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Die Alben

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Soul - Erschienen am 21. Mai 2021 | 4AD

Hi-Res Auszeichnungen Qobuzissime
Sinnlichkeit ist Voraussetzung für soulige Unternehmungen aller Art. Erika de Casiers Musik strotzt vor Sinnlichkeit und geht zuweilen darüber hinaus. Vor ihrem Debütalbum Essentials, das 2019 auf ihrem eigenen Label Independent Jeep Music erscheint, sorgte die in Portugal geborene und in Dänemark aufgewachsene Künstlerin als Teil des Duos Saint Cava für düsteren R&B. Für ihr zweites Soloalbum namens Sensational, das beim gediegenen englischen Label 4AD erscheint, lässt Erika de Casier uns durch ihren zarten, beinahe flüsternden Gesang an ihren inneren Seelenzuständen teilhaben und berichtet von ihrer Reue ebenso wie ihren Sehnsüchten. Im Herzen ihrer Kunst leuchtet das Erbe ihrer Vorgängerinnen aus den 90erJahren. Von Aaliyah und Janet Jackson bis hin zu Brandy und anderen. Aber auch wenn die Melancholie dieser starken Stimmen des 20. Jahrhunderts die Dänin zweifelsohne inspiriert haben mögen, so wagt Erika de Casier sich auch in andere Klanglandschaften vor. Die iberischen Gitarren von Someone to Chill With und Friendly, die Geigen von Acceptance oder die fernen Ausströmungen des UK-Garage auf Drama - dieses federleichte und watteweiche Album ist voll von ungewöhnlichen Nuancen des modernen R&B. Die Zerbrechlichkeit ihrer keinesfalls weinerlichen Stimme und die Eleganz der Produktion (die sie gemeinsam mit ihrem Partner Natal Zaks realisert hat) machen Sensational zu einem der originellsten Soul-Alben von heute. © Marc Zisman/Qobuz
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R&B - Erschienen am 29. Januar 2021 | Transgressive

Hi-Res Auszeichnungen 4F de Télérama - Qobuzissime
Die Stimme einer Generation. Das hat man Bob Dylan nachgesagt, der nichts davon hören wollte... Anaïs Oluwatoyin Estelle Marinho alias Arlo Parks reagiert genauso, wenn man sie seit ihrer 2019 erschienen EP Super Sad Generation als Sprecherin der Generation Z (die zwischen 1997 und 2010 Geborenen) bezeichnet. Ist die Marketing-Punchline erst einmal vergessen, kann man ungehindert Collapsed in Sunbeams genießen - ein brillantes Debütalbum, das mit beschwingtem R'n'B, leichtem Pop und Neo-Trip-Hop jongliert. Das wohl tiefgründigste Album von Anfang 2021... Bevor die in London lebende Sängerin tschadischer, französischer und nigerianischer Herkunft Songs schrieb, widmete sie sich der Poesie. Als großer Fan von Sylvia Plath, Ginsberg und Nabokov fühlte sich sich schon immer zum Schreiben hingezogen. Arlo Parks erzählt Geschichten - oft ihre eigenen - noch bevor sie diese vertont. Mit seinem Titel, der aus Zadie Smiths Roman Von der Schönheit stammt, unterstreicht das Album Collapsed in Sunbeams diese literarische Leidenschaft, die Arlo Parks nun ganz der Musik zugewandt hat. Mit Finesse und Schärfe setzt sie sich mit Zerrissenheit (Caroline), unerwiderter Liebe (Eugene) oder Alkoholismus (Hurt) auseinander. Ihre bittersüßen Melodien konfrontieren die oft melancholischen, manchmal traurigen Texte mit geballter Pop-Energie. Ein Balanceakt, der von einer hypnotischen Stimme getragen wird, die sowohl an Trickys Ex, Martina Topley-Bird, als auch an Lily Allen oder Jorja Smith erinnert. Mit nur 20 Jahren ist Arlo Parks mehr als eine Eintagsfliege und wird wahrscheinlich noch viele Jahre im Rampenlicht stehen. Eine wahre Entdeckung. © Marc Zisman/Qobuz
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R&B - Erschienen am 2. Oktober 2020 | Haliblue Records

