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Glass Animals - Dreamland

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Dreamland

Glass Animals

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"You float in the pool where the soundtrack is canned / You go ask your questions like 'What makes a man?' / Oh it's 2020, so it's time to change that / So you go make an album and call it Dreamland". Glass Animals eröffnen die Traumreise ihres dritten Studioalbums mit einem Abriss der Themen, die die Hörer in den den folgenden 45 autobiographischen Minuten erwarten. Sänger und Produzent Dave Bayley lädt ein, mit ihm zwischen Pop, R'n'B und Trap zu wandeln und dabei Stationen seiner Jugend zu besuchen. "Space Ghost Coast To Coast" behandelt die schwierige Beziehung zu einem ehemaligen Freund, der versucht hat, mit einer Waffe in eine Schule einzudringen. Bedrückt flüsternd fragt Bayley nach den Gründen, wie sich diese einst so nahe Person so weit entfernen konnte. Zwischen Pokemon und Dr. Dre schlich sich etwas ein, das die ehemaligen besten Freunde für immer trennen sollte. "Tokyo Drifting" hingegen nimmt die Perspektive von Bayleys Alter Ego Wavey Davey an, nach eigener Aussage die Person, die all das kann, was ihm selbst unmöglich ist: Party, Tanzen, spontan sein. Wavey Davey ist on fire und lässt das alle wissen. Der von Bläsern ergänzte Trapbeat bietet dann auch Denzel Curry das Fundament, um die letzten Zweifel an der Coolness der Musiker zu tilgen. Curry haut einem auf seinem leider sehr kurzen Vers die Bars dermaßen um die Ohren, man möchte sich fast ducken. Bayley war 17, Curry 11, als "The Fast And The Furious: Tokyo Drift" erschien und die Wildheit der Jugend durchleuchtet diesen Song. "I'm back on my bullshit, like Jordan on Pippen / If this is my life then I'm Tokyo drifting." Glass Animals firmieren als Band, sind dabei jedoch weit von gängigen Besetzungen entfernt. Elektronische Drums und Synthesizer bilden die zentralen Elemente vieler Songs, Effekte und Samples ergänzen das Soundbild. Dominierend ist dabei stets die markant helle Stimme von Bayley, mal im Falsett, mal rappend. Vier als "Home Movie" betitelte Skits unterbrechen die Songs, die - passend zum Thema - Aufnahmen eines Kindes beinhalten. "It's All So Incredibly Loud" spannt ein sanftes Geflecht von Soundflächen und tickenden Percussions, das sich immer eindringlicher um den Hörer legt. Dabei stehen die Sounds für das ohnmächtige Dröhnen der Stille, die sich nach dem Aussprechen einer traurigen Nachricht einstellen. "Heartbreak was never so loud", singt Bayley, und man spürt den Schmerz. Die paar Sekunden Stille ziehen sich wie eine Ewigkeit, in der man hofft, es wäre alles nur ein Traum. Doch auch in "Dreamland" enden Beziehungen schmerzhaft. Ebenso handelt "Domestic Bliss" von einer Beziehung, diesmal jedoch geprägt von Misshandlungen. Der Song sei am schwierigsten zu schreiben gewesen, so Bayley in einem Interview, war er doch selbst nur Zuschauer, als die Mutter eines Freundes vom Vater misshandelt wurde. In klassischen Synthpop gehüllt, zeichnet er hier ein düsteres Bild, überlagert von dem Wunsch, die Mutter möge sich endlich aus dieser Lage befreien. Diese geht jedoch, geleitet von der Vorstellung eines stabilen Familienlebens, immer wieder zurück in die Arme ihres Peinigers. Ein beklemmendes Stück. Besonders diese zwei Liedern belegen die Fähigkeit von Glass Animals, mit teilweise fragmentarischen Lyrics Geschichten zu erzählen, diese aber auch in sehr stimmige Liedkonstrukte einzubetten. So harmoniert die Stimme Bayleys immer gut mit der zeitgenössischen Produktion. Kurz vor Ende des Albums zieht die Band nochmal das Bassregister und packt mit "Heat Waves" eine leicht melancholische Hymne für lange Sommernächte aus. Der Beat rollt durch den tanzbaren Song und will, wie zuvor schon "Tangerine" und "Hot Sugar", dass man aufspringt. Den Abschluss bilden leiernde Synths und Gitarren auf "Helium". Hier glänzen Glass Animals nochmal mit wunderschönen Harmonien und einer in Echo getränkten Referenz auf den Opener. Die besungenen Ballons erscheinen aufgrund der Leichtigkeit des Sounds förmlich vor Augen und danach entschwebt die Band wieder sanft ins Land der Träume.
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1
Dreamland
00:03:23

