Genre :

Auferstandene Requiems

Als das Ensemble Vox Luminis zwei erhabene Wiener Requiems ausgrub…

Von Mareile Heineke | Video des Tages | 15. September 2016
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Johann Caspar Kerll (1627 - 1693) und Johann Fux (1660 - 1741), beide ungefährt eine Generation voneinander entfernt, waren in ihrer Art Vorläufer Mozarts: Beide lebten lange in Wien im musikalischen Kreis des Kaisers ihrer Zeit. Das kürzlich von dem belgischen Ensemble Vox Luminis von Lionel Meunier unter dem Label Ricercar veröffentlichte Album präsentiert die im Jahr 1689 von Kerll (Kaiser Leopold I. gewidmet) und 1720 von Fux (ursprünglich für die Beerdigung der Witwe von Leopold I. vorgesehen, im Jahr 1740 für diejenige von Karl IV. wieder verwendet) komponierten Requiems. Beachten Sie beim Requiem von Kerll, dass es von einem Mann stammt, der am Ende seines Lebens angekommen war, und sich musikalisch gesehen mit seiner Seelenruhe beschäftigte, während dasjenige von Fux gezwungenermaßen ein von den Umständen und dem Apparat beeinflusstes Werk ist – das eine ist intim, das andere ernst. Wäre es falsch, sich vorzustellen, dass Mozart von diesen beiden im Archiv des Stefansdoms in Wien liegenden Werken wusste und dass deren Akzente sein eigenes Requiem beeinflusst haben könnten? Das sei vorweg angeführt zum herrlichen Album, welches von den Ensembles Vox Luminis (für die Stimmen), L’Achéron (für den Orchesterpart von Kerll) und Scorpio Collectif (für den Orchesterpart von Fux) aufgenommen wurde.



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