Die Alben

14,99 €
9,99 €

Weltliche Vokalmusik - Erschienen am 25. Mai 2018 | Arcana

Hi-Res Booklet Auszeichnungen 5 étoiles de Classica
Über das Leben von Giacomo Gorzanis, der um 1520 geboren wurde und gegen 1579 starb, ist nicht viel bekannt. Er war blind - wahrscheinlich von Geburt an - wie der Hinweis in seinem 1564 in Venedig erschienenen Dritten Lautenbuch verrät (“Ich, blind“ sowie “Ich, dem das Augenlicht versagt wurde“). Anscheinend war der Lautist hochberühmt, wenn man der Anmerkung in seinem Ersten Lautenbuch von 1562 Glauben schenken will, die seine “langjährige Erfahrung mit der Laute“ preist. Eine weitere Anmerkung in seinem Zweiten Buch der neapolitanischen Lieder von 1571 deutet darauf hin, dass er wohl auch am Hof des Erzherzogs Karl II. von Österreich sang („die Erinnerung, die ich als Ihr demütiger Diener behalte und meine tiefe Zuneigung zu Ihnen“). Kurz, ein erfülltes Leben, im Laufe dessen Gorzanis nicht weniger als fünf Bände mit Lautentabulaturen zwischen 1561 und 1575 sowie zwei Bände mit neapolitanischen Liedern in den Jahren 1570 und 1571 veröffentlichte: Kostbare Zeugnisse einer Kunst, die vermutlich weit verbreitet war, deren Spuren aber heute nur schwer zurückzuverfolgen sind. Die Themen der Villanellen und anderer Lieder reichen von der Poesie des Petrarca oder des Ariosto bis hin zu sehr gewagten Dingen – wir finden sogar Anspielungen auf bezahlte Liebe – zeitlose Themen in der „volkstümlichen“ Musik von der Renaissance bis heute. Die Kompositionen, in denen polyphone Begleitungen noch vorherrschen, orientieren sich dennoch am neuen Stil einer von einem Klangteppich aus einfachen Akkorden unterlegten Melodie – Vorfahre des neapolitanischen Liedes, wenn man so möchte, in dem die Gesangslinie die Oberhand über alle anderen Elemente gewinnt. Pino de Vittorio (der singt, aber auch Nakaire spielt) wird von den Lauten und Gitarren Fabio Accursos und Bor Zuljans begleitet, sowie von der Bassgambe des Domen Marinčič und den Schlaginstrumenten – einschließlich dem Dulce Melos, einer gehämmerten Zither – von Massimiliano Dragoni. © SM/Qobuz