Hi-Res Auszeichnungen Qobuzissime
Mit Goldress, ihrer ersten EP, die 2020 veröffentlicht wurde, hatten Alban und Yvan Murenzi alias YellowStraps die Messlatte bereits sehr hoch gelegt. Auf ihrem Cover präsentierten sich die beiden Jungs wie ganz brave Schüler in ihren Latzhosen und mit in goldenes Zellophanpapier eingewickelten Köpfen. Sie produzierten diesen edel arrangierten und gut durchdachten Neo-Soul, der mit seinen acht Tracks in der Tradition von Maverick Sabre, Daniel Caesar oder King Krule steht, und sich perfekt in die neue britische Soul-Szene unter ihrem Anführer Jordan Rakei, der mit Subtilität und Präzision Neo-Soul, Chill und Jazz kombiniert, einfügt. Die musikalische Reife, die die beiden Jungs an den Tag legen ist besonders erstaunlich. Es muss jedoch gesagt werden, dass die beiden Brüder, die in Uganda aufgewachsen sind, aber früh nach Belgien kamen, an der Seite von Rapper Roméo Elvis schon lange in die Brüsseler Szene eingetaucht sind und bereits einige Trophäen gewonnen haben. Von den beengenden Ereignissen des Frühjahrs 2020 inspiriert, hat sich das Duo der Herausforderung gestellt, pro Tag einen Song zu komponieren und dabei die Zusammenarbeit an unterschiedlichen Orten möglich zu machen. Diese sich selbst auferlegte Challenge haben sie größtenteils gewonnen, da alle sechzehn Tracks des Yellockdown Project Featurings mit Gästen aus den verschiedensten Musikgenres enthalten, die sich wunderbar mit der neuen Welle des Neo-Soul kombinieren ließen, was das gesamte Projekt auf eine höhere Ebene hob. Unter den Featurings finden wir die Pariser Crayon und Lord Esperanza oder auch die Kalifornierin Jae Luna. Der einzige Unterschied zu Goldress besteht darin, dass die Brüder mit Raison, Visage, Frissons und Si tu savais sich noch um etwas mehr an die französische Sprache heranwagten. Dieses Qobuzissime-Album ist ein kleiner Juwel mit großem Potenzial, das Belgien und seine wimmelnde Szene zurück auf ins musikalische Spielfeld bringt. © Charlotte Saintoin/Qobuz
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R&B - Erschienen am 1. November 2019 | Stones Throw

Hi-Res Auszeichnungen Qobuzissime
Zwischen Khartum und Cleveland liegen 10 000 Kilometer. Diese Distanz überwindet Brittney Parks alias Sudan Archives auf ihrem wunderbaren Debütalbum Athena mit zwei Bogenstrichen. Die 24-jährige, in Ohio aufgewachsene Amerikanerin schlägt solide und unwahrscheinliche Brücken zwischen Klängen und Kontinenten. Und ihr zeitgemäßer, sehnsuchtsvoller und verträumter Soul ähnelt keinem anderen… Ihre Lieblingswaffe ist die in der von ihr heißgeliebte Violine. Und diesen Klang nimmt sie mit an Bord ihres elektronischen Geflechts mit von Hip-Hop geprägten Beats. Übrigens spielte Sudan Archives 2016 mit einer Neufassung von Kendrick Lamars King Kunta (den sie auf Queen Kunta umtaufte), wobei sie nur ihre Stimme, diese Violine und einen kleinen Pedaleffekt zum Einsatz brachte. Die Idee für ihre ungewöhnlichen Fusionen holte sich die inzwischen in Los Angeles lebende Musikerin von den Einspielungen des im Jahre 2001 verstorbenen Kameruners Francis Bebey, der auf einzigartige Weise afrikanische Musik und elektronische Minimal Music miteinander verarbeitete. Athena erscheint bei Stones Throw, dem hervorragenden Label von Peanut Butter Wolf, das sich auf allerlei Arten Funk spezialisiert hat, während Sudan Archives sich hier in erster Linie mit dem Erbe der Underground-Soul-Königinnen (Erykah Badu, Solange) beschäftigt, ohne jedoch ihre originelle Eigenart preiszugeben. Und ihr afro-futuristischer R&B mit dieser vielschichtigen Klangwelt enthält ausreichend avantgardistische Strukturen, um die Konkurrenz hinter sich zu lassen. Ein sanfter Schock, aber es haut einen definitiv um. © Marc Zisman/Qobuz
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Soul - Erschienen am 10. Mai 2019 | Jagjaguwar

