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Arcam Solo Music: Qobuzissime für ein All-in-One-System mit integriertem Qobuz in Hi-Res-Qualität von ausgezeichneter Klangleistung!

Da die All-in-One-Systeme bei uns auf dem Prüfstand etwas zu kurz kommen, hatten wir uns vor einiger Zeit vorgenommen, Ihnen das Arcam Solo Music vorzustellen, weil wir es erstens elegant finden, zweitens, weil sein Netzwerkteil die Qobuz-App in Hi-Res-Qualität integriert hat, und überdies, weil Arcam-Entwicklungen generell sehr gute klangliche Leistungen bieten. Wie man an dem Qobuzissime sieht, mit dem wir dieses System bedacht haben, sind wir dabei nicht enttäuscht worden.

Von Sandra Zoor | Auf dem Prüfstand | 15. Oktober 2017
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Qobuz

Die britische Marke Arcam genießt schon lange einen vorzüglichen Ruf bei Musikliebhabern und Heimkinofreunden. Ihre Entwicklungen sind ausgereift und gut durchdacht. Aus diesem Grund bringt dieser Hersteller keine Pseudoinnovationen auf den Markt, die ihre Vorläufer lediglich kopieren.

Arcam hat es nicht nötig, seine Entwicklungen dreimal in Folge als Neuheiten auszugeben. Sein wichtigstes Modell ist der FMJ mit Stereoelementen wie mehreren Kanälen, integrierten Verstärkern, einem Stereovorverstärker, Stereoverstärkungsblöcken, einem Audio-Video-Prozessor, einem CD-Leser und einem Leser für Blu-Ray.

Die rSeries besteht aus „kleinen“ Produkten, die eine gewisse Vinylnostalgie ausstrahlen, wie dem rPhono oder den Hi-Tech-Modellen, zum Beispiel den DACs rBlink, irDAC-II, einem Streamer (rPlay) in Form einer Muschel mit DAC und Verstärker für Spezialkopfhörer iPhone 6 Musicboost, oder einem Kopfhörerverstärker (rHead).

Schließlich die Baureihe Solo, Produkte fürs Leben, die 2005 auf den Markt kam und heute die Kompaktbox Muso Loudspeaker, die Soundbar Solo Bar mit Wireless Subwoofer Solo Sub, das All-in-One-System Solo Music und seine beiden für Heimkino adaptierten Receiver, den Solo Movie 2.1 und den Solo Movie 5.1, umfassen. Diese Produkte verfügen über eine Fernsteuerung. Sie können mit der Arcam Control-App gesteuert werden und dank der nur für iOS verfügbaren Arcam-Streaming-App Music Life in Hi-Res-Qualität auf Qobuz zugreifen.


Der Solo Music präsentiert sich in eleganter Form. Er beherbergt in ein- und demselben Gehäuse einen CD/SACD-Leser, einen Netzwerkleser sowie einen FM/DAB-Tuner und besitzt digitale S/PDIF-Eingänge, einen USB A-Eingang sowie zwei Analogeingänge, einer davon für eine Vinylplatine. Selbstverständlich ist er mit einem Stereoverstärker der sogenannten Verstärkungsklasse G ausgestattet und nutzt zwei Stromversorgungen für die Leistungsstufen, eine mit niedrigem Wert, welche die meiste Zeit genutzt wird und eine hohe, die an Passagen mit hoher Amplitude zugeschaltet wird. Das heißt, ihm fehlen eigentlich nur die Lautsprecher.

Hier möchten wir nun dieses All-in-One-System von außen und innen auf dem Prüfstand untersuchen.

Präsentation

Das Arcam Solo Music All-in-One-System ist ein sehr ansprechendes Gerät, dessen Frontplatte aus gebürstetem, eloxiertem Aluminium ein Statement an Noblesse und zugleich Weichheit setzt.

Die Frontplatte präsentiert sich mit einem durchlaufenden schwarzen Streifen, auf dem wir – sehr diskret - die Quellenauswahl (vorwärts/rückwärts) erkennen, die Drucktaste zum Öffnen und Schließen des kaum zu erkennenden CD-Laufwerks, eine nicht sehr große, aber dennoch sogar in zwei bis drei Metern Abstand noch gut lesbare grüne Matrixpunktanzeige sowie drei Einstelltasten (Play/Pause, vorwärts und rückwärts) für den CD-Leser.


