. Die Tatsache, dass The Whos Roger Daltrey große Teile des Titelsongs einspielt, ist eigentlich nur noch das Sahnehäubchen auf einem verdammt starken Album. © Laut
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Rock - Erschienen am 27. April 2018 | Nuclear Blast

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Rock - Erschienen am 16. September 2011 | Nuclear Blast

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Metal - Erschienen am 1. Januar 2013 | UMC (Universal Music Catalogue)

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Metal - Erschienen am 21. August 1990 | Megaforce

Zwar zählen Anthrax zu den Pionierbands des Thrash Metal wie Metallica, Slayer und Megadeth, dennoch sind sie immer noch die verkanntesten unter den Big Four. Das am 21. August 1990 auf dem Markt erscheinende Persistence of Time ist in den Augen ihrer Mitglieder das, was ihnen am besten gelungen ist. Es zeigt allerdings Symptome einer Gruppe, die nie ein richtiges Zusammengehörigkeitsgefühl entwickelt hat. 1990 ist ein entscheidendes Jahr und Anthrax sind nicht die Einzigen, die ein Stück vom Kuchen haben wollen: Slayer veröffentlichen das legendäre Seasons in the Abyss und Megadeth erwidert mit Rust in Peace, das noch legendärer wird. Andere, weniger bekannte Gruppen der Thrash-Szene sind auch mit dabei, und zwar Sacred Reich und ihr ganz brutales American Way oder auch die Gruppe Kreator mit Coma of Souls, die ihren Thrash mit einem fast blutrünstigen Touch serviert. Alle diese Neuerscheinungen haben den Stil zu ihrem Kennzeichen gemacht, haben aber trotzdem auch ihre ganz eigene Identität. Mit Alben wie Fistful of Metal und Among the Living hatten Anthrax geschickt und auf recht interessante Weise bewiesen, wieviel Fun man mit ungehemmtem Thrash haben kann, und so wurden sie zu Kumpels, die man sich der Technik wegen, aber auch zum Spaß anhörte.Mit Persistence of Time präsentieren sie eine technisch ausgeprägtere und eine (etwas allzu?) seriöse Seite von sich. Hut ab vor den meisterhaft beherrschten Rhythmen eines Scott Ian und der Vokalperformance eines Joey Belladonna (besser kann er nicht mehr werden). Das Album bietet ein ganzes Spektrum meisterhafter Kompositionen, Time oder H8 Red zeugen von spektakulärer Perfektion. Düsterer als in Keep It in the Family waren Anthrax nie zuvor gewesen. Der von Joe Jackson neu interpretierte Titel Got the Time bildet einen Außenseiter in diesem Reigen, obwohl er viel eher der Identität entspricht, die Anthrax auf ihren vorangegangenen Alben präsentiert hatten. Zugegeben, die Gruppe hat sicherlich ihr technisch ausgereiftetes Album produziert, dennoch hat sie dafür teilweise ihre Identität geopfert. Für das darauffolgende, 1993 erscheinende Sound of White Noise greifen sie wieder auf ihr Grundrezept zurück, aber es gelingt ihnen kein einziges Mal, dem technischen Anspruch auf Persistence of Time nachzukommen. Damit frustriert uns diese New Yorker Gruppe wohl am meisten. © Maxime Archambaud/Qobuz
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Rock - Erschienen am 29. November 2004 | Nuclear Blast

Bisher konnte man sich nur live ein Bild von John Bushs Fähigkeiten, die alten Anthrax-Songs zu interpretieren, machen. Das hat sich mit dem Release von "The Greater Of Two Evils" geändert, denn jetzt liegt so etwas wie eine All-Time-Faves Scheibe der Songs vor. Für viele Fans geht mit dieser Scheibe ein Herzenswunsch in Erfüllung, denn diese hatten nicht zuletzt mit der Abstimmung auf der bandeigenen Homepage maßgebenden Einfluss auf die Zusammenstellung der Setlist. Wie nicht anders zu erwarten war, jagt ein Klassiker den nächsten, so gut wie kein Wunsch bleibt offen. Zumal dies die vorerst letzte Scheibe mit Basser Frank Bello ist, der inzwischen bei Helmet zockt. Bereits beim ersten Durchlauf merkt man deutlich, warum sich die Mannen um Scott Ian vor mehr als zwölf Jahren entschlossen haben. Joey Belladonna durch den ehemaligen Armored Saint-Frontmann zu ersetzen. Bush beweist auch bei den älteren Kompositionen der Band einmal mehr seine Stellung als Ausnahmesänger auf eindrucksvolle Art und Weise. John versucht nicht, Joey zu kopieren, sondern verleiht den Songs seine eigene Charakteristik und drückt ihnen somit auch seinen ganz persönlichen Stempel auf. Viele der Songs knallen einem nach teilweise beinahe zwanzig Jahren immer noch oder gerade deswegen die Birne weg. Die Platte nimmt mit in eine Zeit, in der der Thrash Metal das Laufen lernte, und die Songs gewinnen dank Johns charismatischer Stimme noch an Schärfe und Härte. Die Highlights hier einzeln aufzuführen, würde bedeuten, die Setlist zu wiederholen, die Perlen sind für mich die Songs vom "Among The Living" Album, die ziemlich deutlich hervorstechen. Kritikpunkte gibt es jedoch auch, denn der Sound könnte klarer aus den Boxen kommen und die Songs noch mehr nach vorne peitschen. Aber wenn man bedenkt, dass die Scheibe innerhalb von ein paar Tagen entstanden ist, sieht man darüber gern hinweg. Die Jungs hatten vermutlich einen Haufen Spaß bei ihrer Reise in die eigene musikalische Vergangenheit. Daher wollen wir in der Vorweihnachtszeit einmal ein Auge zudrücken und den Daumen nach oben richten. © Laut
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Rock - Erschienen am 24. November 2003 | Nuclear Blast

