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Roger... wer?

Der Sänger von The Who, Roger Daltrey, bringt sein neuntes Soloalbum heraus...

Von Charlotte Fiedler | Video des Tages | 6. Juni 2018
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Qobuz

Vor nicht allzu langer Zeit war es so, dass die beiden Männer nicht gemeinsam verreisten und – als sie ihrer „Verpflichtungen“ bei The Who entledigt waren – erst recht keine langen Tage im Studio miteinander verbrachten, wo sie sich gegenseitig bei ihren Projekten unterstützten. Seither ist viel Wasser den Bach hinuntergeflossen. Und so wird man sich nicht wundern, Roger Daltrey nun im Jahr 2018 auf seinem neunten Soloalbum As Long As I Have You in Begleitung von Pete Townshend zu sehen. 1980 hatte er sich das letzte Mal darauf eingelassen, einzuspringen, und zwar für McVicar. Daraufhin hat er nicht nur auf die Teilnahme am Song Under A Raging Moon für das vom dahingeschiedenen Keith Moon inspirierte, gleichnamige Album verzichtet, sondern hatte sogar John Entwistle verboten, als Bassist mitzuwirken - andernfalls würde er sich rächen.

Vielleicht war Letzterer aber eingeschnappt, als er das köstliche Going Back Home hörte, das der Sänger 2014 zusammen in Begleitung von Wilco Johnson eingespielt hatte. Man muss bedenken, dass nach dem Erfolg seiner beiden ersten Alben, die sogar die Zukunft von The Who Mitte der 70er Jahre in Frage stellten, Daltrey sich bei weitem nicht so ernsthaft und ideenreich für seine Solokarriere engagiert hat, wie es Townshend für die seine getan tat. Seine Unfähigkeit, zu komponieren, gab er selbst zu. Das führte dazu, dass er oft überraschende Entscheidungen traf, die mehr als einmal völlig daneben waren. Von seiner ehrbaren Coverversion von Axel Bauers Cargo ganz zu schweigen. Im vorliegenden Fall hat er sich beim Komponieren Mühe gegeben und. Certified Rose und Always Heading Home beweisen, dass er die Sprache des Soul beherrscht wie nur wenige.

Selbst wenn Townshend unterstützend einspringt, so ähnelt As Long As I Have You kaum einem verkleideten The Who-Album, wie fast alles, was Daltrey außerhalb der Gruppe eingespielt hat, ausgenommen dieses How Far von Stephen Stills. Sogar ein eher solider Titel wie Stevie Wonders Hit aus dem Jahre 1974, You Haven’t Done Nothing, wäre undenkbar auf Quadrophenia, Who’s Next oder sogar Endless Wire... Und wer würde sich schon über seine große Vorliebe für hauchzarte Balladen beschweren, wenn man seine so zurückhaltende Neuinterpretation von Nick Caves Into My Arms hört? Dieses Album, das mehr Wert auf Know-how als auf Erfindungsreichtum legt, wird das fünfzigste Jubiläum von The Who wohl kaum in den Schatten stellen, wirft aber auch kein schlechtes Licht auf sie. © Jean-Pierre Sabouret/Qobuz





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