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Die Alben

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Kammermusik - Erschienen am 18. Oktober 2017 | Ricercar

Hi-Res Booklet
Die englische Musik für Gamben-Ensembles erreicht im Laufe der ersten 250 Jahre des 17. Jahrhunderts ihren Höhepunkt. Holborn, Dowland und eine Vielzahl anderer Komponisten – bestimmt hunderte – haben uns zahllose Werke hinterlassen, meist in handgeschriebener Form. Gibbons spielte für dieses Genre eine wichtige Rolle. Als Organist schrieb er zahlreiche geistliche Vokalkompositionen, genau genommen die Hälfte seines Gesamtwerkes. Von ihm ist auch ein Band weltlicher Madrigale bekannt, 1612 veröffentlicht, in dem darauf hingewiesen wird, dass diese Kompositionen für „Gamben und Singstimmen gleichermaßen geeignet seien“. Das beweist, wie sehr sich der Komponist für Gamben-Ensembles begeisterte, denn er stellte sie in seinen Madrigalen vor den Gesang. Von Gibbons sind uns zweiundvierzig Werke für Gambenensemble bekannt, die eine breite Palette an Formen und Strukturen für Ensembles dieser Art bieten. Gibbons hat nicht nur alle möglichen Besetzungen berücksichtigt, vom Duo bis zum Sextett, sondern auch auf verschiedenste Weise zwischen dem Tonumfang der verschiedenen Instrumente Ausgleich geschaffen. Die vorliegenden Fantasien aus den 1620er-Jahren – also gegen Ende von Gibbons Leben – sind wahre architektonische Meisterwerke: Die verschiedenen Register und die unterschiedlichen Klangfarben der Gamben sind mit großem Feingefühl und mit einer gründlichen Kenntnis ihrer jeweiligen Möglichkeiten eingesetzt. Obwohl Italien den englischen Musikern in der Zeit Jakob I. lange als Modell diente, zeugen diese Werke von einer allmählichen Loslösung der Komponisten, die die englischen Renaissance-Tänze – Pavane, Allemande, Gaillarde etc. zugunsten „absoluter“ musikalischer Formen beiseiteließen und mit allen denkbaren Neuheiten experimentierten. Daher die etwas unschärferen Überschriften wie Fantasy, Fantazia oder auch Fancy. Nach seiner Gründung durch François Joubert-Caillet wartete das Ensemble Achéron sehnlichst darauf, über ein echtes Consort aus sechs englischen Gamben zu verfügen, die nach historischen Proportionen und mit Hilfe der jüngsten Entdeckungen im Instrumentenbau gebaut wurden. Hier sind die köstlichen Früchte dieser Arbeit.