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Pro-Ject DAC Box DS2 Ultra: Dekodierungen, Umwandlungen und Filterungen von digitalen Audiosignalen in Hülle und Fülle!

Einige Digital-Analog-Umwandler begnügen sich nicht damit, Signale in dem Zustand zu dekodieren, indem diese ankommen, sondern verarbeiten diese zusätzlich, um die Performance noch zu verbessern. Genau das bietet auch der neue Pro-Ject DAC Box DS2 Ultra an, der in der Lage ist, die Signale nativ zu behandeln oder sie zu konvertieren (DSD mitinbegriffen) und ihnen diversen digitalen Filtern zuzuweisen.

Von Sandra Zoor | Auf dem Prüfstand | 1. Juli 2017
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Die Marke Pro-Ject ist sehr aktiv im Bereich der dematerialisierten Musik und bietet seit langer Zeit Geräte an, die dazu geeignet sind, digitale Audiodateien zu lesen. So finden wir unter einer großen Anzahl an Geräten und unterschiedlichen Serien der Marke z.B. Docks für das iPhone, einen Bluetooth Rezeptor, Netzwerk-Leser sowie eine gewisse Auswahl an Digital-Analog-Umwandlern (DAC) und außerdem Verstärker und Vorverstärker mit integriertem DAC-Teil. Dazu gehört der Pre Box DS2 Digital, ein Hybridgerät zwischen dem Pre Box DS2 Analogue, der vor nicht allzu langer Zeit Gegenstand einer unserer Testberichte war, und dem DAC Box DS2 Ultra, der Thema des heutigen Testberichtes sein wird. Dieses Gerät, das in der Lage ist, alle aktuell existierenden Signale zu dekodieren, gehört zu der Sorte DAC, die alle digitalen Audiosignale im Azimut abtasten, vor allem die DSD. Dies tun sie mithilfe von Chips, die die Abtastfrequenzen umwandeln. Diese werden normalerweise von den gleichen Herstellern angeboten, wie die Chips zur Digital-Analog-Umwandlung. Pro-Ject hat nun für diejenigen, die Originale bevorzugen, die gute Idee gehabt, eine native Behandlung der Signale beizubehalten.


Präsentation

Wie die anderen Elemente der DS2-Serie präsentiert der DAC Box DS2 sich in einem dezenten, aber dennoch eleganten Design. Die Vorderseite und die oberen und lateralen Platten des Gehäuses bestehen aus Aluminium und sind in natürlicher oder schwarzer, eloxierter Verarbeitung erhältlich. Man kann die lateralen Platten mit anderen, optional erhältlichen Platten aus verschiedenen Holzessenzen austauschen, um so ein luxuriöses Seventies-Design zu erhalten.


Im linken Bereich der Vorderseite befindet sich der Einschaltknopf mit einer kleinen, blauen Leuchte darüber. Auf der rechten Seite finden wir eine größere Anzahl an Steuerbefehlen und Anzeigen, allesamt unauffällig bedruckt.

Im oberen Teil befinden sich zwei Knöpfe, über die man in steigender oder absteigender Reihenfolge einen der sechs Eingänge auswählen kann (USB, 2 x koaxial, 3 x optisch). Diese werden unauffällig mit einer blauen Leuchte angezeigt. Das gleiche gilt für die Abtastfrequenz, von 44,1 bis 384 kHz in PCM, und 64, 128 oder 256 in DSD, die direkt darüber angezeigt werden.

Es folgt anschließend ein Sound Mode-Button, der ermöglicht, die Abtastfrequenz des ankommenden Signals zu verändern. Drei verschiedene Modi sind verfügbar, der dritte Modus ist derjenige, der die Signale in ihrem natürlichen Format beibehält. Dank der Filter-Taste können verschiedene Filter zu diesen Modi hinzugefügt werden, wie Sie auf dieser Tabelle sehen können.

Anschlusstechnik

Wir haben bereits DACs gesehen, die eine größere und vielseitigere Auswahl an digitalen Eingängen besitzen, aber mit einem USB B Eingang, drei optischen S/PDIF Eingängen und zwei koaxialen S/PDIF Eingängen braucht der DAC Pre Box DS2 Ultra sich dennoch nicht zu verstecken und wird viele Benutzer sicherlich zufriedenstellen.