Hi-Res Auszeichnungen Pitchfork: Best New Music - Qobuzissime
Wozu bin ich eigentlich gut? Was soll ich mit dem anfangen, wozu mich meine Vorbilder inspiriert haben? Und was werde ich meinerseits zurücklassen? Diese herrlich metaphysischen Fragen hat sich Jamila Woods gestellt, als sie ihr zweites Album in Angriff nahm und das sie logischerweise Legacy! Legacy! nannte. Eine Qobuzissime Platte! Drei Jahre sind seit Heavn ins Land gezogen und die Soulsister aus Chicago präsentiert nun zwölf Songs, und jeder Titel erinnert jeweils an einen der Künstler oder Künstlerinnen, die ihr etwas Besonderes bedeutet haben. Musiker/innen, Maler/innen, Schriftsteller/innen, Aktivist/innen, Dichter/innen, niemand fehlt! Die Namen der Auserkorenen sind nämlich Betty Davis, Zora Neale Hurston, Νikki Giovanni, Sonia Sanchez, Frida Kahlo, Eartha Kitt, Miles Davis, Muddy Waters, Jean-Michel Basquiat, Sun Ra, Octavia Butler und James Baldwin. Nichts ist langweilig oder lehrmeisterhaft, denn die junge Afroamerikanerin, die ihrer Geburtsstadt Chicago sehr verbunden ist, erweist niemandem auf direkte Art die Ehre, sondern tut es auf recht subtile Weise, sie tut nämlich so “als ob”. Vor allem hält sie an ihrem eigenen Stil fest. Am Stil einer Dichterin an geraden Tagen (sie ist künstlerische Leiterin des YCA, Young Chicago Authors), am Stil einer Musikerin an ungeraden Tagen und an freien Tagen ist sie Lehrerin! Und als würdige Nachfolgerin von Erykah Badu und Lauryn Hill umgibt sie alle ihre Worte mit recht raffiniertem Groove und modernisiertem, rhythmusbetontem Nu Soul. Wenn Jamila Woods ihre Gästeliste aufstellt, sucht sie dabei lieber in heimischen Gefilden, um solidarisch zu handeln und Freunde einzuladen, die im Wesentlichen aus der Windy City stammen: den Trompeter Nico Segal, die MCs Saba und Nitty Scott, theMIND, Jasminfire… Und so präsentiert dann der Schützling von Chance The Rapper am Ende einen 49-minütigen, intelligenten und erstklassigen Mix voll engagierter Unterhaltung und kampflustigem Groove. Perfekt. © Marc Zisman/Qobuz
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Soul - Erschienen am 25. Januar 2019 | Decca (UMO)

Hi-Res Auszeichnungen Qobuzissime
XamVolos facettenreiches Debütalbum lässt einen aufhorchen. Der erst 23 Jahre alte, in Liverpool niedergelassene Londoner tunkt All The Sweetness On The Surface in zarten, von Jazz und Pop gesäumten Soul, der schon auf den beiden vorangegangenen EPs ganz klar herauszuhören war: Chirality (2016) und A Damn Fine Spectacle (2018). Eine schlaue Grammatur, die in jedem der fünfzehn, recht unterschiedlichen Titel zum Tragen kommt. All diese lässig vorgetragenen Silben ergeben nicht den geringsten Sinn, es zählt nur diese warme Stimme, die so gut dazu passt. Auf dem köstlichen Lose Love sind die sinnlich verschlungenen Wege durch R&B hindurch schon vorgezeichnet, mit nicht mehr als ein paar Gitarrenriffs, Synthies aus der Ferne, schmiegsamen Chören und schleppendem Tempo. Man braucht sich also nur noch dahintreiben zu lassen. Und in Feel Good, dem gesampelten Thelonious von Thelonious Monk, die jazzigen, einwandfrei herauszuhörenden Bläser genießen. Und bei Old Soul wird man dank des patinierten Souls mit rotglühenden Wangen dastehen. Mit seinem Blick durch Butzenscheiben hindurch hat Samuel Akinlolu Folorunsho die perfekte Neo-Soul-Umgebung entworfen, in der man es sich gemütlich machen kann. © Charlotte Saintoin/Qobuz
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Soul - Erschienen am 15. Juli 2016 | Polydor Records