Im unteren Teil der Frontplatte erkennen wir auf der rechten Seite die leicht konkav gebogene Einschalttaste aus verchromtem Metall, die sich beim Ein- und Ausschalten sanft an das Profil des menschlichen Fingers anschmiegt, die 3,5 mm Klinkenbuchse für Kopfhörer links außen, die sich mit einem Zierdeckel von einer Ästhetik vergleichbar der Einschalttaste präsentiert – offensichtlich in dem Bestreben, einen optischen Ausgleich zu schaffen.

Im vorderen Teil der Oberseite, kreisförmig um eine schwarze Scheibe mit konkaver Prägung herum angeordnet, finden wir die Einstellelemente für die Lautstärke. Eine im Lieferumfang des Geräts enthaltene Fernsteuerung ermöglicht den Zugriff auf sämtliche Funktionen, wobei die Quellen anstatt sequenziell wie auf der Frontplatte direkt angesteuert werden können.


Anschlusstechnik

Abgesehen vom analogen Phono-Eingang auf Cinch-Buchse und einem dezenten Hilfseingang auf 3,5 mm Klinke bietet das Arcam Solo Music eine reichhaltige und praktisch ausschließlich digitale Auswahl an Eingängen.


Beginnen wir mit dem RJ45-Netzwerkanschluss, einem mit USB A-Buchse für den Anschluss eines USB-Datenträgers kombinierten Block, das Ganze überragt von zwei digitalen S/PDIF-Anschlüssen. Dann vier Eingänge und ein HDMI-Ausgang, mit denen das Gerät Stereoklänge extrahieren und decodieren kann, wobei die Video- und Audiosignale über den an das TV-Gerät angeschlossenen HDMI-Ausgang in ihrer Integralität wiederhergestellt werden.

Zu nennen wären noch ein 3,5 mm Klinkenanschluss für einen ausgelagerten IR-Empfänger neben den Anschlüssen für die Bluetooth- und die WiFi-Antenne, dann der Stecker für die FM-/DAB-Antenne, und unter diesem ein RS232-Stecker zur Ansteuerung durch ein Hausautomationssystem. Zu guter Letzt zwei Klemmenblockpaare für den Anschluss der Lautsprecher.

Ausführung

Wie bei jedem All-in-One-System finden wir auch hier ein reichlich ausgestattetes Innenleben, das aber nichtsdestotrotz überschaubar und clean bleibt, was bei Arcam praktisch immer der Fall ist. Beim Ringkerntransformator der Stromversorgung handelt es sich um ein nicht eben preisgünstiges Modell, und die Filterung der hohen und niedrigen Verstärkerspannungen übernehmen vier Nichicon-Kondensatoren, zwei von 22.000 μF/35V und zwei von 10.000 μF/63V. Daneben befindet sich der CD- und SACD-Leser der Marke Sony.


Ein Teil des Platzes in Transformatornähe wird vom Schaltnetzteil für die digitalen Schaltkreise und die Steuerungsschaltungen sowie von der Standby-Stromversorgung und dem zugehörigen Relais zum Ausschalten der allgemeinen Stromversorgung in Anspruch genommen.

Darunter befinden sich die Karte mit den analogen Cinch-Buchsen für den Phono-Eingang und dem Subwoofer-Ausgang, die Eingänge S/PDIF koaxial und optisch, der Hilfseingang auf Klinke sowie derjenige für die IR-Signale und das Tunermodul FM/DAB.


Diese Karte verdeckt die HDMI-Eingänge und -Ausgänge, die von einem Silicon Image (Lattice) Sil9535 verwaltet werden. Links neben dem HDMI-Anschluss erkennen wir den RJ45-USB-A-Kombiblock und im rechten Teil sind der Bluetooth aptX Empfänger und auf der Rückseite das WiFi-Modul angeordnet. Für die S/PDIF-Eingänge finden wir überdies zwei Empfänger vom Typ Wolfson WM8804 S/PDIF vor.


In der Verlängerung all dieser Bauelemente befinden sich die meisten Komponenten für die digitale Verarbeitung, mit einem leistungsstarken digitalen Signalprozessor, der von einem Alu-Rippenkühlkörper überragt wird. In der rechten unteren Ecke des darunter liegenden Feldes erkennt man den Microcontroller für die Elektronikverwaltung, genauer gesagt, das Modell STMicroelectronics STM32F417.


