Genre :

Lana Del Rey, unendliche Melancholie

Kinematografische Atmosphäre, Balladen ohne Ende und pure Sinnlichkeit: die Amerikanerin feilt ihre zeitlose Kunst aus...

Von Marc Zisman | Video des Tages | 9. September 2019
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Ihre sinnliche Stimme ist anziehend, daran ist nicht zu rütteln. Egal, ob Elizabeth Grant alias Lana Del Rey die Bedienungsanleitung eines kabellosen Staubsaugers vor sich hinmurmelt oder gleich die ganze Welt zu ihren Partys einlädt (A$AP Rocky, The Weeknd, Stevie Nicks und Sean Lennon – auf Lust for Life, ihrem Album aus dem Jahre 2017), Sie wandert Schritt für Schritt gemächlich auf ihrem elegischen, für sie so typischen, kleinen Planeten dahin. Es ist eben ihre Art, von ihrer Zeit zu plaudern, von ihren Zeitgenössinnen und Zeitgenossen, vom American Dream und, warum auch nicht, von sich selbst… Nach dem etwas schockierenden Titel Norman Fucking Rockwell!, der Pop-Ästhetik des Covers (mit Jack Nicholsons Enkelsohn Duke Nicholson auf einem Boot, in sicherer Entfernung einer brennenden Küste) und ihrem extrem langsamen Tempo (einzig und allein Balladen) bietet sie hier folkig weiche Elemente. Eine großartiger Klangteppich, auf dem sich die Sängerin auf noch melancholischere und verflüchtigende Art und Weise räkelt als je zuvor.



Vor allem hat sie diese Platte in enger Zusammenarbeit mit Jack Antonoff ausgearbeitet, dem Lieblingssongwriter/-produzenten von Popstars wie Taylor Swift, St. Vincent, Lorde, Carly Rae Jepsen und Pink, und der seinen Spleen ebenso nüchtern wie effizient verkleidet. Etwas Außergewöhnliches bietet das in unserer verrohten Welt im Zeitlupentempo laufende schöne Album mit einer Coverversion des Doin’ Time (1996) der Gruppe Sublime (die damit selbst schon mehr oder weniger Gershwins Summertime neu interpretiert hatten). Damit liegt ein weiteres Beweisstück im Fall Lana Del Rey vor, der sich als weitaus komplexer entpuppt als manche vielleicht zugeben möchten…



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