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Cat Power auf großer Wanderung

Der Hals einer Gitarre wird von einer Hand gehalten. Diese gehört zu einem Körper, an dem ein Kind lehnt; von dessen Kopf sieht man aber nur das obere Stück.

Von Marc Zisman | Video des Tages | 6. Oktober 2018
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Qobuz

Auf dem Cover ihres zehnten Albums bringt Cat Power ziemlich viele Dinge zum Ausdruck. Die Amerikanerin klammert sich an ihre neue Kunst – auch wenn sie es sich nicht verkneifen kann, eine Coverversion, Rihannas Stay, unterzubringen – und sie zeigt, dass sie jetzt Mutter ist. Scheint es Chan Marshall im Alter von 46 Jahren… besser zu gehen? Gut? Damit ist nicht gesagt, dass ihr von internem Chaos, Seitensprüngen, Adressenwechsel, Depression und Sucht gekennzeichnetes Leben von nun an ein langer, ruhiger Fluss ist, aber auf Wanderer sind einige ihrer allerschönsten Songs zu hören. Manchmal kommen die Kompositionen in purem Zustand daher. Ein einfaches Klavier. Ein paar Noten auf der Gitarre. Ein abgemagertes Schlagzeug. Das Credo less is more erleuchtet in strahlendem Glanz.

Vielleicht ist es die Lust, zum Ausgangspunkt der früheren Folk- und Bluesgrößen zurückzukehren. Wie es zum Beispiel der a cappella gesungene Opener vermuten lässt, dem der Albumtitel zu verdanken ist. Die Tatsache, dass sie zu Trumps Zeiten einen neuen Erdenbürger zur Welt gebracht hat, hat sie wohl recht nachdenklich gestimmt… Noch dazu hat Cat Power seit einer Ewigkeit nicht mehr so gut gesungen. Dieser Tonfall auf soulig verschlungenen Wegen, den man schon bei der ersten Silbe erkennt, erreicht hier seine ganze Erhabenheit. Nach dem leicht elektronischen Abstecher mit Sun, den Zdar von Cassius gemixt hatte, überrascht sie uns nicht wirklich mit der letztendlich recht klassischen Form, sondern eher durch das Niveau und den Gehalt ihrer Kompositionen. Und wenn Cat Power eine ihrer großen Anhängerinnen, nämlich Lana Del Rey, in den Chor in Woman einlädt, dann geschieht das mit genau derselben Mäßigkeit, die diese durchaus aufrichtige und schöne Platte von Anfang bis Ende prägt…









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