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Ashley Henry, die Nacht des Vinyl-Jägers

Mit "Beautiful Vinyl Hunter" veröffentlicht der britische Pianist ein wunderbares Qobuzissime-Album, bei dem er vielseitigen Jazz mit unwiderstehlichem Groove vereint...

Von Marc Zisman | Video des Tages | 11. September 2019
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Es vergeht keine Woche, ohne dass ein neues Wunder in der quirligen englischen Jazz-Szene am Horizont auftaucht. Dieser Jazz ist recht vielseitig – mit einer Kombination aus Tradition und Klängen aus der Welt des Soul, des Funk, des Rap, des Afrobeat, des Grime oder der Karibik – allein darauf versteht sich Ashley Henry, und in diesem Sinne erlebt er es auch. Der junge, im November 1991 geborene Londoner Pianist, der in aller Munde ist, erhielt 2016 sein Diplom an der Royal Academy of Music und hat bereits mit hervorragenden und unterschiedlichen Musikern zusammengearbeitet wie etwa dem Rapper Loyle Carner, den Sängerinnen Christine & The Queens und Zara McFarlane, aber auch mit großen Hausnummern des Jazz wie Terence Blanchard, Robert Glasper, Jean Toussaint, Jason Marsalis oder Anthony Joseph.



Mit seinem ersten richtigen Studioalbum namens Beautiful Vinyl Hunter präsentiert Henry ein aufrichtiges musikalisches Selbstporträt, auf dem er seine multikulturelle Erziehung und die dementsprechenden Einflüsse schildert. „Meine Musik bringt klar zum Ausdruck, was ich bin, was London mit seiner wunderbaren kunterbunten Vielfalt ist. Meine persönliche Immigrantenexistenz ist bis ins 17. Jahrhundert verwurzelt. Für mich ist es ausschlaggebend, dass meine Musik heute diese Erbfolge durch verschiedene musikalische Stilrichtungen und über verschiedene Generationen hinweg zum Ausdruck bringt.“



Und eben genau das macht er mit kraftstrotzender Energie in Begleitung der Schlagzeuger Luke Flowers (vom Cinematic Orchestra) und Makaya McCraven, der Trompeter Theo Croker, Jaimie Branch und Keyon Harrold, des Saxofonisten Binker Golding, des Bassisten Dan Casimir, des Schlagzeugers Eddie Hick, des Perkussionisten Ernesto Marichales, der Sängerin Judi Jackson, des Sängers Milton Suggs und des Rappers Sparkz.



Wie ein Herbie Hancock des dritten Jahrtausends verbreitet Ashley Henry einen geselligen Groove und dabei vereint er auf ganz natürliche Weise alles, was ihm unter die Finger kommt; auch dann, wenn er plötzlich mitten in seiner Platte eine neue Version eines Titels von Solange, Cranes (In the Sky), unterbringt! Dahinter steckt keine Berechnung, sondern einzig und allein das Vergnügen, miteinander zu teilen.

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