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Rock - Erschienen am 24. November 2003 | Nuclear Blast

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Rock - Erschienen am 1. Januar 2005 | Mercury Records

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Metal - Erschienen am 1. Januar 1987 | Island Records (The Island Def Jam Music Group / Universal Music)

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Als ich im August 1988 meine erste längere Konzertreise antrat, konnte ich bereits drei Tage vor der Abreise nicht mehr richtig schlafen. Ich war aufgeregt und voller Vorfreude. Es ging von Berlin nach Schweinfurt, auf die ehrwürdige Mainwiesen, dort, wo sich auf dem Monsters Of Rock Festival die Superstars der Metal- und Hardrock-Szene die Klinke in die Hand geben sollten. Als es dann am Abfahrtstag darum ging, eine musikalische Reisebegleitung zusammenzustellen, musste ich nicht lange suchen. Ganze drei Kassetten wanderten neben meinem Walkman und einem guten Dutzend Batterien in meinen Rucksack. Zum einen entschied ich mich für das einzige Original-Tape, das ich zu dieser Zeit mein eigen nannte, nämlich "Animalize" von Kiss - die anderen beiden Kassetten hatte ich selbst aufgenommen. Sie waren gesplittet. Während die B-Seiten jeweils mit einem Mix aus Metal- und Hardrock-Songs vollgestopft waren, präsentierten sich auf den A-Seiten zwei komplette Alben: "The New Order" von Testament und "Among The Living" von Anthrax. Vor allem Letzteres erwies sich in den kommenden zwei Tagen als die perfekte Wahl, um zwischen Muffensausen-Gefühlen und Vorfreude-Schwitzattacken für einen halbwegs ruhigen Puls zu sorgen. Anthrax hatten mich schon zwei Jahre zuvor mit ihrem Album "Spreading The Disease" begeistert und sich praktisch über Nacht eine ansehnliche Poster-Ecke bei mir daheim erkämpft. Ein Jahr später musste sogar mein Gene-Simmons-Starschnitt dran glauben. Statt dem blutbesudelten Zungenakrobaten prangte nun ein übergroßes Abbild des "Among The Living"-Covers an meiner Wand. Auch heute noch zählt die insgesamt fünf Songs umfassende A-Seite dieses Albums für mich zu den besten Halbzeiten, die eine Thrash-Combo je abgeliefert hat. Nie wieder schafften es die Herren Belladonna, Ian, Spitz, Bello und Benante, eine derart markante, energiegeladene und zielgerichtete Thrash-Punktlandung hinzulegen wie mit diesem Album. Nicht umsonst stehen Songs wie der genreumfassende Titeltrack, die Judge-Dredd-Hymne "I Am The Law", oder die musikgewordene Speerspitze für Extrem-Nackensportler namens "Caught In A Mosh" auch fast dreißig Jahre später noch auf der Playliste eines jeden halbwegs kompetenten Hartholz-DJs auf dieser Welt. Dazu noch Thrash-Metal in Reinkultur ("Efilnikufesin (N.F.L.)", "A Skeleton In The Closet"): Metal-Herz, was willst du mehr? Doch nicht nur die ersten knapp dreißig "Among The Living"- Minuten verdienen sich mit einer brettharten Melange aus Speed-, Thrash- und Heavy Metal einen dicken Eintrag in die Musik-Geschichtsbücher; auch die zweite Hälfte hat mit dynamischen All-In-One-Gassenhauern wie dem Pfeil-und-Bogen-Bulldozer "Indians", dem Harmonie-Eckpfeiler "One World" sowie der kompositorischen Sternstunde "A.D.I./Horror Of It All" in punkto Energie und Dynamik weitaus mehr zu bieten als die meisten Trittbrettfahrer-Veröffentlichungen der damaligen Konkurrenz zusammen. Alleine schon die makellosen Riff-Strukturen, die während der ersten drei "A.D.I./Horror Of It All"-Minuten dafür Sorge tragen, dass einem das Fehlen eines Joey Belladonna in Hochform erst nach dem dritten Durchlauf auffällt, lassen mich auch heute noch zielgerichtet ins CD-Regal greifen, wenn mich mal wieder der Thrash-Heißhunger packt. Mit ihrem dritten Studioalbum schufen sich Anthrax im Jahr 1987 die perfekte Sound-Nische zwischen ausgeklügeltem Bombast à la "Master Of Puppets" und muskulösem Stiernackentreiben im Stile von Testaments "The Legacy". Auch wenn meine Lifetime-Helden Kiss und die Mannen um Chuck Billy in Schweinfurt alles gaben und nicht nur einen schmalbrüstigen Langhaar-Teenie aus Berlin aus den Socken pusteten, so lief auf der Rückfahrt in die Hauptstadt nur noch eine Kassette auf Rotation, nämlich "Among The Living" – und das, obwohl Scott Ian und Co in Schweinfurt mit "Efilnikufesin (N.F.L.)" gerade mal einen einzigen Song von eben jenem Album vom Stapel ließen. Diese fünf Minuten reichten aber aus, um mich für eine nicht enden wollende Rückfahrt zwischen imaginären Gesetzeshütern und Fäuste ballenden Indianern zu entscheiden. Eigentlich hasse ich lange Autofahrten. Diese Tour hingegen werde ich auf ewig in wohliger Erinnerung behalten. © Laut