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Rubrik :
Auf dem Prüfstand

Audiolab 6000N Play: Test eines wirklich gut vernetzten Hi-Fi Netzwerk-Audioplayers

Von Alban Amouroux |

Seit etwa vierzig Jahren bietet der englische Hersteller Audiolab elektronische Hi-Fi-Geräte an, die mit simplen Funktionen, aber anerkannter Leistung ausgestattet sind, und eine hervorragende Klangqualität bieten, ohne die Sache zu verkomplizieren oder tief ins Portmonee greifen zu müssen. Dem aktuellen Trend folgend, hat Audiolab jetzt einen Netzwerk-Audioplayer im Katalog. Er ist Teil der Reihe 6000 und arbeitet entweder in direkter Verbindung mit einem Audiolab-Verstärker oder völlig autonom in einem beliebigen System.


Audiolab ist ein würdiger Vertreter der englischen High-Fidelity. Einfache und langlebige Produkte mit einem einfachen, übersichtlichen Design stehen bei dieser Marke im Vordergrund. Die derzeitige Produktreihe 6000 ist keine Ausnahme von der Regel. Die Befehlseingabe ist auf ein Minimum reduziert, um zum Wesentlichen zu kommen. Erhältlich ist das Modell entweder in Hellgrau oder Anthrazitgrau, und lässt sich an die jeweilige Wohnzimmereinrichtung anpassen.

Der 6000N Play ist mit einem integrierten Verstärker 6000A und dem CD-Player 6000CDT ergänzt. Dieses Set aus drei Geräten deckt dank umfassender Konnektivität alle aktuellen Bedürfnisse ab. Dabei ist der 6000N Play für die Vernetzung verantwortlich. Er bietet Zugang zu Online-Musik, Webradio und Streaming-Diensten sowie zu lokal gespeicherter Musik über DLNA. Verstärker und CD-Player sind mit einem Display an der Vorderseite ausgestattet. Der 6000N Play verfügt zwar über kein Display an der Vorderseite, ist aber mit der mobilen Anwendung DTS Play-Fi ausgestattet, die auch von konkurrierenden Hi-Fi-Herstellern verwendet wird.

Eigenschaften

Preis: 499 €
Funktionen: 192 kHz/24-Bit Hi-Fi Netzwerk-Player, DAC ES9018K2M, Streaming-Musikdienste, Webradio, DLNA-Wiedergabe, Voreinstellungen auf der Vorderseite
Anschlüsse: WLAN, Ethernet, 1x RCA-Ausgang, 1x optischer Digitalausgang, 1x koaxialer Digitalausgang, 1x USB-Synchronisationsanschluss mit dem 6000A
Gewicht: 4,9 kg
Größe (L x B x H) : 445 x 655 x 313 mm

Präsentation des 6000N Play

Dieser Netzwerk-Player wird in Form eines Hi-Fi-Geräts im traditionellen Format in der Breite von 44 cm geliefert. Er lässt dabei nicht auf ein konventionelles System schließen: Das Bedienfeld auf der Vorderseite ist extrem vereinfacht: eine Ein/Aus-Taste und sechs von 1 bis 6 nummerierte Tasten für Voreinstellungen. Es gibt keine Anzeige. Nur eine kleine LED informiert uns über den Status des 6000N: ob er an das Netzwerk angeschlossen ist, sich im Standby-Modus befindet, oder gerade aktualisiert wird.

Die Anschlüsse auf der Rückseite genügen, um die Anforderungen an diese Art von Player zu erfüllen. Rechts finden wir einen Analogausgang als RCA-Buchse. Er kann durch eine spezifische Manipulation an den Vorwahltasten für festen oder variablen Modus konfiguriert werden. Standardmäßig wird der Ausgang im variablen Modus vorkonfiguriert.

Alternativ ist es möglich, den Ausgang über die digitalen Buchsen zu führen: es gibt einen optischen und einen koaxialen Digitalausgang. Daneben sind 12V-Triggerbuchsen vorgesehen, um das Ein- und Ausschalten des Players mit einem Verstärker zu synchronisieren. Dazu sind zwei USB-Anschlüsse vorhanden, allerdings erlaubt keiner von beiden die Wiedergabe von Audiodateien: Der USB-A-Anschluss ist für manuelle Updates vorgesehen, der USB-B-Anschluss für die Verbindung mit dem Audiolab Verstärker 6000A. Wenn das Kabel dazwischen geschaltet wird, regelt die mobile Anwendung des Netzwerk-Players automatisch die Lautstärke des Verstärkers.

Die Netzwerkkonnektivität wird durch eine RJ45-Ethernet-Buchse und zwei abnehmbare WLAN-Antennen gewährleistet. Eine kleine Taste auf der Rückseite schaltet den Player für die Verbindung über Ihr WLAN-Netzwerk in den kabellosen Modus. Im Fall einer kabelgestützten Verbindung erfolgt die Verbindung automatisch und nahezu sofort.

Im Inneren finden sich nur wenige Komponenten, die allerdings für ihre Qualität und Zuverlässigkeit bekannt sind. Die Umwandlung basiert auf einem Chip Typ ESS Sabre ES9018K2M. Er ermöglicht die Wiedergabe und Umwandlung von Audiostreaming und Dateien mit bis zu 192 kHz und 24 Bit. Alles passt auf eine einzige elektronische Karte, mit Ausnahme der WLAN-Sektion, die auf eine separate Karte ausgelagert ist. Ein kleiner hauseigener Ringkerntransformator, der für einen Netzwerkspieler ausreicht, kommt dem Stromverbrauch zugute.

