Shai Maestro, das verträumte Klavier

Nach vier recht anmutigen Alben, die seinem Namen einen festen Platz in der aktuellen Jazz-Szene verschafft haben, hat Shai Maestro nun mit einem Vertrag beim Label ECM eine Hürde überwunden.

Von Marc Zisman | Video des Tages | 3. Oktober 2018
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Der israelische Pianist spielt weiterhin in einer Triobesetzung zusammen mit seinem Weggefährten, dem Kontrabassisten Jorge Roeder und dem Schlagzeuger Ofri Nehemya (der ausnahmsweise Ziv Ravitz ersetzt), und erzählt wieder eine ganze Reihe erhabener, facettenreicher Geschichten. Die Melodien stammen sowohl aus dem überlieferten Jazz-Repertoire als auch aus der traditionellen Musik des Orients oder sogar aus der klassischen Musik des Okzidents.

Egal, ob seine Musik nun extrem introspektiv ist (My Second Childhood des Israelis Matti Caspi) oder eindeutig provokant (erstaunliche Coverversion des Klassikers These Foolish Things), der sanfte Anschlag genauso wie der schlichte Ausdruck dieses Mannes, der an der Seite des Kontrabassisten Avishai Cohen seinen Anfang gemacht hat, ist immer derselbe. Seit dem Jahr 2012, als er seine erste Platte als Kopf des Trios veröffentlichte, kommt diese durch und durch persönliche Ästhetik zur Geltung. Seine Erzählungen sind recht aussagekräftig, das hält ihn aber nicht davon ab, mit beiden Füßen in seiner Zeit zu stehen, wie man es im letzten Titel hören kann: What Else Needs To Happen?. Dort lässt Shai Maestro auf sehr subtile Weise an einer Stelle Barack Obamas Stimme während einer Rede hören, in der er sich für die Waffenkontrolle einsetzt.



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