Hi-Res Auszeichnungen 4F de Télérama - Qobuzissime
Dank des brillanten Debütalbums Home Again, das Michael Kiwanuka im Jahre 2012 herausbrachte, ist der Brite zu einem der großen Stars des heutigen Szene des Nu Soul aufgestiegen. Mit nur 25 Jahren wurde Kiwanuka mit nicht weniger großen Namen als Bill Withers, Otis Redding und Marvin Gaye verglichen. Auf seinem zweiten Album Love & Hate, das nun erscheint, zeigt uns der Londoner seine rockige Seite, ohne seine eindeutig souligen Einflüsse zu verleugnen. Es wurde produziert von Danger Mouse und enthält viele anspruchsvolle Kompositionen (wie zum Beispiel die zehnminütige Sinfonie Cold Little Heart, die das Album eröffnet) und unerwartete Referenzen wie Akkorde, die eindeutig an David Gilmour von Pink Floyd erinnern. Aber auch die Refrains zeigen Kiwanukas Brillanz und die Eingängigkeit der Melodien - sowohl wenn er beim gleichnamigen Song "I'm a white man in a white world" singt oder den Titelsong Love & Hate zum Besten gibt. Wenn er gezielt das Saitenspiel einsetzt oder wir uns über gospelähnliche Chorgesänge freuen können. Kurz gesagt: Ein großes Soul-Album, das reich an Einflüssen großer Künstler ist, hinter denen es sich nicht zu verstecken braucht. © MZ/Qobuz
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Soul - Erschienen am 23. Juni 2015 | Columbia

