Genre :
Qobuzissime? Dies ist eine Auszeichnung, die Qobuz für ein Debütalbum oder ein zweites Album vergibt. Pop oder Reggae, Metal oder Klassik, Jazz oder Blues - kein Genre wird unbeachtet gelassen. Meistens handelt es sich um junge, noch unbekannte Talente.

Hin und wieder kann diese Auszeichnung auch an bereits bekannte Künstler vergeben werden, die ein ungewöhnliches Projekt schaffen, das sich von ihrer sonstigen Diskografie unterscheidet, wie zum Beispiel ein Crossover-Album. Was zählt ist einzig die Originalität und die Qualität. Die der Aufnahme, des musikalischen Projekts und seiner Identität.

Die Alben

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Punk – New Wave - Erschienen am 3. Juli 2020 | Duchess Box Records

Hi-Res Auszeichnungen Qobuzissime
Wenige Minuten von Freier Geist genügen Sofia Portanet, um 2020 in 1980 zu verwandeln. Mit ihrem Debütalbum, das wir mit einem Qobuzissime auszeichnen, veröffentlicht die deutsche Sängern - die 1989 geboren wurde und damit diese musikalische Epoche gar nicht selbst miterlebt hat - ein Werk, das der Neuen Deutschen Welle neues Leben einhaucht. Eine Neue Deutsche Welle, in der Nina Hagen mit Wahnsinn und Energie über New Wave- und Post-Punk-Europa herrschte und Kraftwerk die Massen begeisterten. Damals war auch die Zeit der kämpferischen Rhythmen von D.A.F., der romantischen Verzückungen von Kate Bush, Toyah und Lene Lovich und der Pop-Experimente von Falco oder den Franzosen von Rita Mitsouko. Künstlerinnen und Künstler, die alle von der in Kiel geborenen, in Paris aufgewachsenen und heute in Berlin lebenden Künstlerin Sofia Portanet geschätzt werden. Sie singt sowohl auf Deutsch als auch auf Englisch und Französisch und beansprucht dabei das Erbe einiger großer Stimmen, die Kino, Theater und Kabarett miteinander vereinen, wie Ingrid Caven und Hildegard Knef. Am Ende findet ihr bezaubernder Freier Geist trotz dieser Lawine von Bezügen und Vergleichen die perfekte Balance zwischen der Nostalgie für die 80er Jahre und modernen Impulse. Es ist vor allem ihr Enthusiasmus, der dieses Projekt bestimmt und so mitreißend macht. © Marc Zisman/Qobuz
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Klassik - Erschienen am 5. Juni 2020 | InFiné

Hi-Res Auszeichnungen Qobuzissime
Nach Glass Cage im Jahr 2000, und dann Glass Piano im Jahr 2015 gibt sich der Pianist Bruce Brubaker, der an der angesehenen New Yorker Juilliard School studiert hatte, erneut seiner Leidenschaft für Philip Glass hin. Brubaker, dessen Schüler Francesco Tristano mehrmals klassische und elektronische Musik miteinander in Verbindung brachte, gilt als einer der größten Spezialisten des amerikanischen Komponisten, dessen Stücke er schon unzählige Male neu interpretierte. Da er dieses Mal seine Perspektive ändern wollte, tat er sich mit Max Cooper, dem Hauptvertreter der zeitgenössischen IDM zusammen. Der Ire, der für sein jüngstes Album, Yearning for the Infinite, einen „Chaos-Generator“ entwickelt hatte, war genau der Richtige für dieses Album, das einem der Meister der Minimalmusic gewidmet ist. Das grundlegende Werk Two Pages (1968) durfte übrigens als „Single“ erscheinen (ein Konzept, das in diesem Fall hier nicht viel Sinn hat) und diesen zehn hypnotisierenden Minuten verleiht Cooper noch mehr Tiefgründigkeit, wenn er solo spielt und seinen modularen Synthesizer im Hintergrund wummern lässt. Die Platte beginnt und endet mit zwei Meisterwerken von Glass, dem kathartisch wirkenden Metamorphosis 2, einem seiner größten „Hits“, und dem Opening aus Glassworks. Und Max Cooper fügt mit seiner Leistung und großen Zurückhaltung noch eine kontemplative Komponente hinzu. © Smaël Bouaici/Qobuz
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Alternativ und Indie - Erschienen am 29. Mai 2020 | Animal 63