Die dekodierten Analogsignale sind im festgelegten Zustand (welcher mit einem Netzschalter der Marke Gain verdoppelt werden kann) auf einem Paar Cinchbuchsen verfügbar. Auf diesen befindet sich ebenfalls ein optischer S/PDIF Digital-Ausgang. Wir finden hier zwei Trigger-Anschlüsse vor, von denen eine die Steuerung eines anderen, kompatiblen Geräts ermöglicht, und die zweite die Steuerung des DAC von diesem anderen Gerät aus erlaubt. Die Stromversorgung wird an ein Netzgerät des gleichen Typs wie das des Vorverstärkers Pre Box DS2 Analogue (zum Beispiel) angeschlossen.

Umsetzung

Wenn man die zwei Schaltungen der Vorderseite, auf denen die Steuerknöpfe und die LED-Signale angebracht sind, mitzählt, erhält man nicht weniger als ein halbes Dutzend an Schaltungen, die das Gehäuse des DAC DS2 Ultra beinhaltet. Zusätzlich dazu finden wir zwei kleine Karten des USB Interfaces senkrecht zur digitalen Karte angebracht.


Diese digitale Karte steckt in der Karte, auf der die Versorgungen und die Analog- und Verwaltungspartien vereint sind. Das Ganze ist besonders sorgfältig hergestellt.

Darunter befinden sich die zwei Karten, die zusammen die USB Interface bilden. Auf der einen finden wir einen Prozessor XMOS 8U6C5, der mit PCM Signalen bis zu 384 kHz und DSD kompatibel ist. Und auf der anderen findet die Synchronisierung der digitalen Audiodateien statt, wofür zwei FoxElectronics Xpresso Oszillatoren verwendet werden. Das Ganze ist eine fein ausgearbeitete Struktur.


Ein digitaler Rezeptor Cirrus Logic CS8416 (24 Byte mit 192 kHz) schaltet und verknüpft die koaxialen und optischen S/PDIF Eingänge, während ein Selektor/Multiplexer Texas Instruments 74LVC157 den Bus I2S, der von diesem CS8416 oder von der USB-Sektion ankommt, zum Umwandler der Abtastfrequenz Asahi Kasei AK4137 umleitet. Dieser verändert die Abtastrate der einhergehenden Signale je nach ausgewähltem Soundmodus und eventuell auch je nach Filter, welcher zusammen mit dem Modus ausgesucht werden kann. Ein Buffer 74HC595 verknüpft die Steuerungen, die der Mikrokontroller SMT32F030, von STMicroelectronics hergestellt, sendet. Dieser befindet sich auf der anderen Karte.


Der Bus I2S wird danach von dem leistungsfähigen Digital-Analog-Wandler Asahi Kasei AK4490, der mit PCM Signalen bis zu 768 kHz und DSD bis zu 11,2 MHz kompatibel ist, in analoge Signale umgewandelt. Auf der anderen Karte befinden sich die aktiven Filter, die die Reinigung der analogen Signale bewerkstelligen, die von diesem Umwandler ankommen. Diese Filter kreisen die sehr leisen Operationsverstärker Linear Technology LT1028 ein.


Die Signale werden anschließend in dieser Form an das Ausgangsrelais gesendet. Dies geschieht über den Auswahlschalter, welcher dafür in der Position 0dB steht, das heißt, nachdem er mithilfe eines Operationsverstärkers Burr-Brown OPA2134 (ein bekanntes Modell, das in einer großen Anzahl von hochwertigen Geräten benutzt wird) auf das Zweifache verstärkt wurde, während der Auswahlschalter auf der Position +6dB steht. Wir finden auf dieser Karte außerdem zwei Versorgungen, die Schaltnetzteile benutzen und eine Spannung von 3,3 V erzeugen, um den Mikrocontroller SMT32F030 STMicroelectronics und einige Logikschaltungen damit zu versorgen. Außerdem wird hier in Verbindung mit einer Spannung von +15V, die direkt vom Sektorblock ankommt eine andere Spannung von -15V zur symmetrischen Versorgung der Operationsverstärker erzeugt.