Rechts davon, in der Mitte, befindet sich der Digital-Analogwandler: ein CS42528 von Cirrus Logic, mit acht 24-Bit/192 kHz-kompatiblen Kanälen. Dahinter vier doppelte Hochleistungs-Operationsverstärker LM4562 von Texas Instruments zum Ansteuern einer achtkanaligen Lautstärkeregelung CS3308 Typ Cirrus Logic.

Dieser Teil ist offensichtlich bei allen drei Ausführungen dieses All-in-One-Systems vorgesehen, obwohl der Verstärker, ein Stereobauelement, eigentlich nur für den rechten und den linken Kanal zuständig ist. Er gehört zur Klasse G und nutzt Transistoren des Typs ON Semiconductor NJL0281D (15A, 180W) sowie NJW1302 (15A, 200W). Ein zuverlässig arbeitender Rippenkühlkörper aus massivem, schwarz eloxiertem Aluminium sorgt für Kühlung.

Akustische Wiedergabe

Seit wir Geräte auf dem Prüfstand untersuchen, erinnern wir uns nicht, dass wir je von der Wiedergabeleistung eines Geräts der Marke Arcam enttäuscht gewesen wären. Mit diesem All-in-One-System wird es sich höchstwahrscheinlich genauso verhalten.

Welch ein Genuss, beim Streamen des Türkischen Marschs mit Qobuz, aus dem Album Mozart Allegros, wie die Töne zart und geschmeidig dahinfließen, die Musik locker, unverkrampft und ohne jegliche harte Höhen erklingt. Ein schönes Klavierstück, das unserem Ohr schmeichelt und sich völlig natürlich anhört. Um bei Mozart zu bleiben, hören wir uns noch das Andante aus der Sinfonie Nr. 40 des Ensembles Tafelmusik Baroque Orchestra unter der Leitung von Bruno Weil an. Die typische Klangfülle der Streichinstrumente nach althergebrachter Art dieses Orchesters wird vom Arcam Solo Music geradezu perfekt wiedergegeben. Hier erkennt man mühelos die Handschrift, die ein Bruno Weil diesem Ensemble aufprägt. Auf jeden Fall klingt es wunderschön, da gibt es nichts wegzulassen oder zu beschönigen, das ist vollkommene Harmonie - ein Musikgenuss der besonderen Art.


Diese grandiose Zartheit der Wiedergabe erleben wir gleichermaßen beim Hören des Amerikanischen Quartetts aus dem Album Dvořák: American String Quartet & Quintet, Op. 96-97, wo das Spiel der Instrumentalisten uns durch eine wunderschöne Klanglandschaft führt, in der man jeden einzelnen von ihnen mühelos verfolgen kann, die ganze Subtilität seines Spiels zu schätzen lernt und sich vom hinreißenden Charme der Klänge bezaubern lässt.


Auf dem Album von Claudio Capéo mit dem gleichen Namen wird der Stimme des Sängers, die mit Präsenz, Präzision und klar verständlich wiedergegeben wird, Vorzugsbehandlung zuteil. Die Begleitung füllt ihre Rolle aus, ohne den Text jemals zu übertönen, wobei die tiefen Tonlagen dieser Begleitung übrigens nicht besonders kraftvoll anmuten.


Keinerlei Befürchtungen haben muss der Arcam Solo Music ebenfalls bei den apokalyptischen Klängen eines Tale Of Us. Auch hier wird er nicht in die Enge getrieben, braucht er nicht seine letzten Reserven aufzufahren, um kraftvoll, beherrscht und mit Schwung aus unseren Triangle Antal Anniversary Lautsprechern zu tönen, was uns augenblicklich veranlasst, die Lautstärke zu drosseln. Selbst hier noch zeigt er eine gewisse Feinheit der akustischen Message in den höheren Frequenzbereichen.

Ganz eindeutig: Ein sehr schönes All-in-One-System, und dazu noch zu einem Preis, der uns durchaus angemessen erscheint (das hören Sie nicht oft von uns). Ein Gerät, das aufgrund seiner sehr guten klanglichen Leistungen sowohl als Tonträger als auch beim Streaming Musikfreunde entzücken wird und das belohnen wir obendrein mit unserem Qobuzissime.

Arcam Website


Lesekapazität S/PDIF-Eingänge


Lesekapazität Netzwerk und Eingang USB A

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