Hi-Res Booklet Auszeichnungen Qobuzissime
Diese Stimme. Man kann an nichts anderes mehr denken, nachdem man Meryem Aboulouafas Debütalbum einmal gehört hat. Ein hypnotischer Zustand, 38 Minuten lang, Zeit genug, um mit ihr zu einem hybriden Abenteuer aufbrechen, einem Mix aus Soul, Pop, Elektro, orientalischer Musik und Soundtracks, die aus einem Film stammen könnten, sodass uns das traumhafte Organ der Sängerin aus Casablanca ans Herz geht und dann nicht mehr aus den Ohren. Genauso wie bei ihren Zeitgenossinnen Kadhja Bonet (an sie wird man oft erinnert), Weyes Blood, Jenny Hval oder Lana Del Rey besteht auch Meryem Aboulouafas Welt aus Klängen, Stimmungen und vor allem aus Worten… Ihr Vater legt ihr alle Klassiker vor (Beatles, Stones, Floyd, Dylan, Piaf, Brel, Brassens), daraufhin besucht sie Kurse der Musiktheorie und Geige am Konservatorium, schreibt ihre ersten Gedichte auf Arabisch und Französisch und studiert schließlich an der Kunsthochschule in Casablanca Innenarchitektur. Mit der Gitarre in der Hand komponiert die junge Meryem ihre ersten Songs, die Manu Barron vom Label Animal 63 (The Blaze, Myth Syzer, Johan Papaconstantino, Gabriel Auguste) total begeistern. Mit Hilfe von Keren Ann feilt sie an ihren ersten, aber schon recht standhaften Versuchen, die dann zwei an den Reglern stehende Experten, Para One und Ojard, mit Raffinesse zum Glänzen bringen.„Para One bringt eine kinematographische Dimension ins Spiel, die genau zu mir passt, weil ich meine Texte und meine Musik mit meinen Augen ausarbeite“, erklärt die Sängerin. „Ojard ist eher für die Melodie, die Orchestrierung und die Ausarbeitung von komplexen und harmonischen Klängen zuständig.“ So hört man hier mal ein schlichtes Klavier, da beschwingte neoklassische Streicher, etwas später gibt es kriegerisches Trommeln, andernorts ein elektronisches Trip-Hop-Gemenge. Und die Instrumente scheinen immer darauf bedacht, diese introspektive Stimme und Worte nicht aus den Augen zu lassen. In The Friend geht es um ein muslimisches Gebet und seine poetischen Gesten, in Deeply geht sie der Frage nach, warum die menschliche Seele so komplex ist, Breath of Roma ist eine Liebeserklärung an die italienische Kultur... Elf Puzzleteilchen eines faszinierenden Ganzen voller Gefühl und vom Allerfeinsten. Nur eines ist unbedingt zu vermeiden: in Meryem Aboulouafa nicht mehr als eine heimliche Tochter von James Blake und Um Kalsum zu sehen, denn allein dieses Debütalbum (Qobuzissime!) zeugt schon, das es sich um eine große Künstlerin handelt. © Marc Zisman/Qobuz
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925

Alternativ und Indie - Erschienen am 27. März 2020 | Domino Recording Co

Hi-Res Auszeichnungen Qobuzissime
Sobald jemand behauptet, eine Gruppe sei einzigartig, dann heißt das doch, dass sie eigentlich nicht mehr oder weniger einzigartig ist, als alle anderen Gruppen auch. Und da wir in einer Zeit leben, in der es besonders viel Spaß macht, die stilistischen Grenzen zu verwischen und nur wahllos hinzuhören, ist die Gruppe, die zu diesem Jahr 2020 wie die Faust aufs Auge passt, noch schwerer einzuordnen als ihre Zeitgenossen… Weil Asha Lorenz und Louis O'Bryen nichts wie Rock im Kopf haben und ihre Ideen so gut aufgeräumt scheinen wie das Zimmer eines Teenagers, präsentieren sie eines der erstaunlichsten und unberechenbarsten Debütalben, die es derzeit gibt. Nach all der Zeit hatten die beiden Londoner, die sich seit ihrer Realschulzeit kennen, ja Gelegenheit genug, an diesem 925 ausgiebig zu feilen. Ernsthafte Rivalen sind sie ja nicht, sondern ganz einfach die allergrößten Kumpels, und so nehmen sie auf der Platte abwechselnd das Mikro in die Hand. Und teilen es auch miteinander; genau wie Sonic Youth im vorigen Jahrhundert. Übrigens erinnert uns das manchmal an eine, teilweise sogar sehr süße Soft-Version ihrer älteren Kollegen aus New York. Genau wie Letztere lächeln auch Sorry nicht viel, sie stellen vielmehr eine etwas beleidigte Miene zur Schau, eine Art lässige Faulheit, die eher abstoßend als anziehend wirkt. Und dennoch ist das alles faszinierend. Auch die britische Tageszeitung The Guardian hob dieses Gefühl hervor, und zwar mit der Überschrift: Sorry, diese Gruppe macht Langeweile sexy. Treffender könnte es nicht sein… Beim Grunge haben Sorry sich die Slacker-Haltung ausgeliehen, bei den Pixies die Gitarren (Perfect), bei Garbage die sexy wirkende Spottlust (Snakes), bei The Kills Assoziationen mit Junkies (More), beim No Wave das alkoholsüchtige Sax und bei der Post-Punk-Bewegung die düsteren Visionen. Vor allem sollten wir dieses Qobuzissime wieder und wieder anhören, um das Einzigartige daran zu ermessen und uns vollkommen betören zu lassen. Dieses Album kann einfach nicht übersehen werden. Keine Ausrede, Sorry. © Marc Zisman/Qobuz
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LP1

Electronic - Erschienen am 6. März 2020 | Shall Not Fade

Hi-Res Auszeichnungen Qobuzissime
Der produktive und eklektische polnische Produzent Earth Trax alias Bartosz Kruczyński hat in den letzten Jahren ein Dutzend EPs veröffentlicht, durch die er in die Reihe der Künstler gerückt ist, die man im Blick behalten sollte. Nun gibt er mit diesem schlicht und ergreifend LP1 genannten Album zum ersten Mal ein LP-Format heraus. Earth Trax war durch den träumerischen Deep House aufgefallen, den er mit Landsmann Adam Brocki alias Newborn Jr. komponiert hatte und der bald mit der Arbeit der britischen Pionierband Orbital verglichen wurde. Auf diesem Album zeigt Earth Trax seine ganze Vielseitigkeit, sein Talent als Arrangeur und seine elektronische Kultur: Acid House (Full Throttle, Pandora's Box), Electronica (Adhocracy), Breakbeat (Squawk Box), Drum'n'Bass (Fade Away oder die Single I'm Not Afraid), Ambient/Psychedelic (Your Fading Other) sowie atmosphärisches Deep House (das sehnsuchtsvolle Mechanisms), so viele Einflüsse, die er mit Überzeugung in dieses Projekt einfließen lässt, das wie eine schöne Visitenkarte aussieht und wie eine wahre Demonstration musikalischer Intelligenz klingt. © Smaël Bouaici/Qobuz
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Modern Jazz - Erschienen am 14. Februar 2020 | Exodus Records

