Jeff Tweedy, solo?

Was taugt eigentlich dieses erste Solo-Album des Leaders von Wilco?

Von Sandra Zoor | Video des Tages | 13. Dezember 2018
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Qobuz

Tod, Zeitlauf, Depression, Abnutzungserscheinungen… Mit so sexy klingenden Themen in der Vitrine zieht man wohl kaum viele Kunden an. Auch wenn auf dem Ladenschild Warm steht. Und doch ist Jeff Tweedy einer der vielversprechendsten Songwriter seiner Generation. Bei dem man gerne Zuflucht sucht, wenn es einem mit dem winterlichen Blues zu viel wird. Seit dem Ende der achtziger Jahre vollbringt der Bandleader von Wilco mit diesen Worten über Lieb und Leid in seinem Innersten immer wieder neue Wunder. Natürlich mit einem Spritzer Humor oder etwas Sarkasmus… Bei Gelegenheit hat Tweedy immer wieder mit und für andere gearbeitet. Seit 2010 produziert er regelmäßig die Alben einer der königlichsten Soulsängerinnen, Mavis Staples, mit der er auch gemeinsam Songs schreibt (You Are Not Alone, 2010, und One True Vine, 2013). 2014 veröffentlichte er eine Platte mit seinem Sohn, dem Schlagzeuger Spencer (Sukierae). Unter seinem eigenen Namen brachte er schließlich 2017 die Platte Together at Last heraus. Eigentlich ein verschleierter Start im Alleingang, denn er präsentierte damit ehemalige Wilco-Songs und seine Projekte Golden Smog und Loose Fur, die er nun in akustischer Version neu auflegte.

Warm bietet also 100%ig neues Repertoire und einen Jeff Tweedy, der 100%ig Herr des Hauses ist. Da kennt er sich aus. In seiner Welt des zeitlosen Americana wirkt er wie immer schlicht und schön. Und tadellos in dieser bittersüßen Schwebe, die ihm so lieb ist. Beeindruckend wie immer, wenn es darum geht, die reine Melodie zu verherrlichen (I Know What It's Like) oder Krach zu machen (The Red Brick). Tweedy beweist vor allem, dass er zu den besten Rockpoeten seiner Generation gehört. Wenn er zum Beispiel seinen Song Some Birds mit folgendem Satz ausklingen lässt: I break bricks with my heart, Only a fool would call it art.











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