Höreindruck

Da der DAC Box DS2 Ultra verschiedene Interventionsmöglichkeiten der digitalen Audiodateien anbietet, haben wir uns dazu entschieden, verschiedene Auszüge aus dem schönen Werk Une Journée (Hi-Res 24 Byte mit 44,1 kHz) von Martial Caillebotte zu hören, hier in der Interpretation von Michel Piquemals, der den Regionalchor Vittoria D'ile De France und das Pasdeloup Orchester dirigiert. Wir hören die Auszüge zuerst mit den Dateien in ihrer natürlichen Form, um anschließend die zwei Modi zu benutzen, in denen die Abtastrate umgewandelt wird, natürlich mit den diversen Filtern, die mit diesen zwei Modi assoziiert werden. Wir haben hierfür den neuen Qobuz-Desktop für PC benutzt und den DAC Box DS2 Ultra mit USB-Verbindung angeschlossen und, um die Unterschiede zwischen den drei Modi und den dazugehörigen Filtern besser herauszuhören, einen Kopfhörerverstärker zusätzlich zu unserem Kopfhörer Oppo PM-3 zur Hilfe geholt.


Im natürlichen Modus (Sound Mode 3) klingt die Wiedergabe ausgeglichen und präzise und bietet eine weite Bandbreite an, das Orchester wird mit einem reichen und kräftigen Klang wiedergegeben. Der erste Filter gefällt uns dennoch etwas besser, da dieser etwas leichter klingt. Der zweite Filter betont etwas zu sehr die höheren Frequenzen, während der dritte Filter den Klang durch zu viel Dichte bei der Wiedergabe etwas dumpf erscheinen lässt. Der vierte Filter klingt ähnlich wie der dritte Filter, akzentuiert dabei seine Charakteristika noch etwas mehr.

Mit dem Sound Mode 2 (Samplerate bei 705 kHz) ist uns der Unterschied mit dem natürlichen Modus vor allem durch eine leichte Aufhellung des mittleren und hohen Registers hauptsächlich mit dem ersten Filter aufgefallen. Dies scheint allerdings nicht an einer Umwandlung der Abtastrate zu liegen, sondern an einem Über-Sampling, da diese klangliche Aufhellung mit dem zweiten Filter weniger zu hören ist.

Im Sound Mode 2, bei dem die PCM-Signale in DSD Signale umgewandelt werden, bemerken wir einen deutlich dünneren Sound, der weit weg ist von der Wiedergabe im natürlichen Modus. Es wird also klar, dass, wenn man digitale Audiodateien bearbeitet, man gleichzeitig auch das Klangergebnis bearbeitet. Und auch wenn einem dieses gefällt, so handelt es sich hierbei nicht mehr um das digitale Bild der Musik, wie sie ursprünglich aufgenommen und gedacht wurde. Wir mögen diesen Modus nicht besonders gerne und haben bereits in der Vergangenheit die gleiche Erfahrung sammeln können.

Beim Hören des Albums On ne change pas von Céline Dion im Sound Mode 3 (natürlicher Modus also) mit dem Filter eins, bemerken wir schnell die sehr gute, sehr präzise Wiedergabequalität, die bis auf die kleinste Feinheit genau zu erkennen ist. Die Stimme und die Begleitung werden so perfekt in Szene gesetzt und die emotionsgeladenen Songs erhalten noch mehr Ausdruck.


Bei den zwei anderen Modi klingen die klanglichen Veränderungen ähnlich wie die, die wir bereits beschrieben haben und wir wollen unsere Ausführungen über die Umwandlung von PCM und DSD hier nicht wiederholen.

Zum Abschluss können wir festhalten, dass der Pro-Ject DAC Box DS2 Ultra ein moderner Digital-Analog-Umwandler ist, der mit seiner sehr guten Klangqualität überzeugt und alle Wünsche zufrieden stellt: Diejenigen, die lieber beim Original bleiben möchten, werden mit dem natürlichen Modus zufrieden sein, diejenigen, die gerne etwas herum experimentieren, kommen mit den Umwandlungen und Filtern voll und ganz auf ihre Kosten.

Eigenschaften
Handbuch
Website Pro-Ject
Audio Marketing Services

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