Hi-Res Auszeichnungen 4F de Télérama - Qobuzissime
Die neue englische Jazzszene ist eine unerschöpfliche Quelle und lässt sich in ihrer Kreativität nicht beirren, denn jetzt kommt Moses Boyds erstes, wahrhaftes Soloalbum. Die szenekundigen Fans kennen bereits diesen vielseitigen jungen Drummer, der insbesondere Shabaka Hutchings, Zara McFarlane, Nubya Garcia, Joe Armon-Jones, Theon Cross oder Ashley Henry zur Seite gestanden hat. Noch dazu ist er die bessere Hälfte von Binker & Moses, dem stürmischen Duo, das er zusammen mit dem Saxofonisten Binker Golding bildet. Boyds Dark Matter ist eher die Platte eines Produzenten als die eines Schlagzeugers. Eine weitläufige Erzählung über das, was er ist und repräsentiert: ein Musiker, der mit dem Traum groß wurde, ein neuer Max Roach oder Tony Williams zu werden, der gleichzeitig Dizzee Rascal und Wiley als auch Rhythmen aus der Karibik, Reggae und Elektro hört. Das Best an Dark Matter ist, dass es diese ganze Gilde mit allerlei Idolen auf einen Nenner bringt und das ergibt dann eine schöne, farbenfrohe Momentaufnahme aus dem heutigen London. Das klangvolle, von Jazz genährte Album wechselt vom Afrobeat (BTB) zum Dubstep (2 Far Gone) und erlaubt sich dann auch schon mal einen Abstecher zum Post-Rock (What Now?). Moses Boyd hat sich mit den Stimmen von Poppy Ajudha, Obongjayar und Nonku Phiri sowie dem Kontrabass des ehemaligen Jazz Warriors Gary Crosby eine Orgie voller außergewöhnlicher Rhythmen ausgedacht. Eine solche Platte ist noch viel schwerer einzuordnen als diejenigen seiner Freunde, die aus derselben englischen Szene stammen. Dieses Album ist ein wahrer Energiespender. © Marc Zisman/Qobuz
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Electronic - Erschienen am 7. Februar 2020 | Gondwana Records

Hi-Res Auszeichnungen Qobuzissime
Sunda Arc, das Projekt, das 2018 von den Brüdern Nick und Jordan Smart (von der Folk/Jazz-Band Mammal Hands) mit der EP Flicker beim Manchester-Label Gondwana Records (GoGo Penguin, Portico Quartet) begonnen wurde, macht seinen nächsten großen Schritt und veröffentlicht sein erstes Album in voller Länge, das auch im Katalog von Erased Tapes nicht fehl am Platz gewesen wäre. Wie Nils Frahm verschmelzen die beiden Brüder elektronischen mit akustischem Sound und sind besessen davon, "den Geist in der Maschine zu finden", ein Konzept, das Terry Riley sehr am Herzen liegt. Dieser Geist muss um Vespers herum schweben, ein wunderschöner Ambient-Track, den man beim Lagerfeuer hören kann und gleichzeitig das letzte Stück eines Albums, das perfekt im Trend liegt, irgendwo zwischen Jon Hopkins, Max Cooper und Rival Consoles.Aber obwohl die Ambient-Stimmungen einen besonderen Reiz haben, schrecken die Smart-Brüder nicht vor einer tanzenden Atmosphäre zurück - ohne jedoch die Grenze zur Club-Musik zu überschreiten - auf dem hypnotischen Cluster, dem obsessiven Dawn (das an bestimmte Caribou-Produktionen erinnert) und Daemon, ein leichter Hauch von Moderat. Sie wissen auch, wie sie Leichtigkeit zaubern können und gehen dabei fast in den Pop über, wie bei der Single Hymne, die ihre Fähigkeit zeigt, dieses Projekt zu etwas sehr Vielversprechendem zu machen. © Smaël Bouaici/Qobuz
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R&B - Erschienen am 1. November 2019 | Stones Throw

Hi-Res Auszeichnungen Qobuzissime
Zwischen Khartum und Cleveland liegen 10 000 Kilometer. Diese Distanz überwindet Brittney Parks alias Sudan Archives auf ihrem wunderbaren Debütalbum Athena mit zwei Bogenstrichen. Die 24-jährige, in Ohio aufgewachsene Amerikanerin schlägt solide und unwahrscheinliche Brücken zwischen Klängen und Kontinenten. Und ihr zeitgemäßer, sehnsuchtsvoller und verträumter Soul ähnelt keinem anderen… Ihre Lieblingswaffe ist die in der von ihr heißgeliebte Violine. Und diesen Klang nimmt sie mit an Bord ihres elektronischen Geflechts mit von Hip-Hop geprägten Beats. Übrigens spielte Sudan Archives 2016 mit einer Neufassung von Kendrick Lamars King Kunta (den sie auf Queen Kunta umtaufte), wobei sie nur ihre Stimme, diese Violine und einen kleinen Pedaleffekt zum Einsatz brachte. Die Idee für ihre ungewöhnlichen Fusionen holte sich die inzwischen in Los Angeles lebende Musikerin von den Einspielungen des im Jahre 2001 verstorbenen Kameruners Francis Bebey, der auf einzigartige Weise afrikanische Musik und elektronische Minimal Music miteinander verarbeitete. Athena erscheint bei Stones Throw, dem hervorragenden Label von Peanut Butter Wolf, das sich auf allerlei Arten Funk spezialisiert hat, während Sudan Archives sich hier in erster Linie mit dem Erbe der Underground-Soul-Königinnen (Erykah Badu, Solange) beschäftigt, ohne jedoch ihre originelle Eigenart preiszugeben. Und ihr afro-futuristischer R&B mit dieser vielschichtigen Klangwelt enthält ausreichend avantgardistische Strukturen, um die Konkurrenz hinter sich zu lassen. Ein sanfter Schock, aber es haut einen definitiv um. © Marc Zisman/Qobuz
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Quartette - Erschienen am 11. Oktober 2019 | Aparté

