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Yaron Herman - von A bis Y

Der Jazz-Pianist lädt Hugh Coltman, den Bassisten von The Dø und -M- zu seinem neuen Album ein...

Von Sandra Zoor | Video des Tages | 17. März 2017
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Qobuz

Y. Nur Y. Dies ist der vorletzte Buchstabe im Alphabet und der Titel des Albums von Yaron Herman. Eine zweite Platte unter dem Label Blue Note, bei dem der Pianist diesen außergewöhnlichen Titel erläutert: "Ich war schon immer von der Kraft der Buchstaben fasziniert. Über ihre Zusammenstellung von Wörtern hinaus, scheint ihre eigene Form die Geschichte zu steuern. Welche Bedeutung haben diese verlaufenden und ineinander verlaufenden Linien? Warum werden Sie so geschrieben? Während meiner Recherchen bin ich oftmals auf den Buchstaben Y gestoßen, der Träger einer großen Anzahl von Bedeutungen ist. Er steht als Symbol in zahlreichen Traditionen, erweckt das Bild einer Kreuzung, einer Wahl und Synthese von Gegensätzen. Wenn ich ein Y sehe, denke ich an einen Baum, bei dem man von einem gemeinsamen Stamm gen Himmel geht und an eine Kreuzung gelangt. Es ist genau an dieser Stelle, an der Wachstum und Einsicht beginnen, aber auch Trennung und Teilung. Welche Entscheidung trifft man? Vielleicht zwischen dem Guten und dem Bösen? Dem Laster und der Tugend? Man kann annehmen, dass sich alle Gegensätze und Wiederstände dort wieder treffen können. Doch, sollte das Leben so zwiegespalten sein? Wie kann man dieser Falle der Dualität entkommen? Eine Lösung könnte sein, den Baum auf der umgekehrten Seite zu betrachten, zu versuchen, ihn umzudrehen, die anfängliche Einheit wiederzufinden. Dies kann nur erfolgen, wenn man die künstlichen Grenzen ausradiert, aber auch indem die vorgegebenen Gegensätze besänftigt und harmonisiert werden. Bei diesem Album habe ich mich dafür entschieden, bis zum Ende meines Vorhabens zu gehen, das ich schon seit langem anstrebe: Personen und musikalische Einflüsse zu vereinen, die aus dem gleichen Stamm gewachsen sind und über jeglichen Stempel hinweg, aus der gleichen Familie stammen. In dieser Welt, wo sich alles zu fragmentieren und zu spalten scheint, ist uns, Musikern, Künstlern, Schöpfern aller Genres eine Rolle zugeteilt: zu vereinen und Sinn zu stiften. Mit diesem Album in den Händen möchte ich meinen Beitrag leisten, der der Einheit des Teilens und der Liebe gewidmet ist." Mit Y steht der französisch-israelische Pianist zur Fusion aller musikalischen Einflüsse, seien sie aus dem Jazz, Post-Rock oder Elektro oder auch von Künstlern wie Sufjan Stevens, Steve Reich oder Keith Jarrett. Hier also eine wunderbare Platte mit und ohne Gesang, mit und ohne Worte, mit und ohne Refrain aber mit der Beteiligung von –M–, des Bassisten von The Dø Bastien Burger, von Dream Koala und Hugh Coltman. Erstaunlich.



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