Funktionen des 6000N Play

Beim Netzwerkmanagement des 6000N hat sich Audiolab für das DTS Play-Fi-Protokoll entschieden. Eine große Zahl von Herstellern hat dies bereits übernommen: Pioneer, Onkyo, Klipsch, McIntosh... Play-Fi bietet eine gewisse Universalität, da alle hiermit ausgestatteten Produkte kompatibel sind. Es ist daher möglich, ein Multi-Room-System mit mehreren DTS Play-Fi-Geräten verschiedener Hersteller zu erstellen. Oder nur mit Audiolab 6000N - warum nicht?

Die DTS Play-Fi-Anwendung kann auf iOS- und Android-Smartphones, auf Amazon-Tabletts oder auf einem PC installiert werden. Es fehlt bislang nur die Mac-Anwendung. Aber daran ist natürlich Audiolab nicht schuld.

-Die Anwendung erkennt das 6000N-Laufwerk in unserem Netzwerk sofort, wenn wir es über Ethernet anschließen.

-Über das allgemeine Menü passen Sie den Player und das System an. Manche der angezeigten Funktionen, wie z. B. der Surround-Modus, sind nur mit anderen Play-Fi-Geräten kompatibel.

-Der Hauptbildschirm listet die Player und Wiedergabe-Quellen auf: Internetradios, freigegebene Ordner im lokalen Netzwerk, Musik auf dem Smartphone, und den Qobuz-Dienst.

-Qobuz ist in DTS Play-Fi integriert und bietet Zugang zu den neuesten Veröffentlichungen, Ihren Wiedergabelisten und Favoriten und der Suchmaschine.

Wie immer, und vor allem anderen, sollten Sie überlegen, die Tonqualität entsprechend Ihrem Abonnement anzupassen, da dies nicht automatisch geschieht.

Während der Wiedergabe steht das kleine Symbol eines Fingers, der eine Taste drückt, für die Voreinstellungen. So können Sie eine Qobuz-Wiedergabeliste oder ein Webradio mit einer der sechs Tasten auf der Vorderseite des 6000N verknüpfen.

Insgesamt ist der Gebrauch der Anwendung DTS Play-Fi recht einfach. Durch Drücken auf das kleine Play-Fi-Logo, das sich immer unten rechts auf dem Wiedergabebildschirm befindet, kommt man einfach wieder zur Startseite zurück.

Wir haben den Audioausgang des Players im variablen Modus belassen. Die Anwendung erlaubt es, die Lautstärke zu kontrollieren. In diesem Fall fungiert der 6000N als Vorverstärker. Er kann direkt an einen Leistungsverstärker oder an ein Paar Lautsprecher mit integriertem Verstärker angeschlossen werden, um Ihr System auf das Äußerste zu vereinfachen.

Höreindruck

Beim 6000N Play dreht sich alles um Präzision. Er verbirgt keine noch so kleinen Detailinformationen, was es erlaubt, die Grenzen des Aufnahmeortes zu verstehen. Er ist sehr angenehm in den mittleren und hohen Lagen, wo er keine Schwierigkeiten hat, die Elemente mit höchster Präzision zu differenziert wiederzugeben. Auf dem Titel Fever, gesungen von Petra Magoni in Live à FIP, kann die Stimme von den verschiedenen Instrumenten präzise abgegrenzt werden. Jede von ihnen wird mit der kleinsten Nuance wiederempfunden. Der Kontrabass profitiert von einem starken Fundament, ohne zu irgendeinem Zeitpunkt die Rundheit der Töne und die Resonanzen des Instruments zu vernachlässigen.

Auf dem Cover von Uptown Funk durch die Ayoub Sisters fühlt man die Masse des Orchesters weit hinter den Lautsprechern. Das Ende der Songs klingt sanft aus, bis sie schließlich ganz enden.

Die Wiedergabe der Klangfarben hat uns verzaubert. Der 6000N erreicht eine außergewöhnliche Klangfülle. Es gibt keinerlei aggressiven oder missbräuchlichen Akzent, gleichzeitig ist das Ergebnis lebendig und vermittelt ein Gefühl von Authentizität bei der Wiedergabe. Natürlich gibt es leistungsfähigere, temperamentvollere, noch ansprechendere Geräte. Der 6000N tut jedoch das, was von ihm erwartet wird: er gibt die Audiodateien, die ihm zum Abspielen gegeben werden, auf die getreueste Weise wieder. Man ist damit wunschlos glücklich.

PRO
Dreidimensionales Hörerlebnis
Respektiert unterschiedliche Timbres


CONTRA
Fehlende Infos auf der Fassade
Kein USB
Weder AirPlay noch Chromecast



Fazit

Dieser Netzwerk-Audioplayer ist ein Erfolg zu dem Preis, zu dem er angeboten wird. Auf der einen Seite integriert der 6000N Play die wichtigsten Musikdienste - einschließlich Qobuz in Hi-Res - direkt. Seine einfach zu bedienende Anwendung bietet die Möglichkeit des Multi-Room-Hörens und der Einbindung verschiedener Marken. Andererseits zeichnet er sich durch eine wirklich angenehme Musikwiedergabe aus, bei der einem niemals langweilig wird. Aus dem Audiostrom extrahiert er alle Detailinformationen: von der Atmosphäre des Aufnahmeortes bis hin zum Ende der allerletzten Töne, was das Hörerlebnis mehr als erfolgreich macht. Den 6000N kann man ohne Bedenken als Herzstück einer Hi-Fi-Anlage guten Niveaus deklarieren.

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