Hi-Res Booklet Auszeichnungen Diapason d'or - Le Choix de France Musique - Choc de Classica - Qobuzissime
Sechs Quartette – sechs Meisterwerke, die Joseph Haydns Beitrag zur Geschichte der westlichen Musik veranschaulichen. Das Vorhaben ist dem Hanson Quartett besonders gut gelungen, denn sie verstehen es meisterhaft, die Quintessenz dieser subtilen Kunstgattung mit einer faszinierenden instrumentalen Qualität zum Ausdruck zu bringen. Nach dem Anhören dieses Albums stehen wir wieder einmal sprachlos vor dem Genie des Komponisten, der mit Boccherini ein neues Genre erfunden und dieses sogleich mit zahlreichen Meisterwerken von einer überwältigenden Qualität ausgestattet hat. Der Titel dieser Platte, All shall not die, ist eine internationale Übersetzung der Inschrift von Haydns Grabstein auf Latein (non omnis moriar). Die Auswahl dieses Programms zeugt von der Beständigkeit und Universalität eines Werks. Die sechs Quartette dieses Albums wurden aus Haydns umfangreichem Korpus geschickt ausgewählt. Sie berühren sowohl durch ihren Ausdruck als auch durch die Perfektion ihrer Schreibweise: keine einzige Note zu viel, perfektes Gleichgewicht zwischen den vier Stimmen und höchste Inspiration in jedem Augenblick bis zum letzten, unvollendeten Opus 77. Dieses entstand zur gleichen Zeit wie die ersten Quartette op. 18 von Beethoven, der übrigens die Lehren seines Meisters weitgehend beherzigt hat.Mehr als zweihundert Jahre nach seinem Tod hat Haydn immer noch Mühe, als einer der Größten anerkannt zu werden. Dabei hatte er diesen Status bereits zu seinen Lebzeiten inne. Seine Klavierwerke, Quartette, Sinfonien, Oratorien und in geringerem Maße seine Opern sprechen jedoch für ihn. Haydn war mehr als ein Vorläufer: Er war ein Begründer und ein Genie, dessen Einfluss seine Nachfolger, allen voran Beethoven und Schubert, weithin prägte. Dieses großartige Album stellt ihn (wieder) an seinen ursprünglichen rechtmäßigen Platz, genauso wie es das Hanson Quartett ebenbürtig mit der Diskographie der ganz Großen werden lässt.  © François Hudry/Qobuz
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Alternativ und Indie - Erschienen am 16. August 2019 | Human Season Records

Hi-Res Auszeichnungen 4F de Télérama - Qobuzissime
Dublin - Epizentrum eines neuen Post-Punk-Bebens! Die aus 5 irischen Schulfreunden bestehende Gruppe The Murder Capital, die sich mit Fontaines D.C und Girl Band die Proberäume geteilt hatten, präsentieren jetzt ihre urbanbedingten Platzängste. Postapokalyptisch, zart, wild, gefühlvoll und mitreißend sind diese Leute, die uns an die 80er erinnern. Für ihr Debütalbum When I Have Fears, das sich auf ein Gedicht von John Keats  bezieht, übernehmen sie den jeweiligen Kodex von Joy Division, The Cure oder sogar Fugazi; das ist kein Zufall, wie ihr Frontman James McGovern erklärt:  „Ein Album mit zehn Punksongs und 170 bpm […] zu schreiben, das wäre nur allzu leicht, aber wir müssen darüber nachdenken, was sich in unseren Köpfen abspielt, denn so ewig lange kann man einfach nicht genervt sein“. Diesem nuancierten Manifest zwischen aufrührerischer Romantik und wilden Zornsausbrüchen liegen die sozialpolitischen Forderungen des erwähnten Sängers zugrunde, dessen Projekt infolge eines traumatischen Geschehens – dem Selbstmord eines ihm sehr nahestehenden Freundes – entstanden ist. „Wir wollten die Gleichgültigkeit betonen, die man in Irland zeigt, wenn es um geistige Gesundheit geht“, behauptet er. Die Texte des finsteren Baritons schöpfen im literarischen Erbe der Grünen Insel, und beschreiben mit recht scharfen Worten, wie verloren die Jugendlichen sind, die in einer von Alkohol und harten Drogen gespaltenen, gesellschaftlichen Umgebung aufwachsen. Seine Songs untermalt er mit beinhart gestrickten, äußerst nüchternen Arrangements, um ein Gefühl von höchst alarmierendem Notstand zu vermitteln. Nichtsdestotrotz beweisen Diarmuid Brennans pumpendes Schlagzeug – welch ein Spiel auf dem Hi-Hat! – in Don’t Cling To Life, sowie das Piano und das unheimliche Flüstern in How The Streets Adore Me Now, dass die Gruppe sehr wohl in der Lage ist, sich vom formellen Rahmen des binären und restriktiven Post-Punk der Nullerjahre loszueisen. When I have Fears kommt direkt aus Dublin und hebt Elend und Kälte auf die Ebene des Erhabenen, ohne dabei je etwas an Ehrlichkeit und Kraft einzubüßen –ein Qobuzissime – genauso  durchschlagend wie feinfühlig. © Alexis Renaudat/Qobuz
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Alternativ und Indie - Erschienen am 19. Juli 2019 | Mr Bongo

