Mine, alles andere als klebriger Pop

Mit ihrer neuesten Platte "Klebstoff" liefert uns die deutsche Queen des Stilmixes ein fabelhaftes und ganz persönliches Werk...

Von Sandra Zoor | Video des Tages | 14. April 2019
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Qobuz

Die deutsche Popszene bietet uns zahlreiche Talente, die sich schon seit Jahren in den Charts platzieren. Doch eine Künstlerin fehlt uns auf dieser Liste, da sie sich nicht einfach irgendwo platzieren lässt: Jasmine Stocker, besser bekannt unter dem Namen Mine, veröffentlicht mit Klebstoff ihr viertes Studioalbum, das nicht weniger originell als das Vorgängeralbum Alle Liebe nachträglich ist und umso mehr Mines Kunst des absoluten Instrumentations-Mix in den Vordergrund rückt. Bekannt ist Mine vor allem für ihre einfallsreichen Live-Auftritte, bei denen sie sich nicht scheut, ein Orchester mit Autotune, Toy-Piano, Vibraphone und Gitarre zu kombinieren. Der Hip-Hop liegt ihr ebenfalls im Blut, weshalb sie sich regelmäßig die coolsten Jungs der deutschen Hip-Hop Szene ins Boot holt wie auch hier bei Schwer bekömmlich (mit Dissy).

Dieses Multitalent bereitet uns mit Songs wie 90°, Klebstoff und Spiegelbild Ohrwürmer der Popmusik, die so gar nicht nacht Pop-Charts klingen, da sie ihren Stilmix so gekonnt einsetzt. Mit Spiegelbild versetzt sie uns in einen karibischen Trip-Hop-Flair, zu dem sie auch noch sanfte Streicher hinzufügt. Und dann überrascht uns die ansonsten stimmlich eher zurückhaltende Sängerin auf einmal in 90° mit einem so vollen Organ, dass sie glatt einer Lady Gaga gleichkommen könnte, bevor sie in Du kommst nicht vorbei mit einem Dudelsack-Intro daherkommt und im Anschluss eine funkige Bassgitarre bei S/W einsetzt.

Die Texte der Songs werden jedes Mal perfekt in den Vordergrund gestellt. So hört sich dieses Album wie ein Eintrag aus dem Tagebuch einer Künstlerin an, die sich mit sich selbst auseinandersetzt und ihre innersten Selbstzweifel und Gedanken mit einem Publikum teilt, das sie auf ihrem Selbstfindungstrip mitreißt. Selbstfindung auf persönlicher Ebene? Vielleicht. Musikalisch hat sich Mine trotz dieses großen Mischmaschs schon längst gefunden, denn wer sagt denn, wo Musik Grenzen gesetzt sind? Gewusst wie. Mine wird dem deutschen Pop immer einen Schritt voraus sein.







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