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Working Men’s Club!

Von Marc Zisman |

Qobuzissime für diese Jungs aus England, die ein brillantes erstes Album voller Post-Punk veröffentlichen. Ein neuer Klassiker ist geboren!

Es ist schon beeindruckend, wie die scharfkantige, staubtrockene und unnachgiebige Neo-Postpunk-Szene des Vereinigten Königreichs so richtig durchschüttelt wird, wenn Working Men’s Club auf dem Dancefloor auftaucht. Mit seinem gleichnamigen Debütalbum legt das junge Quartett aus Todmorden – 25 Kilometer nördlich von Manchester – die Karten offen auf den Tisch, die früher von New Order (zu Zeiten von Power, Corruption & Lies), The Fall, Human League, Gang of Four und sogar D.A.F. und Suicide gespielt wurden. Der soeben erst volljährig gewordene WMC-Leader Sydney Minsky-Sargeant steckt den Rahmen ab. „In Todmorden gibt es für einen Teenager nicht viel zu tun. Die Stadt liegt von allem eher weit entfernt. Und an einem Ort zu wohnen, wo es im Winter erst um neun Uhr hell wird und um vier Uhr schon dunkel ist, kann ganz schön deprimierend werden“. Es ist also nur allzu logisch, dass diese Schützlinge der aufgedrehten Fat White Family sich wie Rotzbengel aufführen. Wie einer von denen, die wütend Synthies, Gitarren und Schlagzeug quer durch ihr Zimmer schleudern, bis das große Chaos ausbricht!



Ihre Texte werden eher gebrüllt als gesungen, aber unermüdlicher Groove, Gitarrenriffs und Mega-Bässe sorgen für dementsprechende Bewegung, ohne dass sie sich weitere Fragen stellen müssten. Es ist also schier unmöglich, die Körper unter Kontrolle zu behalten, die sich nur so im Rhythmus dieser faszinierenden Sinfonie mit dem jugendhaften Elektro-Acid-Rock, die manchmal an die Anfangszeiten des LCD-Soundsystems erinnern. Working Men's Club ziehen sich T-Shirts mit dem Logo „Socialism“ über, taufen einen ihrer Songs John Cooper Clarke (wie der nach wie vor angehimmelten Punkpoeten) und machen dem grauen Yorkshire-Himmel, unter dem sie das Licht der Welt erblickt hatten, den Garaus. Manchmal entspannt sich Sydney Minsky-Sargeant ein bisschen und zeigt sich dabei von einer fast hedonistischen Seite im New Wave-Stil (Outside). Ist er jedoch genervt, dann macht sich der von Elektrofunk angehauchte Discopunk über seine Seele her (Teeth).



Etwas benommen lässt einen dieses Debütalbum schon zurück, das dank der kompakten und nüchternen Produktion von Ross Orton (The Fall, M.I.A, Arctic Monkeys) beeindruckende Ausmaße angenommen hat. Keine Frage: Working Men’s Club ist ein Name, den man sich merkt!



HÖREN SIE "WORKING MEN'S CLUB" VON WORKING MEN'S CLUB AUF QOBUZ



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