Hi-Res Auszeichnungen Qobuzissime
Lo-Fi-Samba aus Anatolien, gesungen in Englisch, Französisch und Türkisch. Mit einem derart außerirdischen Programm bringt Mantra Moderne alles Nötige mit, um zum Kultalbum des Sommers 2019 ernannt zu werden. Hinter diesem Indie-World-Music-Soundtrack versteckt sich das Duo Kit Sebastian. Der zwischen London und Paris lebende Musiker Kit Martin komponierte und interpretiert als Ein-Mann-Orchester die Schmuckstücke dieses Debütalbums für die Stimme seiner aus Istanbul stammenden Mitstreiterin Merve Erdem, die sich in Großbritannien niedergelassen hat. Unerwartete Stilmixe liegen derzeit voll im Trend und Mantra Moderne liefert den flammenden Beweis: Von brasilianischen Tropen-Klängen über englischen Pop der Sixties und türkischer Psychedelia bis zu analogem Elektro - Kit Sebastian schlagen den Weg der Musik des 20. Jahrhunderts ein, den zuvor Bands wie Stereolab, Broadcast oder Khruangbin geegbnet haben... Mit einem riesigen Baumarkt voller Akustik- und Analog-Instrumente, Tablas, Darbukas, einer Balalaika, einer Oud, einem Korg MS-20 und einer Farfisa-Orgel zaubert das Tandem eine entzückende und verspielte minimalistische Symphonie im Stil der Sechziger Jahre. Das vielleicht verwirrendste Qobuzissime des Jahres! © Marc Zisman/Qobuz  
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Soul - Erschienen am 10. Mai 2019 | Jagjaguwar

Hi-Res Auszeichnungen Pitchfork: Best New Music - Qobuzissime
Wozu bin ich eigentlich gut? Was soll ich mit dem anfangen, wozu mich meine Vorbilder inspiriert haben? Und was werde ich meinerseits zurücklassen? Diese herrlich metaphysischen Fragen hat sich Jamila Woods gestellt, als sie ihr zweites Album in Angriff nahm und das sie logischerweise Legacy! Legacy! nannte. Eine Qobuzissime Platte! Drei Jahre sind seit Heavn ins Land gezogen und die Soulsister aus Chicago präsentiert nun zwölf Songs, und jeder Titel erinnert jeweils an einen der Künstler oder Künstlerinnen, die ihr etwas Besonderes bedeutet haben. Musiker/innen, Maler/innen, Schriftsteller/innen, Aktivist/innen, Dichter/innen, niemand fehlt! Die Namen der Auserkorenen sind nämlich Betty Davis, Zora Neale Hurston, Νikki Giovanni, Sonia Sanchez, Frida Kahlo, Eartha Kitt, Miles Davis, Muddy Waters, Jean-Michel Basquiat, Sun Ra, Octavia Butler und James Baldwin. Nichts ist langweilig oder lehrmeisterhaft, denn die junge Afroamerikanerin, die ihrer Geburtsstadt Chicago sehr verbunden ist, erweist niemandem auf direkte Art die Ehre, sondern tut es auf recht subtile Weise, sie tut nämlich so “als ob”. Vor allem hält sie an ihrem eigenen Stil fest. Am Stil einer Dichterin an geraden Tagen (sie ist künstlerische Leiterin des YCA, Young Chicago Authors), am Stil einer Musikerin an ungeraden Tagen und an freien Tagen ist sie Lehrerin! Und als würdige Nachfolgerin von Erykah Badu und Lauryn Hill umgibt sie alle ihre Worte mit recht raffiniertem Groove und modernisiertem, rhythmusbetontem Nu Soul. Wenn Jamila Woods ihre Gästeliste aufstellt, sucht sie dabei lieber in heimischen Gefilden, um solidarisch zu handeln und Freunde einzuladen, die im Wesentlichen aus der Windy City stammen: den Trompeter Nico Segal, die MCs Saba und Nitty Scott, theMIND, Jasminfire… Und so präsentiert dann der Schützling von Chance The Rapper am Ende einen 49-minütigen, intelligenten und erstklassigen Mix voll engagierter Unterhaltung und kampflustigem Groove. Perfekt. © Marc Zisman/Qobuz
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Modern Jazz - Erschienen am 26. April 2019 | Sekito