Chris Gehringer, Mastering Engineer, StudioPersonnel - Will Quinnell, Assistant Mastering Engineer, StudioPersonnel - David Wrench, Mixer, Programmer, StudioPersonnel - Paul Epworth, Producer, Additional Producer - Glass Animals, MainArtist - Riley McIntyre, Recording Engineer, StudioPersonnel - Luke Pickering, Asst. Recording Engineer, StudioPersonnel - Dave Bayley, Producer, Drums, Keyboards, Vocals, Recording Engineer, Strings, Programming, AssociatedPerformer, StudioPersonnel, ComposerLyricist, Bass (Vocal) - Chloe Kramer, Asst. Recording Engineer, StudioPersonnel

℗ 2020 Wolf Tone Records, a division of Universal Music Operations Limited

Albumbeschreibung

"You float in the pool where the soundtrack is canned / You go ask your questions like 'What makes a man?' / Oh it's 2020, so it's time to change that / So you go make an album and call it Dreamland". Glass Animals eröffnen die Traumreise ihres dritten Studioalbums mit einem Abriss der Themen, die die Hörer in den den folgenden 45 autobiographischen Minuten erwarten. Sänger und Produzent Dave Bayley lädt ein, mit ihm zwischen Pop, R'n'B und Trap zu wandeln und dabei Stationen seiner Jugend zu besuchen. "Space Ghost Coast To Coast" behandelt die schwierige Beziehung zu einem ehemaligen Freund, der versucht hat, mit einer Waffe in eine Schule einzudringen. Bedrückt flüsternd fragt Bayley nach den Gründen, wie sich diese einst so nahe Person so weit entfernen konnte. Zwischen Pokemon und Dr. Dre schlich sich etwas ein, das die ehemaligen besten Freunde für immer trennen sollte. "Tokyo Drifting" hingegen nimmt die Perspektive von Bayleys Alter Ego Wavey Davey an, nach eigener Aussage die Person, die all das kann, was ihm selbst unmöglich ist: Party, Tanzen, spontan sein. Wavey Davey ist on fire und lässt das alle wissen. Der von Bläsern ergänzte Trapbeat bietet dann auch Denzel Curry das Fundament, um die letzten Zweifel an der Coolness der Musiker zu tilgen. Curry haut einem auf seinem leider sehr kurzen Vers die Bars dermaßen um die Ohren, man möchte sich fast ducken. Bayley war 17, Curry 11, als "The Fast And The Furious: Tokyo Drift" erschien und die Wildheit der Jugend durchleuchtet diesen Song. "I'm back on my bullshit, like Jordan on Pippen / If this is my life then I'm Tokyo drifting." Glass Animals firmieren als Band, sind dabei jedoch weit von gängigen Besetzungen entfernt. Elektronische Drums und Synthesizer bilden die zentralen Elemente vieler Songs, Effekte und Samples ergänzen das Soundbild. Dominierend ist dabei stets die markant helle Stimme von Bayley, mal im Falsett, mal rappend. Vier als "Home Movie" betitelte Skits unterbrechen die Songs, die - passend zum Thema - Aufnahmen eines Kindes beinhalten. "It's All So Incredibly Loud" spannt ein sanftes Geflecht von Soundflächen und tickenden Percussions, das sich immer eindringlicher um den Hörer legt. Dabei stehen die Sounds für das ohnmächtige Dröhnen der Stille, die sich nach dem Aussprechen einer traurigen Nachricht einstellen. "Heartbreak was never so loud", singt Bayley, und man spürt den Schmerz. Die paar Sekunden Stille ziehen sich wie eine Ewigkeit, in der man hofft, es wäre alles nur ein Traum. Doch auch in "Dreamland" enden Beziehungen schmerzhaft. Ebenso handelt "Domestic Bliss" von einer Beziehung, diesmal jedoch geprägt von Misshandlungen. Der Song sei am schwierigsten zu schreiben gewesen, so Bayley in einem Interview, war er doch selbst nur Zuschauer, als die Mutter eines Freundes vom Vater misshandelt wurde. In klassischen Synthpop gehüllt, zeichnet er hier ein düsteres Bild, überlagert von dem Wunsch, die Mutter möge sich endlich aus dieser Lage befreien. Diese geht jedoch, geleitet von der Vorstellung eines stabilen Familienlebens, immer wieder zurück in die Arme ihres Peinigers. Ein beklemmendes Stück. Besonders diese zwei Liedern belegen die Fähigkeit von Glass Animals, mit teilweise fragmentarischen Lyrics Geschichten zu erzählen, diese aber auch in sehr stimmige Liedkonstrukte einzubetten. So harmoniert die Stimme Bayleys immer gut mit der zeitgenössischen Produktion. Kurz vor Ende des Albums zieht die Band nochmal das Bassregister und packt mit "Heat Waves" eine leicht melancholische Hymne für lange Sommernächte aus. Der Beat rollt durch den tanzbaren Song und will, wie zuvor schon "Tangerine" und "Hot Sugar", dass man aufspringt. Den Abschluss bilden leiernde Synths und Gitarren auf "Helium". Hier glänzen Glass Animals nochmal mit wunderschönen Harmonien und einer in Echo getränkten Referenz auf den Opener. Die besungenen Ballons erscheinen aufgrund der Leichtigkeit des Sounds förmlich vor Augen und danach entschwebt die Band wieder sanft ins Land der Träume.
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