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Víkingur Ólafsson|Philip Glass: Piano Works

Philip Glass: Piano Works

Víkingur Ólafsson

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„Es gibt keine Wiederholung“ hat Víkingur Ólafsson im letzten FONO FORUM konstatiert, und es fällt im Falle von Philip Glass nicht leicht, das zu glauben. Doch der Isländer spielt damit vor allem auf die Freiheit und Wandelbarkeit des Interpreten an. Glass’ späte Musik kann in ihrem fast kunstgewerblichen Einsatz wohlbekannter Mittel etwas sehr Seichtes, Vorhersehbares ausstrahlen. Nicht so hier! Es ist verblüffend, wie frisch und zugleich bedeutsam sie bei Víkingur Ólafsson klingt. Das liegt nicht allein darin begründet, dass der Pianist einen sehr transparenten Zugriff gewählt hat und Glass (ohne Pedal-Rausch) eher wie Bach aufgefasst wissen möchte. Darüber hinaus ist das Motorische und Uhrwerkhafte verbunden mit einer erstaunlichen Wärme des Klanges und enormen Anschlagssensibilität. In geradezu heiligem Ernst wird das „Opening“ aus „Glassworks“ (1981) zelebriert, mit einer unheimlichen Aufmerksamkeit für jeden einzelnen Ton. Im Zentrum dieser Produktion steht jedoch eine repräsentative Auswahl von Glass’ „Etüden“ (1991-2012). Hier zeigt sich, wie unterschiedlich die interpretatorische Gangart sein kann: plastische Polyphonie in der rhythmisch unruhigen Nr. 9; dann doch viel Pedal in Nr. 2, deren Arpeggien Bachs C-Dur-Präludium aus dem „Wohltemperierten Klavier“ als weitere prominente Glass-Inspiration ausweisen; kontemplativ-vergrübelte Klarheit hingegen in der melancholischen fünften Etüde. Insgesamt offenbart der Zyklus in seiner späteren Hälfte eine deutliche Einbeziehung romantischer Klaviertraditionen: Das kann sehr verspielt, fast gefällig passieren (Nr. 14), vordergründig virtuos (Nr. 13) oder in dramatischer Vollgriffigkeit (Nr. 15). In der raumgreifenden Meditation von Glass’ bisher letzten Etüde (Nr. 20) präsentiert die Minimal-Ikone dann überraschend fast Brahms’sche Dimensionen im Stile eines entrückten Spätwerks. Víkingur Ólafsson vollbringt hier ein kleines Wunder: die Neuerfindung einer scheinbar bekannten Musik!
© Wieschollek, Dirk / www.fonoforum.de

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Philip Glass: Piano Works

Víkingur Ólafsson

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Glassworks (Philip Glass)

1
Opening
00:07:44

Philip Glass, Composer - Christopher Tarnow, Producer - Víkingur Ólafsson, Piano, MainArtist, AssociatedPerformer

℗ 2017 Deutsche Grammophon GmbH, Berlin

2
Opening (Reworked By Christian Badzura)
00:06:40

Philip Glass, Composer - Una Sveinbjarnardóttir, Violin, AssociatedPerformer - Þórunn Ósk Marinósdóttir, Viola, AssociatedPerformer - Christopher Tarnow, Producer - Christian Badzura, Remixer, StudioPersonnel - Sigurður Bjarki Gunnarsson, Cello, AssociatedPerformer - Víkingur Ólafsson, Piano, MainArtist, AssociatedPerformer - Siggi String Quartet, String Quartet, MainArtist, AssociatedPerformer - Helga Thóra Björgvinsdóttir, Violin, AssociatedPerformer

℗ 2017 Deutsche Grammophon GmbH, Berlin

Études (Philip Glass)

3
No. 9
00:02:33

Philip Glass, Composer - Christopher Tarnow, Producer - Víkingur Ólafsson, Piano, MainArtist, AssociatedPerformer

℗ 2017 Deutsche Grammophon GmbH, Berlin

4
No. 2
00:06:00

Philip Glass, Composer - Christopher Tarnow, Producer - Víkingur Ólafsson, Piano, MainArtist, AssociatedPerformer

℗ 2017 Deutsche Grammophon GmbH, Berlin

5
No. 6
00:04:26

Philip Glass, Composer - Christopher Tarnow, Producer - Víkingur Ólafsson, Piano, MainArtist, AssociatedPerformer

℗ 2017 Deutsche Grammophon GmbH, Berlin

6
No. 5
00:08:56

Philip Glass, Composer - Christopher Tarnow, Producer - Víkingur Ólafsson, Piano, MainArtist, AssociatedPerformer

℗ 2016 Deutsche Grammophon GmbH, Berlin

7
No. 2 (Reworked By Christian Badzura)
00:06:03

Philip Glass, Composer - Una Sveinbjarnardóttir, Violin, AssociatedPerformer - Þórunn Ósk Marinósdóttir, Viola, AssociatedPerformer - Christopher Tarnow, Producer - Christian Badzura, Remixer, StudioPersonnel - Sigurður Bjarki Gunnarsson, Cello, AssociatedPerformer - Víkingur Ólafsson, Piano, MainArtist, AssociatedPerformer - Siggi String Quartet, String Quartet, MainArtist, AssociatedPerformer - Helga Thóra Björgvinsdóttir, Violin, AssociatedPerformer