Hi-Res Auszeichnungen Qobuzissime
Man braucht erst gar nicht nachzuprüfen, ob Alfa Mist wirklich alle Bücher des Strukturalisten-Gurus Roland Barthes gelesen hat… Als der Brite für sein Album Structuralism hinter den Reglern stand, hatte er etwas Bescheideneres vor: „Ich bin von meiner Umgebung beeinflusst worden. Aufgrund meiner Erziehung weiß ich nicht, wie ich mich anderen mitteilen kann. Strukturalismus bedeutet so viel wie 'ich bin der, der ich bin aufgrund der Gesellschaftsstruktur in der ich aufgewachsen bin'. Jetzt muss ich lernen, mich anderen mitzuteilen.“ Mit seinem Album gibt Alfa Mist eine Sache sehr gut zu verstehen, nämlich seinen angeborenen Sinn für samtweichen Groove und sein riesiges Kommunikationsbedürfnis. Ein weiterer Beweis unter sehr vielen anderen, dass die derzeitige britische Jazz-Szene, die sich im Soul, im Funk und im Hip-Hop so manche Körner herauspickt, quietschlebendig ist. Der Hip-Hop sollte übrigens das erste Kapitel aus der Saga des jungen Musikers bilden. Der Londoner verbringt zuerst seine Zeit mit den Beats für Grime- und Rap-Produktionen und entdeckt dann den Jazz, als er ihn für Samples benutzt. Außerdem analysiert er sowohl Alben von J Dilla und Miles Davis als auch die des Filmkomponisten Hanz Zimmer, der zu seinen großen Idolen zählt. Alfa Mist bringt sich das Klavierspiel selbst bei und lernt somit auch die Welt der Keyboards kennen. Auf Structuralism skizziert er mit Hilfe eines Fender Rhodes oder eines klassischen Klaviers die Konturen eines melancholischen, sinnenfreudigen Jazz. Wie ein Bildhauer bringt er hier einen atmosphärischen, von Herbie Hancock/Robert Glasper beeinflussten Groove zum Vorschein, und zwar zusammen mit seinen Weggefährten, dem Trompeter Johnny Woodham, den Schlagzeugern Peter Adam Hill und Jamie Houghton, dem Gitarristen Jamie Leeming, den Bassisten Kaya Thomas-Dyke und James Rudi Creswick, den Violonistinnen Katie Neaves, Simmy Singh und Lucy Nolan sowie der Cellistin Peggy Nolan, und last but not least mit seinem Gast Jordan Rakai im Song Door. Das Ganze ergibt eine pastellfarbene Partitur (weder Slap-Technik noch doppelte Drum-Besetzung gibt es bei Alfa Mist !), welche beweist, dass man den für Klangfarben begabten Musiker nicht aus den Augen lassen darf. © Marc Zisman/Qobuz
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Jazz - Erschienen am 26. April 2019 | Enter The Jungle

Hi-Res Booklet Auszeichnungen Qobuzissime
Anfang 2018 erschien die Kompilation We Out Here bei Gilles Petersons Label, das sich auf die aktuelle junge britische Jazzszene konzentriert. Ihre Vitalität, ihre Energie und vor allem ihre Stilvielfalt. Eine Bewegung, die den Saxophonisten Shabaka Hutchings (Sons Of Kemet, The Comet Is Coming, Melt Yourself Down...) zu einer Art Führer gemacht hat, eine Rolle, die er sich immer geweigert hat anzunehmen... Die Grenzen dieses Jazz, wie so oft bei Musikern dieser Generation, sind absichtlich verschwommen. Die fünf Mitglieder von Ezra Collective finden sich auf diesem erwählten Qobuzissime-Album vereint. Mit You Can't Steal My Joy hat die Londoner Bande unter der Leitung des Schlagzeugers Femi Koleoso endlich ihr erstes Album veröffentlicht. Im Jahr 2017 sorgte ihre EP Juan Pablo: The Philosopher (die mit einem schönen Cover von Sun Ra's Space Is the Place endete) für Aufsehen, gewann zahlreiche Auszeichnungen und bot eine sehr afro-beatige Vision des Jazz. Wir finden diese Besonderheit auch auf diesem ultra-funkigen Werk. Mit Joe Armon Jones an den Keyboards, TJ Koleoso am Kontrabass, Dylan Jones an der Trompete und James Mollison am Saxophon orchestriert Koleoso eine kühle, festliche Symphonie rund um Bläser und Rhythmen. Ein hybrider Tsunami aus Afrobeat, Jazz, Hip-Hop, Reggae, karibischer Musik und Soul. Und um diese 180°-Vision noch besser zu unterstreichen, begibt sich das Ezra Collective mit der Soul-Schwester Jorja Smith (Reason in Disguise), dem Rapper Loyle Carner (What Am I To Do?) und der Afrobeat-Gruppe Kokoroko (Shakara) auf eine polychrome Kreuzfahrt. Alles, was noch zu tun bleibt, ist, diese schöne, vielseitige Parade von groovigen Landschaften zu genießen © Marc Zisman/Qobuz
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Alternativ und Indie - Erschienen am 12. April 2019 | Partisan Records

Hi-Res Auszeichnungen 4F de Télérama - Qobuzissime
Kaum haben wir uns von Songs of Praise erholt, dem ersten Qobuzissime-Album von der Londoner Band Shame, zieht das Auge des Rock-Zyklons nun weiter nach Norden, nach Dublin. Dort beißt eine ebenso böse Bande namens Fontaines D.C. die Zähne zusammen, um zu zeigen, dass das aktuelle Post-Punk-Revival noch ein paar Ohrfeigen und andere Aufwärtshaken zu verteilen hat. Wenn das erste Album dieser Fontaines D.C., Dogrel, in einem bekannten Boden Wurzeln schlägt (The Fall, Joy Division, Gang Of Four, Public Image Ltd.), ist der Dünger anders. Zunächst einmal ist da die irische Einzigartigkeit, die auf dieser Platte hervortritt, welche der Idylle Dublins hinterher weint, die durch die Globalisierung und Gentrifizierung ausgelöscht wurde. Dogrel endet mit Dublin City Sky, einer akustischen Ballade, die nach einem alten Pub, nach frisch gezapftem Guinness riecht und man könnte schwören, dass man einer Aufnahme der Pogues, ihrer Lieblingsband, nur geradeso entkommen ist. Grian Chattens Band hat auch die Besonderheit, Literatur und Poesie ebenso wie Rock und Folk zu verehren. Daher das ständige Gefühl, ein Brennen von reinem Post-Punk zu hören, der niemals klein beigibt. Das ist Dogrels Stärke. Literarisch zu sein, ohne dies in den Vordergrund zu rücken. Verärgert aber immer hörbar. Auf dem Hit verdächtigen Big brüllt Chatten: "My childhood was small, but I'm gonna be big" (meine Kindheit war klein, aber ich werde groß sein). Ja, Big, das werden Fontaines D.C. sehr, sehr, sehr, sehr, sehr schnell werden.... © Marc Zisman/Qobuz
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Messen, Passionen, Requiems - Erschienen am 5. April 2019 | Signum Records