Hi-Res Auszeichnungen Qobuzissime
"Du klingst ja wie ein alter Mann" soll seine Mutter gesagt haben, als er ihr seine Songs vorspielt. "Und du ziehst dich an wie dein eigener Großvater." In der Tat, Leon Bridges sieht aus, wie aus der Zeit gefallen: Mit Vintage-Anzügen, Oberlippenbärtchen und Lederstiefeln schlendert er in den in schwarz-weiß gehaltenen Musikvideos durchs Bild. "Vintage-Klammotten faszinieren mich – und man wird mich so nicht nur auf der Bühne sehen, sondern auch im Waschsalon oder Supermarkt", dementiert Bridges den Vorwurf sein Stil sei nur ein Marketing-Gimmick. Ein Glück, trägt der 25-jährige Texaner seine Retrojeans auch beim abendlichen Bier in einer Bar seines Heimatorts Fort Worth. Dort trifft er nämlich auf Austin Jenkins, von der texanischen Psych-Punk Band White Denim. Über ihre gemeinsame Leidenschaft kommen sie ins Gespräch und am Ende ist es Jenkins, der Bridges dazu überredet ein Album aufzunehmen. Dabei herausgekommen ist mit "Coming Home" eine Zeitmaschine in die Hochzeiten des Souls. Aretha Franklin, Otis Redding und vor allem Sam Cooke haben es dem jungen Texaner angetan. Die Einflüsse der Musik aus den 50er und 60er Jahren triefen förmlich aus allen Ritzen seines Debüts. Das Retro-Revival ist nicht neu: Bands wie die Alabama Shakes, die späte Amy Winehouse, oder auch Cee-Lo Green feierten Erfolge mit dem Wiederbeleben klassischen R&Bs. Kein Wunder also, dass die Hype-Maschinerie auch nicht vor Leon Bridges halt macht. Jener wirkt, als habe ihn eine Plattenfirma perfekt designed ausgespuckt, um genau auf dieser Welle mitzureiten. Der Titeltrack läuft in Starbucks-Filialen rauf und runter und scheint genau ins Beuteschema findiger Pitchfork-Hipster zu passen. "Coming Home" ist aber mehr als das: Mit beängstigender Detailversessenheit zaubert Leon Bridges eine kompromisslose Liebeserklärung an seine alten Soul-Helden, die genauso gut auch 1965 hätte erscheinen können. Das komplett analog eingespielte Album kommt mit den klassischen Zutaten daher: Viel Hall, Background-Sängerinnen mit "Doo-Wop"-Chören, organische Horn-Arrangements, Balladen, Liebeslieder, aber auch tanzbare Rhythmen finden sich auf "Coming Home". Dazu croont der 25-Jährige mit einer solchen Behutsamkeit in der Stimme über die Zeilen, dass er für Vergleiche mit Sam Cooke und Co. durchaus genügend Argumente liefert. Kaum zu glauben, dass der Junge aus Texas, der am College lieber tanzte, als sich vors Mikrofon zu wagen, erst zum Singen überredet werden musste. "I'd swim the Mississippi River / If you'd give me another start, girl" beteuert Bridges reumütig auf "Better Man". Ergreifend gerät auch der Horn-lastige Gospel-Waltzer "Shine", der zusammen mit der biographischen Liebeserklärung an seine Mutter "Lisa Sawyer", neben dem Titeltrack, die Höhepunkte auf "Coming Home" ausmacht. Der "Borderline-Radikalismus", wie der Guardian Bridges' Herangehensweise treffend bezeichnet, hat aber auch seine Schattenseiten. Zwischenzeitlich wirkt der Sänger aus Fort Worth eben doch nur wie ein Imitator, die eigene Note, wie sie etwa eine Amy Winehouse schon aufgrund ihrer dramatischen Biografie mitbrachte, vermisst man auf "Coming Home". Nie erreicht Bridges die mitreißende Emotionalität seiner großen Vorbilder. Der Funke ist da, nur das Feuer ist noch nicht entfacht. "Wenn ein Sänger älter wird, wird auch sein Grundgedanke ein wenig tiefsinniger, weil er das Leben lebt und das, was er sagen will, dadurch ein bisschen besser versteht", soll Sam Cooke höchstpersönlich gesagt haben. Leon Bridges ist gerade mal 25 Jahre alt. Dass er alle Anlagen mitbringt, um zeitlose Klassiker wie seine Vorbilder zu erschaffen, beweist gerade das Schlussstück "River" eindrucksvoll: Das von Gospel und Blues beeinflusste Glaubensbekenntnis macht Hoffnung auf die Zukunft dieses begnadeten Sängers. Sein Debüt klingt zwar unheimlich stimmig, hier und da vermisst man aber dennoch, was den Soul der 60er Jahre abseits der Liebeslieder und Gotteshuldigungen ausmachte: Ein politisches Bewusstsein. Rassismus ist in den USA, angesichts der Vorfälle in Ferguson, aktueller denn je. An solche Themen wagt sich der junge Sänger aber noch nicht heran. Wenn Leon Bridges in Zukunft thematisch ein bisschen mehr Mut beweist und seinem Sound, statt exzessivem Kopierwahn, eine eigene Note verleiht, dann wird man 2070 sicherlich ähnlich auf ihn zurück blicken, wie heutzutage auf Sam Cooke und Co. © Laut
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Soul - Erschienen am 19. Juni 2015 | Columbia

Hi-Res Booklet Auszeichnungen Qobuzissime
Ein Blick auf das Cover und die ersten 30 Sekunden von Coming Home reichen, um zu verstehen, welche musikalischen Einflüsse Leon Bridges geprägt haben. Der 25-jährige Songwriter aus Texas tritt in die Fußstapfen von Otis Redding, von Smokey Robinsons Band The Miracles, und vor allem von Sam Cooke und kann somit als lebendes Mausoleum, auserkoren um den Soul am Leben zu erhalten, beschrieben werden. Auf seinem ersten, bei Columbia erschienenem Album zeigt Bridges, dass er in der Lage ist, großartige, eigene Songs zu schreiben, die deutlich machen, dass er mehr als nur eine Kopie seiner musikalischen Vorfahren ist: ein ernstzunehmender, eigenständiger Soulkünstler. Hierdrauf finden sich sorgfältig und mit Liebe ausgearbeitete Kompositionen und Arrangements, in der Art, wie es schon seine Vorgänger in den 60er Jahren gemacht haben. Vor Leidenschaft brennende Balladen, sinnlicher Blues, Rythm’n’Blues in Up-Tempo-Rhythmik und Pop mit Gospel-Akzenten: Bridges beherrscht sein Handwerk in allen Stilnuancen perfekt, singt dabei wie ein junger Gott und vermeidet jegliche Art von Nachahmung. Coming Home ist eine Platte für puristische Fans des Souls und wird mit ihren einwandfreien Retro-Melodien viele Herzen berühren. Dieses Album zeigt Klasse! © MZ/Qobuz
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Soul - Erschienen am 19. Januar 2015 | Anti - Epitaph