℗ 2017 Deutsche Grammophon GmbH, Berlin

8
No. 13
00:03:29

Philip Glass, Composer - Christopher Tarnow, Producer - Víkingur Ólafsson, Piano, MainArtist, AssociatedPerformer

℗ 2017 Deutsche Grammophon GmbH, Berlin

9
No. 15
00:07:41

Philip Glass, Composer - Christopher Tarnow, Producer - Víkingur Ólafsson, Piano, MainArtist, AssociatedPerformer

℗ 2017 Deutsche Grammophon GmbH, Berlin

10
No. 3
00:04:01

Philip Glass, Composer - Christopher Tarnow, Producer - Víkingur Ólafsson, Piano, MainArtist, AssociatedPerformer

℗ 2017 Deutsche Grammophon GmbH, Berlin

11
No. 14
00:04:37

Philip Glass, Composer - Christopher Tarnow, Producer - Víkingur Ólafsson, Piano, MainArtist, AssociatedPerformer

℗ 2017 Deutsche Grammophon GmbH, Berlin

12
No. 5 (Reworked By Christian Badzura)
00:04:27

Philip Glass, Composer - Una Sveinbjarnardóttir, Violin, AssociatedPerformer - Þórunn Ósk Marinósdóttir, Viola, AssociatedPerformer - Christopher Tarnow, Producer - Christian Badzura, Remixer, StudioPersonnel - Sigurður Bjarki Gunnarsson, Cello, AssociatedPerformer - Víkingur Ólafsson, Piano, MainArtist, AssociatedPerformer - Siggi String Quartet, String Quartet, MainArtist, AssociatedPerformer - Helga Thóra Björgvinsdóttir, Violin, AssociatedPerformer

℗ 2017 Deutsche Grammophon GmbH, Berlin

13
No. 18
00:06:02

Philip Glass, Composer - Christopher Tarnow, Producer - Víkingur Ólafsson, Piano, MainArtist, AssociatedPerformer

℗ 2017 Deutsche Grammophon GmbH, Berlin

14
No. 20
00:11:26

Philip Glass, Composer - Christopher Tarnow, Producer - Víkingur Ólafsson, Piano, MainArtist, AssociatedPerformer

℗ 2017 Deutsche Grammophon GmbH, Berlin

15
No. 9 (Reworked By CFCF)
00:03:43

Philip Glass, Composer - CFCF, Remixer, StudioPersonnel - Christopher Tarnow, Producer - Víkingur Ólafsson, Piano, MainArtist, AssociatedPerformer

℗ 2017 Deutsche Grammophon GmbH, Berlin

Albumbeschreibung

„Es gibt keine Wiederholung“ hat Víkingur Ólafsson im letzten FONO FORUM konstatiert, und es fällt im Falle von Philip Glass nicht leicht, das zu glauben. Doch der Isländer spielt damit vor allem auf die Freiheit und Wandelbarkeit des Interpreten an. Glass’ späte Musik kann in ihrem fast kunstgewerblichen Einsatz wohlbekannter Mittel etwas sehr Seichtes, Vorhersehbares ausstrahlen. Nicht so hier! Es ist verblüffend, wie frisch und zugleich bedeutsam sie bei Víkingur Ólafsson klingt. Das liegt nicht allein darin begründet, dass der Pianist einen sehr transparenten Zugriff gewählt hat und Glass (ohne Pedal-Rausch) eher wie Bach aufgefasst wissen möchte. Darüber hinaus ist das Motorische und Uhrwerkhafte verbunden mit einer erstaunlichen Wärme des Klanges und enormen Anschlagssensibilität. In geradezu heiligem Ernst wird das „Opening“ aus „Glassworks“ (1981) zelebriert, mit einer unheimlichen Aufmerksamkeit für jeden einzelnen Ton. Im Zentrum dieser Produktion steht jedoch eine repräsentative Auswahl von Glass’ „Etüden“ (1991-2012). Hier zeigt sich, wie unterschiedlich die interpretatorische Gangart sein kann: plastische Polyphonie in der rhythmisch unruhigen Nr. 9; dann doch viel Pedal in Nr. 2, deren Arpeggien Bachs C-Dur-Präludium aus dem „Wohltemperierten Klavier“ als weitere prominente Glass-Inspiration ausweisen; kontemplativ-vergrübelte Klarheit hingegen in der melancholischen fünften Etüde. Insgesamt offenbart der Zyklus in seiner späteren Hälfte eine deutliche Einbeziehung romantischer Klaviertraditionen: Das kann sehr verspielt, fast gefällig passieren (Nr. 14), vordergründig virtuos (Nr. 13) oder in dramatischer Vollgriffigkeit (Nr. 15). In der raumgreifenden Meditation von Glass’ bisher letzten Etüde (Nr. 20) präsentiert die Minimal-Ikone dann überraschend fast Brahms’sche Dimensionen im Stile eines entrückten Spätwerks. Víkingur Ólafsson vollbringt hier ein kleines Wunder: die Neuerfindung einer scheinbar bekannten Musik!
© Wieschollek, Dirk / www.fonoforum.de

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