Genre :

Slipknot, nicht ganz Ihr Genre?

Slipknot sind zurück. Mit einem neuen Album, das sie zurück zu ihren Wurzeln bringt und einige Überraschungen parat hat...

Von Qobuz | Video des Tages | 20. August 2019
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Gruppen, die mit jedem neuen Album ihren Lust und Launen freien Lauf lassn und gleichzeitig ihrer Identität treu bleiben, solche sind selten. Kohärent bleiben ohne in Routine zu verfallen, das ist nicht einfach, und erst recht nicht, wenn man Slipknot heißt und auf eine nahezu fünfundzwanzigjährige Karriere zurückblickt. Die aus Iowa stammenden Musiker präsentieren jetzt We Are Not Your Kind als Nachfolge auf das schmerzhafte 5: The Gray Chapter... Dieses Vorgängeralbum schaffte es ganz gut über die Runden: die Slipknot-Musiker wussten sehr wohl, was sie taten, und vielleicht sogar etwas zu gut. Da sie nämlich fest entschlossen waren, die Wunden der Vergangenheit zu heilen, hatten sie es sich in heißhungriger Kreativität gemütlich gemacht, ohne Risiken einzugehen. Langeweile begann sich breitzumachen, die Versessenheit darauf, einfach immer weiterzumachen, ließ spontanere Ehrlichkeit auf der Strecke.




Das aktuelle We Are Not Your Kind dient nicht dem eigenen Interesse. Ihre vierzehn Titel zielen auf etwas ganz Bestimmtes ab und sind voller Überraschungen. Obwohl sie zur Freude ihrer Fans auf ihre Anfänge Bezug nehmen, und zwar mit Stücken wie Nero Forte oder Orphan (dabei denkt man insbesondere an das gleichnamige Album Slipknot und an Iowa)), greifen sie auch auf das Opus Vol.3 : (The Subliminal Verses) zurück, und zwar ruhigeren Melodien. Ein besonderes Vergnügen ist es, in Red Flag oder Unsainted Corey Taylors Stimme zu vernehmen, ihn wieder brüllen zu hören, wenn er sich von der Intensität der Songtexte hinreißen lässt. Dass das Ganze aus "Verschönerungszwecken" mit Popeffekten überzuckert wurde, wird wohl nicht jedem gefallen, aber es zeigt, mit welchem Vergnügen und mit wieviel Sorgfalt Kompositionen und Einspielung vollendet wurden. Die Instrumente stehen den Worten in nichts nach: das ist auch das Mindeste, was Slipknot machen konnte! We Are Not Your Kind klingt qualvoll, tapfer, feinfühlig, vor allem aber ehrlich, und ist somit ein Zugeständnis, das all jenen nahe gehen wird, die es schon sehnlichst herbeiwünschten. Mit voranschreitendem Alter eignen sich Slipknot letztendlich das Credo an, das da lautet: das zu tun, wozu man Lust ist, ist wichtiger als das, was von einem erwartet wird.



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