Hi-Res Booklet Auszeichnungen Qobuzissime - Grammy Awards
Achtung, herrliche Neuveröffentlichung, die den Juwelen der modernen französischen Musik gewidmet ist. Maurice Duruflés Chorwerk hat seinen Ursprung im gregorianischen Gesang. Der Komponist kombiniert sie mit der neuen französischen Ästhetik, die von Gabriel Fauré und Claude Debussy übernommen wurde, mit klaren Linien und klanglicher Reibung. Das Ergebnis ist Musik von unglaublicher Einfachheit. Wenn diese Suche nach der Reinheit auf den ersten Blick beunruhigend erscheinen mag, verbindet sie sich mit einer ganzen Stilrichtung des 20. Jahrhunderts (nicht aber der neoklassischen), die versucht, zu einer bestimmten Essenz der Musikkunst zurückzukehren, sich an ihren Ursprüngen zu orientieren, sich von allen alten Traditionen des Theaters und der Performance zu trennen und sich von dieser Tendenz hin zur reinen Abstraktion zu lösen, die wohl zu einem großen Teil dem musikalischen Schaffen nach dem Zweiten Weltkrieg zugrunde liegen sollte. Gregorianischer Gesang, die "Mutter" aller Musik? Höchstwahrscheinlich. Am Ende zielt Duruflés Arbeit darauf ab, eine Form der Gelassenheit und Sanftmut durchzusetzen, die sicherlich einen zeitgenössischen Trend widerspiegelt, der immer wieder auftaucht, aber gut etabliert und auf Harmonie sowie eine schwebende Atmosphäre bedacht ist, auf der ewigen Suche einer Vereinigung aller Geister. Der Houston Chamber Choir, der für Plattenaufnahmen bisher wenig bekannt ist, performt die Werke des französischen Komponisten in ihrer reduzierten Fassung. Die schlichte Schönheit der Stimmen wird eine Entdeckung sein und die großzügige Akustik der Edythe Bates Hall der Rice University ermutigt den Chorleiter Robert Simpson, großzügig zu phrasieren mit einer seltenen Ausdruckskraft in diesen natürlich expressiven Werken, was diese Aufnahme zu einem idealen Tor zu dieser hypnotisierenden Welt macht (Messe "Cum Jubilo "). Es sei darauf hingewiesen, dass der Katalog der Werke Duruflés - trotz seines relativ langen Lebens - nur vierzehn Nummern von referenzierten Werken enthält, das Notre Père (Vater Unser, neunzig Sekunden Musik!) wurde speziell für die katholische Kirche geschrieben, wegen seiner zu großen Schwierigkeit der Aufführung aber nie aufgenommen. Diese unwillkürliche Präsenz der Zahl 14 eröffnet Duruflés Werk zu einer kontinuierlichen Suche nach Vollendung und Perfektion. Diese Veröffentlichung des Houston Chamber Choir ist auch eine zusätzliche Gelegenheit, eines der bestgehüteten Geheimnisse der französischen Musik des 20. Jahrhunderts wiederzuentdecken. © Pierre-Yves Lascar/Qobuz
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Alternativ und Indie - Erschienen am 22. März 2019 | SUB POP

Hi-Res Auszeichnungen Qobuzissime
Die Verpackung ist faszinierend. Stetson-Kappe auf dem Kopf, Maske auf den Augen und fransiger Schleier über dem Mund, Orville Peck rückt vor wie ein weiterer maskierter Rächer, getarnt, behelmt, versteckt, bereit, sich Daft Punk, Cascadeur, The Residents, MF Doom und anderen SBTRKT-Projekten anzuschließen. Auf der gleichen Ebene sieht der Mann aus wie ein Cowboy, der aus einem Traum von David Lynch entkommen ist. Eine Art unwahrscheinliche Version des Lone Ranger, dieser fiktiven Figur, die 1933 in einer Hörspiel-Serie erschien, dann fünfzehn Jahre später in einer Fernsehserie, eine wahre Ikone der amerikanischen Popkultur.... Als er schließlich seinen Mund aufmacht, ist sein Gesang der eines zeitlosen Sängers. Diese veraltete Lover Stimme, die Orville Peck nie übertreibt, lässt an Elvis, Roy Orbison, Chris Isaak, Lloyd Cole und sogar Marlon Williams denken.  Mit Pony, seinem ersten (Qobuzissime!-)Album, das beim exzellenten Label Sub Pop erscheint, knüpft dieser Mysteriöse an ausgefallene romantische Balladen an. Er spielt grandiose Songs in einer Produktion, in der Hall, Twang-Gitarren, gedämpftes Schlagzeug und impressionistische Stahlgitarren die Oberhand gewinnen. Als ob Country und Shoegaze in einer heißen Nacht der Liebe einen Deal machen würden. Gebrochene Herzen, verlassene Motels, endlose Highways und verblasste westliche Landschaften, dies ist ein wunderschönes Album, das eine faszinierende Bildsprache offenbart, bei der Orville Peck der talentierte Maler ist. Alles, was bleibt, ist, die Augen zu schließen und mit ihm zu träumen © Marc Zisman/Qobuz
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Alternativ und Indie - Erschienen am 8. März 2019 | Alice Phoebe Lou

