Kaufmann auf Französisch

Mit seinem neuen Album "L’Opéra", brilliert der deutsche Tenor mit französischem Repertoire...

Von Sandra Zoor | Artikel des Tages | 24. September 2017
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Der französischste (und frankophilste) aller deutschen Tenöre macht sich auf dem Album L'Opéra einige Perlen des französischen Repertoires zu eigen, nicht nur die bekanntesten Werke - „La fleur que tu m’avais jetée“ schwebt da schnell im Kopf herum – sondern auch, und vor allem, sehr viel seltenere Schätze von Meyerbeer, Berlioz, Thomas oder auch Lalo.

Jonas Kaufmann, von dem hier die Rede ist, hat sich eine absolut einwandfreie französische Aussprache angeeignet, mit einem ebenso einwandfreien Stil, ganz ohne diese niederträchtigen italienischen Elemente - Glissandi, Gurren, Wehmut, übertriebene Diphthonge, Fermate über dem hohen C usw.- die so viele Tenöre (italienische aber auch französische oder deutsche, ganz egal, und sogar einige der Stars unter den Tenören) dieser Musik aufzwingen, obwohl diese das alles gar nicht nötig haben.

Die Stimme Kaufmanns verleiht den Rollen eine ganz andere Art der Maskulinität (das ist weder positiv noch negativ, sondern eine einfache Feststellung) und eine Tiefgründigkeit, die die Rollen von Nadir, Don José oder Werther geradezu nötig hatten. Der dynamische Stimmumfang Kaufmanns, vom weitesten fortissimo bis hin zum lieblichsten Murmeln, und das sogar in den Höhen, ist ein wahres Geschenk an unsere Ohren. In Die Perlenfischer hören wir den großartigen Ludovic Tézier im Duo mit dem Bariton, während Sonia Yoncheva in der Rolle der zarten Manon zu hören ist - auch wenn das Französisch dieser letzteren noch verbesserungsfähig ist…



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