Hi-Res Auszeichnungen Qobuzissime
Curtis Harding hat "Soul Power". Doch nicht etwa diese Art von Soul, den Sharon Jones, Charles Bradley oder Lee Fields uns seit einigen Jahren kredenzen. Der Sohn einer Gospelsängerin bedient sich zwar bei den selben Elementen der 1960er und 1970er, findet aber zwischen Soul, Blues, Gospel, Disco und Funk sein ganz eigenes, vom Garage-Rock durchzogenes Klangbild. Harding muss sich nichts beweisen. Anstatt die Ellbogen auszufahren und gegen seine Band anzuzetern, singt er mit ihnen. Musik und Gesang harmonieren. Niemand drängt sich in den Vordergrund. In den kantigen Songs wechselt seine warme, flexible Stimme zwischen den Einflüssen von Namensvetter Mayfield, Otis Redding, Bill Withers und einem jungen und noch ambitioniertem Lenny Kravitz, ohne zu einer bloßen Kopie zu verkommen. "Soul Power" durchfließen Respekt und Verständnis für eine zurückliegende Musikepoche, ohne in Nostalgie zu verkrusten. Ein entspannt groovender Walking Bass und eine abgewirtschaftete Schweineorgel setzen den Opener "Next Time" nachhaltig in Gang. Subtile Bläser und eine akustische Gitarre vervollständigen den rauchigen, an Creedence Clearwater Revivals Southern-Rock angelehnten Track. Mit kühlem Herzschmerz stabilisiert Harding den Song. "They say it's never over / They say it's never fair / I don't know if that's true / I don't even care." Mit dem beflügelnd optimistischen "Keep On Shining" gelingt Curtis Harding frohgemuter Vitange-R'n'B im The Spinners-Stil mitsamt erhebenden Bläsern und schneidender Gitarre. "Heaven's On The Other Side" orientiert sich am Disco-Funk, während "Drive My Car" sich dem lehmigem Blues nähert. Im bedächtigen "Castaway" reichen sich ein bluesgetränktes Gitarren-Solo und eine Procol Harum-Orgel die verdreckten Hände. Ziemlich verblüffend startet "I Don't Wanna Go Home" wie New Model Armys "51 State", purzelt im nächsten Moment zum "Mrs. Robinson"-Cover der Lemonheads, um danach ohne Weiteres seinen eigenen Surf-Charakter zu entwickeln. Das gemeinsam mit dem Black Lips-Bassisten Jared Swiley geschriebene und eingespielte Stück war bereits auf deren Album "Underneath The Rainbow" zu hören. Lips-Gitarrist Cole Alexander, mit dem Harding in der gemeinsamen Band Night Sun arbeitet, verleiht mit seinem abgewracktem Gitarren-Solo dem von "The Walking Dead" beeinflussten "Surf" den nötigen Pfeffer. Mit brummendem Bass entwickelt sich schmutziger Garage-Soul-Rock, der mehr an die frühen Rolling Stones als an Marvin Gaye erinnert. Fürwahr, Curtis Harding trägt die Kraft des Souls in sich, doch lässt er sich nicht von Genre-Grenzen einzäunen. Ihm glückt ein rundum gelungenes Debüt, das Lust auf mehr macht. Oder wie es der aus Michigan stammende Sänger in "Next Time" ausdrückt: "Until next time / See you later, bitch." © Laut

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