Hi-Res Auszeichnungen Qobuzissime
Mit ihrer langen blonden Mähne und ihrem schmollenden Puppengesicht strahlt Alice Phoebe Lou wie die Sonne. Aber noch leuchtender als allein schon dieser Name, mit einem weichen Buchstaben nach dem anderen, ist diese kristallklare Stimme, die erstaunlich unbeschwert, mal hoch oben, mal tief unten, aber überall zu hören ist. Die aus der südafrikanischen Küstenstadt Cape Town kommende Blondine machte sich, sobald sie erwachsen war, auf den Weg ins graue Berlin. Auf die junge Alice, die zuvor schon nach Paris und Amsterdam gereist war, wirkt die deutsche Hauptstadt exotisch und irgendwann ist sie entschlossen – sie will nur noch von Luft und Liebe zur Musik leben. Schon vor der Veröffentlichung ihres Debütalbums Orbit (2016) mit nüchternen Jazz- und Folkklängen hatte diese Weltenbummlerin so ihre Erfahrungen gemacht. Wenn man sie mit ihrer Gitarre hören wollte, brauchte man nur am Mauerpark entlang von einer Straße zur anderen, von einem Lokal in das nächste, bis zur Warschauer Straße zu gehen. „No Rules, no rules“, flüstert sie in Something Holy. Ihr Kredo gilt auch für die Musik. Mit diesem zweiten Werk, das als Fortsetzung von Orbit anzusehen ist, versetzt uns Alice in eine andere Galaxie, in der sie uns mit ihrer Engelsstimme Folk-, Blues- und Jazzträume beschert. Die zehn Tracks geben ihrer Stimme Raum und Zeit, sodass Paper Castles kompakt erscheint, und zugleich federleicht mit allerlei unauffällig schillernden Synthesizern. Bass und Gitarre, ganz diskret, oder Xylophon (Ocean), hallende Vocals oder verhallende Noten (Fynbos), hauchzarte Produktion und langsame Tempi (Galaxies) – Alice scheint mit ihrem Charme alles verzaubert zu haben. Wunderbar. © Charlotte Saintoin/Qobuz
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Alternativ und Indie - Erschienen am 26. Oktober 2018 | CRYBABY

Hi-Res Booklet Auszeichnungen Qobuzissime
Francis Mallari, Elliot Berthault, Maxime Gendre, Simon Dubourg, Guillaume Rottier: fünf Jungs für einen herrlichen Post-Punk voller Gewalt. Rendez-Vous, das ist nicht nur ein Treffen mit fünf französischen Männern, sondern es handelt sich um in die Jahre gekommene feine Manieren, kalt wie die Eighties, aber erfrischend, bevor es noch so richtig losgeht. Französisch hört es sich nicht an. Das Quintett mixt reihenweise Einflüsse - von Fad Gadget bis hin zu Soft Moon - aber reine, nichtssagende Kopien erlauben sie sich nie. Nach zwei EPs, 2014 Rendez-Vous und 2016 The Distance, sind die Pariser einem finsteren Punk auf den Grund gegangen, der zwar kalt, aber glatt und elegant wie eine abgeschürfte Bodenfliese, jedoch nie anstößig ist. Es handelt sich um ein erstklassiges, romantisches Rendezvous in Schwarz-Weiß, aber es haut rein. Mit Francis' heiserer, klappriger Stimme, seiner demontierten Gitarre und seinen kaputten Synthies, vor allem mit dieser dick aufgetragenen (Sentimental Animal, Paralyzed) und ausführlichen Bassline, die damit einen anhaltenden, kriegerischen Rhythmus erzeugt, ohne in irgendeiner Weise strapaziert zu werden, gelang es Rendez-Vous, Rückgrat zu zeigen, Haltung zu wahren und zum Superior State überzuwechseln. Gleich beim ersten Stelldichein. Und das nur, um sich damit auf der Bühne auszutoben. Ausgezeichnet. © Charlotte Saintoin/Qobuz
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Electronic - Erschienen am 5. Oktober 2018 | [PIAS]

Hi-Res Auszeichnungen Qobuzissime
Nachdem er sich im Jahre 2017 eine Auszeit genommen hatte, gründete der deutsche Produzent italienischer Herkunft David August 2018 sein eigenes Label, 99CHANTS, bei dem er dieses Jahr ein Ambient-Album herausgebracht hat, DCXXXIX A.C., und schließlich auch dieses, D'ANGELO. David August hatte sich vom italienischen Maler Caravaggio inspirieren lassen, und somit benutzt er auf sämtlichen sechs Tracks (+ einem Interludium) die Hell-Dunkel-Technik, wie schon bei den neun Minuten des THE LIFE OF MERISI. Diese Platte beginnt wie ein Science-Fiction-Film oder wie eine Partie in Wipeout, mit Techno-/Trance-Beat aus den 90ern, einem Synthesizer wie bei Moroder und einer Grabesstimme, die erlischt, um dann erneut mit auf seinem Lieblingsinstrument, einem akustischen Klavier gespielten, kristallklaren Harmonien zu neuem Leben zu er. Die unbeschwerte Ballade 33CHANTS und der Titelsong D'ANGELO, der eine raumzeitliche Bresche zum Song der Doors, Riders on the Storm schlägt, wurden mit demselben elektro-akustischen Trend komponiert. Diese Orientierung gesteht David August offen ein, seit er sich für sein Debütalbum Times wieder an sein Klavier gesetzt hat, nachdem er einige „funktionelle“ Maxi-Singles bei Solomuns Label Diynamic Music herausgebracht hatte. Dieser Versuch führte zum Erfolg. Die Bestätigung liefern die beiden außergewöhnlichen Live-Alben für Boiler Room in den Jahren 2014 und 2016 (letzteres in Begleitung der Berliner Symphoniker) und dieses Album, das uns in eine Fruchtblase taucht, die man dann nicht mehr verlassen möchte. Wenn man dann für alle Ewigkeit dort bleiben müsste, wäre es aber auch nicht wirklich schlimm. © Smaël Bouaici